Vorsorge, ein Must-have

Heute hat der Regionalrat beschlossen, dass Neugeborene einen Beitrag erhalten, wenn für sie eine Zusatzrentenform eingerichtet wird. Dank eines von den Grünen Zeno Oberkofler, Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Lucia Coppola eingebrachten und vom Regionalratsabgeordneten Carlo Daldoss mitunterzeichneten Änderungsantrags, der im Plenum angenommen wurde, haben die Familien nun ausreichend Zeit, um den Beitrag zu beantragen.

Der Gesetzentwurf sieht einen regionalen Beitrag zur Zusatzvorsorge des Kindes in Höhe von 300 Euro als Startbetrag vor, zu dem jährlich 200 Euro bis zur Vollendung des fünften Lebensjahres hinzukommen – vorausgesetzt, die Familie leistet eine jährliche Einzahlung von 100 Euro. Der Beitrag ist als Anreiz gedacht, frühzeitig eine langfristige Zusatzvorsorge aufzubauen.

Mit der neuen Bestimmung, die durch den Änderungsantrag der Grünen eingeführt wurde, können die Familien den Antrag auf Zugang zum regionalen Beitrag bis zum zweiten Lebensjahr des Kindes oder innerhalb von zwei Jahren nach einer Adoption oder Pflege stellen. Das Ziel ist klar: den Familien einen größeren und ruhigeren zeitlichen Spielraum zu garantieren, um zu entscheiden, ob sie zugunsten des Kindes der Zusatzvorsorge beitreten möchten – ohne Druck.

„Auf diese Weise“, betonen die Abgeordneten Zeno Oberkofler, Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Lucia Coppola, „kommen wir den Familien entgegen, indem wir ihnen nicht nur eine konkrete Unterstützung bieten, sondern auch die notwendige Zeit, um eine bewusste Entscheidung zu treffen und in Ruhe alle langfristigen Vorteile abzuwägen. Es handelt sich um einen wichtigen Schritt, um die Kultur der Zusatzvorsorge bereits im Kindesalter zu verbreiten und den neuen Generationen mehr Sicherheit für die Zukunft zu garantieren.“

Weitere Informationen: Änderungsantrag

Regionalratsabgeordnete

Zeno Oberkofler
Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Lucia Coppola

Gerade erst hat das neue Schuljahr begonnen, schon gibt es schlechte Noten für den Landtag: Der Beschlussantrag der Grünen Fraktion für eine umfassende Verbesserung der Kleinkinderbetreuung fiel bei der Abstimmung durch.

Gefordert hatten die Abgeordneten ein Gesamtkonzept für Kinder von null bis sechs Jahren: leistbare und verlässliche Betreuungsangebote, eine bessere Abstimmung mit den Bedürfnissen der Familien und eine Aufwertung des pädagogischen Personals – auch finanziell. Konkret wollten die Grünen das Verhältnis zwischen Kindern und Betreuer:innen verbessern, die räumliche Ausstattung in den Einrichtungen überprüfen und die Zugangsregelungen reformieren. Letzteres auch mit Blick auf Kinder von nicht berufstätigen Eltern, die bislang oft benachteiligt sind. Flexiblere Nachmittags- und Sommerdienste sollten das Angebot abrunden.

Doch der Vorschlag fand keine Mehrheit. Für die Grünen ein fatales Signal.

„Ein echter Plan für die Kleinkindbetreuung würde allen Kindern gleiche Chancen eröffnen und Eltern mehr Planbarkeit geben“, erklärten die Abgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler nach der Abstimmung. Familien bräuchten Verlässlichkeit und Kontinuität – beides sei im aktuellen System nicht ausreichend gewährleistet. „Die EU fordert ein Mindestangebot von 45 Prozent an Betreuungsangebot für Kinder unter drei Jahren. Dass wir mit unseren 25 Prozent nach wie vor so weit von diesem Zielwert entfernt sind, ist schlicht ungenügend“, so Foppa, die den Antrag eingebracht hatte.

Weitere Informationen: Kinderbetreuung flexibel und verlässlich

Landtagsabgeordnete

Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Zeno Oberkofler

Der Start ins neue Schul- und Universitätsjahr ist immer ein besonderer Moment – in den letzten Jahren aber immer öfter auch von Frustration begleitet. Denn die Situation bei der Kinderbetreuung hat sich nicht gebessert, wie es versprochen wurde. In einer Pressekonferenz haben die grünen Landtagsabgeordneten auf die veralteten Regelungen, das fehlende Personal und unzureichende Angebote hingewiesen. Studierende leiden unter einem eklatanten Mangel an leistbarem Wohnraum. Zur Besserung der Situation bringt die Grüne Fraktion im Landtag zwei Anträge ein: einen für eine bessere Kinderbetreuung, den anderen für neue, leistbare Studierendenheime.

Kinderbetreuung

Personalmangel, komplizierte Zugangsregeln, Lücken und Ungleichheiten im Sommerangebot, Probleme bei Mensa, Öffnungszeiten und Wartelisten – all dies belastet zunehmend viele Eltern. Die Empfehlung des Rates der Europäischen Union zu frühkindlicher Betreuung und Bildung, die sogenannten „Barcelona-Ziele 2030“, sieht vor, dass mindestens 45 Prozent der Kinder unter drei Jahren Zugang zu Betreuungseinrichtungen haben. In Südtirol liegt die Quote derzeit bei nur 25 Prozent.

“Über 70% der Kinder werden zu Hause oder anderswo betreut, oft mit viel Improvisation und übermenschlichem organisatorischen Aufwand. Das ist weder im Interesse der Kinder noch im Interesse des pädagogischen Personals in den Einrichtungen. Familien brauchen Sicherheit und Kontinuität, nicht ein Mosaik aus Provisorien“, sagt Brigitte Foppa, Erstunterzeichnerin des Grünen Beschlussantrags, der im der nächsten Landtagsitzung behandelt wird.

Die Grünen fordern einen umfassenden Plan für die Altersgruppe von null bis sechs Jahren: zugängliche, kontinuierliche, bezahlbare Angebote und eine angemessene – auch finanzielle – Aufwertung des Personals. Außerdem müssen Zugangsregeln für Kitas reformiert (derzeit gibt es viele Benachteiligungen!), die Bedingungen in den Kitas im Hinblick auf die Räumlichkeiten und den Betreuungsschlüssel verbessert und flexible Nachmittags- und Sommerbetreuungsangebote geschaffen werden. „Verlässliche Bildungsangebote bedeuten gerechtere Chancen für Kinder und mehr Gelassenheit für Eltern“, betonen die Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler.

Wohnraum für Studierende und Forschende

Unbestritten ist auch die Wohnungsnot für Studierende. Derzeit zahlen Studierende zwischen 450 und 700 Euro pro Monat für ein Zimmer – eine erhebliche Belastung für viele Familien. Seit 2011 hat das Land keine neuen Studierendenwohnheime mehr errichtet, sodass Studierende auf den freien Markt angewiesen sind.

„Das Recht auf Studium darf nicht von Marktmechanismen abhängen. Deshalb fordern wir, dass das Land in Zusammenarbeit mit gemeinnützigen Bauträgern in neue öffentliche Studentenheime investiert – mit Zimmern zu wirklich leistbaren Preisen“, erklärt Zeno Oberkofler, Erstunterzeichner des entsprechenden Beschlussantrags. „Wenn wir für junge Studierende attraktiv sein wollen, müssen wir ihnen auch einen Platz zum Wohnen und zum Leben garantieren.“

„Unsere Forderungen zielen auf eine gerechtere Gesellschaft. Planbarkeit und Leistbarkeit sind Grundvoraussetzungen dafür“, so Foppa, Oberkofler und Rohrer.

Weitere Informationen:

Landtagsabgeordnete

Brigitte Foppa
Zeno Oberkofler
Madeleine Rohrer

„Die von der SVP geführten Debatten dienen hauptsächlich dazu, die Gemüter aufzuheizen“, erklärt die Grüne Landtagsabgeordnete Brigitte Foppa im Kommentar zum Bericht der SVP-Arbeitsgruppe zur deutschen Schule. „Niemand kann ernsthaft daran denken, Kinder im November aus ihren Klassen zu reißen, ohne auch nur zu wissen, wohin sie dann gehen sollen. Doch im blinden Populismus wurde von Teilen dieser Arbeitsgruppe auch dies vorgeschlagen.“

Die Grünen erkennen durchaus einige positive Aspekte in dem vorgelegten Paket an: „Wir Grünen betonen klar, dass die Schule funktionieren muss. Wir fordern kleinere Klassen und Gruppen, mehr Personal sowie finanzielle Unterstützung für Lehrkräfte, die komplexe Situationen bewältigen, kontinuierliche Weiterbildung und nachmittägliche Deutsch-Angebote, die für alle zugänglich sind. Wir wollen konkrete Chancen, keine symbolischen oder bestrafenden Maßnahmen. Unsere Schule muss inklusiv, gerecht und in der Lage sein, den Erfolg aller Kinder zu gewährleisten“, erklärt Luca Bertolini, Co-Sprecher der Grünen und Lehrer an einer Südtiroler Schule.

Viele der „neuen“ Vorschläge aus der SVP-Arbeitsgruppe machen die Grünen bereits seit Jahren.

Einige der vorgeschlagenen Punkte scheinen hingegen eigens darauf ausgelegt zu sein, die öffentliche Emotionalität anzuheizen: Sprachtests schon im Kindergarten, verpflichtende Sommersprachkurse sogar an den Grundschulen, und der Versuch, den „Sprach-Slalom“ zwischen den deutschen und italienischen Schulen zu unterbinden, insbesondere im Grundschulbereich. „Ich wüsste wirklich gerne, wie sie das verhindern wollen“, kommentiert Foppa. „Ich glaube nicht, dass diese Maßnahmen viel Anklang finden werden. Inakzeptabel ist zudem der Vorschlag, die Sozialbeihilfen zu entziehen, wenn Eltern nicht ‚kooperativ‘ sind: Das ist ein typisch rechter Ansatz, der die Ebenen vermischt und wahrscheinlich verfassungswidrig ist.“

Die Alternative zur Befriedung haben die Grünen bereits vor Jahren ins Spiel gebracht: bilinguale Schulklassen, insbesondere an Schulen mit hoher Komplexität und dann eingerichtet, wenn ausreichend Anmeldungen vorliegen. Diese würden für Entspannung sorgen, Chancengleichheit garantieren und einen innovativen, zukunftsweisenden Weg eröffnen. Ein entsprechender Gesetzesentwurf liegt dem Landtag bereits seit 2014 vor. Man müsste ihn nur annehmen.

Brigitte Foppa
Luca Bertolini

Die Arbeitsgruppe Energie der Südtiroler Grünen begrüßt die Initiative der Gemeinde Brenner für ein Windpark am Brenner und schlägt vor unverzüglich einen Beteiligungsprozess für Bürger und Interessensgruppen zu starten. Bürgern soll außerdem ermöglicht werden sich mit kleinen Investitionen an so genannten Bürgerwindrädern zu beteiligen und somit finanziell zu profitieren.

Die Akzeptanz von Erneuerbare Energieanlagen, insbesondere von den weit sichtbaren Windrädern, hängt stark davon ab, ob betroffene Bürger und alle wesentlichen Interessensgruppen von Anfang an in die Entscheidungsprozesse eingebunden werden und von der Wertschöpfung sichtbar alle profitieren. So müssen Bedenken zum Vogelschutz oder zur Veränderung des Landschaftsbilds ernst genommen werden. Ein wirksames Instrument ist außerdem eine Abgabe für jede erzeugte Kilowattstunde an die Gemeinde zu definieren, die für soziale oder ökologische Zwecke zweckgebunden wird. Eine finanzielle Beteiligungsmöglichkeit von Bürgern mit kleinen Beiträgen an der Investition und eine Mitbestimmung von Bürgern bei der Verwendung der Abgabe trägt weiter zum positiven Gerechtigkeitsempfinden der Bevölkerung bei der Umsetzung des Projekts bei.

Windkraft ist diejenige erneuerbare Energieform, die insbesondere im Winter und auch in den Nachtstunden verfübar ist, wenn Südtirol seinen Energiebedarf bisher häufig durch Wasserkraft und Solarenergie nicht decken kann. Standorte für Windkraft sind in Südtirol nicht zahlreich und somit muss am Brenner mit großer Vorsicht vorgegangen werden um den Erfolg so eines Projektes nicht fahrlässig aufs Spiel zu setzen.

 

Durch die Hintertür nimmt sich die Landesregierung die 10% der Ortstaxe, die die Gemeinden laut Beschluss der Landesregierung Nr. 1015 vom 12.11.2024 behalten können, wieder zurück. Und zwar macht sie das durch die neuen Bestimmungen zur Gemeindenfinanzierung, die im Juli genehmigt wurden.

Durch die neuen Bestimmungen der Gemeindenfinanzierung hat die Landesregierung unter anderem beschlossen, dass die 10% der Ortstaxe, die die Gemeinden nicht den Tourismusorganisationen weitergeben, von der Gemeindenfinanzierung abgezogen werden. Nachdem sie den Gemeinden also, nach vielen Polemiken, ein „Leckerli“ in Sachen Ortstaxe gegeben hat, nimmt sie dieses Leckerli durch die Hintertür wieder zurück. Ein Verhalten, das Bände spricht. Will man oder will man nicht, eine konstruktive Lösung zur aktuellen Tourismusherausforderung im Land leisten?

„Dabei sind vor allem hochtouristisierte Gemeinden und die sogenannten hot-spot Gemeinden durch den riesigen Ansturm von Menschen, die versorgt werden müssen, funktionierende Infrastrukturen und sauberes Wasser brauchen, Müll entsorgen und sich fortbewegen müssen, herausgefordert.“, sagt Elide Mussner, co-Vorsitzende der Grünen und Gemeinderätin in Abtei. Das alles zu gewährleisten, kostet Geld, dass Großteiles von den Bürger:Innen bezahlt wird. Am Beispiel von Abtei ist es ersichtlich: eine Gemeinde mit 3.500 Einwohner und fast 11.000 touristische Betten plus um die 600 Zweitwohnungen. Während den Hochsaisonen muss sich die Gemeinde also um ca. 15.000 Einwohner kümmern.

Die Bürgermeister, vor allem die aus den ladinischen Gemeinden, hatten sich während der letzten Legislatur stark gemacht, um einen Teil der Ortstaxe behalten zu dürfen. Heute werden sie durch die neuen Bestimmungen zur Gemeindenfinanzierung, hintergangen. Es wird einfach nicht besser. Die Landespolitik scheint sich vom starken und lähmenden Griff des Tourismussektors nicht lösen zu können, sobald er trotzt, gibt sie nach.

Wir sind an einem Punkt der touristischen Entwicklung angekommen, wo es um die großen Fragen geht: wem gehört unser Lebensraum? Wie schaffen wir es unsere Lebensqualität weiterhin zu gewährleisten? Um auf diese Fragen eine konkrete Antwort geben zu können, braucht es auch Geld, brauchen die Gemeinden Geld. Geld, das die Landesregierung und der Tourismussektor scheinbar nicht bereit sind für das Gemeinwohl einzusetzen.

 

Elide Mussner, Co-Vorsitzende Grüne Verdi
Florian Mayr, Grüne Bürgerliste Meran/Merano
Julian Rossmann, Grüne Bürgerliste Vahrn/Varna
Elisabeth Brunner, Bürgerliste Olang/Valdaora
Heidi Stuffer, Grüne Gemeinderätin St. Ulrich/Urtijëi/Ortisei
Markus Frei, Grüne Bürgerliste Brixen/Bressanone
Verena Stenico, Grüne Bürgerliste Brixen/Bressanone
Barbara Wielander, Grüne Bürgerliste Brixen/Bressanone
Verena Frei, Grüne Verdi Vërc Gargazon/Gargazzone
Maximilian Gartner, Grüne Verdi Vërc Bruneck/Brunico
Luisella Raveane, Grüne Verdi Vërc Leifers/Laives
Chiara Rabini, Grüne Verdi Vërc Bozen/Bolzano

Am 1. und 2. August haben sich der Vorstand und der Rat der Grünen Verdi Vërc zur traditionellen Sommerklausur in der Basis Schlanders, getroffen. Mit dabei die drei Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler, die Senatorin Aurora Floridia und die zwei Co-Vorsitzende Elide Mussner und Luca Bertolini. Der Leitfaden: Zusammenrücken als starke Stimme für Gerechtigkeit und friedliches Zusammenleben.

Am Freitag hat sich der Grüne Vorstand zu einem Teambuildingnachmittag getroffen. Unter den Mitgliedern ist der Wille sich für ein sozial gerechtes und umweltbewusstes Südtirol einzusetzen groß. Diese Energie gilt es zu stärken und zu fördern. Südtirol braucht eine klare, resiliente und entschlossene Stimme, die eine lösungsorientierte und solidarische Politik voranbringt. Der Grüne Vorstand hat in diesem Rahmen an seine Weiterentwicklung gearbeitet, um in Zukunft noch stärker und besser arbeiten zu können. 

Der Samstag war dem Grünen Rat und den öko-sozialen Gemeinderät:innen, gewidmet. Durch den morgen haben die zwei Co-Vorsitzende Mussner und Bertolini geführt: “Die Sommerklausur ist ein wertvoller Moment, um zusammenzukommen und das grüne Bewusstsein zu stärken, Kräfte zu bündeln und gemeinsam nach vorne zu schauen. Die Politik muss wieder zu einem nützlichen, konkreten und zugänglichen Instrument werden, das sich um die Gemeinden und das Territorium kümmert.”, so Luca Bertolini.

“Im Moment dominieren Kriegsrethorik, Angstmacherei und Nationalismen den politischen Diskurs. Wir Grüne stehen für Gerechtigkeit, Solidarität, Dialogbereitschaft und Frieden. Wir gehen auf diesen Weg weiter, im Bewusstsein, dass es uns mehr denn je braucht, in einer Welt der polarisierten Extremen. Wir wollen eine vernünftige und verlässliche Politik, keinen laut geschrieen Populismus,” erklärt Elide Mussner. 

Der Grüne Rat hat in einem Workshop an die politische Verantwortung in der Gesellschaft, Kommunikation und Vision gearbeitet, der Blick zum Horizont, für eine Stimme die für soziale, ökologische und ökonomische Gerechtigkeit nach vorne schaut.

 

Was in diesen Tagen in Gröden vor sich geht, sprengt alle Grenzen des Zumutbaren. Verkehrschaos tagein tagaus, Tagestouristen, die in ihren Autos stundenlang die Mobilität ganzer Dörfer blockieren. Man will für 52 Euro pro Person zum Seceda, man will zu den Dolomitenpässe, man will sehen, abknipsen und dann wieder gehen. Mehr nicht. Die Bevölkerung vor Ort ist wütend und frustriert. „Ich wandere aus! So will ich hier nicht mehr leben!“, hat mir gestern eine Frau anvertraut.

Seceda ist zum Social-Media Hotspot geworden. Wieso weiß man nicht genau, weil das Foto der Fermedes von Apple als Screensaver verwendet wurde, weil das Bild da oben einfach wunderbar einmalig ist – keine Zweifel -, weil es einfach so passiert ist? Was auf und durch die Social-Media Plattformen von sich geht, scheint ja seit langem schon für uns Leihen unkontrollierbar, pure digitale Anarchie, die Wahlen manipuliert, Radikalismus fördert und eben auch Lebensräume zerstört. Man kennt das Beispiel von Hallstatt, wo man mit einem hohen Zaun versucht hat, die Fotoknipser einzudämmen. Man kennt es vom Pragserwildsee, wo man mit der Kontingentierung versucht, wieder Ordnung zu schaffen. Man kennt das Phänomen, aber man scheint keine Lösung zu kennen. Neulich hat mir ein Bekannter, der in London lebt, erzählt: „in Portobello Road hat man angefangen die Häuser schwarz anzumalen. Der Ansturm und das Benehmen der Fotoshooter:innen ist nicht mehr auszuhalten. Durch die schwarze Wandfarbe hofft man die Straße als Fotomotiv weniger attraktiv zu machen und endlich ein wenig Ruhe zurückzugewinnen.“

Die Bergspitzen am Seceda werden wir schlecht schwarz anmalen können, aber hier muss dringend was geschehen, denn dieser Menschenansturm ist schon lange nicht mehr tragbar und wird von Jahr zu Jahr dramatischer. Die Bauern am Seceda haben versucht, mit dem Drehkreuz am Weg, die Aufmerksamkeit zu gewinnen. Der Künstler Aron Demetz hat mit der Aktion der weiß-roten Schranke in Pontives am Taleingang, provoziert. Die Touristiker:Innen haben sich öffentlich zu Wort gemeldet.

Diese Situation ist als Notsituation zu behandeln. Ein Numerus Clausus für die Bergbahnen ist dringend und wäre umsetzbar. Schon jetzt ist es möglich die Tickets im Voraus online zu kaufen. Es ist nicht nachvollziehbar, dass man gefühlt unendlich viele Menschen auf die Berge chauffieren darf, ohne Rücksicht auf das Backlash auf die lokale Bevölkerung, auf die Grundbesitzer, auf die Umwelt, auf die Qualität des Tourismus. Wer Ohren hat, der höre endlich, bevor es wirklich zu spät ist.

Pressemitteilung

Der Landtag hat zwei Anträge der Grünen Fraktion zum Nachtragshaushalt genehmigt – einer betrifft verstärkte Verkehrskontrollen auf allen Passstraßen, der andere die steuerliche Absetzbarkeit von Carsharing.

Jeden Sommer werden unsere Bergstraßen von Tausenden Motorrädern und Autos überflutet – mit verheerenden Auswirkungen auf die Lebensqualität der Bewohner:innen, die Erholungssuchenden und auf die Natur. Mit zusätzlichen Kontrollen auf den Passstraßen will die Grüne Fraktion die Belastung durch den motorisierten Freizeitverkehr einschränken.

„Es ist die Bekämpfung eines Symptoms. Südtirol braucht endlich eine Obergrenze für schnittige Autos und lärmende Motorräder auf den Pässen im ganzen Land, erklärt Rohrer, Erstunterzeichnerin des Antrags. Der heute angenommene Vorschlag, mitunterzeichnet von Landesrat Alfreider und dem Abgeordneten Stauder, sieht verstärkte Kontrollen auf den Passstraßen vor sowie zusätzliche Mittel, um die Schicht- und Wochenendarbeit des Personals des Landesamts für Motorisierung angemessen zu entlohnen.

Ein zweiter, ebenfalls genehmigter Antrag betrifft das Carsharing. Dieser fordert die Landesregierung auf, sich beim italienischen Staat dafür einzusetzen, Carsharing-Kosten steuerlich geltend machen zu können – so wie es bereits beim öffentlichen Verkehr der Fall ist. Außerdem sollen Elektrofahrzeuge oder emissionsarme Fahrzeuge, die Teil offizieller Carsharing-Programme sind, von der Kfz-Steuer befreit werden.

„Carsharing ist eine sinnvolle Alternative zum Privat-Pkw. Dadurch reduzieren wir den Verkehr, sparen Emissionen ein und verringern den Bedarf an Parkplätzen. Das finden wir fördernswert“, betont Foppa, Erstunterzeichnerin des Vorschlags.

„Nachhaltige Mobilität ist eines der Werkzeuge, mit denen wir die Lebensqualität verbessern und dem Klimawandel begegnen können. Heute haben wir zwei konkrete Schritte in diese Richtung gemacht: zum Schutz unserer Berge und zur Förderung intelligenter, gemeinschaftlicher Lösungen“, so das gemeinsame Fazit von Foppa, Rohrer und Oberkofler.

Landtagsabgeordnete
Madeleine Rohrer
Brigitte Foppa
Zeno Oberkofler

Pressemitteilung

Die Grüne Fraktion im Südtiroler Landtag hat eine Reihe von Vorschlägen zum Nachtragshaushalt eingebracht, der in der letzten Juliwoche diskutiert wird. Fokus: Mobilität, öffentliche Dienstleistungen und die Olympischen Spiele.

Olympische Spiele 2026: Millionen mehr – aber keine zusätzlichen Haltestellen?

„Der Nachtragshaushalt überrascht kaum“, folgert Brigitte Foppa, die den Haushalt im 3. Gesetzgebungsausschuss begleitet hat. Landeshauptmann Kompatscher kündigte für die Plenarsitzung zusätzlich 5 Millionen Euro für die Olympischen Spiele an – ausschließlich für Sponsorverträge. „In einer Region, die ohnehin vom Massentourismus überlastet ist, ist das kein gutes Signal. Werbung für Südtirols Produkte heißt auch mehr Gäste – und noch mehr Druck auf Infrastruktur und Umwelt“, kritisiert Foppa.

Ein besonderes Problem befürchten die Grünen für den Unterland: Die norditalienischen Langlauf- und Skisprungbewerbe finden 2026 im Trentino statt – in Tesero und Predazzo, direkt an der Südtiroler Grenze. Erwartet wird ein massiver Besucherandrang und Verkehrszuwachs im

Unterland und im Eggental. Doch laut Grünen fehlt ein durchdachtes Verkehrskonzept. Sie fordern:

  • eine klare Besucherlenkung zu den Wettkampfzentren, um eine höhere Verkehrsbelastung im Unterland zu vermeiden,
  • kurzfristige zusätzliche Haltestellen in Auer für Fernverkehrszüge,
  • abgestimmte Shuttle-Infrastrukturen mit dem Trentino, entlang der Zufahrtsstraßen ins Fleimstal.

„Die Olympischen Spiele dürfen nicht in eine logistische Katastrophe ausarten. Wir brauchen eine Mobilität, die Umwelt, Gemeinden und Infrastruktur respektiert“, betont Foppa.

Anhand von Daten aus Anfragen der letzten sechs Jahre an Landeshauptmann Kompatscher und Landesrat Alfreider legte Brigitte Foppa abschließend dar, dass die Kosten im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen weitaus höher sind als ursprünglich angekündigt (siehe Anhang).

Verkehr auf den Pässen: Zielgenaue Maßnahmen gefordert

Im Sommer werden Südtirols Passstraßen regelmäßig von Motorrädern und Sportwagen überflutet – mit negativen Folgen für Umwelt, Luftqualität und Lebensqualität. Die Grünen verlangen:

  • Unterstützung der Behörden durch das Kraftfahrzeugamt, um gezieltere Verkehrskontrollen zu ermöglichen.
  • Gemeinsame Kontrolleinsätze mit Polizei und Gemeinde bis zum Winter 2025, fokussiert auf Geschwindigkeit, Emissionen und Lärm.
  • Einrichtung eines umfassenden Lärmmessprogramms für das Sommerhalbjahr 2026 auf den Pässen.

„Unsere Straßen sind keine Rennstrecken. Die Grenze ist erreicht. Wir müssen die bestehenden Regeln endlich konsequent durchsetzen – statt auf neue Studien oder Genehmigungen aus Rom zu warten“, fordert Madeleine Rohrer.

Ein öffentlicher Dienst mit Zukunft

Der öffentliche Dienst ist das Rückgrat unserer Gesellschaft – doch in Südtirol gerät er zunehmend unter Druck: Die Lebenshaltungskosten steigen, junge Menschen wandern ab, der Personalbedarf wächst, während die Gehälter nicht Schritt halten. Es braucht einen konkreten Wendepunkt in der Personalpolitik. Bozen gehört zu den teuersten Städten Italiens: Allein im ersten Halbjahr 2025 lag die durchschnittliche Inflation bei +2,5 % – mit direkten Auswirkungen auf die Kaufkraft der Familien. Dazu kommt die Abwanderung junger Fachkräfte: Zwischen 2011 und 2023 sind fast 14.000 Menschen unter 35 Jahren abgewandert. Prognosen zufolge könnte die Erwerbsbevölkerung bis 2040 um rund 32.000 Personen schrumpfen. Die exorbitanten Lebenshaltungskosten und die zu niedrigen Reallöhne sind dabei entscheidende Faktoren. Der Kollektivvertrag für öffentlich Bedienstete 2022–2024 sieht eine teilweise Inflationsanpassung für diesen Zeitraum vor – eine wichtige Maßnahme, die wir ausdrücklich unterstützen. Doch das allein reicht nicht: Jahr für Jahr wird der Inflation hinterhergelaufen, statt vorausschauend zu planen und den öffentlichen Dienst attraktiver zu machen.

Deshalb fordern die Grünen:

  • die vollständige Anpassung der öffentlichen Gehälter an die durchschnittliche Inflation der Jahre 2022–2024;
  • die Berücksichtigung der für 2025 erwarteten Inflation in der Haushaltsplanung;
  • eine systematische Planung der Mittel für eine jährliche Inflationsanpassung ab dem Haushalt 2026;
  • strukturelle und nachhaltige Gehaltserhöhungen im öffentlichen Dienst;
  • eine kritische Überprüfung der Haushaltsstruktur, insbesondere eine Evaluierung nicht essenzielle Ausgaben, um mögliche Spielräume bei den regionalen Steuern auszuloten, um ausreichend finanzielle Mittel für konkurrenzfähige öffentliche Löhne bereitzustellen

„Wenn wir einen attraktiven öffentlichen Dienst wollen, dürfen wir ihn nicht länger als Kostenfaktor sehen, sondern müssen ihn als Investition in die Jugend und in die Zukunft unseres Landes begreifen“, so Oberkofler abschließend.

Weitere Tagesordnungsanträge

In der kommenden Landtagssitzung werden zudem weitere Tagesordnungsanträge behandelt: zur Ausweitung der HPV-Impfung, zu einem strategischen Hitzeabwehrplan, zum Carsharing sowie zu den Gesundheitsberufen.

Landtagsabgeordnete
Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Zeno Oberkofler