Unerwartet spannend wurde es heute im Landtag während der Abstimmung des Grünen Beschlussantrags für eine stabile und zuverlässige Internetverbindung auf den Bahnstrecken in Südtirol. Nach einem kurzen technischen Zwischenfall kam schließlich die Bestätigung: Der Antrag wurde mit 17 Ja- und 16 Nein-Stimmen angenommen.

Der Beschlussantrag nimmt ein wichtiges Problem in Angriff: die schlechte Internetverbindung entlang der Hauptstrecken – insbesondere zwischen Bozen und Brixen, einer der am stärksten befahrenen Strecken des Landes.

„Ein modernes öffentliches Verkehrssystem kann nicht ohne effiziente digitale Infrastruktur auskommen. Ohne eine stabile Internetverbindung verliert der Zug einen wichtigen Vorteil gegenüber dem Auto“, erklären die drei Grünen Landtagsabgeordneten Zeno Oberkofler, Brigitte Foppa und Madeleine Rohrer.

Der Beschlussantrag verpflichtet die Landesregierung:

  • Bereits bei der Planung neuer Bahn-Infrastrukturen die Internetverbindung mitzudenken;
  • Die Internetverbindung entlang bestehender Strecken zu verbessern – insbesondere auf der Strecke Brixen–Bozen;
  • bis 2026 zu erheben, auf welchen Bahnstrecken in Südtirol der Netzempfang nicht gegeben oder zu schwach ist und technische Lösungen für diese Abschnitte definieren und zeitnah umsetzen;
  • gemeinsam mit RFI technische Lösungen umzusetzen, um auf allen Strecken eine gute Mobilfunkverbindung zu gewährleisten.

„Unsere Züge müssen sich an die Anforderungen unseres Alltags anpassen. Man denke nur daran, wie praktisch es ist, das Internet für Fahrplanrecherche, Lesen von Zeitungen oder Büchern, zum Musikhören oder zum Arbeiten zu verwenden. Mit diesem Antrag wollen wir einen Schritt in Richtung eines innovativen und zeitgemäßen öffentlichen Verkehrs setzen“, kommentiert der Erstunterzeichner des Antrags, Zeno Oberkofler. „Die Verbesserung der Mobilfunkverbindung ist ein integraler Bestandteil einer nachhaltigen, effizienten und wirklich attraktiven Mobilität für die Bürgerinnen und Bürger.“

Landtagsabgeordnete
Zeno Oberkofler
Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer

Pressemitteilung

In der Juni-Woche des Südtiroler Landtags wird derzeit die lang erwartete „Wohnbaureform“ diskutiert. Die Grünen haben einen Beschlussantrag eingebracht, um einen der Hauptkritikpunkte im Bereich Wohnen anzugehen: die mangelnde Berücksichtigung von Mietwohnungen.

In Südtirol leben rund 70 % der Bevölkerung in Eigentumswohnungen oder -häusern. Insgesamt gibt es ca. 51.000 Mietwohnungen. Davon sind 13.400 im Besitz des WOBI, 2.000 gehören anderen öffentlichen Einrichtungen, und 10.200 werden zum Landesmietzins vermietet. Ganze 25.350 Wohnungen – also die Hälfte aller Mietwohnungen – werden jedoch auf dem freien Markt zu meist deutlich höheren Preisen vermietet.

„Angesichts der heutigen Preise können sich immer weniger Menschen und Familien Eigentum leisten. Wir haben berechnet, dass man über 60 Jahre braucht, um ein Darlehen abzubezahlen. Das ist zu viel“, erklären die Landtagsabgeordneten der Grünen Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler. „Auch deshalb wandern immer mehr junge Menschen ins Ausland ab, wo das Mieten leistbarer und die Lebenshaltungskosten geringer sind“, warnen die Grünen.

Ende 2024 hat die Landesregierung das Modell des „Wohnen mit Preisbindung“ vorgestellt, eingebracht als Durchführungsverordnung von Landesrat Brunner. Ziel war es, den Bau von Wohnungen für den geförderten Wohnbau und zu gedeckelten Preisen für ansässige Bürger:innen zu fördern. Dabei wird jedoch der Kauf klar gegenüber der Miete bevorzugt. „Somit wird das eigentliche Ziel erneut verfehlt“, sagt Brigitte Foppa, Erstunterzeichnerin eines Beschlussantrags, der genau dieses Problem beheben soll.

Der grüne Beschlussantrag schlägt drei Änderungen in der Durchführungsverordnung vor:

  • Gleichstellung von Miete und Kauf in der Gesetzgebung, durch Aufhebung der bisherigen Benachteiligung der Miete;
  • Verpflichtung zur Prüfung des Mietbedarfs in einer Gemeinde, bevor Vereinbarungen mit Bauträgern getroffen werden, unter Berücksichtigung der von der Landesregierung erlassenen Kriterien für die Einstufung;
  • das Ergebnis dieser Erhebung muss zwingend in die Vereinbarung zwischen Gemeinde und Interessent einfließen, Vereinbarungen mit reinem Kauf/Verkaufabsicht dürfen nur in Gemeinden abgeschlossen werden, in denen ein geringer Bedarf an Mietwohnungen erhoben wird.

„Ein Grundrecht wie das Wohnen darf nicht von der finanziellen Möglichkeit, eine Wohnung zu kaufen, abhängen. Der Zugang zu leistbaren Mietwohnungen muss ein zentrales Ziel der Wohnbaupolitik werden. Wir fordern eine Reform, die wirklich inklusiv ist und den realen Bedürfnissen der Bevölkerung entspricht“, erklärt Foppa.

In ihrer Analyse der Wohnbaureform fordert die Grüne Fraktion die konsequente Förderung leistbarer Mietwohnungen – mit einer Stärkung der Rolle der öffentlichen Hand und gemeinnütziger Organisationen in der Landeswohnbaupolitik. Mit mehreren Änderungsanträgen – von denen einige im Gesetzgebungsausschuss angenommen wurden – haben die Grünen den Gesetzesentwurf der Mehrheit analysiert und verbessert.

Zeno Oberkofler ist es im IV. Gesetzgebungsausschuss gelungen, eine dauerhafte Bindung nach Wiener Vorbild für leistbare Mietwohnungen sowie mehr Kontrolle und Mitspracherecht des Gesetzgebungsausschusses bei der Festlegung des Landesmietzinses einzuführen. „Man kann nicht direkt in den freien Wohnungsmarkt eingreifen, aber wenn das Land einen Beitrag leistet, ist es nur richtig, dass bestimmte Vorgaben eingehalten werden – wie etwa der Bau von leistbaren Mietwohnungen“, so Oberkofler.

Madeleine Rohrer befasste sich im II. Gesetzgebungsausschuss mit den Fragen der Raumordnung: „Wer das Kapitel Raumordnung im Entwurf zur Wohnbaureform liest, hat leider den Eindruck, dass der Landesregierung der Mut zu klaren Maßnahmen und neuen Lösungen fehlt. Es werden einige altbekannte Rezepte wiederholt, die auch in der Vergangenheit keine besseren Wohnverhältnisse geschaffen haben“, so Rohrer.

Brigitte Foppa, die im III. Gesetzgebungsausschuss mitarbeitete, stimmte den Einschränkungen bei Kurzzeitvermietungen zu, die von der Landesregierung vorgeschlagen wurden: „Wenn die Richtung stimmt, sollte sie auch unterstützt werden. Gerade bei einem Gesetzentwurf, der insgesamt recht beliebig und unentschlossen wirkt“, schließt Foppa.

Weitere Informationen: Wohnen mit Preisbindung – mietbar machen

Landtagsabgeordnete
Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Zeno Oberkofler

YOUNG GREENS.

Mit Empörung nehmen die Young Greens Bozen die Entscheidung von Bürgermeister Claudio Corrarati zur Kenntnis, der ersten Südtiroler Pride, die am 28. Juni in Bozen stattfinden soll, die offizielle Schirmherrschaft der Stadt zu verweigern.

Das ist ein klares politisches Signal: Die Stadtverwaltung beabsichtigt nicht, den gesellschaftlichen Wert einer Veranstaltung anzuerkennen, die für Rechte, Sichtbarkeit, Respekt und Gleichstellung der LGBTQIA+-Community eintritt.

Bürgermeister Corrarati rechtfertigte seine Entscheidung mit dem Fehlen eines formell eingesetzten Stadtrats und erklärte, keine einseitige Entscheidung treffen zu wollen. Diese Begründung ist eindeutig vorgeschoben. In der Vergangenheit haben amtierende Bürgermeister anderer Städte auch ohne vollständig eingesetzten Stadtrat Schirmherrschaften übernommen, um die Bedeutung von Veranstaltungen zu unterstreichen, die für grundlegende Werte wie Inklusion und Respekt gegenüber Vielfalt stehen.

Corraratis Entscheidung fügt sich in einen größeren Kontext ein, in dem Vertreter:innen des Mitte-rechts-Lagers häufig ambivalente und zurückhaltende Haltungen gegenüber den Anliegen der LGBTQIA+-Community zeigen. Wir dürfen nicht vergessen, dass zwar die Provinz Bozen ihr Engagement gegen Diskriminierung bekräftigt hat, jedoch innerhalb der Landesregierung Mehrheitsparteien wie Fratelli d’Italia Vorbehalte gegenüber dem Beitritt zum RE.A.DY-Netzwerk geäußert haben – einem Netzwerk, das sich dem Kampf gegen Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität verschrieben hat.

Die Verweigerung der Schirmherrschaft für den Pride ist kein neutraler Akt, sondern eine klare Positionierung, die die Werte von Offenheit und Vielfalt verrät – Werte, die das Handeln der Verwaltung einer modernen und inklusiven Stadt wie Bozen leiten sollten. Es ist eine verpasste Gelegenheit zu zeigen, dass unsere Stadt Diskriminierung nicht schweigend hinnimmt.

Als Young Greens Bozen bekunden wir unsere volle Solidarität mit dem Verein Alto Adige Pride Südtirol und mit der gesamten LGBTQIA+-Community. Wir fordern Bürgermeister Corrarati auf, seine Entscheidung zu überdenken und dem Pride die Schirmherrschaft zu gewähren – als Zeichen der offiziellen Anerkennung einer Veranstaltung, die für Rechte, Sichtbarkeit, Gleichstellung und Respekt einsteht.

 

Young Greens Bozen

 

 

Pressemitteilung

In einer zunehmend vernetzten Welt ist die Möglichkeit, während der Fahrt zu arbeiten, zu lernen und zu kommunizieren, von zentraler Bedeutung. In Südtirol – insbesondere entlang der stark frequentierten Bahnstrecke Bozen–Brixen – ist die aktuelle Situation jedoch weit von „ideal“ entfernt: Webseiten laden nicht, Telefonate brechen ab, Nachrichten werden nicht versendet… So sieht der Alltag für viele Pendler*innen aus.

In der nächsten Sitzung des Südtiroler Landtags im Juni wird die Grüne Fraktion einen Beschlussantrag einbringen, um eine stabile und zuverlässige Internetverbindung in Südtirols Zügen zu fördern. Ziel ist es, den öffentlichen Verkehr digital an die Bedürfnisse der heutigen Gesellschaft anzupassen.

„Ein modernes öffentliches Verkehrssystem muss auch über entsprechende digitale Infrastrukturen verfügen. Ohne stabile Verbindung verliert der Zug einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil gegenüber dem Auto“, erklären die drei Landtagsabgeordneten der Grünen Fraktion – Zeno Oberkofler, Brigitte Foppa und Madeleine Rohrer – gemeinsam.

Die Forderungen sind klar und konkret: Bereits bei der Planung neuer Bahninfrastrukturen soll die drahtlose Internetverbindung mitgedacht werden, die Abdeckung auf bestehenden Strecken soll verbessert werden, und es sollen bis 2026 Schwachstellen lokalisiert sowie technische Lösungen definiert werden, um zeitnah eingreifen zu können.

„Digitales ist längst kein Luxus mehr – es ist eine Notwendigkeit. Züge müssen zu Orten der Produktivität und Zugänglichkeit für alle werden. Wir haben die Chance, den öffentlichen Verkehr in Südtirol auch in puncto Internetverbindung zum Vorzeigemodell zu machen“, betont Erstunterzeichner des Antrags, Zeno Oberkofler.

Die Grünen setzen sich dafür ein, die Qualität und Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs zu stärken.

Mehr Informationen hier

Landtagsabgeordnete
Zeno Oberkofler
Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer

YOUNG GREENS.


Die Young Greens Southtyrol unterstützen alle fünf Fragen vom Referendum am 8. und 9. Juni – für mehr soziale Sicherheit, demokratische Teilhabe und Perspektiven, besonders für junge Menschen.

Am 8. und 9. Juni 2025 finden in Italien fünf Volksabstimmungen statt: vier betreffen zentrale Aspekte des Arbeitsrechts, eines die Einbürgerung langjährig hier lebender Menschen. Die Young Greens Southtyrol rufen zur aktiven Teilnahme auf und empfehlen in allen fünf Fällen ein klares JA.


Warum wählen gehen?

Weil die Beteiligung am demokratischen Leben eine Pflicht ist. Volksabstimmungen ermöglichen es, wichtige Themen direkt mitzubestimmen. Wird das Quorum erreicht, wird das Ergebnis sofort Gesetz und die Politik kann es nicht mehr anfechten.

Warum betreffen die Referenden besonders junge Menschen?
Die Young Greens betonen, dass die Referenden jungen Menschen mehr Rechte, Sicherheit und Perspektiven im Arbeitsleben und in der Gesellschaft eröffnen. Die geplanten Reformen nehmen das De-regulierungsmodell des Jobs Acts zurück, das den Arbeitsmarkt liberalisiert und die Verantwortung der Unternehmen bei Arbeitsunfällen verwässert.

„Die Referenden bieten die seltene Gelegenheit, Grundsatzfragen direkt zur Abstimmung zu stellen – etwa, wie Kündigungsschutz, Arbeitsbedingungen und staatsbürgerliche Teilhabe künftig geregelt sein sollen“, so Julian Rossmann von den Young Greens. „Es ist ein entscheidender Moment – besonders für die junge Generation.“

Der Jobs Act macht Arbeitnehmer:innen zum Kostenfaktor und entbindet Unternehmen von sozialen Verpflichtungen. Befristete Arbeitsverträge ohne sachlichen Grund sind für viele junge Menschen Alltag – sie bieten keine langfristige Perspektive, erschweren die Lebensplanung und führen zu Unsicherheit. Die Aufweichung des Kündigungsschutzes gibt Unternehmen mehr Macht, Arbeitsverträge ohne echten Grund zu kündigen, meist gegen eine geringe Abfindung. Ebenso führten die Regulierungen nicht zu einem nachhaltigen Wachstum der Arbeitsverträge, sondern vielmehr zu einer Stagnation des Lohnniveaus.

Arbeitssicherheit:
In Italien sterben täglich drei Menschen bei der Arbeit, knapp 600.000 Arbeitsunfälle werden jährlich gemeldet. Erst kürzlich verlor eine 17-Jährige an ihrem ersten Arbeitstag ihr Leben. Das Referendum hat das Ziel, das Unternehmen wieder stärker für Arbeitsunfälle haften.

Das fünfte Referendum betrifft das Staatsbürgerschaftsrecht: Die erforderliche Dauer des legalen Aufenthalts für die Einbürgerung soll von zehn auf fünf Jahre reduziert werden. Davon könnten rund 2,5 Millionen Menschen profitieren, darunter etwa 300.000 Minderjährige, die in Italien leben, lernen und arbeiten, aber bisher keine vollen staatsbürgerlichen Rechte besitzen.
„Diese Reform steht im Einklang mit europäischen Standards und wäre ein Schritt hin zu mehr politischer und rechtlicher Gleichstellung der Menschen die hier leben“, so die Young Greens

Die Young Greens South Tyrol fordern alle Bürger:innen – besonders die jungen – auf, am 8. und 9. Juni an die Urne zu gehen und fünfmal mit JA zu stimmen:
Für ein Italien, das seine Jugend nicht im Stich lässt. Für mehr Sicherheit im Job. Für gerechte Teilhabe. Für ein Italien mit Zukunft.
„Wenn wir Italien zukunftsfit und attraktiv für die Jungen machen wollen, dann braucht es fünfmal Ja“, so die Young Greens in ihrer Aussendung.

 

Pressemitteilung

Gestern hat der vierte Gesetzgebungsausschuss im Landtag das Omnibusgesetz verabschiedet, das unter anderem drei Vorschläge der Grünen Fraktion aufgreift.

„Wir freuen uns, dass viele unserer Vorschläge nun mit dem Omnibusgesetz umgesetzt werden. Es handelt sich um greifbare Veränderungen, die verschiedene soziale Aspekte in Südtirol verbessern werden“, erklären die Grünen-Abgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler.

Konkret wurde die Gesetzliche Grundlage geschaffen, um die Bezahlung von Praktika auf alle soziosanitären Berufe auszuweiten. Nun erhalten auch angehende Sozialarbeiter:innen und Psycholog:innen Praktikumsgeld.

„Wir hatten diesen Vorschlag im Zuge der Diskussion zum Landesgesetz zu den Familienberatungsstellen vorgebracht. Für die geleistete Arbeit – auch im Rahmen eines Praktikums – eine faire Entlohnung zu erhalten, ist ein Recht und kein Bonus“, betont der Vizepräsident des 4. Gesetzgebungsausschusses Zeno Oberkofler.

Ebenfalls garantiert wird die Erstattung der Kosten für Verpflegung, Unterkunft und Reise im Zusammenhang mit Transplantationen von Organen, Geweben und Stammzellen – sowohl für die Personen, die eine Transplantation erhalten, als auch für deren Begleitperson. Diese Forderung hatten wir als Tagesordnung zum Haushalt eingebracht. In der damaligen Sitzung angenommen wird sie jetzt umgesetzt.

Schließlich wurde auch der Vorschlag für kostenlose Verhütungsmittel für junge Frauen angenommen – eine Forderung, die bereits beim Frauenmarsch 2024 mit Nachdruck erhoben wurde und die wir mit einem Änderungsantrag zum Gesetz zu den Familienberatungsstellen vorgebracht hatten.

„Wir sind sehr erfreut, dass dieser Vorschlag wie versprochen ins Omnibusgesetz aufgenommen wurde. Es geht letztlich um das Recht auf Selbstbestimmung der Frauen. Nun bleibt abzuwarten, welche Kriterien die Landesregierung diesbezüglich festlegen wird“, so Foppa abschließend.

Landtagsabgeordnete
Brigitte Foppa
Zeno Oberkofler
Madeleine Rohrer

Hört auf die Stimmen jener, die Schule täglich gestalten

Die derzeitige Unzufriedenheit im Schulwesen in Südtirol darf nicht als bloße Lohnforderung abgetan werden. Sie ist weit mehr als das: ein Alarmruf für die Zukunft der Bildung und für die Qualität unseres Schulsystems – welches System wollen wir unseren Kindern bieten.

Lehrerinnen und Lehrer der deutschsprachigen Schulen denken derzeit darüber nach, als Protestmaßnahme im kommenden Schuljahr alle zusätzlichen Aktivitäten auszusetzen – von Klassenfahrten bis hin zu Projekten. Nicht aus Mangel an Engagement, sondern weil ihre Arbeit viel zu oft als selbstverständlich angesehen wird – ohne angemessene Anerkennung, weder finanziell noch gesellschaftlich.

Didaktische Ausflüge, Reisen und Projektarbeit sind keine „Extras“ – sie sind ein zentraler Bestandteil qualitativ hochwertiger Bildung. Sie fördern Motivation, Klassengemeinschaft und Weltoffenheit. Den Schülerinnen und Schülern diese Möglichkeiten zu nehmen, bedeutet letztlich, ihnen eine ärmere, abgeschottetere und müde gewordene Schule zuzumuten.

Als Verdi Grüne Vërc sehen wir den Protest der Lehrkräfte als starkes Signal, das uns alle angeht: Schule ist kein Kostenfaktor, den man kürzen kann – sie ist eine Investition in Gemeinschaft, Teilhabe und Zukunft.

Es braucht konkrete, strukturelle Antworten, die über einen bloßen Inflationsausgleich hinausgehen. Es braucht eine umfassende Vision, die alle im Bildungsbereich Tätigen wertschätzt und allen Schulsprachen gleiches Ansehen garantiert.

„Alles beginnt mit fairen Verträgen: mit der finanziellen und rechtlichen Anerkennung für jene, die unsere Schulen tagtäglich lebendig halten. Aber das allein genügt nicht. Bildungsqualität entsteht auch durch Investitionen in das soziale Klima, in Beziehungen und in echte Lernchancen. Genau daraus wächst eine starke, gerechte öffentliche Schule.“ so Luca Bertolini, Co-Sprecher der Verdi Grüne Vërc.

Die Südtiroler Grünen haben am vergangenen Freitag am ersten großen Strategietreffen der Europäischen Grünen Partei nach der Europawahl teilgenommen. Der sogenannte „European Green Reflection Day“ fand in Brüssel statt und brachte Vertreter*innen grüner Parteien aus ganz Europa zusammen – mit dabei auch Verena Frei, Geschäftsführerin der Südtiroler Grünen.

Im Mittelpunkt standen der Austausch über die Wahlergebnisse in den Mitgliedsstaaten, gemeinsame politische Herausforderungen sowie die strategische Ausrichtung der Grünen Bewegung für die kommenden Jahre. Diskutiert wurde außerdem, wie die neue Struktur der Europäischen Grünen Partei die Zusammenarbeit unter den Mitgliedsparteien stärken kann.

„Dieses Treffen war eine wichtige Gelegenheit, um neue Impulse aus ganz Europa mitzunehmen und uns noch besser zu vernetzen“, sagte Verena Frei. „Gerade kleinere grüne Parteien wie wir profitieren davon, Teil eines größeren Netzwerks zu sein. Viele Herausforderungen – vom Klimaschutz bis zur sozialen Gerechtigkeit – sind europäisch, und unsere Antworten müssen es auch sein.“

Gemeinsam wurde erarbeitet, welche Themen künftig auf europäischer Ebene Priorität haben sollen. Dabei ging es unter anderem um die Stärkung der politischen Sichtbarkeit, die Entwicklung gemeinsamer Kampagnen und die strukturelle Weiterentwicklung der Partei.

Auch die Rolle der Grünen in den jeweiligen Ländern wurde beleuchtet – und welche Strategien dabei helfen können, das Vertrauen in grüne Politik unter veränderten politischen Rahmenbedingungen zu stärken.

Im Bild: Verena Frei mit den beiden Co-Sprecher*innen der Europäischen Grünen Partei Ciarán Cuffe und Vula Tsetsi  

Pressemitteilung

Weniger Diskriminierung, mehr Sichtbarkeit – Südtirols Grüne fordern konsequente Maßnahmen gegen Queerfeindlichkeit

Am 17. Mai ist der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie – kurz IDAHOBIT. Weltweit wird an diesem Tag auf die anhaltende Diskriminierung von LGBTQIA+-Personen aufmerksam gemacht. Auch in Südtirol nutzte die Grüne Landtagsfraktion die Gelegenheit, um ein deutliches Zeichen zu setzen – gegen Ausgrenzung und für eine offene Gesellschaft.

„Es ist nicht länger hinnehmbar, tatenlos zuzusehen, wenn Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität diskriminiert werden“, erklären die Landtagsabgeordneten Madeleine Rohrer, Brigitte Foppa und Zeno Oberkofler. „Wir müssen klar, laut und unmissverständlich Stellung beziehen – für eine offene, vielfältige und tolerante Gesellschaft.“

In einer aktuellen Landtagsanfrage will die Grüne Fraktion von der Landesregierung wissen, welche konkreten Maßnahmen im vergangenen Jahr gegen Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität gesetzt wurden – und welche Initiativen für 2025 geplant sind.

Der IDAHOBIT steht symbolisch für den täglichen Kampf um Gleichberechtigung. Besonders im Fokus stehen dabei Menschen, deren sexuelle Orientierung nicht der gesellschaftlichen Norm entspricht – lesbische, schwule, bisexuelle und intergeschlechtliche Personen – sowie jene, die sich nicht mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht identifizieren.

„Unser Einsatz endet nicht mit einem Gedenktag“, so die Grünen. „Jeden Tag gilt es, Diskriminierung von LGBTQIA+Personen zu benennen, sichtbar zu machen – und ihr entschieden entgegenzutreten.“

Landtagsabgeordnete
Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Zeno Oberkofler

PRESSEMITTEILUNG.

Zu Beginn dieser Legislatur hat die Grüne Fraktion im Landtag ein Gelübde abgelegt: jedes Jahr im Mai, wenn die ersten Motorräder über unsere Pässe rollen, konfrontiert sie die Landesregierung mit einem Beschlussantrag, um dem Motorradlärm auf unseren Bergstraßen einzudämmen.

Die Alpen mögen‘s leise – doch die Dolomiten, einst Sehnsuchtsort für Stille, Weite und alpines Naturerleben, drohen am eigenen Erfolg zu ersticken:  Die Berge Südtirols werden für viele zum Motorerlebnis und das Dröhnen der Motoren übertönt vielerorts die Geräuschkulisse der Natur.

„Die Belastung ist nicht mehr tragbar – weder für die Umwelt noch für die Menschen, die hier leben“, erklären die Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler. „An Spitzentagen werden über 10.000 Fahrzeuge über Straßen wie das Sellajoch, den Karerpass oder das Timmelsjoch. gezählt, Lärm und Abgase gefährden nicht nur die Natur, Leidtragende sind nicht nur die Bewohner:innen der Täler entlang der Passstraßen aber auch Gäste die gerade wegen der Ruhe nach Südtirol kommen.“

Nun will der Südtiroler Landtag gegensteuern und hat den alle Jahre wiederkehrenden Beschlussantrag angenommen. Brigitte Foppa, Landtagsabgeordnete der Grünen und Ersteinbringerin des Antrags, zeigt sich zufrieden:
„In Zusammenarbeit mit dem SVP-Abgeordneten Stauder konnten wir erreichen, dass künftig ein jährlicher Bericht zum Verkehr auf den Pässen erstellt wird. Außerdem fordern wir die Regierung in Rom auf, die gesetzlichen Voraussetzungen für Verkehrssteuerung in sensiblen Gebieten zu schaffen – etwa durch Mautsysteme, Zufahrtsbeschränkungen oder Ausnahmen für emissionsfreie Fahrzeuge. Auch die Kontrollen sollen verstärkt werden – nicht nur durch Radarsysteme, sondern auch durch Lärmmessungen.“

Dass alternative Modelle funktionieren, zeigen andere Regionen: In Zermatt (CH) wurde der motorisierte Individualverkehr komplett ausgeschlossen, im deutschen Berchtesgaden regelt ein Bussystem den Zugang zum Königssee. Und selbst in Südtirol sorgte das Pilotprojekt „#Dolomitesvives“ am Sellajoch 2017 für spürbare Entlastung – der Lärmpegel sank messbar, die Atmosphäre verbesserte sich deutlich.

Der Druck zum Handeln wächst. Die Dolomiten sind kein Freilichtmuseum und kein unendlicher Raum. Wer sie erhalten will, muss ihre Belastungsgrenzen ernst nehmen. Der aktuelle Vorstoß zeigt: Die Geduld der Alpen ist nicht grenzenlos – aber vielleicht ist es noch nicht zu spät.

Bozen, 08.05.2025

Landtagsabgeordnete

Brigitte Foppa
Zeno Oberkofler
Madeleine Rohrer