Brigitte Foppas Rede im Landtag am 06.05.2025

 

Erfolge liest man immer am Prozess. Die Erfolgsmeldungen der letzten Tage haben dies etwas unterbelichtet. Gerade der Prozess der Reform der Autonomie aber muss sich an seinem Entstehen und an der Art seines Gedeihens messen lassen.

Vorab eine Aufforderung an Arno Kompatscher: Lassen Sie es nun genug sein, mit Ihrer Antwort auf jegliche Kritik, die aus unseren Reihen und aus den Reihen der Mittelinks-Denkenden kommt und an Sie gerichtet ist. Lassen Sie es genug sein mit Ihrer Interpretation, das sei ja alles nur auf die Enttäuschung zurückzuführen, weil Sie bei der Regierungsbildung Mitterechts bevorzugt haben. Ihre Erzählung von der verschmähten Braut, es langt jetzt. Wir haben bei den letzten Haushaltsreden ausführlich das Tun und Handeln Ihrer Regierung analysiert – Ihre Antwort: ja, wenn man denn immer noch beleidigt ist…. Denselben Ton haben Sie sich auch jetzt schon zurechtgelegt, wir haben es aus der wirklich außerordentlich gut inszenierten Landesversammlung Ihrer Partei dringen hören: Alle beleidigt, auch Günther Pallaver. Ich fordere Sie hiermit auf, dieses paternalistische Gehabe sein zu lassen. Wir sind nicht beleidigt. Wir sind erwachsene politische Kräfte. Wie alle anderen streben wir die Regierungsbeteiligung an, wie alle anderen üben wir die Volksvertretung auch aus der Opposition heraus aus und nehmen den Auftrag ernst, Ihr Tun zu überwachen.

Warum wir Sie an Ihrer Regierungskoalition messen, liegt an Ihrer eigenen Entscheidung. Sie wussten, dass Sie Ihr Autonomiereformprojekt nur mit Giorgia Meloni und Roberto Calderoli durchziehen könnten. Der Preis dafür: die Fahne von Fratelli d’Italia auf der Landkarte über unserer Provinz wehend. Ein immenser Preis. Sie haben das zu spüren bekommen. Unser demonstrierfeindliches Land wurde durch wöchentliche Demos wachgeschüttelt. Sie wussten, der Preis ist hoch. Der Druck muss entsprechend gewesen sein.

Nun ist der erste Teil abgeschlossen, und es gilt zu bewerten, ob es das wert gewesen ist. Denn es gilt auch in der Politik das Prinzip der Angemessenheit. Es ist wie wenn Sie sich eine neue Küche kaufen – kostet sie 10.000 Euro, dann ist das eine Sache, geben Sie aber 50.000 aus, dann muss es sich ausgezahlt haben.

Sie haben einen hohen Preis gezahlt.

Südtirol hat mit Ihnen einen hohen Preis gezahlt. Ihre Koalitionsmitglieder haben in dieser Aula die Richterschaft Italiens abgekanzelt wie Schulbuben. Vertreter Ihrer Koalition sprechen im Gemeindewahlkampf von Ungeziefer.

Sie werden verstehen, dass es keine Frage der Beleidigtheit ist, wenn wir hier wachsam sind (und es wäre auch gut, wenn Sie selbst nicht den Saal verlassen würden, wenn diese Reden hier drin gehen).

Auf den Text haben wir hart gewartet. Bis er aus den Stuben der römischen Minister kam, war es ein Gehänge und Gewürge. Es ist klar: Diesmal kam „das Gute“ von Oben (so es das Gute ist). Was für ein Unterschied zu Ihren Anfängen, Herr Kompatscher. Als Sie junger Landeshauptmann waren, da glaubten Sie noch an Partizipation. Sie haben den Konvent ins Leben gerufen. Dutzende von Menschen haben sich über Monate hinweg zur Autonomie den Kopf zerbrochen. Man mühte sich ab an Formulierungen, man rang um die Richtung, die es der Autonomie zu geben galt. Am Ende standen diverse Dokumente, es lohnt sich, sie sich noch einmal durchzulesen.

Jene, die dabei waren, sind von der Maus, die jetzt geboren wurde (Zitat Kronbichler), nicht begeistert. Unser Riccardo Dello Sbarba erinnert daran, wie wichtig es ist, Autonomie immer im Zusammenhang mit Demokratie zu lesen. Autonomie ist ohne Demokratie nicht erstrebenswert.

Autonomie ist ein Agieren nach Oben – Demokratie nach Innen.

In Südtirol hat es in den letzten 10 Jahren kaum demokratiepolitische Entwicklungen gegeben. Ja, ein Gesetz zur direkten Demokratie, das haben wir mit vielen Abstrichen durch den Landtag gebracht. Gefreut hat es bis heute niemand von jenen, die im Land das Sagen haben – und wir mussten es mit Klauen verteidigen, bis hin zu einem Referendum übers Referendum.

Wir haben die Frauenquote voran gebracht (auch das ein Weg voller Stolpersteine und mit winzigen, hart erkämpften Errungenschaften).

Und sonst? Was gab es sonst an Demokratisierung in Südtirol seit Ihrem Amtsantritt? Mir fällt beim besten Willen nichts ein. Im Gegenteil, die Mandatsbeschränkung wurde sogar zurück genommen.

Und, man muss es klar sagen, in dieser Hinsicht bringt auch die Autoniomiereform keine Neuerung, wenn nicht ein paar Verbesserungen im Bereich „convivenza/Zusammenleben“ – diese wurden aber nicht vom LH eingebracht, sondern von unserem ehemaligen Landtagskollegen Alessandro Urzì. Er hatte das Alto Adige nel cuore, bevor er zum Fratello d’Italia wurde, aber von ihm kommen die Neuerungen, die am ehesten auf Demokratieebene spürbar sein werden.

Wir müssen es also sagen: Autonomie, das heißt in Südtirol weiterhin „Ringen mit dem Staat“. Unser Wunsch als echte Autonomistinnen und Autonomisten ist eine demokratische Autonomie. Zentralismus ist ganz sicher nicht demokratischer, das ist gewiss.

Aber solange in Südtirol dieses verkrustete System einer weitgehend blockierten Demokratie nicht gebrochen ist, so lange bleibt Autonomie, auch eine erweiterte, defizitär.

Wie erweitert ist also die „neue“ Autonomie?

Um das zu sagen, muss man erst verstehen, wie schlecht es derzeit aussieht. Immerhin waren wir es gewohnt, von der Wortführerin der Südtiroler Minderheiten, der SVP, über Jahrzehnte immer Jubelmeldungen zum Ausbau der Autonomie zu vernehmen. 88 neue Durchführungsbestimmungen wurden zwischen 1992 und 2021 erlassen. Es gehörte zum guten Ton im Lande, dankbar zu sein, darüber, dass „unsere“ Parlamentarier alle paar Monate neue Zuständigkeiten nach Hause brachten.

Erst vor einigen Jahren hieß es dann, dass die Autonomie zunehmend in Gefahr sei (nicht nur vor den Wahlen). Es gab plötzlich eine neue Erzählung. Der böse Staat, hauptsächlich der Verfassungsgerichtshof, beschneidet unsere Zuständigkeiten. Daria De Pretis hat es bei beiden Anhörungen wörtlich gesagt: Der Verfassungsgerichtshof schafft es nicht, zwischen den beiden „registri“, jenem der Regionen mit Normalstatut, und jenem der Regionen mit Sonderstatut zu unterscheiden.

Wie viel also ist wahr? Wie groß ist der Erfolg der „Lieferung“ von Arno Kompatscher, der seine politische Rolle in der Geschichte, vielleicht auch seine politische Zukunft auf dieser Reform aufbaut? Für Laien schwer zu sagen – und für die meisten Menschen im Land ganz sicher auch nicht interessant genug. Ich habe niemanden gefunden, der in diesen Tagen begeistert wäre. Ich fühle mich versetzt ins Märchen „Des Kaisers neue Kleider“. Niemand kann genau sagen, wie reich der Ornat ist.

Wir können uns am Juristen Toniatti orientieren, der im Corriere am 18.04. 2025 zur Dimension der Reform klar Stellung genommen hat. Toniatti ist nicht irgendwer. Der Trentiner Jurist war gewichtiger Teil des Konvents in der 14. Legislatur. Ganz sicher steht er nicht im Verdacht, ein Linker zu sein, auch hat er sicher kein Enttäuschungstrauma.

Dice, Toniatti:

(…) a fronte del disegno governativo, il giudizio del giurista non può non essere che si tratta di un risultato modesto, molto modesto (…)

Noch vernichtender ist Toniatti im Hinblick auf das Einvernehmen:

 (…) la previsione dell’intesa degli organi dell’autonomia speciale quale requisito formale indispensabile per ogni futura revisione statutaria. Si tratta di un nulla assoluto.

Che si trattasse di un’intesa “debole” ce lo ha confermato anche la stessa De Pretis in sede di commissione regionale.

Quindi a livello di contenzioso sulle norme il passo più importante che si è fatto, sta sicuramente nell’aver escluso le famigerate riforme economico-sociali dello Stato – a sentire gli esperti erano loro quelle che più avevano interferito con la tenuta delle nostre leggi.

Problematisch ist auch in der umformulierten Form, die viele Unklarheiten offen lässt, der neue Artikel 107. Er verdreht das Verhältnis von Durchführungsbestimmung und Statut, und gibt der Sechserkommission, die ja im Wesentlichen eine Vertretung der Regierungen (Staat und Land), und nicht der Parlamente ist, eine Rolle, für die sie nicht gedacht ist.

Neben der „Wiederherstellung“ hat der LH die Gelegenheit genutzt, auch neue Zuständigkeiten nach Südtirol zu holen. Alte Tradition. Die „Einkaufsliste“ der Zuständigkeiten steht in der Tradition der Autonomieverhandlungen der letzten Jahrzehnte.

Mehr Kompetenzen, heißt es, sind immer gut. Zweifel haben wir als Grüne geäußert im Hinblick auf die Übernahme der Zuständigkeit für Umwelt und Raumordnung. Man darf nicht in den Automatismus verfallen, dass es immer besser sei, nach Unten zu delegieren. Gerade wenn es um Interessenskonflikte geht – und das ist bei Raumordnung und Umwelt gang und gäbe – ist eine übergeordnete Instanz, die die Entscheidungen trifft und die Regeln vorgibt, von Vorteil. Derartig missbrauchsanfällige Sachgebiete benötigen ein Maximum an Transparenz und eine möglichst breite Meinungsbildung – und wirksame Anfechtungsmöglichkeiten.

Mehr als einmal hat der Staat in Sachen Umwelt das Machtwort gesprochen.

Es war interessant zu sehen, wie entrüstet auf diesen Zweifel – als solchen hatten wir ihn geäußert – reagiert wurde. Die SVP Meran hat das sogar für einen besonders aggressiven Wahlkampfpromo genutzt. In der Tageszeitung gab es einen unsanften Rüffel, wie man es sich denn erlaube, zu meinen, der Staat sei besser als das Land.

Wir wissen, dass mit der Übernahme der Zuständigkeit für Umwelt und Raumordnung Verbesserungen möglich sind (ein Stichwort für andere: Abfallbewirtschaftung). Ebenso sind wir uns bewusst, dass wir uns jedenfalls im Europäischen Rechtsrahmen zu bewegen haben und dass dieser auch wiederum die Rolle des Staates relativiert (Stichwort: Natura 2000).

Gerade der Blick auf die EU zeigt aber auch auf, wie widersinnig es ist, Umweltschutz lokal wirksam angehen zu wollen.

Ganz einfach formuliert gilt das Prinzip, dass es schwerer ist, einem Bürger meiner Gemeinde etwas zu verwehren als einem Bürger meines Staates. Wir werden in den nächsten Jahren hier aufmerksam hinschauen. Aber wir erinnern uns noch gut daran, wie die Diskussion gelaufen ist, als vor einigen Jahren der Natur- und Tierschutz im Art. 9 der Verfassung neu verankert wurde. Im Südtiroler Landtag gab es dazu einen Begehrensantrag – was glauben Sie wohl, ging es darum, den Schutz zu erweitern, oder ihn einzugrenzen?

Kommen wir noch zu jenem Teil, der wahrscheinlich am ausführlichsten diskutiert wird, und der auch am meisten Erneuerung bringen wird – der Pacchetto Urzì. Der alte Fuchs (la vecchia volpe) hat es verstanden, die dazugekommenen Kompetenzen als „extrapacchetto“ zu verhandeln und somit einige Neuerungen zu erwirken, auf die das Land lange schon wartet. Ich warne davor, diese als „Zugeständnisse an die Italiener“ zu klassifizieren, wie es die Rechtsparteien bis weit herüber zum Team K in diesen Tagen getan haben.

Die Verkürzung der Ansässigkeit auf 2 Jahre (es hätte auch 1 Jahr sein können) sowie die Anerkennung der historischen Ansässigkeit sind keine Zugeständnisse an eine Sprachgruppe, sondern Ausdruck einer modernen und folglich mobilen Gesellschaft. Die Reform der Ansässigkeit erweitert die demokratische Teilhabe.

Ähnliches gilt für die Möglichkeit, eine:n Gemeinderät:in italienischer Sprachgruppe in den Ausschuss zu holen, wenn nur 1 Vertreter:in der italienischen Sprachgruppe im Gemeinderat sitzt. Auch das ist nur Ausdruck einer modernen Demokratie mit ihrem Kräftespiel. Es ist kein Zugeständnis an die Italiener, sondern ein Zugeständnis an den Pluralismus. Wir heißen ihn in Südtirol willkommen!

Probleme sehen wir hingegen voraus bei der künftigen möglichen „B-Lösung“ zur Bildung der Landesregierung. Wir hätten eine klare und unmissverständliche Lösung vorgezogen, um nicht zu jedem Legislaturbeginn in einen Gutachterstreit zu verfallen und um die politischen Manöver einzugrenzen.

Wir sind also hier, um den Inhalt dieses Verfassungsgesetzentwurfs zu bewerten, der erstmals von der italienischen Regierung vorgelegt worden ist. Das Gutachten werden wir am 6. Mai abstimmen.

Wenn wir heute über den Zustand unserer Autonomie diskutieren, dann sollten wir nicht nur über unser Verhältnis zum Zentralstaat reden. „Der Unterschied zwischen uns und Italien ist die Autonomie,“ sagte Arno Kompatscher kürzlich in einer TV-Sendung. Bei uns gebe es andere Straßen, Schulen und Krankenhäuser. Das stimmt. Besonders macht uns jedoch etwas anderes, nämlich die Existenz von drei Sprachgruppen im selben Land, im umgekehrten Verhältnis als im restlichen Staatsgebiet. Das Zusammenleben ist genauestens geregelt und darauf gründet sich, so die herkömmliche Diktion, das Funktionieren im Land. Lang schon sind die Füße dieser peniblen Regelung tönern geworden. Menschen sind nach Südtirol gezogen und bringen neue Sprachen mit. Junge Südtiroler:innen ihrerseits ziehen weg und fügen sich anderswo in aufgeschlossene und moderne Kontexte ein. Die früher geächteten Mischehen sind standardmäßige Formen des Familienlebens geworden. Es gibt Kinder, die mehrere Sprachen in sich tragen, und sich im Raster der 3 Sprachgruppen nicht wiederfinden. Es gibt junge Menschen, die im Land der drei Sprachen Angst oder Scham haben, die zweite Sprache zu sprechen. Wichtige, oft lebenswichtige Arbeitsplätze bleiben unbesetzt, weil die Person nur eine der Landessprachen spricht. Unsere Autonomie ist das alles, und hier gäbe es viel zu tun. Die Demokratie im Lande, und das Zusammenleben, das sind die großen Baustellen unserer Autonomie – und hier ist kein Tunneldurchstich in Sicht. Sie bleiben auch nach der Ära Kompatscher offen und nicht modernisiert.

Die Diskussion um die Autonomie hat mir sehr zu denken gegeben. Der Zweifel hat es schwer in unserem Land. Das zweifelnde Denken, eigentlich Grundlage für Innovation und Fortschritt, ist bei uns immer noch unerwünscht, man wird gleich zum Spielverderber oder gar Nestbeschmutzer. Alexander Langer ist seit 30 Jahren tot, aber das hat sich nicht geändert. Für den Zweifel gibt es keinen Landeplatz in Südtirol.

Brigitte Foppa

 

Die Gemeinderatswahlen vom 4. Mai 2025 stellen eine wichtige Entwicklung für die Grünen dar. Sie konnten ihre Vertretung auf 9 Gemeinden ausweiten. Ein Ergebnis, das die wachsende Aufmerksamkeit der Bevölkerung für ökosoziale Themen unterstreicht und den Willen für mehr Demokratie auf lokaler Ebene bestätigt.  

In Bruneck haben die Grünen 17% der Stimmen erlangt und sind auf 5 Sitze im Gemeinderat angewachsen. In Bozen erreichten sie 8 % und 4 Sitze. In Meran war der Wahlkampf besonders hart umkämpft, und sie schlossen mit 13% als dritte politische Kraft ab.  

In Welsberg Taisten erreichten 2 neue Grüne Gemeinderäte 13%. Im Gadertal gewann die Liste Deboriada einen Sitz hinzu und erreichte 32 %. In Gargazon zieht die neu gewählte Grüne Liste mit 9 % in den Gemeinderat ein und Verena Frei, Büroleiterin der Grünenwird GemeinderätinEin wichtiges Signal für eine neue politische Stimme im Dorf. In Montan und auf dem Ritten sind die Grünen ebenfalls in den Gemeinderäten vertreten 

In St. Ulrich wurde Heidi Stuffer als neue Grüne Gemeinderätin der Bürgerliste „Per la Lista Unica“ gewählt. In Eppan erzielt die öko-soziale Liste „Pro Eppan“ ein hervorragendes Ergebnis: Die Bürgermeisterkandidatin Greta Klotz erreicht 18und die Liste zieht mit fünf Sitzen in den Gemeinderat ein. In Vahrn kam der Bürgermeisterkandidat Julian Rossmann von der Grünen Bürgerliste Vahrn mit 14auf den zweiten Platz. Auch in Neumarkt bleiben die Grünen mit Sadbhavana Pfaffstaller im Gemeinderat vertreten.  

Die Themen Wohnungsnotlokale Lebensqualität und Mobilität standen im Mittelpunkt des Wahlkampfes. Ebenso wie die Notwendigkeit einer ausgewogenen und umweltbewussten EntwicklungHistorische Grüne Themen. „Lokale Entscheidungen sind die Basis für das Vertrauen in die DemokratieDieses Ergebnis zeigtdass die Menschen gehört und in die Entscheidungen einbezogen werden wollen, die ihrGemeinde und ihre zukünftige Entwicklung betreffen„, kommentiert Elide Mussner, Co-Sprecherin der Grünen. 

„Unser Ziel ist es, eine Politik anzubieten, die zuhört, die transparent ist, die das Wohlergehen der Menschen und der Umwelt in den Mittelpunkt stellt und die konkret auf die Bedürfnisse in Bezug auf Wohnen, familiennahe Politik und ein würdiges Leben in unseren Gemeinden eingeht“, so Luca Bertolini, Co-Sprecher der Grünen. 

Diese Wahlen bestätigen das Vertrauen der Wähler:innen in eine zukunftsorientierte und nachhaltige Grüne Politik. Ein wichtiger Schritt zum Aufbau widerstandsfähigerer Gemeinden, die sich den Herausforderungen unserer Zeit stellen. 

Widerstand ist eine Entscheidung. Achtzig Jahre sind seit der Befreiung vom Nazifaschismus vergangen, achtzig Jahre seit der Entscheidung des Volkes, nicht zu gehorchen. Denjenigen nicht zu gehorchen, die Hass und Gewalt diktieren, ist eine Entscheidung. Solidarität statt Diskriminierung, Gedanken- und Redefreiheit statt Zensur, Demokratie statt Diktatur – das sind die Werte, die heute mehr denn je gestärkt und verteidigt werden müssen. 

In einer Welt, deren Ordnung ständig durch willkürliche politische Akte der Zerstörung und Schwächung des Anderen erschüttert wird, muss das Streben nach Frieden und Diplomatie wieder zur obersten Priorität der globalen und lokalen Politik werden. Schweigen ist keine Option. Widerstand beginnt mit unseren Worten, die unsere Gedanken und unsere Aktionen prägen. Der 25. April lehrt uns, dass der erste Akt des Widerstands darin besteht, etwas zu sagen. Bauen wir Dialog auf!

Heute, angesichts einer digitalisierten Gleichschaltung der öffentlichen Meinung, die in den Händen einiger weniger Mächtiger liegt, ist es notwendig, in die Bildung der kritischen Meinung zu investieren. Angesichts des ständigen Versuchs der Rechten, unsere Demokratien zu entwerten und auszuhöhlen, angesichts des Aufstiegs einer globalen Oligarchie, die die Schwächsten weiter schwächt und auf Kosten der Ärmsten nach Profit strebt, angesichts einer politischen Rhetorik, die an die dunkelsten Zeiten der jüngsten Geschichte erinnert, ist es wichtiger denn je, in das historische Gedächtnis zu investieren. Luca Bertolini, Co-Sprecher der Grünen Verc: „Gehen wir in die Schulen, erzählen wir es unseren Söhnen und Töchtern. Geben wir den Geschichten des antifaschistischen Widerstands, der Partisanenkämpfe und der einfachen menschlichen Akte des Ungehorsams und der Solidarität eine Stimme – sie bildeten das Fundament der Befreiung und damit unserer Demokratie, die nur durch die Förderung eines demokratischen Bewusstseins geschützt und bewahrt werden kann..“ 

“Achtzig Jahre später ist die Botschaft klar: Habt den Mut, euch den Gräueltaten des Hasses entgegenzustellen, der an der Wurzel ausgerottet werden muss, angefangen bei den ersten Worten. Der Friede muss gesucht, gewünscht und aufgebaut werden, beginnend mit jedem einzelnen von uns, mit unserem Blick auf die Welt. Mauern abreißen und Brücken bauen, das muss weiterhin das Ziel sein. In das Gemeinwohl zu investieren, muss Aufgabe der Politik sein, für politische, wirtschaftliche und soziale Solidarität“, so Elide Mussner, Co-Sprecherin der Grünen Verc. 

“Heute mehr denn je müssen wir die Werte des Antifaschismus, der Inklusion und der sozialen Gerechtigkeit verteidigen. Der Widerstand hat uns gelehrt, dass Freiheit gemeinsam und tagtäglich aufgebaut wird – auch durch den Schutz der Umwelt und der Rechte aller Menschen“, schließt die Senatorin der Verdi Grüne Verc Aurora Floridia.

Diese Legislaturperiode, die letzte von Arno Kompatscher als Landeshauptmann, steht im Zeichen seines Reformprojekts zur Autonomie. Was vor zehn Jahren als partizipativer Weg mit offenen Gesprächsrunden und Dutzenden von Menschen im Autonomiekonvent begonnen hatte, endet jetzt mit einem Dokument, das nur langsam aus den Büros der römischen Ministerien hinausfindet. Es wurde hinter verschlossenen Türen verhandelt, nur mühsam haben die politischen Vertreter:innen Südtirols einzelne Informationen zusammentragen können.

„Die gesamte Reform wurde an den Menschen vorbeiverhandelt, so viel steht fest. Nur die wenigsten Bürger:innen dieses Landes konnten mitverfolgen, geschweige denn mitbestimmen, was ausgehandelt wurde. Ein gravierender Mangel in der Vorgangsweise – auch weil der Preis für das Reformprojekt das Regierungsbündnis mit den Postfaschisten und Ultrarechten war,“ erinnern die grünen Abgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler. Sie haben in diesen Tagen wie alle anderen auf den Text warten müssen, der die Richtung der Autonomie vorgeben soll.

Ein erster Kommentar ist möglich, auch mit einem Blick zurück: „Im Konvent wurde zu Recht darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, Autonomie (also die Selbstverwaltung gegenüber dem Staat) immer mit Demokratisierung nach Innen zu verbinden. In den letzten zehn Jahren wurden hier nur kleine Schritte gesetzt. Einige, etwa die Mandatsbeschränkungen wurden sogar wieder zurück genommen. Frauenquoten und direkte Demokratie waren mühsam errungene Zugeständnisse, und alle wurden auf der Zielgeraden noch eingeschränkt – von der Mehrheit im Lande,“ so Fraktionsvorsitzende Brigitte Foppa. „Dieses Reformprojekt hingegen agiert wiederum einzig auf der Ebene Staat vs. Land. Die Weiterentwicklungen im Zusammenleben innerhalb Südtirols wurden nicht vom Landeshauptmann, sondern vom Bündnispartner Urzì eingebracht. Das ist vielsagend,“ so die grünen Abgeordneten.

Einige erste Einschätzungen zu den Inhalten

Die „Einkaufsliste“ der Zuständigkeiten steht in der Tradition der Autonomieverhandlungen der letzten Jahrzehnte. Skeptisch sind die Grünen (vorbehaltlich der genauen Umsetzung, die noch unklar ist) im Hinblick auf die Übernahme der Zuständigkeit für Umwelt und Raumordnung. „Man darf nicht in den Automatismus verfallen, dass es immer besser sei, nach Unten zu delegieren. Gerade wenn es um Interessenskonflikte geht – und das ist bei Raumordnung und Umwelt gang und gäbe – ist eine übergeordnete Instanz, die die Entscheidungen trifft und die Regeln vorgibt, von Vorteil. Mehr als einmal hat der Staat in Sachen Umwelt das Machtwort gesprochen,“ so Foppa, Rohrer und Oberkofler.

Besonders problematisch sehen die Grünen Abgeordneten den neuen Artikel 107. Er verdreht das Verhältnis von Durchführungsbestimmung und Statut, und gibt der Sechserkommission, die ja im Wesentlichen eine Vertretung der Regierungen (Staat und Land), und nicht der Parlamente ist, eine Rolle, für die sie nicht gedacht ist. „Wir stimmen mit den Experten überein, die sagen, dass die Sechserkommission nicht die Rolle des Verfassungsgerichtshofes zu übernehmen hat.“

Noch ein Wort zu den geplanten Neuerungen auf der Ebene des Zusammenlebens der Sprachgruppen in Südtirol. „Hier sehen wir Fortschritte – mit Licht und Schatten. Ein wichtiger, auch von uns Grünen immer geforderter Schritt, ist die Reduzierung der Ansässigkeit auf 2 Jahre. Es hätte auch 1 Jahr genügt. Im 21. Jahrhundert und im Europa der offenen Grenzen ist dieser Schritt überfällig,“ so Foppa, Rohrer und Oberkofler. Sie begrüßen auch die Möglichkeit, einen Vertreter der italienischen Sprachgruppe in den Gemeindeausschuss zu berufen, wenn nur ein Gewählter der italienischen Sprachgruppe angehört. Was hingegen mehr auf Rechtsunsicherheit und Pakteleien hinausläuft, ist die doppelte Variante der Zusammensetzung der Landesregierung. Da sind wir nicht einverstanden. Die Grünen hätten eine klare und unmissverständliche Lösung gewünscht, um nicht zu jedem Legislaturbeginn in einen Gutachterstreit zu verfallen und um die politischen Manöver einzugrenzen.

„Wir werden im Sonderlandtag, der von der Opposition eingefordert wurde, die politische Diskussion im Detail und in der Gesamtsicht führen. Aber eines kann man jetzt schon sagen – und das bestätigen die demokratiefeindlichen Aussagen dieser Monate im Landtag: Der Preis für das Autonomieprojekt von Arno Kompatscher war hoch. Zu hoch.“

Landtagsabgeordnete
Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Zeno Oberkofler

Pressemitteilung

Heute hat der Südtiroler Landtag einen von den Grünen eingebrachten Tagesordnungsantrag zum Haushaltsgesetz (LGE 40/25) angenommen, der die persönliche Assistenz für Menschen mit Behinderungen aufwerten soll. Ziel ist es, Menschen mit Behinderung mehr Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen, indem sie selbst über die Art ihrer täglichen Unterstützung entscheiden können – ob zu Hause, am Arbeitsplatz, beim Studium oder in der Freizeit.

„Die Persönliche Assistenz gibt es in Südtirol bereits, aber das Angebot ist kaum bekannt und wird selten genutzt. Menschen mit Behinderungen sollen nicht länger von einem System abhängig sein, das sie auf ihre Krankheit oder Pflegebedürftigkeit reduziert“, betonen die Grünen Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler.

Der Antrag sieht vor, die persönliche Assistenz zugänglicher und wirksamer zu gestalten. Geplant sind:

  • Eine regelmäßige Anpassung der finanziellen Beiträge an die Inflation, um Kaufkraft und Wirksamkeit zu sichern;
  • Eine gezielte Informationskampagne, um das Recht auf persönliche Assistenz bekannter zu machen.

Brigitte Foppa verweist auf das Beispiel Tirol, wo das Angebot der Persönlichen Assistenz von über 500 Menschen genutzt wird. In Südtirol sind es derzeit lediglich 14. „Das zeigt deutlich: Es besteht dringender Handlungsbedarf. Persönliche Assistenz ist nicht einfach ein Dienst, sie ist ein Schlüssel zu mehr Unabhängigkeit“.

Landtagsabgeordnete
Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Zeno Oberkofler

Pressemitteilung

Auch in diesem Jahr fällt der Equal Pay Day auf den 11. April – und auch 2025 ist ein solcher Aktionstag leider noch immer notwendig. Er markiert symbolisch jenen Tag, an dem Frauen statistisch gesehen so viel verdient haben, wie Männer bereits am 31. Dezember des Vorjahres – eine erschütternde Bilanz. Auf einen Arbeitstag bezogen hieße das, dass ein Mann um 18 Uhr seine Arbeit abschließt – und eine Frau noch bis 20 nach 7 weiter arbeiten muss, um gleich viel verdient zu haben.

Frauen verdienen weniger als Männer. Und zwar nicht etwa wegen fehlender Qualifikationen oder geringerer Arbeitszeit. Selbst bei gleicher Tätigkeit und vergleichbarer Ausbildung liegt die durchschnittliche Entlohnung von Frauen unter jener der Männer. In Südtirol beträgt der geschlechterspezifische Lohnunterschied bei Vollzeitbeschäftigten im privaten Sektor aktuell 17,3 Prozent, im öffentlichen Dienst liegt er bei 16,8 Prozent. Die absoluten Zahlen sprechen eine noch deutlichere Sprache: Im Jahr 2023 erhielten Männer im privaten Sektor im Schnitt ein Bruttojahreseinkommen von 30.678 Euro. Frauen kamen im selben Zeitraum lediglich auf 19.822 Euro – ein Minus von 35,4 Prozent.

Die Ursachen für diese Ungleichheit sind vielfältig: Frauen arbeiten häufiger in schlecht bezahlten Branchen, haben öfter befristete Verträge, seltener Führungspositionen inne und unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit häufiger, etwa wegen Mutterschaft. Doch obwohl all dies längst erforscht und dokumentiert ist, bleibt die Lohnlücke bestehen. Mit gravierenden Folgen: Wer im Erwerbsleben benachteiligt wird, läuft im Alter Gefahr, in Armut zu geraten.

Der diesjährige Equal Pay Day legt den Fokus besonders auf selbstständige Berufe und unternehmerische Tätigkeiten – Bereiche, in denen Geschlechterungleichheit oft weniger sichtbar, aber nicht weniger real ist.
„Gleicher Lohn für gleiche Arbeit darf kein Privileg sein, sondern ein Grundrecht. Jeder einzelne Tag, an dem eine Frau weniger verdient als ein Mann, ist ein Tag zu viel. Diese Ungerechtigkeit muss ein Ende haben. Wir setzen uns politisch mit

Nachdruck für eine gerechtere Gesellschaft, in der der Wert von Arbeit nicht vom Geschlecht abhängt“, erklären die Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler.

Landtagsabgeordnete
Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Zeno Oberkofler

Pressemitteilung

Kinder, die in Armut aufwachsen, haben oft eingeschränkten Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und sozialer Teilhabe, was ihre Entwicklung und Zukunftsperspektiven massiv einschränkt. Armut hat viele Gesichter und beinhaltet keineswegs nur materiellen Mangel: Sie zeigt sich in fehlender gesunder Ernährung, in unzureichenden Wohnsituationen, im Fehlen von Schulmaterialien oder darin, dass Kinder nicht an Freizeitaktivitäten teilnehmen können. Obwohl es in Südtirol bereits Unterstützungsmaßnahmen gibt, reichen diese nicht aus, um Kinderarmut wirksam zu bekämpfen.

Rund 14,6 % der Minderjährigen in Südtirol gelten als armutsgefährdet (Stand 2018, aktuellste Erhebung). Einelternfamilien und Familien mit mehreren Kindern sind dabei besonders betroffen. Die finanzielle Belastung ist in den letzten Jahren durch die Inflation sicher noch weiter gewachsen.

Um bürokratische Hürden abzubauen und eine finanzielle Stabilität für jedes Kind in Südtirol zu sichern, hat die Grüne Fraktion mit einem Beschlussantrag heute im Landtag die Einführung einer Kindergrundsicherung vorgeschlagen. In mehreren Ländern ist eine Kindergrundsicherung bereits seit vielen Jahren Realität.

Für die Landesregierung ist die Zeit jedoch noch nicht reif für eine Kindergrundsicherung und sie hat den Beschlussantrag abgelehnt. Für Landesrätin Pamer gibt es zurzeit andere Prioritäten.

„Eine sehr enttäuschendes Signal an alle Familien die in Südtirol von Armut betroffen sind. Der Landtag wird Teil des Netzwerkes gegen Armut und am selben Tag wird ein Beschlussantrag zu einer Kindergrundsicherung abgelehnt, der die Situation von vielen Kindern, die in Armut aufwachsen langfristig verbessert hätte. Der Versuch, einen Kompromiss zu finden blieb ebenfalls aus“, so der Ersteinbringer Zeno Oberkofler.

„Jedes Kind sollte die gleichen Aufstiegschancen im Leben haben. Eine unbeschwerte Kindheit in finanzieller Sicherheit zu haben, auf Klassenfahrt zu fahren, einen Schwimmkurs zu besuchen oder ein Musikinstrument zu lernen, sollte ein Recht für jedes Kind und kein Privileg sein. Eine Investition in unsere Kinder ist eine Investition in unsere Zukunft. Schade, dass diese Chance heute im Landtag vertan wurde“, so die Grünen Abgeordneten Zeno Oberkofler, Brigitte Foppa und Madeleine Rohrer.

Landtagsabgeordnete
Zeno Oberkofler
Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer

Chiara RABINICurriculum VitaeStrafregisterauszug

Rudolf BENEDIKTERCurriculum VitaeStrafregisterauszug 

Cornelia BRUGGERCurriculum VitaeStrafregisterauszug

Luca Laurenti DI BIASIOCurriculum VitaeStrafregisterauszug

Francesca CALIFANOCurriculum VitaeStrafregisterauszug

Silvia DI PANFILOCurriculum VitaeStrafregisterauszug

Bertrand Johannes RISE‘Curriculum VitaeStrafregisterauszug

Meike HOLLNAICHERCurriculum VitaeStrafregisterauszug

Michelangelo LAMONACACurriculum VitaeStrafregisterauszug

Marcella FACCINICurriculum VitaeStrafregisterauszug

Pier Paolo SERRACurriculum VitaeStrafregisterauszug

Giorgia MARTINOLLICurriculum VitaeStrafregisterauszug

Dominik SCHÖPFCurriculum VitaeStrafregisterauszug

Michela BERTINCurriculum VitaeStrafregisterauszug

Pascal Daniel VULLOCurriculum VitaeStrafregisterauszug

Anuka HOSSAINCurriculum VitaeStrafregisterauszug

Sadet ABDUSHICurriculum VitaeStrafregisterauszug

Sonia ABRATECurriculum VitaeStrafregisterauszug

Paola AMADEICurriculum VitaeStrafregisterauszug

Samir BEN HAJ HASSENCurriculum VitaeStrafregisterauszug

Mohammed CHBAIKICurriculum VitaeStrafregisterauszug

Erica FASSACurriculum VitaeStrafregisterauszug

Antonio FAVARICurriculum VitaeStrafregisterauszug

Claudia FERRARICurriculum VitaeStrafregisterauszug

Antonio FERREMICurriculum VitaeStrafregisterauszug

Matteo GROPPOCurriculum VitaeStrafregisterauszug

Margaret KOMPATSCHERCurriculum VitaeStrafregisterauszug

Carla LEVERATOCurriculum VitaeStrafregisterauszug

Katherina LONGARIVACurriculum VitaeStrafregisterauszug

Ingeborg MAHLKNECHTCurriculum VitaeStrafregisterauszug

Serenella MARGOTTICurriculum VitaeStrafregisterauszug

Fabio MASIEROCurriculum VitaeStrafregisterauszug

Annamaria MOLINCurriculum VitaeStrafregisterauszug

Sandra MONTALICurriculum VitaeStrafregisterauszug

Giorgio NESLERCurriculum VitaeStrafregisterauszug

Urban NOTHDURFTERCurriculum VitaeStrafregisterauszug

Antonio PERUFFOCurriculum VitaeStrafregisterauszug

Valter RIGONCurriculum VitaeStrafregisterauszug

Marius ROMENCurriculum VitaeStrafregisterauszug

Rosina RUATTICurriculum Vitae Strafregisterauszug

Marino SARTINCurriculum VitaeStrafregisterauszug

Markus SCHWITZERCurriculum VitaeStrafregisterauszug

Ulrike SPITALERCurriculum VitaeStrafregisterauszug

Elda TOFFOLCurriculum VitaeStrafregisterauszug

Andrea TOMASICurriculum VitaeStrafregisterauszug

Loredana MOTTA (nur Stadviertel) – Curriculum VitaeStrafregisterauszug

Pressemitteilung

Landesrat Brunner und die Südtiroler Volkspartei verabschiedet sich endgültig vom Klimaschutz und lassen den Klimaplan in eine der untersten Schubladen verschwinden: Die SVP-Abgeordneten strichen im Gesetzgebungsausschuss den Hinweis auf den Klimaplan aus dem Landesgesetz zur Wohnreform, ohne Widerrede des zuständigen Landesrats. „Mehr als Ankündigungspolitik ist beim Klimaschutz mit dieser SVP nicht drin“, stellt Madeleine Rohrer, Landtagsabgeordnete und Vizepräsidentin des 2. Gesetzgebungsausschusses fest.

Der Landesgesetzesentwurf zur Wohnreform bezieht sich bei der Schaffung von Wohnraum für Ansässige unter anderem darauf, „dass nur ein geringer Teil der Landesfläche als Dauersiedlungsraum geeignet ist, sowie zur Reduzierung der Nettoneuversiegelung in Umsetzung des Klimaplans Südtirol 2040“. Dieser kleine Hinweis auf den Klimaplan war für die SVP-Abgeordneten schon zu viel. Josef Noggler und Franz Locher brachten bereits vor der Sitzung einen Antrag ein, den Bezug zum Klimaplan aus dem Gesetz zu streichen. In der Sitzung selbst stimmten alle Abgeordneten der SVP, darunter auch der Fraktionssprecher, selbstverständlich dafür, so als ob es kein Ziel der Klimaneutralität bis zum Jahr 2040 oder nie einen Klimabürgerrat gegeben hätte. „Der für Klimaschutz und Raumordnung zuständige Landesrat erkennt die Dringlichkeit der Klimakrise offensichtlich nicht, da er mit keinem einzigen Wort den Klimaplan verteidigte“, so Rohrer.

Der Antrag der Grünen den Klimaschutz in den Fachplänen des Landes und in den Gemeindeentwicklungsprogrammen zu verankern, wurde hingegen mit zwei Ja Stimmen (Grüne, PD) und dem Nein der Regierungspartei SVP abgelehnt. „Unser Vorschlag zielte darauf auf, dass bei der Genehmigung der verschiedenen, teilweise für viel Geld aufwändig erstellten Pläne aufgezeigt wird, wie damit die Klimaneutralität in den nächsten 15 Jahren auch erreicht wird“, so Erstunterzeichnerin Rohrer.

Die Landtagsabgeordneten Madeleine Rohrer, Brigitte Foppa und Zeno Oberkofler kündigen an, ihre Anträge zur Verankerung des Klimaschutzes anlässlich der Behandlung des Gesetzes im Landtag nochmals vorlegen zu wollen. „Südtirol hat sich eine beherzte und mutige Klimapolitik verdient“, so die drei Grünen Abgeordneten.

Landtagsabgeordnete
Madeleine Rohrer
Brigitte Foppa
Zeno Oberkofler

Pressemitteilung

Die Legislaturperiode Kompatscher III steht unter dem Zeichen der Autonomiereform. Mit diesem erklärten Ziel hat sich der LH und seine Partei auch mit den Rechtsparteien zusammengetan, die in Rom regieren, darunter postfaschistische und nationalistische politische Kräfte. „Die Empörung und Enttäuschung im Lande waren groß, gegenüber dieser Entscheidung, die Arno Kompatscher ohne Vorabankündigung bei den Wahlen getroffen hat. Viele Südtiroler:innen nehmen es dem LH bis heute übel, wie er sie da getäuscht hat,“ erinnern die grünen Abgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler.

„Umso bedeutsamer wäre es, im Autonomie-Reformprozess die versäumte Miteinbeziehung jetzt nachzuholen. Nichts davon passiert aber. Wir erfahren regelmäßig aus der Zeitung, wenn sich etwas tut. Der Landtag als das höchste demokratisch gewählte Gremium wird immer als letztes informiert, und immer nur auf Nachfrage der Opposition. Auch der geforderte Sonderlandtag wird nach der SVP-Landesversammlung stattfinden. Unwidersprochen stehen bis dahin die reinen Einschätzungen der Verhandler aus der Regierungsmehrheit im Raum – die vorhersehbarerweise nur das Gute erzählen,“ so die kritische Anmerkung der grünen Fraktion.

Die Medienberichte geben Inoffizielles wieder, und so kann man auch nur inoffiziell kommentieren. Das nationale Interesse muss „geschluckt werden“, dafür muss man sich nicht mehr im Rahmen der „großen wirtschaftlich-sozialen Reformen des Staates“ bewegen – wer weiß. Raumordnung und Ökosysteme sollen in Landeshand kommen – was auch seine Schattenseiten hat. „Wir werden das endgültige Autonomiepaket inhaltlich bewerten. Bisher fehlen dafür die konkreten legislativen Texte,“ so die grünen Abgeordneten. „Immer aufgrund eines nicht gesehenen Textes kann man noch vermuten, dass Fratelli d’Italia einige Änderungen durchgesetzt haben dürfte. Das Paket ‚Arno&Urzì‘ könnte Neues bringen. Am Tag nach der SVP werden wir im Landtag erfahren, was drin ist,“ so Foppa, Rohrer und Oberkofler.

Sie erinnern daran, dass am Beginn der Ära Kompatscher ein Autonomiekonvent gestanden hatte. Das waren Zeiten!

Landtagsabgeordnete
Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Zeno Oberkofler