Pressemitteilung

Im letzten Jahr sind die Kontroversen über die Schule in Südtirol wieder aufgeflammt. Wie lernt man die zweite Sprache? Wie schützen wir das Recht auf Bildung aller Kinder? Führt die strenge Trennung nicht zu mehr Exklusion statt Inklusion? Oder wäre es nicht endlich an der Zeit, einen Kurswechsel vollziehen und das einführen, was die Gesellschaft in Südtirol schon lange fordert: die mehrsprachige Schule.

In einer vom Landesbeirat der Eltern für die deutschsprachige Schule durchgeführten Umfrage aus dem Jahr 2015 wünschten sich 77 % der befragten Eltern eine stärkere Berücksichtigung der italienischen Sprache. 69 % der Südtirol:innen befürworten die Einführung des Unterrichts in der zweiten Sprache bereits im Vorschulalter und würden den Unterricht einiger Fächer in einer anderen Sprache positiv bewerten.

„Südtirol ist ein mehrsprachiges Land. Wir haben einen enormen Vorteil, aber wir nutzen ihn nicht voll aus“, erklären die Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler: „44 % der Schüler:innen deutscher Muttersprache in der vierten Klasse der Oberschule beherrschen Italienisch auf B1-Niveau, 4 % nur auf A2-Niveau. Bei den Schüler:innen italienischer Muttersprache sieht es nicht besser aus: 47 % erreichen B1, während 28 % nur A2 erreichen. Diese Daten sind nicht einer zweisprachigen Provinz würdig.“

Die Grüne Landtagsfraktion schlägt mit einem Gesetzesentwurf, der am 17.03.2025 im Gesetzgebungsausschuss diskutiert wird, die Einführung von mehrsprachigen Klassenzügen als Zusatzangebot vor, ohne die bestehende Struktur der Schulen in deutscher, italienischer und ladinischer Sprache zu verändern. Kurz gesagt:

  • Die mehrsprachigen Klassen werden bei einer Mindestanzahl von Anmeldungen möglich gemacht: 14 im Kindergarten und 15 für die anderen Schulstufen.
  • Das Lehrpersonal wird sich aus Lehrer:innen beider Sprachgruppen zusammensetzen.
  • Der Unterricht der Fächer wird gleichmäßig zwischen den Sprachen aufgeteilt, mit der Möglichkeit, auch eine dritte Sprache zu integrieren.
  • Die Anmeldung zu diesen Abteilungen ist freiwillig und ersetzt nicht das bestehende Bildungsangebot.

Brigitte Foppa, Erstunterzeichnerin des Gesetzesentwurfs, betont: „Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass eine Sprache gelebt werden muss, um sie optimal zu erlernen: Ein gemeinsames schulisches Umfeld zwischen den Sprachgruppen könnte die Grundlage dafür schaffen.“

Ein mehrsprachiges Zusatzangebot stellt eine große Chance für die Ausbildung der Kinder und Jugendliche in Südtirol dar, indem sie fortgeschrittene Sprachkenntnisse und ein besseres interkulturelles Verständnis fördert. Der Gesetzesentwurf möchte eine Wahlmöglichkeit bieten und eine Bildung garantieren, die den Bedürfnissen der modernen Gesellschaft entspricht.

„Mit diesem Gesetzesentwurf wollen wir das umsetzen, was in Europa schon lange Realität ist. Wir müssen uns den modernen Zeiten und den Anforderungen und Bedürfnissen der Familien anpassen“, schließen die Grünen Abgeordneten.

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Landtagsabgeordnete
Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Zeno Oberkofler

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Brigitte Foppa und Madeleine Rohrer: „Frauen kommen in der Medizin häufig zu kurz. Dabei gibt es viele Aspekte, die spezifisch Frauen betreffen. Deshalb widmen wir als Grüne Fraktion den Monat März den Frauen und ihrer Gesundheit.“

In der kommenden Sitzung des Landtags diskutiert die Grüne Fraktion zwei Beschlussanträge, die sich mit zwei weit verbreiteten Krankheiten beschäftigen, von denen vorwiegend Frauen betroffen sind: Brustkrebs und Endometriose. Die Anträge wurden bei einer Pressekonferenz von den Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa und Madeleine Rohrer vorgestellt.

Brustkrebs: Verbesserung des Zugangs zur Vorsorge durch Mammografie und Ultraschall

Jedes Jahr erkranken in Südtirol etwa 400 Frauen an Brustkrebs, rund 80 sterben daran. Die Heilungschancen sind hoch – 87 % der betroffenen Frauen überleben. Deshalb ist Vorsorge von entscheidender Bedeutung.

„Mit unserem Antrag wollen wir den Zugang zum Mammografie- und Ultraschall-Screening-Programm auf Frauen zwischen 45 und 74 Jahren ausweiten, wie es bereits in anderen italienischen und europäischen Regionen der Fall ist. Derzeit ist das kostenlose Screening in Südtirol nur für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren vorgesehen, obwohl wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass eine Erweiterung der Altersgruppe mehr Leben retten kann“, betont die Abgeordnete Madeleine Rohrer.

Endometriose: Mehr Bewusstsein und konkrete Maßnahmen

Die chronische und sehr belastende gynäkologische Erkrankung Endometriose ist den meisten erst seit wenigen Jahren ein Begriff und bis heute wenig erforscht. In Italien betrifft sie etwa 10–15 % der Menstruierenden und etwa 30–50 % der Frauen mit Empfängnisschwierigkeiten. Trotz ihrer weiten Verbreitung wird sie oft erst sehr spät diagnostiziert, was erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität der Betroffenen hat.

„Die Diagnose von Endometriose erfolgt oft erst nach vielen Jahren des Leidens. Viel zu oft wird Frauen gesagt, dass Menstruationsschmerzen normal sind, manchmal wird es als bloßer Stress abgetan. Es ist essenziell, das Bewusstsein für diese Krankheit zu schärfen und einen schnellen Zugang zu Diagnosen und angemessenen Behandlungen sicherzustellen“, erklärte Brigitte Foppa, Erstunterzeichnerin des Antrags.

Der Antrag fordert die Ausarbeitung eines „Landesaktionsplans zur Endometriose“, der die Schulung des medizinischen Personals sowie die Sensibilisierung der Bevölkerung stärken soll. Aufklärungskampagnen in Schulen und am Arbeitsplatz sollen Arbeitgeber:innen und junge Generationen über die Krankheit informieren und das Tabu brechen. Bei starken Menstruationsbeschwerden soll die Möglichkeit der bezahlten Abwesenheit vom Arbeitsplatz von 3 Tagen pro Monat eingeführt werden und die kostenlose Vergabe der Anti-Baby-Pille und anderer Medikamente auf hormoneller Basis an Endometriose-Patientinnen.

„Die Gesundheit von Frauen muss eine Priorität der landesweiten Gesundheitspolitik sein. Mit diesen Anträgen wollen wir die Aufmerksamkeit auf zwei zentrale Themen lenken und konkrete Maßnahmen fordern, um die Lebensqualität von Tausenden von Menschen zu verbessern“, erklärten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler.

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Landtagsabgeordnete
Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Zeno Oberkofler

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Gestern wurde im Regionalrat die Autobahnkonzession für die A22 diskutiert. Während der Debatte im Plenum äußerten die Grünen Regionalratsabgeordneten Brigitte Foppa und Madeleine Rohrer ihre Kritik und Bedenken dazu.

Seit Jahren gibt es Verhandlungen mit Rom und den diversen Rechtsregierungen, um eine maßgeschneiderte Konzession auszuhandeln. In der Vergangenheit wurde über die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger gesprochen, und es stellte sich die Frage, welche Ausgleichsmaßnahmen es für Umweltverschmutzung und Lärmbelastung geben könnte. Zu Beginn des Jahres erklärte Landeshauptmann Kompatscher, dass 10 Milliarden Euro in Umwelt- und Bürgerprojekte investiert würden. „Die heutige Situation sieht jedoch ganz anders aus als dieses Narrativ: Die Investitionen haben nur wenig mit Umweltschutz und dem Schutz der Bevölkerung vor zu tun. Dritte Spur, Raststationen usw. – wenn man sich anschaut, wohin die Mittel tatsächlich fließen sollen, bleibt kaum etwas für Nachhaltigkeit übrig. Wenn dies das Ergebnis der Nähe zu Salvini ist, dann gute Nacht, schöne Gegend. Hier hat wohl jemand etwas zu ambitionierte Ankündigungen gemacht…“, so Foppa.

„Die 800 Millionen Euro, die für einen Plan zur nachhaltigen Mobilität, Photovoltaik, Digitalisierung und Wasserstoff vorgesehen sind, sind kaum mehr als Peanuts. Obwohl Italien und die EU das Verkehrsprotokoll der Alpenkonvention ratifiziert haben, das den Bau und die Erweiterung von Straßen für den Alpenquerender Verkehr verbietet, ist eine Erweiterung der A22 sowie eine dynamische Fahrspur geplant. Wie dies die Verlagerung des Verkehrs – insbesondere des Güterverkehrs – auf den Brenner Basistunnel fördern soll, bleibt ein Rätsel“, ergänzt Rohrer.

Die massive Erhöhung der Autobahnkapazität (von 3.000 auf bis zu 4.200 Fahrzeuge pro Stunde) zeigt deutlich, dass für Kompatscher und seine Landesregierung der Klimaplan Südtirol und das Verkehrsprotokoll der Alpenkonvention nicht mehr als vergessene Dokumente in einer Schublade sind.

Regionalratsabgeordnete
Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Zeno Oberkofler
Lucia Coppola

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Ein weiterer Erfolg für die Grünen im Regionalrat: Das Gesetz zur Zusatzrente für Künstlerinnen und Künstler wurde verabschiedet.

Wer in der Kulturbranche arbeitet, tut das aus Leidenschaft – hat aber deshalb nicht weniger Anrecht auf finanzielle Sicherheit. Prekäre Beschäftigungsverhältnisse und unsichere Einkommensperspektiven prägen den Alltag vieler Künstlerinnen, Künstler und Kulturschaffender. Nun will die Politik gegensteuern: Der Regionalrat von

Trentino-Südtirol hat ein Gesetz verabschiedet, das ihnen eine bessere Altersvorsorge ermöglichen soll.
Der heute im Regionalrat verabschiedete Gesetzentwurf war zuvor bereits einstimmig vom 1. Gesetzgebungsausschuss der Region genehmigt worden. Eingebracht wurde er von den Grünen Regionalratsmitgliedern Zeno Oberkofler, Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Lucia Coppola, mitunterzeichnet von Philipp Achammer und Magdalena Amhof (SVP).

Der Gesetzentwurf zielt darauf ab, die Altersvorsorge für Kunst- und Kulturschaffende in Südtirol und im Trentino zu verbessern. Konkret sieht der Entwurf eine Erhöhung des Beitrages für den Zusatzrentenfonds vor: Die Region soll künftig bis zu 1.000 Euro jährlich – statt bisher 500 Euro – in die private Altersvorsorge von Kunst- und Kulturschaffenden einzahlen. Dabei soll sich die Summe an der Höhe der Einzahlungen, orientieren, welche die Betroffenen selbst tätigen.
„Wer sein Leben der Kultur widmet, verdient eine angemessene Rente. Wir erkennen den Wert der harten Arbeit ‚hinter den Kulissen‘ an. Die Erhöhung des Rentenbeitrags ist ein entscheidender Schritt, um die wirtschaftliche Sicherheit jener zu gewährleisten, die in Kunst und Kultur tätig sind – einem Bereich, der oft von finanziellen Unsicherheiten geprägt ist”, erklärt Oberkofler.

Das „Kulturpaket“

„Diese Maßnahme ist Teil eines umfassenden Kulturpakets, das wir seit dem vergangenen Jahr erfolgreich sowohl in der Region als auch in Südtirol vorangetrieben haben. Vom Landtag wurden bereits Beschlussanträge zur Atelierförderung sowie zur Förderung der Nachtkultur angenommen”, fügen Oberkofler, Foppa, Rohrer und Coppola hinzu.

Mit der Verabschiedung des Gesetzes setzen die Grünen ein Zeichen für die Anerkennung der Kunst- und Kulturschaffenden – und für deren Recht auf würdige Arbeitsbedingungen sowie die Anerkennung ihres gesellschaftlichen Werts zu sichern.

Regionalratsabgeordnete
Zeno Oberkofler
Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Lucia Coppola

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Diese Woche diskutieren wir im Regionalrat einen Gesetzesentwurf, welcher die soziale Absicherung von Künstler:innen und Kulturschaffenden verbessern soll. Eingebracht wurde der Vorschlag von den Regionalratsabgeordneten der Grünen – Zeno Oberkofler, Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Lucia Coppola – und mitunterzeichnet von Philipp Achammer und Magdalena Amhof (SVP). Die Details des Vorschlags stellten Oberkofler, Achammer und der Präsident der Künstlervereinigung Perfas, Peter Schorn, heute auf einer Pressekonferenz vor.

„Wir alle wissen, wie wertvoll Kunst und Kultur für unsere Gesellschaft sind. Doch dieser Wert muss sich auch in einer besseren Absicherung für die Menschen widerspiegeln, die ihr Leben dieser Arbeit widmen“, erklärte Oberkofler. „Eine angemessene Rente ist essenziell, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern und Künstlerinnen und Künstlern eine sichere Zukunft zu ermöglichen.“

Konkret sieht der Entwurf eine Erhöhung des Beitrages für den Zusatzrentenfonds vor: Die Region soll künftig bis zu 1.000 Euro jährlich – statt bisher 500 Euro – in die private Altersvorsorge von Kunst- und Kulturschaffenden einzahlen. Dabei soll sich die Summe an der Höhe der Einzahlungen, orientieren, welche die Betroffenen selbst tätigen.

Künstler:innen und Kulturschaffende haben keine stetig konstant gleich hohen Einnahmen, deshalb ist es umso wichtiger, ihren spezifischen Bedürfnissen entgegenzukommen. „Heute haben wir in der Sitzung der Landesregierung mittels Promemoria beschlossen, dass die Einkommensgrenze für den regionalen Beitrag von 35.000 € auf 40.000 € angehoben werden soll. Ein wichtiger Schritt, um Kulturschaffende in ihrer Altersvorsorge zu unterstützen“, so Landesrat Philipp Achammer.

Aufgrund der oft unsicheren und schwankenden Einkommen sind Künstlerinnen und Künstler besonders gefährdet, in die Altersarmut abzurutschen. Deshalb muss ihnen endliche eine größere finanzielle Sicherheit geboten werden. „Die Kunst- und Kulturszene in Südtirol und im Trentino ist von unsteten Einkommen geprägt. Wer sich kreativ entfaltet, sollte nicht ständig Angst vor Altersarmut haben müssen“, betonte auch Perfas-Präsident Schorn.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Gesetzentwurf.

Regionalratsabgeordnete
Zeno Oberkofler
Philipp Achammer
Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Lucia Coppola

Die jüngsten Entwicklungen rund um die Marke der Stadt Brixen und Umgebung sind besorgniserregend. Ein Fauxpas der Eisacktaler TouristikerInnen, der die Absurdität der touristischen Entwicklung in unserem Land erneut deutlich macht.

In Südtirol wird die Illusion gepflegt, eine flächendeckende touristische Entwicklung sei möglich, indem einfach einige Tourismuszonen ausgewiesen, schöne Hotels in die Gegend gestellt und Betten zur Vermietung hinzaubert werden. Dabei ist ein touristisches Produkt weit mehr als nur Betten: Es braucht ein Konzept, eine funktionierende Infrastruktur und eine Idee von Gastlichkeit, die vor allem in der lokalen Bevölkerung verwurzelt sein und wachsen muss, um langfristig erfolgreich zu sein. Sich Sichtbarkeit zu verschaffen, indem man sich ein erfolgreiches Alleinstellungsmerkmal anderer Destinationen aneignet und es an den eigenen Namen anhängt, ist keine Strategie, sondern ein Markenschwindel.

„Brixen Dolomiten“ als Bezeichnung zur Vermarktung der Eisacktaler Destinationen ist ein solcher Markenschwindel. Was dabei besonders besorgniserregend ist: Die Ausnutzung der Dolomiten als Marketing-Köder schadet vor allem der lokalen Bevölkerung in den Dolomitentälern. Unsere Täler und Berge haben ihre Aufnahmekapazität längst erschöpft – alles, was darüber hinausgeht, führt unweigerlich zum Kollaps.

Wir Grüne weisen immer wieder auf den Ausnahmezustand der Grödner Mobilität hin, auf den Verlust der Lebensqualität vor Ort, der durch die täglichen Massen an Tagestourist*innen entsteht. Diese Tourist*innen reisen morgens aus benachbarten Destinationen an und verlassen das Tal abends wieder – so wird es ihnen kommuniziert, dazu werden sie regelrecht ermutigt. Und dies ist nur ein Aspekt der Fehlentwicklungen, die den Südtiroler Tourismus prägen.

Touristische Entwicklung ist willkommen, aber sie muss mit Bedacht und Weitsicht erfolgen. Vor allem muss sie auf den Prinzipien der sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit basieren. Machen wir aus Gröden und den Dolomitentälern nicht das „Venedig Südtirols“! Solche kurzfristigen Vermarktungsstrategien werden letztendlich allen schaden.

Luca Bertolini & Elide Mussner
Co-Vorsitzende

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Wohnen sollte ein Grundrecht sein. Gleichzeitig ist der Mangel an bezahlbarem Wohnraum zu einem der dringendsten Probleme geworden. Während die Nachfrage nach Wohnungen weiter steigt, bleiben zu viele Flächen ungenutzt.

Leerstandsmanagement

„In mehreren Gemeinden läuft bereits eine Bestandsaufnahme, um herauszufinden, welche und wie viele ungenutzte oder stillgelegte Gebäude und Flächen es in Südtirol gibt. Doch eine reine Bestandsaufnahme des Leerstandes reicht nicht aus. Was es braucht, ist ein echter Plan fürs Leerstandsmanagement. Mit den richtigen Maßnahmen können wir ungenutzte Räume wiederbeleben und neue Wohnmöglichkeiten für Familien und junge Menschen schaffen“, so die Landtagsabgeordnete Madeleine Rohrer, Erstunterzeichnerin des Beschlussantrags. „Die Nutzung von stillgelegten oder ungenutzten Flächen und Gebäuden kann eine konkrete Lösung im Rahmen der verschiedenen Gemeindeentwicklungsprogramme sein.“

Die Grüne Fraktion schlägt daher die Einführung eines Leerstandsmanagements für leerstehende Flächen und Gebäude vor. Angesichts der aktuellen Wohnungsnot können wir es uns nicht leisten, Gebäude ungenutzt zu lassen. In jeder Gemeinde sollte ein so genannter „Kümmerer“ eingesetzt werden, der oder die sich mit der Nutzung dieser Flächen befasst, Eigentümer:innen mit Menschen zusammenbringt, die Ideen für die Nutzung haben, die richtigen Rahmenbedingungen schafft und Förderanträge unterstützt, damit diese Flächen und Gebäude möglichst bald sinnvoll genutzt werden. Die Grünen fordern außerdem ein spezielles Schulungsprogramm für das Verwaltungspersonal der Gemeinden sowie die Festlegung klarer Ziele und Fristen.

Bahnhofsareal Bozen

Das Bahnhofsareal in Bozen stellt eine der größten städtebaulichen Chancen für die Stadt Bozen dar. Allerdings haben sich die Planungen stark verzögert, weshalb das Projekt dringend wiederbelebt werden muss.

Zeno Oberkofler, Erstunterzeichner des Antrags, erklärt: „Wir haben eine einmalige Gelegenheit, ein neues Viertel mit leistbaren Mieten und Angeboten für die Bürger:innen zu schaffen. Wir dürfen nicht zulassen, dass dieses Areal privater Spekulation geopfert wird. Es braucht eine starke öffentliche Investition, um bezahlbaren Mietwohnraum zu gewährleisten.“

Im Beschlussantrag fordert die Grüne Fraktion die Landesregierung auf, dass die öffentliche Hand zum Hauptfinanzier des Projekts ARBO wird, um erschwinglichen Wohnraum zu schaffen. Die Wohnbaupolitik Wiens dient den Grünen als Vorbild. Deshalb schlagen sie vor, Wohnbaugenossenschaften in den Mittelpunkt der Entwicklung dieses neuen Stadtviertels zu stellen. Zudem sollte ein Teil der Gebäude für Cohousing-Projekte oder generationenübergreifendes Wohnen vorgesehen werden.

„Das Thema Wohnen ist die drängendste soziale Herausforderung in Südtirol. Leerstehende Wohnungen auf den Markt zu bringen und massiv in bezahlbare Mietwohnungen zu investieren, sind unsere Prioritäten. Mit diesen beiden Anträgen wollen wir einen konkreten Schritt in diese Richtung setzen“, schließen die Grünen Landtagsabgeordneten Madeleine Rohrer, Zeno Oberkofler und Brigitte Foppa.
Die beiden Beschlussanträge werden in der nächsten Sitzung des Landtags diskutiert.

Weitere Informationen:

Landtagsabgeordnete
Madeleine Rohrer
Zeno Oberkofler
Brigitte Foppa

Pressemitteilung

Am 30. Januar berät der IV. Gesetzgebungsausschuss im Landtag über den Gesetzentwurf der Abgeordneten Foppa, Rohrer und Oberkofler (Grüne) sowie über einen Änderungsantrag, der auch von den Abgeordneten Franz Locher und Harald Stauder (SVP) mitunterzeichnet wurde. Thema ist die Kennzeichnung der Herkunft von Lebensmitteln in der Gemeinschaftsverpflegung, also Mensen und Restaurants.

Nach langer Debatte wurde 2023 die Herkunftskennzeichnung für Lebensmittel tierischen Ursprungs gesetzlich verankert. Seither muss nur angegeben werden, ob ein Lebensmittel aus der EU oder Nicht-EU stammt.

„Der endgültige Gesetzestext wurde damals stark abgeschwächt. Zu wissen, dass ein Lebensmittel aus der EU oder dem Rest der Welt kommt, ist so vage, als würde man sagen, dass es auf dem Planeten Erde produziert wurde. Das ist eine Farce. Verbraucher:innen haben das Recht zu erfahren, woher ihr Steak oder das Ei für ihr Omelett tatsächlich stammt“, erklärt Brigitte Foppa, Erstunterzeichnerin des Gesetzentwurfs. „Deshalb haben wir das Thema erneut aufgegriffen und schlagen mit einem Änderungsantrag, der auch von Kollegen der SVP unterzeichnet wurde, vor, dass das Herkunftsland oder die Herkunftsregion angegeben wird.“

“Die Herkunftskennzeichnung ist ein erster, noch ausbaufähiger Schritt. Vor allem aber müssen wir es schaffen, mehr Bewusstsein und Wertschätzung für einheimische Lebensmittel zu schaffen“, so Landtagsabgeordneter Franz Locher (SVP).

Die Einführung einer klaren Herkunftskennzeichnung verfolgt drei wesentliche Ziele: Den Schutz der Verbraucherrechte, die Aufwertung der lokalen Landwirtschaft und den Tierschutz. Die Anpassung der Vorschriften wird die Entscheidungsfreiheit der Gastronom:innen in keiner Weise einschränken – sie können weiterhin frei ihre Lieferanten auswählen. Der einzige Unterschied: Die Verbraucher:innen erhalten endlich klare Informationen, um bewusst zu entscheiden, was auf ihrem Teller landet.

„Eine transparente Kennzeichnung kann den Konsum regionaler Produkte fördern und damit die Südtiroler Landwirtschaft stärken. Dieser Gesetzentwurf ist eine Chance, die Herkunft unserer Lebensmittel transparenter und den Wettbewerb gerechter zu gestalten“, so Foppa und Locher abschließend.

Weitere Informationen: Die Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln in Gemeinschaftsverpflegung

Landtagsabgeordnete
Brigitte Foppa
Franz Locher
Zeno Oberkofler
Madeleine Rohrer
Harald Stauder

OFFENER BRIEF

Sehr geehrter Herr Landeshauptmann,

es stimmt wohl, dass die Entwicklung einen Schritt nach vorne macht und zwei zurück.

Die Entscheidung, dass eine Frau in der Regionalregierung genug ist, ist wohl einer dieser Schritte nach hinten. Da nützt auch wenig, dass die Aktion „No woman no panel“ für eine gerechte Darstellung der Geschlechter in den Medien und öffentlichen Debatten groß angekündigt wird. Wenn man nicht bereit ist, für eine gerechte Vertretung der Politikerinnen in den höchsten Gremien der regionalen Politik zu stimmen, dann ist das eine klare Stellungnahme, die gegen Gleichberechtigung in der Politik geht.

Die Übermacht ihrer Regierungspartner ist nicht zu übersehen. Sie hatten damals der Südtiroler Bevölkerung versprochen, ein Garant unseres Wertefundaments zu sein. Davon haben wir bis jetzt nicht viel gesehen.

Es braucht Mut Veränderungen anzustreben, und PartnerInnen, die einen auf einem gleichgesinnten Weg begleiten. Wenn man mit dem Lahmen geht, lernt man zu hinken.

Elide Mussner und Luca Bertolini
Co-Vorsitzende Verdi Grüne Vërc

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LETTERA APERTA

Egregio Presidente Arno Kompatscher,

è vero che lo sviluppo fa un passo avanti e due indietro.
La decisione che avete assunto nel definire che una donna sia sufficiente per il governo regionale è probabilmente uno di questi passi indietro. A poco serve la campagna che ha sostenuto con il suo partito: „No woman no panel“ per un’equa rappresentanza dei sessi nei media e nei dibattiti pubblici, se poi non si è disposti a votare a favore di un’equa rappresentanza femminile negli organi più alti della politica regionale. Da questa scelta si può solo concludere che si tratta di una chiara dichiarazione contro la parità di diritti nella politica stessa.

La superiorità dei partner di governo non può essere trascurata. All’epoca aveva promesso alla popolazione altoatesina che lei sarebbe stato il garante dei nostri valori. Finora non abbiamo visto molto di tutto ciò, anzi, anche in questa occasione non lascia spazio al dubbio e rincorre quelli che vorrebbero fare anche più di due passi indietro quando si parla di inclusione, parità e diritti.

Ci vuole coraggio per lottare a favore del cambiamento e soprattutto a scegliere dei partner che condividano valori e visione, scelte che oggi pesano, come quella di ieri. Ma in effetti, se si cammina con chi non sa dove andare, si rischia di smarrire la strada insieme a loro. Noi continuiamo ad immaginare un Sudtirolo fatto di ponti, di punti di incontro, di futuro per le nostre giovani generazioni e per tutte e tutti noi. Dobbiamo concludere che non sia lo stesso che ha in mente lei. E siamo indignati, ancora una volta!

Elide Mussner & Luca Bertolini
Co-Portavoce Verdi Grüne Vërc

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LËTRA DAVERTA

Stimé Presidënt Arno Kompatscher,

bonamënter él vëi che le svilup fej n vare inant y dui zoruch.

La dezijiun che na ëra basta tl govern regional é bonamënter un de chisc vari zoruch. A püch joa la campagna “No woman no panel” por na dërta rapresentanza dles ëles ti media y tles discusciuns publiches. Sce an ne s’la sënt nia da lité a sostëgn de na dërta rapresentanza dles ëres ti organs plü alc dla politica regionala, se tratera de na detlaraziun tlera cuntra la valianza de dërc tla politica instëssa.

La predominanza de sü partners de coaliziun é evidënta. Ti aves impormetü ala popolaziun de Südtirol che fosses sté n garant de nüsc valurs. Cina sëgn n‘ unse nia odü tröp de chësc.

Al ó ester coraje da combate por la mudaziun y partners che ó ji n tru deboriada. Sce an vá cun les zopes, imparon da sferié zot.

Elide Mussner & Luca Bertolini
Co-surastanc Verdi Grüne Vërc

Pressemitteilung

Ortstaxe und Nachtzüge: Darüber wird die Grüne Fraktion im Januar 2025 im Landtag diskutieren.

„Es wird viel über Nachhaltigkeit und nachhaltigen Tourismus gesprochen, doch oft bleiben es leere Worte. Nachhaltigkeit bedeutet die Bedürfnisse der gegenwärtigen Generationen zu erfüllen, ohne dadurch die der künftigen Generationen zu gefährden. Wir beschäftigen uns schon seit Langem mit der Frage, wie dies gelingen kann, insbesondere in einem wirtschaftlich so wichtigen Sektor wie dem Tourismus. Die Herausforderung eines nachhaltigen Tourismus erfordert einen Paradigmenwechsel, der das Wohl der Menschen ins Zentrum stellt und gleichzeitig die natürlichen und wirtschaftlichen Ressourcen schützt“, erklärten die drei Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler: „Südtirol muss zu einem Vorbild für nachhaltigen Tourismus werden.“

Ortstaxe: Ein Werkzeug für die Gemeinden

Die Grüne Fraktion bringt einen Beschlussantrag zur Ortstaxe in den Landtag ein, der eine Überarbeitung des aktuellen Systems fordert, um mehr soziale Gerechtigkeit zu gewährleisten. „In ihrer derzeitigen Form fließt die Ortstaxe nahezu vollständig in den Tourismussektor. Die Gemeinden, die zunehmend unter dem Massentourismus leiden, profitieren kaum davon“, erklärt Brigitte Foppa, Erstunterzeichnerin des Antrags. „Es ist notwendig, den Handlungsspielraum der Gemeinden zu erweitern, damit sie die durch den Overtourism verursachten sozialen und ökologischen Herausforderungen besser bewältigen können.“

Nachtzüge für eine bessere Anbindung

„Südtirol muss besser erreichbar werden – tagsüber und auch nachts – und die Anbindung an den Rest Europas verbessern“, betont Madeleine Rohrer, Erstunterzeichnerin des zweiten Antrags. „Nachtzüge bieten Tourist:innen eine bequeme Möglichkeit, die Destination südtirol zu erreichen, und der lokalen Bevölkerung, andere Ziele zu bereisen.“ Der Antrag schlägt Maßnahmen vor, um die nächtlichen Zugverbindungen auszubauen, indem Trenitalia, ÖBB und andere europäische Bahnunternehmen miteinbezogen werden. „Tourist:innen, die mit dem Zug nach Südtirol reisen, bewegen sich weniger mit dem Auto und nutzen den öffentlichen Nahverkehr. Sie tragen somit nicht zur Überlastung unserer Straßen bei. Wenn mehr Menschen den Zug nutzen würden, könnten wir den permanenten Verkehrsstau in unserer Region deutlich reduzieren“, fügt Rohrer hinzu.

Die Anträge werden diese Woche im Landtag diskutiert.

Weitere Informationen:

Landtagsabgeordnete
Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Zeno Oberkofler