Oberkofler und Werth: „Wenn Urzì die Änderung nicht zurücknimmt, muss die SVP die Koalition beenden.“

Die Grünen fordern die SVP auf, Konsequenzen aus dem Vorstoß des Fratelli-d’Italia-Abgeordneten Alessandro Urzì zur Neuzuschneidung des Senatswahlkreises Bozen–Überetsch–Unterland zu ziehen. Sollte die Änderung nicht zurückgenommen werden, müsse die SVP die Koalition mit Fratelli d’Italia auf Landesebene beenden.

Landesrat Christian Bianchi hat sich zuletzt hinter den Vorstoß Urzìs gestellt und diesen vor allem mit dem Argument der sprachlichen Repräsentation verteidigt. Für die Grünen hält dieses Argument jedoch nicht stand.

„Hier geht es nicht um die Frage, ob ein italienischer oder ein deutscher Kandidat gewinnt. Es geht darum, dass mit einem maßgeschneiderten Wahlkreis die Mehrheitsverhältnisse zugunsten des rechten Lagers verändert werden sollen. Hätte man bei den letzten Parlamentswahlen bereits nach den von Urzì vorgeschlagenen Grenzen gewählt, wäre nicht einfach ein italienischer anstelle eines deutschen Kandidaten gewählt worden – es hätte das Mitte-rechts-Lager anstelle des Mitte-links-Kandidaten gewonnen“, erklärt Co-Sprecher der Grünen Zeno Oberkofler.

Urzì habe damit einen Wahlkreis entworfen, der gezielt Gemeinden mit starken Ergebnissen für Mitte-links oder die SVP aus dem bisherigen Wahlkreis herausnehme. Das ist klassisches Gerrymandering: Wahlkreisgrenzen werden so verändert, dass sie den politischen Interessen derjenigen nützen, die sie festlegen. Was wir bisher vor allem aus den USA kennen, wird nun auch in Südtirol versucht, mit dem Ziel, einen Sitz für das rechte Lager abzusichern.

„Wir dürfen die Bürgerinnen und Bürger nicht für dumm verkaufen. Das Unterland ist kein Spielball der Politik, den man je nach den Wahlinteressen von Fratelli d’Italia auf der Landkarte hin- und herschieben kann. Die ethnische Frage darf hier nicht einem Feigenblatt gleich vorgeschoben werden um für parteipolitischen Machterhalt instrumentalisiert zu werden. Das wirft uns in unseren Bemühungen um ein gutes Zusammenleben um Jahrzehnte zurück.“, erklären Zeno Oberkofler und Kathrin Werth, Co-Sprecher der Grünen.

Für die Grünen ist nun insbesondere die SVP gefordert. Die Partei habe in den vergangenen Jahren immer stillschweigend zugeschaut wie eine Rote Linie nach der anderen von den Koalitionspartner Fratelli d’Italia überschritten wurde ohne Konsequenzen zu ziehen – stets mit dem Argument, die Zusammenarbeit mit Fratelli d’Italia und der Regierung in Rom sei für die Weiterentwicklung der Autonomie notwendig.

„Wie oft hat sich die SVP von Fratelli d’Italia unter Druck setzen lassen? Wie oft hat die SVP zugeschaut, während der Koalitionspartner eine rote Linie nach der anderen überschritten hat, nur um die Autonomiereform nicht zu gefährden? Man hat alles hingenommen. Dass man zuletzt in der Abgeordnetenkammer in Rom nicht einmal imstande war, geschlossen gegen den Änderungsantrag von Urzì zu stimmen, und sogar noch versucht hat das Geschehen gegenüber der betroffenen Bevölkerung zu relativieren, ist nun der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Jetzt ist der Moment gekommen, dem Koalitionspartner klar und deutlich zu kommunizieren: Entweder diese Änderung wird zurückgenommen oder die Koalition ist am Tag danach beendet.“, so die Co-Sprecher der Grünen Zeno Oberkofler und Kathrin Werth.

Zeno Oberkofler und Kathrin Werth
Co-Sprecher*innen Verdi Grüne Vërc

 

Landtagsabgeordnete Foppa und Rechtsanwalt Valcanover nach Lokalaugenschein im Bozner Gefängnis: Überbelegung, Personalmangel und eine ungeeignete Struktur. Die Grünen fordern, endlich eine regionale Gefängnisbehörde für die gesamte Region einzurichten.

Wie mittlerweile jedes Jahr im August haben die Grünen auch heuer das Bozner Gefängnis besichtigt, um sich ein Bild von den herrschenden Bedingungen zu machen. „Wir sind jetzt wieder draußen, aber es gibt Menschen, die im Gefängnis drin bleiben. Ein Ort, der den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht wird“, so die Landtagsabgeordnete Brigitte Foppa beim Verlassen des Gefängnisses, das sie gemeinsam mit Rechtsanwalt Fabio Valcanover besucht hat.

Die Vollzugsanstalt Bozen hat weiterhin mit einer starken Überbelegung zu kämpfen: Derzeit sind 115 Häftlinge untergebracht, obwohl die Struktur lediglich für 88 Personen ausgerichtet ist. Hinzu kommt ein erheblicher Personalmangel. Von 84 Stellen sind tatsächlich nur 50 besetzt.

Für die Grünen ist die Qualität des Strafvollzugs ein wesentlicher Bestandteil der Sicherheitspolitik. Sämtliche staatliche und internationale Untersuchungen zeigen, dass die Verhinderung von Straftaten und die Verringerung der Rückfallquote in hohem Maße von den Haftbedingungen und den Möglichkeiten zur Wiedereingliederung durch Ausbildung und Arbeit abhängen. „Ein funktionierendes Gefängnis ist ein Sicherheitsfaktor für die gesamte Gesellschaft. Wenn wir die Rückfallquote senken wollen, müssen wir in die Haftbedingungen und vor allem in Möglichkeiten für Ausbildung, Arbeit und Wiedereingliederung investieren. Wir können nicht davon ausgehen, dass das Gefängnis eine von der übrigen Gesellschaft getrennte Welt ist“, betont Foppa.

Eine regionale Verwaltungsbehörde für Trentino-Südtirol

Aus diesem Grund fordert die Grüne Fraktion erneut eine Stärkung der Rolle der Autonomie beim Thema Gefängnis Bozen. Derzeit untersteht es der Verwaltungsbehörde mit Sitz in Padua, die auch für das Gefängnis von Trient sowie für die Einrichtungen in Venetien und im Friaul Julisch Venetien zuständig ist. „Das Gefängnis ist personell unterbesetzt, und das wenige vorhandene Personal hat Schwierigkeiten, in Bozen eine Wohnung zu finden: Eine näher gelegene Gefängnisverwaltung könnte mit der Politik zusammenarbeiten, um hierzu Lösungen zu finden. Ein weiteres Beispiel sind kleinere Ausgaben. Anschaffungen wie Waschmaschinen oder Ventilatoren, die gerade heute anhebracht wurden (von der Strafverteidigerkammer geschenkt oder von den Häftlingen selbst gekauft!), würden in den Zuständigkeitsbereich der Strafvollzugsverwaltung fallen. Doch weil diese zu weit entfernt ist, verlängern sich für Bozen sämtliche Bearbeitungszeiten.“ Auch Rechtsanwalt Valcanover betont diesen Punkt besonders. Er erinnert daran, dass der Antrag zur Einrichtung der regionalen Gefängnisgbehörde bereits vor acht Jahren im Regionalrat verabschiedet wurde. Sowohl SVP als auch der damalige Regionalratsabgeordnete Urzì hatten mit dafür gestimmt.

Eine konkrete Umsetzung ist jedoch nicht erfolgt. Deshalb wurde der Vorschlag in diesem Jahr von der Grünen Fraktion erneut eingebracht. Eine regionale Gefängnisbehörde könnte zentrale Zuständigkeiten in strategischen Bereichen übernehmen, etwa beim Bau und bei der Infrastruktur von Justizvollzugsanstalten, bei der Organisation der Arbeit innerhalb und außerhalb der Einrichtungen, bei der Mediation sowie bei der Koordination mit den Diensten vor Ort.

Im Frühjahr dieses Jahres hatte der Präsident der Region Arno Kompatscher darum gebeten, die Behandlung des Antrags auf den Herbst zu verschieben, damit zuvor einige Vereinbarungen mit dem Staat über die Justizvollzugsverwaltung abgeschlossen werden könnten. „Nun stehen der Herbst und die Septembersitzung vor der Tür. Wir erwarten, dass nach acht Jahren des Wartens endlich ein konkreter Schritt nach vorne gemacht werden kann. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, das Versprechen einzuhalten und über unseren Antrag abzustimmen“, schließt Foppa.

 

Landtagsabgeordnete

Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Zeno Oberkofler

Wahlrecht ab 16 Jahren bei Referenden, Bürgerbefragungen und Volksinitiativen in allen Gemeinden von Trentino-Südtirol: Anlässlich des Internationalen Tag der Jugend betonen die Grünen ihre Forderung nach einer echten politischen Beteiligung junger Menschen.

Der Internationale Tag der Jugend, der jedes Jahr am 12. August begangen wird, hat dieses Jahr „Different Contexts, Common Aspirations“ (Unterschiedliche Kontexte, gemeinsame Ziele) zum Thema. So wird unterstrichen, dass junge Menschen auf der ganzen Welt gemeinsame Anliegen teilen: in Würde zu leben, eine nachhaltige Zukunft aufzubauen, Zugang zu Chancen zu haben und nicht zuletzt am öffentlichen Leben teilzunehmen;

„Die Beteiligung junger Menschen darf nicht nur ein Schlagwort sein, das einmal im Jahr gefeiert wird. Wenn wir eine lebendige Demokratie wollen, müssen wir den neuen Generationen konkrete Instrumente geben, mit denen sie Einfluss auf Entscheidungen nehmen können, die ihre Zukunft betreffen“, erklären die Regionalratsabgeordneten Zeno Oberkofler, Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Lucia Coppola. „Oft heißt es: Die Jugend ist die Zukunft. Tatsächlich ist sie die Gegenwart, und es ist richtig, dass sie von Anfang an in Entscheidungen einbezogen wird“, sagt Zeno Oberkofler.

Für die Grünen muss sich diese Beteiligung auch in konkreten politischen Rechten niederschlagen. Deshalb haben sie im Regionalrat einen Gesetzentwurf eingebracht. Der Vorschlag zielt darauf ab, in der gesamten Region einheitlich das Wahlrecht ab 16 Jahren bei Referenden, Bürgerbefragungen und Volksinitiativen auf Gemeindeebene einzuführen. Der Vorschlag ändert den Kodex der örtlichen Körperschaften, hebt die derzeit den einzelnen Gemeinden überlassene Möglichkeit auf und beendet damit eine rechtliche Fragmentierung, die zu uneinheitlichen Regelungen in der gesamten Region geführt hat.

„Den 16-Jährigen die Teilnahme an Bürgerbefragungen zu ermöglichen ist ein Mehrwert für die Gemeinden. Wer weiß besser als junge Menschen, wie man für junge Menschen attraktiv sein kann? Die jüngeren Generationen werden unmittelbar von den Folgen der Entscheidungen betroffen sein, die wir heute treffen: von der Klimakrise über die Mobilität bis hin zu Wohnen und Schule. Deshalb ist es nur richtig, dass sie bei den Entscheidungen ihrer Gemeinschaft mitreden können“, betont Oberkofler.

Den Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, an den Entscheidungen ihrer Gemeinde teilzunehmen, bedeutet, die Verbindung zu den Institutionen zu stärken, die neuen Generationen an die Politik heranzuführen und eine solidere demokratische Kultur aufzubauen.

„Am Tag, der der Jugend gewidmet ist, lautet die glaubwürdigste Antwort, welche die Politik geben kann: Nicht über junge Menschen sprechen, ohne junge Menschen einzubeziehen. Lassen wir sie mitmachen“, schließen die Grünen.

Weitere Informationen: https://www.regionalrat.tnst.it/de/aufgaben-funktionen/seiten/atto-politico/4859

 

Landtagsabgeordnete

Zeno Oberkofler
Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Lucia Coppola

Wohnen in Südtirol kostet – und es ist nicht nur der Preis der Wohnungen, der ins Geld geht. Auch Instandhaltung, Heizung und Kühlung belasten das Budget der Familien spürbar. Die Grünen Landtagsabgeordneten Madeleine Rohrer, Brigitte Foppa und Zeno Oberkofler fordern daher: Bei Neubauten müssen Stiegenhäuser wieder in geschlossener Bauweise errichtet werden. Das spart Energie und Kosten für die Reinigung.

Das alte Raumordnungsgesetz schrieb genau das vor. Aus gutem Grund: Ein unbeheiztes, offenes Treppenhaus entzieht den angrenzenden Wohnungen Wärme. Die Heizung muss stärker arbeiten, Energiekosten und Treibhausgasemissionen steigen. Kalte Luft, die durch undichte Stellen in die Wohnungen zieht, mindert zusätzlich den Wohnkomfort. Und wer in einem Mehrfamilienhaus wohnt, weiß: Offene Stiegenhäuser sind aufwändiger zu reinigen und zu pflegen. Das verursacht höhere Kosten für die Familien und manchmal sogar Nachbarschaftsstreit.

Im neuen Gesetz für Raum und Landschaft fehlt eine entsprechende Vorschrift. Offene Treppenhäuser zählen nicht zur Kubatur – was für Bauträger wirtschaftlich interessant sein kann, aber auf Kosten der künftigen Bewohnerinnen und Bewohner geht.

Im zuständigen Gesetzgebungsausschuss wurde der Vorschlag der Grünen zwar abgelehnt. Doch alle waren sich einig, dass es eine Lösung braucht. „Deswegen wollen wir die Landesregierung über einen Beschluss des Landtags damit beauftragen“, so Rohrer. „Die allermeisten Menschen in Südtirol kaufen sich nur einmal eine Wohnung und zahlen jahrzehntelang ihren Kredit ab. Diese Menschen sollten für Betrieb und Instandhaltung der eigenen vier Wände nicht mit unnötigen Kosten belastet werden.“

Weitere Informationen: https://www.landtag-bz.org/de/politische-akte/811038

 

Landtagsabgeordnete

Madeleine Rohrer
Brigitte Foppa
Zeno Oberkofler

Der Südtiroler Landtag hat heute im Rahmen der Debatte über den Nachtragshaushalt einen Antrag der Grünen Fraktion angenommen, mit dem die Landesregierung beauftragt wird, den Beitritt Südtirols zum europäischen Kulturnetzwerk ATRIUM einzuleiten. Ziel ist es, das vom Faschismus hinterlassene architektonische Erbe bewusst und gemeinsam zu bewahren und als Instrument für Erinnerung Wissens zu nutzen.

Die Debatte über den Umgang mit den Hinterlassenschaften der faschistischen Ära ist nach dem Teileinsturz des Bozner Gerichtsgebäudes von aktueller Brisanz. Für die Grüne Fraktion zeigen gerade diese Ereignisse, wie wichtig es ist, ideologische Gegensätze zu überwinden und das Thema mit einem historischen und kulturellen Ansatz anzugehen.

„Diese Gebäude erzählen eine schwierige Geschichte. Es reicht nicht, jedes Mal zu polemisieren, wenn eines dieser Bauwerke wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt. Stattdessen müssen wir erklären, historisch einordnen und Erinnerung ermöglichen. Nur so können diese Orte zu Orten des Wissens und nicht der Verherrlichung werden“, erklärt Brigitte Foppa, Erstunterzeichnerin des Beschlussantrags.

Das Netzwerk ATRIUM vereint Städte und Regionen Europas, die durch Gebäude und öffentliche Räume verbunden sind, die während der totalitären Regime des 20. Jahrhunderts entstanden sind. Ziel ist es, ein gemeinsames Verständnis der historischen und kulturellen Identität zu fördern und die Bedeutung des architektonischen Erbes des 20. Jahrhunderts sowie dessen komplexes, widersprüchliches und mitunter unbequemes Verhältnis zu bestimmten Epochen der europäischen Geschichte anzuerkennen.

Für die Grüne Fraktion ist die Auseinandersetzung mit dem architektonischen Erbe des Faschismus auf wissenschaftlicher und kultureller Grundlage ein wichtiger Beitrag zur Stärkung des demokratischen Bewusstseins der Gesellschaft.

„Die Spuren der Diktaturen ziehen sich durch ganz Europa. Sie anzuerkennen, zu verstehen und historisch einzuordnen hilft uns, unsere eigene Geschichte und die Geschichte anderer besser zu begreifen, damit sich die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen“, erklären die Grünen Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler abschließend.

 

Landtagsabgeordnete

Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Zeno Oberkofler

Die Grünen Landtagsabgeordneten Madeleine Rohrer, Brigitte Foppa und Zeno Oberkofler fordern einen vorgezogenen Ausbau der Bahnlinie zwischen Sigmundskron und Siebeneich, dem Flaschenhals auf der Strecke zwischen Bozen und Meran. Damit könnte der Fahrplan endlich eingehalten werden – und zwar zeitnah und nicht erst 2035.

Die 1881 eröffnete Bahnlinie zwischen Bozen und Meran zählt heute zu jenen mit den meisten Verspätungen im Land. 2025 kamen bei Trenitalia 13,11 Prozent und bei der SAD 14,60 Prozent aller Fahrten mehr als fünf Minuten zu spät (weniger als fünf Minuten Verspätung gelten offiziell als pünktlich). Der wesentliche Grund dafür ist der eingleisige Abschnitt zwischen Sigmundskron und Gargazon. Dort kreuzen sich die Züge im Halbstundentakt, und schon eine Verspätung von zwei bis drei Minuten lässt sich nicht mehr aufholen. Das wirkt sich auf alle späteren Züge und damit den gesamten Fahrplan aus.

Diese strukturellen Probleme werden sich künftig auch auf die Vinschgerbahn auswirken: Sobald die Elektrifizierung abgeschlossen ist, fahren die Züge durch und der Umstieg in Meran entfällt. „Die Zuverlässigkeit und Attraktivität des Zugs im Vinschgau hängen damit direkt von der Infrastruktur zwischen Meran und Bozen ab“, so die Grünen. Auch der Virgltunnel, der nach 2028 in Betrieb geht und eine von der überlasteten Brennerlinie unabhängige Einfahrt in den Bahnhof Bozen ermöglicht, wird daran wenig ändern.

Kein Jahrzehnt mehr warten

Der zweigleisige Ausbau und die Begradigung der Bahnlinie zwischen Bozen und Meran sind erst für 2035 vorgesehen. „Ein eigenes, schneller umsetzbares Baulos für den Abschnitt Sigmundskron – Siebeneich kann daher einen Teil der Probleme lösen und den Halbstundentakt stabilisieren“, so Rohrer. „Verspätungen würden sich nicht mehr aufsummieren und die gesamte Linie pünktlicher.“

Die Landesregierung hält den Vorschlag zumindest für prüfenswert: Auf eine Landtagsanfrage der Grünen antwortete Landesrat Alfreider, dies werde „auf Basis des Machbarkeitsprojektes (PFTE) bewertbar sein“.

Rohrer fordert nun mit einem Antrag im Landtag, die Machbarkeit rasch zu prüfen und den Flaschenhals mit einem vorgezogenen Baulos zu beheben: „Jetzt braucht es konkrete Schritte und die nötigen Mittel im Haushalt, damit Meran und der Vinschgau nicht für ein weiteres Jahrzehnt nur durch einen Bummelzug angebunden sind. Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs braucht mehr Tempo.“

 

Landtagsabgeordnete

Madeleine Rohrer
Brigitte Foppa
Zeno Oberkofler

Die wieder neu aufgeflammten Diskussionen rund um den Einsturz von Teilen des Gerichtsgebäudes in Bozen bestätigen, dass bisher keine Einigkeit darüber herrscht, wie in Südtirol mit Gebäuden und öffentlichen Räumen aus der Zeit des Faschismus umgegangen werden soll.

„Diese Gebäude erzählen eine Geschichte, es ist zweifelsfrei eine schwierige Geschichte,“ sagt die Landtagsabgeordnete Brigitte Foppa. Sie hat gemeinsam mit ihren Kollegen der Grünen Fraktion, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler, einen Antrag eingebracht, der einen Ausweg aus der oft sehr polemisch geführten Diskussion rund um die Denkmäler bietet.

„Jenseits von völlig überzogenen, ja verächtlichen und menschenfeindlichen Äußerungen, wie wir sie kürzlich beim tragischen Einsturz des Gerichtsgebäudes haben vernehmen müssen, geht es darum, einen sachlichen und zukunftsorientierten Ansatz zu den steinernen Zeugen der faschistischen Diktatur zu finden,“ so Foppa.

Dazu gehört die Klärung – und die Einordnung in einen größeren Kontext.

In Südtirol sind, wie in anderen Ländern, bis heute zahlreiche Zeugnisse der Diktaturen des 20. Jahrhunderts erhalten geblieben, die insbesondere Städte wie Bozen tiefgreifend verändert haben.

„Die Spuren des Faschismus sind Teil unserer leidvollen Geschichte. Sie dürfen weder ignoriert noch einfach beseitigt werden. Vielmehr müssen sie erklärt und historisch eingeordnet werden, damit sie zu Orten des Wissens und der kritischen Auseinandersetzung werden, und nicht der Verherrlichung“, erklärt Brigitte Foppa.

Vor diesem Hintergrund bringt die Grüne Landtagsfraktion einen Antrag im Südtiroler Landtag ein, die den Beitritt Südtirols zur europäischen Kulturroute ATRIUM vorsieht. Die Route widmet sich Orten und Bauwerken aus der Zeit der totalitären Regime des 20. Jahrhunderts.

„Das europäische ATRIUM-Netzwerk bietet die Möglichkeit, die Südtiroler Erfahrung mit jener anderer europäischer Städte zu vergleichen, die das bauliche Erbe der Diktaturen des 20. Jahrhunderts bewahren und erschließen. Dem beizutreten bedeutet, in Erinnerungskultur und historisches Bewusstsein zu investieren und damit zu einem Europa beizutragen, das auf Demokratie und Menschenrechten gründet“, erklären die Grünen Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler, und schließen mit einem Ausblick: „Wir werden auch feststellen: Wir sind nicht allein. Die Spur der Diktaturen zieht sich durch ganz Europa, und das wird uns helfen, die anderen besser zu verstehen – ebenso wie uns selbst.“

 

Landtagsabgeordnete

Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Zeno Oberkofler

Der Generalanwalt am Gerichtshof der Europäischen Union hat heute seine Schlussanträge zur Klage Italiens gegen die Tiroler Fahrverbote vorgelegt. Demnach verstoßen das Nachtfahrverbot, das sektorale Fahrverbot und das Winterfahrverbot in ihrer heutigen Form gegen das Unionsrecht. Das Dosierungssystem an den Autobahnauffahrten hingegen ist zulässig.

Auf den ersten Blick ein Rückschlag. Doch wer genau liest, erkennt die eigentliche Botschaft: Es ist nicht die Beschränkung des Transitverkehrs an sich, die der Generalanwalt beanstandet – sondern die konkrete Ausgestaltung.

„Der Generalanwalt sagt nicht, dass man den Transit nicht begrenzen darf. Er sagt, dass man es anders machen muss“, so Madeleine Rohrer, Brigitte Foppa, Zeno Oberkofler und Lucia Coppola. Kritisiert wird vor allem, dass Transitverkehr und lokaler Verkehr ungleich behandelt werden – und dass Österreich nicht überprüft hat, ob die Maßnahmen nach Erreichen der Luftqualitätsziele noch verhältnismäßig sind.

Ein entscheidender Punkt: Das Dosierungssystem, das die Zahl der auffahrenden LKWs steuert, hält der Generalanwalt für zulässig. „Das ist der Beweis, dass wirksame Instrumente zum Schutz der Menschen möglich sind, sofern sie rechtssicher gestaltet werden. Nicht jede Beschränkung verstößt automatisch gegen EU-Recht“, so Rohrer. „Diesen Handlungsspielraum müssen wir sofort und konsequent nutzen.“

 

Ohne Gegenmaßnahmen droht LKW-Lawine

Für die Menschen entlang der Brennerachse steht viel auf dem Spiel. Die Tiroler Fahrverbote sorgen auch in Südtirol dafür, dass gerade nachts weniger LKWs unterwegs sind. Inzwischen rollen 2,5 Millionen LKWs pro Jahr durch die engen Alpentäler – und es werden jedes Jahr mehr. Deshalb braucht es einen echten Schulterschluss zwischen Südtirol, Tirol und dem Trentino.

Die Grünen aus Südtirol und dem Trentino unterstützen ihre Tiroler Kolleginnen und Kollegen in der Forderung, die Schutzmaßnahmen nun so bald wie möglich nachzubessern, damit sie Bestand haben können. Darüber hinaus brauche es schärfere LKW-Kontrollen, zusätzliche Kontrollstellen und eine automatische Geschwindigkeitsüberwachung zwischen Kufstein und dem Brenner. Auf Südtiroler Seite kommt der LKW-Kontrollstelle in Sterzing eine Schlüsselrolle zu: Sie muss endlich in Betrieb gehen – ausgestattet mit ausreichend Personal und Ressourcen.

„Wir brauchen eine Obergrenze für den LKW-Transit, damit wir wieder auf ein akzeptables Niveau und ins Gleichgewicht kommen. Und wir brauchen eine klare Förderung des Gütertransports auf der Schiene – heute, nicht erst in zehn Jahren“, so Rohrer. „Sonst hat Europa den milliardenschweren Bau des Brennerbasistunnels umsonst forciert.“

Der Schlussantrag ist für den Gerichtshof nicht bindend. Das Urteil wird für den Herbst erwartet. Bis dahin und darüber hinaus werden die Grünen sich weiter für eine Verkehrspolitik einsetzen, die Lebensqualität und Gesundheit der Menschen vor Ort nicht dem Transit opfert.

Bozen, 16.07.2026

Regionalratsabgeordnete

Madeleine Rohrer
Brigitte Foppa
Zeno Oberkofler
Lucia Coppola

Film und Musik sind Teil der kulturellen Identität Südtirols und zugleich ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Damit sich die Kreativbranche weiterentwickeln kann, braucht sie jedoch die richtigen Rahmenbedingungen: Denn Kosten steigen, während es für viele Kulturschaffende immer schwieriger wird, ihrer Arbeit nachzugehen und neue Zielgruppen zu erreichen.

„Die Südtiroler Musikszene ist lebendig, innovativ und weit über die Landesgrenzen hinaus erfolgreich. Wir müssen unseren Musikerinnen und Musikern die Möglichkeit geben, ihre Musik nach Europa und in die Welt zu tragen und damit gleichzeitig Südtirol als kreativen Kulturstandort stärken“, erklärt Zeno Oberkofler.

„Film bedeutet Kultur, Arbeit und wirtschaftliche Entwicklung. Wenn Südtirol auch künftig ein attraktiver Filmstandort bleiben soll, müssen wir die Filmförderung an die deutlich gestiegenen Kosten der vergangenen Jahre anpassen“, betont Brigitte Foppa.

Denn Kulturförderung bedeutet, Chancen zu ermöglichen, qualifizierte Arbeitsplätze zu sichern und einen Mehrwert für die gesamte Gesellschaft zu schaffen. „Wer in die Menschen investiert, die Kunst und Kultur gestalten, investiert in gesellschaftliche Innovation.“, erklären die Grünen Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa, Zeno Oberkofler und Madeleine Rohrer.

Vor diesem Hintergrund bringt die Grüne Landtagsfraktion zwei Tagesordnungen zum Landeshaushalt ein: Der erste sieht eine Anpassung des Fördertopfs der Südtiroler Filmförderung vor, der zweite die Weiterentwicklung des IDM Music Fund durch die Einführung einer Tournee- und Exportförderung für Südtiroler Musikerinnen und Musiker.

 

Hier die Tagesordnungen:

 

Landtagsabgeordnete

Brigitte Foppa
Zeno Oberkofler
Madeleine Rohrer

Die Grünen üben scharfe Kritik am neuen Wahlgesetz und der damit geplanten Neuaufteilung der Südtiroler Senatswahlkreise.

„Als Überetscherin fühle ich mich als Spielball in einem politischen Machtspiel. Als einfache Wählerin aus dem Überetsch bin ich schlicht ungläubig, wie mit uns hier umgegangen wird“, sagt Kathrin Werth, Co-Sprecherin der Grünen. „Dieses neue Wahlgesetz ist aber nicht nur für das Überetsch, das Unterland und Bozen ein Schlag ins Gesicht, sondern für ganz Südtirol und für die Demokratie in ganz Italien.“

Es ist nicht verwunderlich, dass Menschen der Politik nicht mehr vertrauen und immer weniger Sinn darin sehen, überhaupt noch wählen zu gehen, wenn ganz offensichtlich das Wahlgesetz, immerhin eine der wichtigsten demokratischen Spielregeln, auf die Bedürfnisse jener zugeschnitten wird, die gerade an der Regierung sind. Das ist keine Politik für die Menschen. Und das ist ein großer Schaden für die Demokratie, unabhängig davon, wer am Ende davon profitiert.

„Urzì schneidert sich einen Wahlkreis nach Maß, um sich einen Sessel zu sichern. Die SVP schaut zu beziehungsweise versucht, für sich selbst etwas herauszuholen – und scheitert kläglich dabei. Parteiobmann Steger und Abgeordnete Gebhard nehmen an der Abstimmung nicht mal teil. All das ist eine Schande“, sagt Co-Sprecher Zeno Oberkofler. „Erschreckend ist zudem, wie die italienisch-nationalen Parteien in Südtirol konsequent daran arbeiten, alte Gräben zwischen den Sprachgruppen wieder aufzureißen und wo nötig auch künstlich zu schaffen. Das wirft uns um Jahrzehnte zurück.“, ergänzt Werth.

Unverständlich ist dabei die Haltung der SVP, die dieses Vorgehen durch Nichtteilnahme an der Abstimmung stillschweigend akzeptiert hat. Zu behaupten, die Billigung eines derart unwürdigen Schachzugs der rechten Regierung ließe sich durch einen Notenwechsel mit Österreich ausgleichen, kann nur als billige Farce bezeichnet werden. Es ist schwer vorstellbar, dass die Südtirolerinnen und Südtiroler das noch glauben. Einmal mehr zeigt sich, wie fahrlässig es von der SVP war, sich auf dieses Bündnis einzulassen, denn den Fratelli d’Italia ist der Minderheitenschutz im Kern völlig egal, und Demokratie ist für sie nur ein Mittel zum Machterhalt.

Sollte das Wahlgesetz mit dem Änderungsantrag Urzìs auch den Senat passieren, fordern die Grünen daher, dass die Landesregierung das Gesetz anficht: Eine derart unilaterale Änderung ist mit dem Minderheitenschutz und der Verfassung nicht vereinbar.

Zeno Oberkofler und Kathrin Werth
Co-Sprecher*innen Verdi Grüne Vërc