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Zusammenleben und Integration

 

Zusammenleben der Sprachgruppen

Miteinander statt nebeneinander

Kultur und Bildung gehen in Südtirol immer noch getrennte Wege. Trotz einer mehrsprachigen Realität gibt es immer noch nach Sprachgruppen getrennte Schulen, Kultur – und Sportvereine. Die Sprachgruppen im Lande leben immer noch eher nebeneinander als miteinander. Voraussetzungen für ein solidarisches, respektvolles Zusammenleben sind Mehrsprachigkeit und gemeinsame Projekte auf allen Ebenen.

Wir sind für:

  1. Mehrsprachige Schulen und Kindergärten als frei wählbares Zusatzangebot.
  2. Begegnung auf allen Ebenen. Planung und Umsetzung von kulturellen und sportlichen Veranstaltungen sowie die gemeinsame Nutzung bestehender Infrastrukturen.
  3. Verbinden statt Trennen.

Wir schlagen vor:

  • Mehrsprachige Schulen und Kindergärten werden überall dort eingerichtet, wo eine Mindestanzahl an Einschreibungen für einen Klassenzug vorliegt.
  • Verbesserung der Lehrerausbildung an der Freien Universität Bozen, auch mit dem Schwerpunkt interkulturelle Bildung und Inklusion.
  • Graduelle Zusammenführung der Schulverwaltungen unter Berücksichtigung der Autonomie und der unterschiedlichen Bedürfnisse der Sprachgruppen. Auf keinen Fall darf eine Gruppe über die andere entscheiden. Erste Schritte: gemeinsame Lehrerfortbildung, Evaluation usw.
  • Alles was verbindet, nutzen! Infrastrukturen wie Theater, Kunstgalerien, Sportanlagen usw. allen drei Sprachgruppen zur Verfügung stellen bzw. gemeinsam verwalten. Multikulturelle Sport-, Kunst- und Freizeitangebote, curriculare Austauschprojekte, um das gegenseitige Kennenlernen zu fördern.
  • Vorrang für Mehrsprachigkeit: Finanzielle Förderung wird vorrangig an gemeinsame Projekte vergeben.

Forderungen der Young Greens:

  • Mehrsprachige Jugendzentren, um das Zusammenleben zu stärken. In dieser Hinsicht
    soll auch die Zusammenlegung des Amtes für Jugendarbeit und des servizio giovani angedacht werden.
  • Ein gemeinsamer Jugendbeirat, ein gemeinsamer Schülerbeirat.
  • Institutionelle Anerkennung der mehrsprachigen Menschen in Südtirol.

 

Zusammenleben mit den neuen MitbürgerInnen

 Die Staatsbürgerschaft ist die beste Form der Integration.

Die Mehrsprachigkeit und die Multikulturalität sind Südtirols großer Schatz. Eine Bereicherung stellen jene Menschen dar, die aus allen Ecken der Welt in unser Land kommen. Diese große Vielfalt bringt Wandel und Erneuerung für ein offenes und friedliches Südtirol, das mit den globalen Herausforderungen zurechtkommen muss. Die Voraussetzung für ein Zusammenleben, von dem alle etwas haben.

Wir sind für:

  1. Ius soli: Kinder, die entweder in Italien geboren wurden, oder im Kleinkindalter nach Italien gekommen sind, müssen die italienische Staatsbürgerschaft erhalten können. Wir müssen auf die Jugendlichen der zweiten Generation setzen!
  2. Aktive Beteiligung im gleichen Ausmaß für alle BürgerInnen, die in Südtirol leben.
  3. Netzwerke bilden: die Zusammenarbeit stärken zwischen Sozialdiensten, Jugendzentren, Verbänden und Schulen für eine echte Inklusion der jungen MigrantInnen. Die prekäre Situation vieler Jugendlicher muss aufgefangen werden.

Wir schlagen vor:

  • Wahlrecht bei den Kommunalwahlen für BürgerInnen mit ausländischen Staatsbürgerschaften (sei es EU wie außerhalb EU)
  • Schutz der Arbeit. MigrantInnen haben oft ein prekäres Arbeitsverhältnis, die schlecht bezahlt, schwer, gefährlich und sozial stigmatisiert sind; Regularisierung der Situation der ArbeitnehmerInnen, die im Pflegebereich tätig sind.
  • Empowerment für Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund.
  • Soziale Rechte: Herabsetzung der nötigen Ansässigkeitsjahre für den Zugang zu Sozialhilfen, die Einführung in den Arbeitsmarkt und die berufliche Umschulung; Förderung von Formen des Co-Housing.
  • Interkulturelle Bildung für Lehrkräfte, Erziehende, Arbeitskräfte im Sozial-und Pflegebereich, Arbeitskräfte im Gerichtswesen, PolizistInnen, öffentlich Angestellte mit direktem Kontakt mit BürgerInnen (Schalterbeamte, BürgerInnenschalter etc.).

Forderung der Young Greens:
MigrantInnen sind vor allem junge Menschen. Es braucht Orte der Begegnung in allen Gemeinden für junge SüdtirolerInnen und junge MigrantInnen. Interkulturelle Räume und Veranstaltungen, z.B. in Jugendzentren, Bibliotheken, Werkstätten.