HomeDemokratieDie Verweigerung der Schirmherrschaft für den Pride: Ein schlechter Start für den neuen Bürgermeister Corrarati

Die Verweigerung der Schirmherrschaft für den Pride: Ein schlechter Start für den neuen Bürgermeister Corrarati

YOUNG GREENS.

Mit Empörung nehmen die Young Greens Bozen die Entscheidung von Bürgermeister Claudio Corrarati zur Kenntnis, der ersten Südtiroler Pride, die am 28. Juni in Bozen stattfinden soll, die offizielle Schirmherrschaft der Stadt zu verweigern.

Das ist ein klares politisches Signal: Die Stadtverwaltung beabsichtigt nicht, den gesellschaftlichen Wert einer Veranstaltung anzuerkennen, die für Rechte, Sichtbarkeit, Respekt und Gleichstellung der LGBTQIA+-Community eintritt.

Bürgermeister Corrarati rechtfertigte seine Entscheidung mit dem Fehlen eines formell eingesetzten Stadtrats und erklärte, keine einseitige Entscheidung treffen zu wollen. Diese Begründung ist eindeutig vorgeschoben. In der Vergangenheit haben amtierende Bürgermeister anderer Städte auch ohne vollständig eingesetzten Stadtrat Schirmherrschaften übernommen, um die Bedeutung von Veranstaltungen zu unterstreichen, die für grundlegende Werte wie Inklusion und Respekt gegenüber Vielfalt stehen.

Corraratis Entscheidung fügt sich in einen größeren Kontext ein, in dem Vertreter:innen des Mitte-rechts-Lagers häufig ambivalente und zurückhaltende Haltungen gegenüber den Anliegen der LGBTQIA+-Community zeigen. Wir dürfen nicht vergessen, dass zwar die Provinz Bozen ihr Engagement gegen Diskriminierung bekräftigt hat, jedoch innerhalb der Landesregierung Mehrheitsparteien wie Fratelli d’Italia Vorbehalte gegenüber dem Beitritt zum RE.A.DY-Netzwerk geäußert haben – einem Netzwerk, das sich dem Kampf gegen Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität verschrieben hat.

Die Verweigerung der Schirmherrschaft für den Pride ist kein neutraler Akt, sondern eine klare Positionierung, die die Werte von Offenheit und Vielfalt verrät – Werte, die das Handeln der Verwaltung einer modernen und inklusiven Stadt wie Bozen leiten sollten. Es ist eine verpasste Gelegenheit zu zeigen, dass unsere Stadt Diskriminierung nicht schweigend hinnimmt.

Als Young Greens Bozen bekunden wir unsere volle Solidarität mit dem Verein Alto Adige Pride Südtirol und mit der gesamten LGBTQIA+-Community. Wir fordern Bürgermeister Corrarati auf, seine Entscheidung zu überdenken und dem Pride die Schirmherrschaft zu gewähren – als Zeichen der offiziellen Anerkennung einer Veranstaltung, die für Rechte, Sichtbarkeit, Gleichstellung und Respekt einsteht.

 

Young Greens Bozen

 

 

Author: Heidi

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