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Tourismus

Wir Verdi Grüne Verc beschäftigen uns seit Langem mit dem Phänomen des „Overtourism“ in Südtirol und wir wissen, dass hier nur eines hilft: Die Situation detaillierter zu analysieren, um eine moderate Entwicklung zulassen zu können. Das haben wir gemacht – Hans Heiss war in den letzten Jahren unser ausgewiesener Experte – und unsere Ideen einer Tourismus-Entwicklung, von der alle Südtirolerinnen und Südtiroler sowie auch unsere Gäste etwas haben, in ein 10-Punkte-Programm gefasst.

1. Bettenobergrenze beibehalten

Eine Bettenobergrenze ist wichtig, vor allem in einem Tourismusland wie Südtirol. Wir dürfen nicht vergessen, dass jene Menschen, die unser Land besuchen, dies hauptsächlich wegen der Ruhe und Erholung tun, die sie in den Bergen zu finden hoffen. Wird der Tourismus zum Massentourismus und die Menschen müssen in der Folge nicht mehr nur Schlange stehen, um Ötzi, den berühmtesten Südtiroler – sondern auch, um Peitlerkofel, Rosengarten oder die Seiser Alm zu sehen, wird der Schuss nach hinten losgehen. Die Menschen werden sich anderswo Erholung suchen. Die Grünen sind für die Beibehaltung der Grenze von 229.088 Betten. Das künftige Landesraumordnungsgesetz, das (irgendwann) in Kraft treten soll, möchte diese hingegen ersatzlos abschaffen. Wir haben dazu bereits einen Gesetzentwurf vorbereitet. Der Gesetzgebungsausschuss hat ihn abgelehnt und wir warten auf die Behandlung im Plenum.

2. Beherbergungsdichte pro Gemeinde festlegen

Einige Gebiete in Südtirol erfreuen sich unter Touristinnen und Touristen besonderer Beliebtheit. Dies ist gut und der Natur der Sache geschuldet. Niemand will die Drei Zinnen, den Ortler oder den Pragser Wildsee anderswo ansiedeln. Jedoch weisen einige Ortschaften im Land eine besonders große Dichte an Gästebetten auf, während andere viel geringer damit ausgestattet sind. Ein so kleines Land wie Südtirol kann es sich leisten, das Angebot breiter zu fächern. Die Grünen möchten eine Beherbergungsdichte je nach Gemeinde festlegen. Eine Höchstzahl von gewerblichen und nicht gewerblichen Betten pro Quadratkilometer sollte nicht überschritten werden.

3. Zahl der großen Betriebe begrenzen

Große Betriebe in den oberen Kategorien sind notwendig. Sie sind aber auch öfters Meister der Verdrängung, da die typischen Unternehmen Südtirols, die kleineren Familienbetriebe unter dem Druck ihrer Konkurrenz leiden Größere betreiben des Öfteren Preisdumping und belasten auch mit unglaublichen Bauvolumina Landschaft und Umwelt. Die Grünen möchten die Zahl der Leitbetriebe pro Gemeinde zugunsten der kleineren Familienbetriebe vorsichtig begrenzen.

4. Das Jahr hat 12 Monate: Bessere Auslastung der Nebensaison

In Südtirol entfallen auf das Sommerhalbjahr 63% der Übernachtungen, auf den Winter 37%. Zusätzlich zu den zwei Dritteln an Übernachtungen weist der Sommer auch eine sehr große Zahl an Tagestouristen auf, während Weihnachten die Spitze des winterlichen Eisbergs darstellt. Die Grünen möchten die ruhigeren Monate besser auslasten, indem Zwischen- und Vorsaisonen verstärkt beworben werden. Eine Idee hierzu ist der Ausbau des Kongresstourismus: So ist etwa der November Hauptmonat für Tagungen und Meetings.

5. Schaffung von Schnellzug-Verbindungen

Es passiert nicht nur in der Hochsaison: Kilometerlange Staus verstopfen Autobahnen, Staats- und innerstädtische Straßen. Zum Auto gibt es aber glücklicherweise umweltfreundliche, grüne Alternativen. Die Grünen schlagen direkte Schnellzug-Verbindungen mit Städten wie Berlin, Hamburg und Mailand vor. Damit Touristinnen und Touristen verstärkt mit dem Zug anreisen. So können wir der entfesselten Mobilität und dem Tourismus als führendem Verbraucher fossiler Energie entgegenwirken.

6. Umweltfreundliche Mobilität vor Ort

Sind Besucherinnen und Besucher einmal mit dem Zug angereist, müssen wir vor Ort dafür Sorge tragen, dass sie so umweltfreundlich wie möglich zu Südtirols Ort ihrer Wahl gelangen. Die Grünen schlagen vor, dass parallel zum Ausbau des Zug-Angebots Gäste an strategisch wichtigen Bahnhöfen Südtirols Car-Sharing mit Elektroautos und ein Abhol- und Gepäckservice erwarten. Vor Ort sollten Elektro-Autos und -Bikes zum Standardangebot größerer Hotels und Tourismusvereine gehören. Ziel: Erhöhung der im Zug anreisenden Gäste bis 2025 auf 20%, 2030 auf 30-35%.

7. Klimatäler fördern

Nach Angaben der Umweltorganisation WWF tragen Touristinnen und Touristen mit 5% aller Treibhausgasemissionen zur globalen Erderwärmung bei. Tendenz steigend. Unser Land benötigt einen Klima-Tourismus als neue Marke, als Attraktion, die genauso zur Dachmarke zählt wie Landschaft, Wandern und alpin-mediterraner Genuss. Die Grünen schlagen vor, “Klimatäler“ gezielt zu fördern. Das sind Talschaften, in denen sich Tourismus, Unternehmen und Lebensweisen auf Klimaverträglichkeit ausrichten. Villnöss, Martell oder Langtaufers könnten solche Wegweiser sein, die in ihrer Rolle und als Marken Südtirol insgesamt nach vorne bringen – Bergsteigerdörfer wie Matsch und Lungiarü tun dies bereits.

8. Gäste wollen Bio: Umstieg auf die Biolandwirtschaft fördern

Die Nachfrage nach biologischen, lokalen Produkten ist enorm angestiegen. Das Angebot hinkt aber noch ziemlich hinterher. Aus diesem Grund bedarf es eines stetig wachsenden Angebots bei den Betrieben. Diese müssen in der Lage sein, die Nachfrage zu stillen. Die Grünen verlangen mehr Förderungen für den Umstieg auf die Biolandwirtschaft. Denn auch der Tourismus braucht die Ökowende!

9. Der Gast ist König – der Einheimische auch

Damit Gäste nicht „lästig“ werden, sollten die Wünsche der Besucherinnen und Besucher und die Lebensansprüche von Einheimischen ausgeglichen sein. Wir denken an Räume und Zeiten des Rückzugs und „eigene“ Veranstaltungen außerhalb der Saison. Die Grünen schlagen vor, die touristische Belastung für Einheimische regelmäßig anzusprechen und etwa durch einen Bürgerrat, Befragungen und Workshops in Grenzen zu halten.

10. Kontingente für die Hotspots: ein einfaches Rezept

Einige der berühmteren touristischen Orte Südtirols, die teilweise auch dank der sozialen Medien auf der ganzen Welt Bekanntheit erlangt haben, sind mittlerweile von Touristenmassen überströmt. Gar nicht mal so selten halten Touristinnen und Touristen auf der Durchreise mit dem Auto lediglich an einigen Aussichtspunkten an, um ein Foto zu machen und weiterzufahren. Diese Art von Massentourismus nervt die lokale Bevölkerung, denn sie nimmt invasionsähnliche Zustände an. Zudem gerät das ökologische Gleichgewicht in diesen – sehr oft sensiblen – Zonen aus den Fugen. Die Grünen schlagen vor, für diese Orte Kontingente für Privatfahrzeuge einzuführen. Lediglich einer gewissen Zahl an Fahrzeugen könnte so Zugang zu bestimmten Zeiten gewährt werden.

Alles wie gehabt? Phase zwei hat begonnen, und unsere Green Meetingpoints passen sich den sich ändernden Zeiten an. Am Donnerstag, den 14. Mai  war Michil Costa unser Gast, ein Hotelier, der immer versucht hat, eine andere Art von Tourismus voranzubringen und sich seit jeher für die Gemeinwohl-Ökonomie einsetzt.

ANFRAGE ZUR SCHRIFTLICHEN BEANTWORTUNG. Am Dienstag 31.03.2020 hat LR Schuler bei der täglichen Pressekonferenz verlauten lassen, dass das Land einen Krisen- und Konjunkturfonds einrichten will. Ebenso wird ein langfristiges Restart-Programm erarbeitet. IDM soll im Bereich Tourismus eine Marketingstrategie erarbeiten, mit welche der Standort Südtirol oder besser gesagt

BESCHLUSSANTRAG. Bereits 2011 hat die Landesregierung das Areal und die Gebäude des Klosters der Englischen Fräulein in Brixen angekauft, über Vermittlung des Büros Plattner (Bozen; samt stattlicher Gebühr zu dessen Gunsten) wurde damals von Seiten des Landes Südtirol ein Kaufpreis von 25 Mio.€ gezahlt. Da die

BESCHLUSSANTRAG. Der stetig wachsende Tourismus in Südtirol konzentriert sich weiterhin auf Spitzenzeiten, zumal auf die Monate Juli und August, die in einem Jahreszeitraum von 16% weiterhin über 30% der Nächtigungen generieren. Die entsprechende Belastung liegt auf der Hand: Verkehrsspitzen, Staus und Druck auf Landschaft und Ortskerne

ANFRAGE ZUR SCHRIFTLICHEN BEANTWORTUNG. Aus Lajen erreichen uns Berichte, wonach im Dorf zunehmend Aktivitäten zu vermelden sind, die darauf hinweisen, dass ein vermehrtes Interesse besteht, Bautätigkeiten auszuführen. Einige dieser Vorhaben scheinen auf den touristischen Bereich abzuzielen. Die geografische Lage von Lajen – das „Tor“ zum hochtouristischen

PRESSEKONFERENZ Mobilität in einem sensiblen Gebiet, wie dem unseren – zwischen Tälern und Bergen – ist seit jeher eine Herausforderung. Unsere Berge sind ein Tourismusmagnet, aber auch ein Ort der Begegnung und des Transits. Der Transport von Menschen und Gütern ist von entscheidender Bedeutung. Die Steuerung

ANFRAGE Seit dem 1. Januar 2016 sind vier Gesellschaften zu einer einzigen fusioniert: Aus TIS innovation Park, BLS (Business Location Südtirol), SMG (Südtirol Marketing), sowie EOS (Export Organisation Südtirol) wurde die gemeinsame Gesellschaft IDM Südtirol – Alto Adige. Anfang 2018 wurden dann die bis dahin bestehenden Tourismusverbände

PRESSEMITTEILUNG Der Landtag befasste sich heute mit dem Gesetzentwurf Nr. 3/18 der Grünen Fraktion, der darauf abzielt, eine Bettenobergrenze in das neue Landesgesetz aufzunehmen. Die Debatte im Plenum bestätigte, dass das Problem existiert und angegangen werden muss. Aber die Mehrheit verpasst die Gelegenheit, die in unserem

ANFRAGE ZUR AKTUELLEN FRAGESTUNDE. Im Sommer 2019 haben die LandesrätInnen Kuenzer und Schuler angekündigt, bis Jahresende 2019 ein Landesentwicklungskonzept (LEK) für den Tourismus vorzulegen; unter politischer Federführung des LR für Tourismus. An diesem LEK sollten sich fortan die TEK der einzelnen Gemeinden orientieren. Es handelt sich also