Der Landtag hat heute zwei Vorschläge verabschiedet, die der Grünen Fraktion besonders am Herzen lagen und nun in das Omnibus-Gesetz aufgenommen worden sind.

So wurde die kostenlose Bereitstellung von Verhütungsmitteln für junge Frauen eingeführt. Eine klare und breit getragene Forderung, die auch anlässlich des Frauenmarsch 2024, an der Hunderte Menschen teilnahmen, mit Nachdruck geäußert wurde.

Außerdem werden künftig die Kosten für Verpflegung, Unterkunft und Reise bei Stammzelltransplantationen erstattet – sowohl für die transplantierten Personen als auch für deren Begleitpersonen.

„Das sind Erfolge für Gesundheit, Selbstbestimmung und Menschenwürde“, betonen die Grünen-Abgeordneten Foppa, Oberkofler und Rohrer.

Landtagsabgeordnete
Brigitte Foppa
Zeno Oberkofler
Madeleine Rohrer

Pressemitteilung

Der Landtag hat heute im Rahmen des Omnibusgesetzes den Änderungsantrag der Grünen Fraktion angenommen, der eine stärkere Vertretung von Frauen in den Bezirksgemeinschaften gewährleisten soll. Diese Änderung ist auch das Ergebnis eines wichtigen Austauschs mit der Landeskommission für Chancengleichheit.

„Die Demokratie muss inklusiver werden. Die Vertretung von Frauen muss ein struktureller Bestandteil des Funktionierens unserer Institutionen sein“, erklären die Grünen Landtagsabgeordneten Madeleine Rohrer, Brigitte Foppa und Zeno Oberkofler.

Die beschlossene Änderung sieht vor, dass der Frauenanteil in den Bezirksregierungen proportional zur Zusammensetzung der jeweiligen Gemeinderäte sein muss.

„Auf diese Weise machen wir die Zusammensetzung der Bezirksgemeinschaften gerechter und setzen das Prinzip der Geschlechtergerechtigkeit endlich auch auf lokaler Ebene konkret um“, betont Madeleine Rohrer, Erstunterzeichnerin der Änderungsanträge.

Ein Ergebnis, das den Willen bestätigt, Pluralismus, Repräsentanz und echte Teilhabe am demokratischen Leben des Landes zu gewährleisten.

Landtagsabgeordnete
Madeleine Rohrer
Brigitte Foppa
Zeno Oberkofler

Am 3. Juli 1995 starb Alexander Langer in Florenz. Dreißig Jahre später spricht seine Botschaft noch immer mit eindringlicher Kraft zu uns. Im kommenden Jahr wäre er 80 Jahre alt geworden – wir von den Südtiroler Grünen möchten dieses doppelte Gedenken nutzen, um seine Stimme, seine Vision und seine unermüdliche Unruhe wieder ins Zentrum zu rücken.

Alexander Langer war vieles: Politiker, Pazifist, Ökologe, Intellektueller. Vor allem aber war er ein Brückenbauer. In Südtirol stellte er sich gegen starre Zugehörigkeiten und ethnische Schranken, stets auf der Suche nach einem echten Miteinander der Gemeinschaften. In Europa setzte er seine ganze Kraft dafür ein, den Krieg auf dem Balkan zu beenden, und schlug die Einrichtung europäischer Ziviler Friedensdienste vor. Weltweit verband er Umweltfragen mit sozialer Gerechtigkeit – lange bevor dies zum politischen Schlagwort wurde.

„Heute fragen wir uns: Wie aktuell ist Langer? Die Antwort ist klar: mehr denn je. In einer Zeit, die von neuen bewaffneten Konflikten, der Klimakrise und zunehmender Ungleichheit geprägt ist, sind die Herausforderungen, die ihn bewegten, nach wie vor ungelöst. Sein Beharren auf einer ökologischen Wende als wünschenswerte, nicht strafende Veränderung. Sein Verständnis von Frieden als tägliche Aufgabe, gegründet auf Zuhören, Empathie und Präsenz. Sein Einsatz für ein Zusammenleben, das mehr ist als kalte Toleranz – eine bewusste Entscheidung für Begegnung.“ betont Luca Bertolini, Co-Sprecher der Verdi Grüne Vërc.

„Für uns Verdi Grüne Vërc ist Langer keine Figur der Vergangenheit. Er ist ein Kompass – eine unbequeme und zugleich notwendige Stimme. Er verkörpert das lebendige Gedächtnis einer Politik, die keine Abkürzungen sucht, die die Freund-Feind-Logik ablehnt und geduldig an Alternativen arbeitet. Und gerade hier in Südtirol wissen wir, wie viel noch zu tun bleibt, um seinen Traum zu verwirklichen: eine vielfältige Region, in der Menschen miteinander sprechen und sich über sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg erkennen.“ ergänzt Elide Mussner, Co-Sprecherin der Verdi Grüne Vërc.

„Wir bereiten eine Tagung vor, der ganz ihm gewidmet ist – um sein Werk gemeinsam zu lesen, Stimmen zu hören, die ihn persönlich kannten, und darüber zu diskutieren, was er unserer politischen Bewegung heute noch zu sagen hat. Es wird eine Gelegenheit sein, das ‚Dekalog für das interethnische Zusammenleben ‘ neu zu entdecken, seine konkreten Friedensvorschläge und sein tiefgründiges, zutiefst menschliches ökologisches Denken. Vor allem aber wollen wir gemeinsam einen Blick auf die Perspektiven werfen, die er uns auch heute noch eröffnet. Dreißig Jahre nach seinem Tod nehmen wir weiterhin seinen Appell ernst: ‚Macht weiter mit dem, was richtig war.‘“ schließt Bertolini.

 

 

Der Dritte Sektor ist wesentlicher Teil des sozialen Gefüges Südtirols, insbesondere dort, wo das öffentliche Handeln nicht rechtzeitig oder nicht ausreichend eingreift. Ein stabiler, geschützter und aufgewerteter Freiwilligendienst ist eine notwendige Voraussetzung, um der sozialen Arbeit für die Gemeinschaft Kontinuität und Wirksamkeit zu verleihen. Einige Schwächen jedoch bremsen die vollständige Entfaltung dieses Bereichs. In diesem Zusammenhang hat die Grüne Fraktion im Südtiroler Landtag einige Änderungsvorschläge zum Gesetzentwurf über den Dritten Sektor eingebracht, der diese Woche im Landtag diskutiert wird.

„Der Dritte Sektor verdient konkrete Instrumente, um weiterhin seine grundlegende Rolle für den sozialen Zusammenhalt in unserem Land ausüben zu können. Unsere Vorschläge zielen auf mehr wirtschaftliche Stabilität, mehr Anerkennung für Kompetenzen und weniger Bürokratie für jene, die sich für das Gemeinwohl einsetzen“, erklären die Grünen Abgeordneten Zeno Oberkofler, Brigitte Foppa und Madeleine Rohrer.

Begünstigte Kredite für Vereine

Viele Organisationen des Dritten Sektors haben finanzielle Schwierigkeiten, da öffentliche Beiträge oft verspätet ausbezahlt werden. Um dieses Problem zu lösen, schlagen die Grünen Vereinbarungen mit lokalen Banken vor, durch die Vereine zinslose Kredite erhalten können, um bereits zugesprochene Gelder vorzufinanzieren. Eine einfache Möglichkeit, die Kontinuität der Tätigkeiten zu sichern, ohne die finanzielle Stabilität der Organisationen zu gefährden.

Mehr Verantwortung: mehr Anerkennung

Immer weniger Menschen sind bereit, Führungsrollen in Vereinen zu übernehmen – oft aus Zeitmangel oder wegen fehlender Wertschätzung. Die Grünen schlagen vor, ein Stundenkontingent in Arbeitsverträgen vorzusehen – ähnlich dem Modell der „150 Stunden“ –, für jene, die im Dritten Sektor Leitungsfunktionen übernehmen. Ein Anreiz, um den Generationenwechsel zu fördern und Menschen zu unterstützen, die sich persönlich engagieren.

Weniger Bürokratie, mehr Zeit zum Handeln

Vereine sind oft durch komplizierte und sich wiederholende bürokratische Pflichten überlastet. Die Grünen fordern hier Vereinfachungen. Sie sollen die Digitalisierung von Verfahren, die Abschaffung unnötiger Dokumente und das „Once-only“-Prinzip vorsehen (Daten sollen nur einmal übermittelt werden müssen). Weniger Zeit mit Papierkram, mehr Energie für die Hilfe am Menschen.

„In vielen Bereichen des Südtiroler Ehrenamts wird täglich wertvolle, oft unsichtbare Arbeit geleistet. Doch ohne angemessene Instrumente droht dieses Engagement zu zerbrechen. Mit diesen Vorschlägen wollen wir jenen, die sich um andere kümmern Luft zum Atmen, Vertrauen und Perspektive geben“, schließt Zeno Oberkofler, Erstunterzeichner der Vorschläge.

Landtagsabgeordnete
Zeno Oberkofler
Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer

Pressemitteilung

In der Julisitzung des Südtiroler Landtags, bringen die Grünen Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler zwei aktuelle Themen ein. Die Vorschläge wurden heute im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt.

Wir müssen über Gaza sprechen

Das Schicksaal Gazas steht seit einiger Zeit im Mittelpunkt der politischen Diskussionen und wird nun auch Thema im Landtag. Mit einem Beschlussantrag fordern die Grünen eine klare Stellungnahme der Landesregierung angesichts der sich verschärfenden humanitären Krise im Gazastreifen und der schweren Verstöße gegen das Völkerrecht in den besetzten palästinensischen Gebieten.

„Es ist unsere institutionelle Pflicht, dem Völkerrecht und der Gerechtigkeit eine Stimme zu geben. Angesichts von Verbrechen, die vom Internationalen Gerichtshof als solche anerkannt wurden, ist Schweigen keine Option“, erklärt Brigitte Foppa, Erstunterzeichnerin des Antrags. „Wir fordern, dass das Land im Einklang mit seinen humanitären und demokratischen Werten handelt.“
Der Antrag fordert die Landesregierung auf, dem Beispiel anderer Regionen wie der Toskana, Sardinien, Umbrien, Emilia-Romagna und Apulien zu folgen und daher den Staat Palästina anzuerkennen, den Waffenstillstand zu unterstützen, die Freilassung der israelischen Geiseln zu fordern, die Beendigung der Menschenrechtsverletzungen in den besetzten palästinensischen Gebieten sowie einen sofortigen und uneingeschränkten Zugang für humanitäre Hilfe zu verlangen. Zudem wird vorgeschlagen, die Bereitschaft zur temporären Aufnahme schutzbedürftiger Personen aus Gaza zu erklären und auf nationaler sowie europäischer Ebene die Einführung von Sanktionen zu unterstützen sowie die Freilassung politischer Gefangener zu fordern.

Transparenz beim Essen

Der zweite Vorschlag ist ein Begehrensantrag zu den Neue Genomische Techniken (NGT). Denn derzeit laufen diesbezüglich Verhandlungen zwischen der Europäischen Kommission, dem Europäischen Parlament und dem Ministerrat. Die Grünen wollen die Position des Europäischen Parlaments in diesen Verhandlungen stärken, das sich für die Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit von NGT-Pflanzen entlang der gesamten Lebensmittelkette ausgesprochen hat.

„Das Recht auf Transparenz ist grundlegend, um die Entscheidungsfreiheit von Landwirt:innen und Verbraucher:innen zu schützen. Jeder Mensch muss selbst entscheiden können, was auf seinen Feldern wächst und auf seinen Tellern landet“, erklärt Madeleine Rohrer, Erstunterzeichnerin des Antrags. Die Landwirtschaft in Südtirol hat sich bisher auch durch gentechnikfreie Lebensmittelprodukte ausgezeichnet. Ohne Kennzeichnungspflicht wird die lokale Landwirtschaft zunehmend von multinationalen Konzernen und deren Patenten auf Pflanzen abhängig gemacht. Denn mit den neuen Gentechniken ist es möglich, genetische Sequenzen zu reproduzieren und zu patentieren, die auch in Wildpflanzen oder durch konventionelle Kreuzungen entstehen – zum Nachteil der Bäuerinnen und Bauern.

Die Grünen Landtagsabgeordneten schließen: „Mit diesen Vorschlägen wollen wir die politische Rolle unseres Landes stärken. Die Institutionen müssen sich als Förderer von Frieden, Rechten und klarer Information verstehen.“

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Landtagsabgeordnete
Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Zeno Oberkofler

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Der Landtag beschließt in der ersten Juliwoche das nächste Omnibus-Gesetz. Darin wird auch die Zusammensetzung der sieben Bezirksgemeinschaften neu geregelt: Die Bezirksausschüsse, also die Regierungen, werden um je ein Mitglied vergrößert, die Vertretung der Gemeinderäte der Opposition bleibt weiterhin unzureichend. Die SVP schafft zusätzliche bezahlte Posten und baut ihre Vormachtstellung aus, auf Kosten der demokratischen Teilhabe, der kleinen Parteien und Oppositionellen im Land, so in einer gemeinsamen Pressekonferenz Madeleine Rohrer, Grüne Landtagsabgeordnete, und Felix von Wohlgemuth, Gemeinderat in Eppan.

Die Vorgeschichte ist bekannt. Das Verwaltungsgericht in Bozen hat 2022 in seinem Urteil festgehalten, dass die politische Minderheit nicht nur „embryonal“ durch eine einzige Person, sondern angemessen vertreten sein muss. Geklagt hatten neben Felix von Wohlgemuth die ökosozialen Gemeinderätinnen und Gemeinderäte von Pro Eppan, der Dorfliste Kaltern, der Grünen Neumarkt, der Dorfliste Montan sowie der Grünen Leifers. In Folge des Urteils des Verwaltungsgerichts musste bei der Zusammensetzung der Bezirksgemeinschaft Überetsch-Unterland nachgebessert werden.

„Die Landesregierung ignoriert das Urteil des Verwaltungsgerichts, wenn sie in ihrem Gesetzesentwurf wiederum nur festschreibt, dass die politische Minderheit mindestens durch eine Person vertreten sein muss“, so von Wohlgemuth. Konkret bedeutet das: Eine einzige Gemeinderätin oder ein Gemeinderat sollte die Interessen der gesamten politischen Minderheit im Bezirk vertreten. Das kann es nicht sein. Dabei haben die Bezirksgemeinschaften Aufgaben in den Bereichen Soziales, Umwelt und Mobilität. Im Gesetzesentwurf der Landesregierung wird die politische Minderheit außerdem als jene Fraktion im Gemeinderat definiert, die nicht im Ausschuss vertreten ist. Das Beispiel Lana zeigt, dass diese Regelung nicht ausreichend ist, um die Mitbestimmung der Opposition zu gewährleisten: Als Vertreter der politischen Minderheit wurde jener Gemeinderat bestimmt, der zugleich vom Gemeindeausschuss mit der exklusiven Zuständigkeit für italienische Schule und Kultur beauftragt wurde und damit für die Umsetzung des Regierungsprogramms arbeitet.

Weil der Gesetzesentwurf der Landesregierung trotz Urteil des Verwaltungsgerichts weiterhin die Südtiroler Volkspartei überproportional bevorzugt, hat die Landtagsfraktion einen Änderungsantrag eingereicht. „Mitsprache ist kein lästiges Übel, sondern dringend notwendig, um auch die in Südtirol kränkelnde Demokratie zu stärken“, so Rohrer, Erstunterzeichnerin des Änderungsantrags.

Die Forderungen der Grünen betreffen folgende Punkte:

Erstens müssen alle Vertreterinnen und Vertreter einer Gemeinde, die in den Bezirksrat geschickt werden, im Verhältnis zur Stärke der politischen Mehrheit und Minderheit gewählt werden. Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass Vertreterinnen und Vertreter allein von der Mehrheit und damit meist von der SVP alleine bestimmt werden, die zusätzlich in die Parlamente der Bezirksgemeinschaften entsandt werden, um dem Verhältnis der Sprachgruppen gerecht zu werden.

Zweitens muss in einem beschränkten Stimmrecht gewählt werden, d.h. die politische Minderheit und die politische Mehrheit wählt jeweils nur ihre eigene Vertretung. Damit wird unterbunden, dass die SVP bestimmt, einen für sich genehmen Gemeinderat der Opposition in die Bezirksgemeinschaften entsendet. Die scheidende Meraner Stadtregierung hat zum Beispiel per Beschluss des Gemeindeausschusses die Vertretung in die Bezirksgemeinschaft gewählt.

Drittens muss die Vertretung der Frauen aufgewertet werden. Laut Gesetz müssen im Bezirksrat beide Geschlechter vertreten sein, d.h. für die SVP ist eine Frau bzw. ein Mann in der Regierung der Bezirksgemeinschaften vollkommen ausreichend. Der Antrag der Grünen zielt darauf ab, dass die Frauen entsprechend ihrem Verhältnis in den Gemeinderäten vertreten sind. Diese Regelung wird bereits heute mit Erfolg bei der Bildung der Gemeindeausschüsse und der Landesregierung angewandt.

Die politische Landschaft in Südtirol ist heute eine andere als noch 1991, als das Gesetz zur Ordnung der Bezirksgemeinschaften beschlossen wurde. Heute sind noch 29 Gemeinderäte ausschließlich durch die SVP besetzt. „Unser Änderungsantrag zielt darauf ab, nicht nur das Gerichtsurteil ernsthaft umzusetzen, sondern auch die politische Teilhabe von Frauen sowie aller politischen Parteien und Bewegungen in unserem Land zu stärken“, so die Landtagsabgeordneten Madeleine Rohrer, Brigitte Foppa und Zeno Oberkofler.

Madeleine Rohrer
Brigitte Foppa
Zeno Oberkofler
Felix von Wohlgemuth

Am 13. Juni nahm Co-Sprecher Luca Bertolini für die Südtiroler Grünen am Green Party Leader Council der Europäischen Grünen Partei in Brüssel teil.

Die Botschaft ist klar: Die ökologische und soziale Transformation braucht heute mehr denn je Mut und Konsequenz. In unsicheren Zeiten sprechen die Grünen nicht zur Angst – sondern zu den Möglichkeiten. Sie befeuern keine Panik, sondern setzen auf gemeinsame Verantwortung. Im Zentrum der Debatte stand der Vorschlag für eine neue europäische Fiskalpolitik, die öffentliche Investitionen in Wohnen, Arbeit, Klima und Bildung ermöglicht. „Globale Krisen lassen sich nicht mit veralteten Mitteln bewältigen“, betonte Bertolini. „Wir brauchen strukturelle Entscheidungen, die soziale und ökologische Sicherheit langfristig gewährleisten.“

Die europäischen Grünen arbeiten an starken politischen Initiativen – vom Recht auf Wohnen bis zur sozialen Absicherung. Doch es braucht auch eine neue politische Sprache: eine, die bei den realen Bedürfnissen der Menschen ansetzt – und jene entlarvt, die zwar soziale Gerechtigkeit versprechen, sie aber faktisch untergraben. Jetzt ist die Zeit für eine glaubwürdige, solidarische und ökologisch ausgerichtete Agenda. Nicht durch das Nachahmen rechter Parolen, sondern durch das Sichtbarmachen ihrer Widersprüche: laute Worte, aber schlechte Ergebnisse – besonders für jene, die echte Lösungen brauchen.

Auch Themen wie Desinformation und Medienfreiheit wurden intensiv diskutiert – besonders wichtig für junge Generationen. Angesichts der Passivität der EU-Kommission braucht es eine klare Haltung gegen Manipulation und Propaganda.

Die Verdi Grüne Vërc bekräftigten außerdem ihre Unterstützung für eine sofortige Lösung im Gazastreifen – mit einem Waffenstillstand, dem Schutz der Zivilbevölkerung und der Einhaltung des humanitären Völkerrechts.

Diese europäische Arbeit wirkt direkt bis nach Südtirol. Denn die Herausforderungen Europas – Klima, Wohnen, Mobilität, soziale Gerechtigkeit – betreffen auch uns vor Ort. Das Netzwerk der europäischen Grünen stärkt unser Engagement in der Region – mit Ideen, Allianzen und Weitblick. In einer Zeit, in der viele nur laut sind, entscheiden wir uns für Haltung und Verantwortung – auch in der Opposition. Denn das Leben der Menschen verbessert man nicht mit Schlagworten, sondern mit konkreten, tragfähigen Lösungen. Das Europa der Grünen beginnt hier – mit Entscheidungen, die unsere Gemeinschaften Tag für Tag gerechter machen.

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Die Europaregion Tirol–Südtirol–Trentino bekommt eine gemeinsame Tourismusstrategie. Beim heutigen Dreierlandtag – der gemeinsamen Sitzung der Landtage Tirol, Südtirol und Trentino – wurde der entsprechende Antrag angenommen. In der meistbesuchten Alpenregion mehren sich inzwischen die Anzeichen für Overtourism, Umweltbelastung, soziale Spannungen und steigenden Druck auf Natur und Bevölkerung.

Die Südtiroler Grünen-Abgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler sowie ihre Trentiner Kollegin Lucia Coppola hatten ihren Antrag mit einem ähnlichen Vorschlag der Tiroler Volkspartei zusammengeführt. Durch diese Zusammenarbeit konnten insgesamt vier Beschlusspunkte verabschiedet werden.

Ziel der nun angenommenen Initiative ist es, eine gemeinsame Tourismusstrategie für die gesamte Euregio-Alpenregion zu entwickeln – nachhaltig, gerecht verteilt und im Einklang mit den Klimazielen der drei Provinzen. Gleichzeitig wird gefordert, auch weniger bekannte Reiseziele besser an den öffentlichen Nahverkehr anzubinden und digitale Instrumente zur intelligenten und respektvollen Steuerung der Besucherströme gemeinsam zu entwickeln und einzusetzen.

„Wir brauchen eine koordinierte und verantwortungsvolle Vision, die den Menschen und den Schutz der Alpen in den Mittelpunkt stellt“, erklären die Abgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer, Zeno Oberkofler und Lucia Coppola, die den Antrag unterzeichnet haben.

„Die Alpen können dem aktuellen touristischen Druck nicht mehr lange standhalten. Es braucht eine Wende – und jetzt ist der Moment zu handeln“, so die Grünen abschließend.

Landtagsabgeordnete
Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Zeno Oberkofler
Lucia Coppola

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Am Freitag wird in der IV. Gesetzgebungskommission der Landesgesetzentwurf Nr. 46/25-XVII zum Dritten Sektor behandelt. Die Grüne Fraktion hat dazu eine Reihe von Änderungsanträgen eingebracht, mit dem Ziel, den Gesetzestext zu verbessern und die Unterstützung für jene, die sich täglich im Dritten Sektor engagieren, wirksamer zu gestalten.

Zu den wichtigsten Vorschlägen zählt die Möglichkeit, mehrjährige Beiträge an Organisationen des Dritten Sektors auszuzahlen, die seit mindestens fünf Jahren im Landesverzeichnis eingetragen sind. Diese Maßnahme soll Kontinuität, administrative Verlässlichkeit und die gesellschaftliche Relevanz der geleisteten Arbeit belohnen, indem sie den Organisationen eine mittelfristige Planung ermöglicht und die bürokratische Last verringert.

„Dem Dritten Sektor Stabilität zu geben bedeutet, die Arbeit dieser Einrichtungen für unsere Gemeinschaft anzuerkennen – oft unter Einsatz begrenzter Ressourcen. Mit den mehrjährigen Beiträgen wollen wir die Bürokratie abbauen, finanzielle Sicherheit schaffen und den Vereinen, ehrenamtlichen Organisationen und Sozialgenossenschaften auf unserem Gebiet Planungssicherheit geben“, so Zeno Oberkofler, Erstunterzeichner der Anträge.

Neben den mehrjährigen Beiträgen schlagen die Grünen weitere gezielte Maßnahmen zur Stärkung des für Südtirol unverzichtbaren Dritten Sektors vor:

  • Ausweitung des Versicherungsschutzes für Präsident:innen von ehrenamtlichen Vereinen: Die zivilrechtliche Haftpflichtversicherung bei leichter Fahrlässigkeit, wie sie bereits für öffentlich Bedienstete gilt, soll auch für Vorsitzende der im Landesverzeichnis eingetragenen Körperschaften des Dritten Sektors gelten.
  • Außerordentlicher Garantiefonds: Es soll ein Garantiefonds eingerichtet werden, der Körperschaften des Dritten Sektors unterstützt, die sich aufgrund nicht selbst verschuldeter Umstände in vorübergehenden finanziellen Schwierigkeiten befinden. Ziel ist es, die Kontinuität der angebotenen Dienste sicherzustellen und Krisensituationen zu bewältigen.
  • Schutz der Arbeitsverhältnisse bei der Co-Projektierung: Organisationen, die bei der Co-Projektierung beteiligt sind, sollen bei der Vergabe von Aufträgen nationale oder territoriale Kollektivverträge anwenden, um faire Arbeitsbedingungen zu gewährleisten.
  • Kompetenzanerkennung für Präsident:innen von ehrenamtlichen Vereinen: Programme zur formellen Anerkennung der Kompetenzen fördern, die durch mindestens dreijährige Tätigkeit als Präsident:in einer Körperschaft des Dritten Sektors erworben wurden – im Einklang mit dem Europäischen Qualifikationsrahmen. Dies soll das gesammelte Know-how aufwerten und die ehrenamtliche Arbeit auch im beruflichen Werdegang sichtbar machen.

„Mit diesem Maßnahmenpaket wollen wir den Dritten Sektor nicht nur finanziell stärken, sondern auch den Wert der geleisteten Arbeit, der erworbenen Kompetenzen und der übernommenen Verantwortung anerkennen. Unser Einsatz gilt einem starken und anerkannten Ehrenamt“, so Zeno Oberkofler, Brigitte Foppa und Madeleine Rohrer von der Grünen Fraktion abschließend.

Landtagsabgeordnete
Zeno Oberkofler
Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer

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Wir leben vom Tourismus – dieser Satz stellt sich oft wie ein Schutzschild vor den Sektor. Und er kommt nicht von ungefähr: In der Europaregion Tirol–Südtirol–Trentino macht der Tourismus zwischen zehn und vierzehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus: 14,3 % in Tirol, 11 % in Südtirol und 10 % im Trentino. Mit jährlich über 100 Millionen Übernachtungen – das entspricht rund 56 pro Einwohner*in – zählt die Euregio zu den meistbesuchten Regionen des gesamten Alpenraums. Doch der Erfolg hat Schattenseiten: Overtourism, Umweltbelastungen, soziale Spannungen, Druck auf Landschaft und Bevölkerung nehmen zu.

„Der Tourismus ist eine der zentralen wirtschaftlichen Kräfte unserer Alpenregion, aber auch eine ihrer größten Herausforderungen“, erklären die Südtiroler Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler sowie ihre Kollegin aus dem Trentino, Lucia Coppola. In Meran, beim diesjährigen Dreierlandtag – der gemeinsamen Sitzung der Landtage von Tirol, Südtirol und Trentino – bringen sie eine entsprechenden Beschlussantrag ein.

Der Titel: „Achtung auf die Alpen – Tourismusstrategie auf Ebene der Europaregion “. Ziel ist ein nachhaltiger, ausgewogener Tourismus im Einklang mit den Klimazielen von Südtirol, dem Trentino und Tirol. Zentraler Punkt: die Abkehr von einseitiger Werbung für ohnehin überlastete Hotspots. Stattdessen sollen alternative Regionen und Saisonzeiten stärker in den Fokus rücken.
Auch die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln soll verbessert werden – gerade für weniger bekannte Ziele. Digitale Instrumente zur Steuerung der Besucherströme sollen ebenfalls gemeinsam entwickelt und eingesetzt werden.

„Tourismus muss nicht zwangsläufig ein Problem sein“, so die Grünen-Abgeordneten. „Er kann wieder zu einer echten Ressource werden – wenn wir ihn fair, klimabewusst und nachhaltig gestalten. Aber das gelingt nur gemeinsam: als Euregio, mit gemeinsamer Strategie und klarem Blick auf das Ganze.“

Die Botschaft ist unmissverständlich: Die Alpen stoßen an ihre Belastungsgrenze. Ein Kurswechsel ist dringend nötig.

Landtagsabgeordnete
Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Zeno Oberkofler
Lucia Coppola