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Kultur und Bildung

 

Bildung

Für ein demokratisches, lustvolles, lebenslanges Lernen

Bildung ist ein Konzept, das sich zunehmend aus den Schulen heraus bewegt und immer deutlicher als transdisziplinäre Gesellschaftsaufgabe wahrgenommen wird: Man lernt vom ersten bis zum letzten Lebenstag. Ein großer Teil der Bildung erfolgt in den Institutionen, vorab Kindergarten, Schule, Universität. Die Bildungswelt Südtirols zeichnet sich durch sehr innovative Ansätze aus, etwa Kindergarten, Berufs- und Erwachsenenbildung – dort bestehen auch die größten Spielräume durch die Autonomie. Die Schule hingegen zeigt deutliche Anzeichen von Überlastung: Klassengrößen, prekäre Stellensituation, Migration, Leistungsdruck – das sind nur einige der Problemfaktoren, mit denen die Schule oft alleine zurechtkommen muss.

Wir sind für:

  1. Entlasten: Der Alltag in der Schule muss entzerrt werden, Schule braucht weniger Reformen und mehr Unterstützung
  2. Vernetzen: Die außerschulischen Bildungsträger brauchen volle Anerkennung und bessere Vernetzung untereinander und mit der Schule
  3. Demokratisieren: Schule und Bildung brauchen Mitsprache, gemeinsames Enscheiden und geteilte Verantwortung – und Inklusion.

Wir schlagen vor:

  • Weniger SchülerInnen, mehr Qualität: Die Höchstzahl der SchülerInnen pro Klasse bzw. Kindergartengruppe reduzieren (z.B. 18 im Kindergarten, 20 an den anderen Bildungsstufen). Dadurch wird moderne Methodik, Projekt- und Teamarbeit, fächerübergreifender Unterricht erleichtert.
  • Mehr Demokratie: Das Schulgremiengesetz in einem echten partizipativen Prozess und ausgehend von den Bedürfnissen aller Mitglieder der Schulgemeinschaft überarbeiten.
  • Mobil statt statisch: Die Karrieren der Lehrpersonen mobiler gestalten, die Durchlässigkeit zwischen Schule und Verwaltung und zwischen den verschiedenen Stufen des Bildungssystems erweitern, zusätzliche Auf- und Umstiegsmöglichkeiten schaffen. Mehr Männer in den Kindergarten und in die Schule!
  • Nicht nur in der Schule: Aufwertung der außerschulischen Bildungsarbeit: Bibliotheken, Weiterbildung, Musikschulen, für alle Sprachgruppen. Verstärkte Hinwendung zu neuen Zielgruppen (SeniorInnen, MigrantInnen, Männer).

 Forderungen der Young Greens:            

  • Die Zeit der Pubertät als Schaltstelle für soziale und emotionale Kompetenzen anerkennen und den Mittelschulunterricht danach ausrichten: Sexualpädagogik, Suchtprävention, gewaltfreie Kommunikation, Argumentationstheorie, Persönlichkeitsbildung und Umgang mit Medien zentral in den Unterricht einbringen.
  • Ethikunterricht als Alternative zum katholischen Religionsunterricht.
  • Europaweite Abkommen zur Studientitelanerkennung
  • Klare Rahmenbedingungen für die „alternanza scuola-lavoro”*. Einheitliche Regeln in allen Schulen unter Berücksichtigung der Rechte von SchülerInnen, LehrerInnen und ArbeitgeberInnen.

 

Kultur

Für freie, offene und zukunftsgerichtete Kulturräume

Kultur ist grundlegend für die Entwicklung von Gesellschaften und Personen. Kultur schärft das Gespür für Neues und Ungewohntes. Sie schafft notwendige Irritation und löst verhärtete Muster.

Kultur genießt in Südtirol hohen Stellenwert. Kultur und Kunst haben in Südtirol hohen Standard erreicht, bedürfen aber verstärkter Professionalisierung und Langzeitperspektiven, ob in Volkskultur, Theater, Literatur und Bildender Kunst. Einrichtungen und Institutionen sollten sich freispielen (dürfen) von Bevormundung und vorauseilender Selbstzensur und auf ihr interkulturelles Potenzial setzen.

Wir sind für:

  • Den Kernvorzug von Kultur und Kunst, lebendigen Dialog zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu ermöglichen, fördern.
  • Kultur ist grundlegend für Südtirols Verbindung zwischen deutschem und italienischem Sprach- und Kulturraum und seine künftige Aufgabe als europäisches Modell.
  • Vielfalt. Kulturinitiativen und Projekte im Lande stärker vernetzen und sie zu professioneller wie sprachgruppenübergreifender Arbeit befähigen.

 

Wir schlagen vor:

  • Förderung junger und freier Initiativen vor allem durch flankierende Ausbildung und professionelle Hilfestellung.
  • Planungssicherheit besonders für sprachgruppenübergreifende Initiativen, Festivals und Projekte, die stabile Kooperationen mit Partnern auch aus anderen Ländern pflegen.
  • Neubewertung der Rolle von Kultur-Einrichtungen, Requalifizierung und Öffnung für neue Gruppen wie Ältere und Migranten.
  • Kulturpass als Wertschätzung für Ehrenamtlich Tätige in überarbeiteter Version wiedereinführen.
  • Ressourcen für einen Kulturkalender, der frei und leicht zugänglich für Anbieter und Suchende das breite Angebot der Veranstaltungen abbildet.
  • Übersetzen als Kulturleistung: Zur Stärkung der Brückenfunktion zwischen den Sprachräumen eine Plattform zur Ünterstützung und Weiterbildung von Übersetzern einrichten.

 

Die Vorschläge der Young Greens zur Jugendkultur finden sich im nächsten Kapitel.