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Grüne Wirtschaft

WIRtschaft für die Menschen

Wirtschaft soll den Menschen dienen. Lokal und nachhaltig.

Das heute vorherrschende Wirtschaftssystem zeigt immer stärker seine Schattenseiten (wachsende Ungleichheiten zwischen Arm und Reich, relative Armut, Ressourcenverbrauch, Verkehr). Ziel allen Wirtschaftens ist die Deckung der Bedürfnisse von Menschen, nicht die unkontrollierte Gewinnmaximierung. Grüne Wirtschaft strebt nicht Wettbewerb und Konkurrenz an, sondern die Teilhabe aller und Solidarität.

Wir sind für:

  1. Die Maxime muss lauten: Weg vom quantitativen, hin zum qualitativen Denken. Eine entsprechende Politik von weltweiten Mindeststandards und Emissionsabgaben muss sicherstellen, dass regionale Kreisläufe internationalen Verlagerungen vorgezogen werden. Wir fordern eine andere Art der Wirtschaftsentwicklung.
  2. Wir fordern eine stärkere Trennung von Wirtschaft und Politik.

Wir schlagen vor:

  • Von der Südtiroler Qualitätsmarke zum Nachhaltigkeitslabel. Damit die Nachverfolgbarkeit für die KonsumentInnen gegeben ist.
  • Gemeinwohl-Nachhaltigkeitsberichte und Sozialbilanzen dienen als Vorzugskriterium für die Wirtschaftsförderung. Das Land unterstützt deren Erstellung und geht mit einer eigenen Gemeinwohlbilanz mit gutem Beispiel voran.
  • Abschaffung der Exportförderungen. Damit werden regionale Kreisläufe wiederbelebt und gestärkt. Vorzug für öffentliche Investitionen, die nachhaltig sind (z.B. Lärm- und Emissionsschutz, Altbausanierung, Energiesparmaßnahmen).
  • Öffentliche Ausschreibungen beinhalten ökologische, soziale und digitale Standards und stärken dadurch verantwortungsvolle lokale AnbieterInnen, die gute Arbeitsbedingungen gewährleisten. Einrichtung einer Landes-Beobachtungsstelle für den Online-Handel, abzielend auf die Einhaltung der Südtiroler Arbeitsrechts- und Steuergesetzgebung.
  • Kompetenz vor Seilschaft. Die Bestellung von Verwaltungsräten von Unternehmen mit öffentlicher Beteiligung muss nach Eignung, Kompetenz und Erfahrung erfolgen und nicht aufgrund von Lobbyzugehörigkeit. Mehr Ethik in der Finanzwirtschaft durch Ausbau von Spar- und Investitionslinien, die in regionale und nachhaltige Vorhaben investieren.

Forderung der Young Greens

Der Wirtschaftstandort Südtirol muss kreativer werden, um den Abgang von jungen und gut ausgebildeten SüdtirolerInnen zu stoppen. Wir fordern eine schrittweise Anhebung der Forschung & Entwicklungs-Quote innerhalb der nächsten Legislaturperiode auf 3%, mehr Investitionen in die Forschung und umfassendere Unterstützung für Start-Ups.

 

Grüne Landwirtschaft

Für das Recht auf eine nachhaltige Landwirtschaft ohne Pestizide, fürs Tierwohl und für eine Zukunft für unsere bäuerlichen Betriebe.

Südtirol hat eine hochspezialisierte und exportorientierte Landwirtschaft, wobei 95% der landwirtschaftlichen Produktion auf den Milch-, Apfel- und Weinsektor fallen.
Die Intensivierung hat landauf landab flächendeckende Monokulturen geschaffen, wobei vor allem der Obstbau industrielle Ausmaße angenommen hat: Pestizide, Hagelnetze und Hochleistungsbäume zeugen davon.
Viele Viehwirtschaftsbetriebe haben sich von der nachhaltigen Kreislaufwirtschaft schon längst abgewendet und halten sich mit massivem Einsatz von zugekauftem Kraftfutter über Wasser. Zuviel Gülle und Mist verderben die Wiesen, gelangen in die Bäche und ins Grundwasser.

Wir sind für:

  1. Ökologisierung der Landwirtschaft und Investition ins Tierwohl.
  2. Pestizidausstieg bis 2030.
  3. Regionale Produktionskreisläufe.

Wir schlagen vor:

  • Rückstandsfreie Lebensmittel. Strenge Handhabe und Kontrollen der Abstands- und Abdriftregelungen. Der Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln soll bis 2030 auf ein Minimum reduziert werden.
  • Intensive Dauerkulturen brauchen ökologische Ausgleichsflächen. Den Umstieg auf biologische Wirtschaftsweise forcieren.
  • Südtirol hat ein großes Potential für vielfältige landwirtschaftliche Anbauprodukte. Diese Chance gilt es zu nutzen, um regionale Kreisläufe zu stärken.
  • Die Vernetzung zwischen landwirtschaftlicher Produktion, Handel, Gastronomie und Großküchen fördern und fordern.
  • Umbau in Richtung Ökologisierung. Fördergelder zur Ökologisierung der Landwirtschaft, für die kleinen Bergbauernbetriebe, für regionale Kreisläufe, für das Tierwohl und für einen alternativen Pflanzenschutz ohne chemisch-synthetische Pestizide einsetzen.

Forderung der Young Greens:

Nutztiere haben das Recht auf eine artgerechte Haltung. Förderungen für Stallbauten sollen eng an Kriterien für artgerechte Tierhaltung gekoppelt werden. Tiertransporte sind zeitlich auf ein Minimum zu reduzieren.

 

Tourismus

Die Grenzen des (Tourismus-)Wachstums sind erreicht.

Der Tourismus durchläuft einen starken Wachstumsschub, er hat Südtirols Wirtschaft während der Finanz- und Wirtschaftskrise wesentlich gestützt und ist ein Jobmotor. Trotz aller positiven Vorzeichen sind Warnungen angebracht, denn es zeichnen sich wachsende Risiken ab: Erhöhung von Mobilität und Verkehr, Ressourcenverbrauch, Lichtverschmutzung, Abfall- und Müllaufkommen. Hinzu kommen eine allgemeine Preissteigerung und das Risiko einer „Bettenblase“ mit drohenden Leerständen und Preisdumping. Manche Familienbetriebe werden verdrängt, die Bildung von Konzernen setzt ein. Südtirols Tourismus hat einen Stand erreicht, der ein Nachdenken über seine künftige Entwicklung erfordert.

Wir sind für:

  1. Mäßigung: Die Wachstumszahlen gebieten dringend einsichtige Selbstbeschränkung.
  2. Anpassung: Südtirols Natur und Landschaft sind von so herausragender Qualität, dass ihr Schutz und ihre Biodiversität Vorrang genießen müssen.
  3. Umsteuern: Ganzjahrestourismus fördern und das Klimaland Südtirol als touristische Qualitätsmarke lancieren.

Wir schlagen vor:

  • Bettenobergrenze beibehalten. Die Abschaffung der Grenze ist riskant, da eine Blase mit Betten-Überhang und Überlastung droht.
  • Kleine Häuser stärken, Konzernbildung vermeiden. Die Leitbetriebe pro Gemeinde soll vorsichtig begrenzt werden – zugunsten der kleineren, Südtirol-typischen Familienbetriebe.
  • Sanfte Mobilität entdecken, umsetzen und bewerben.
  • Biologische Produkte in den Betrieben durch die Förderung eines stetig wachsenden Angebots verankern.
  • Allianz zwischen Gästen und Einheimischen. Räume und Zeiten des Rückzugs sowie „eigene“ Veranstaltungen außerhalb der Saison schaffen und die touristische Belastung in partizipativen Prozessen behandeln.

Forderungen der Young Greens

Junger Tourismus ist der Tourismus von morgen!

  • Das touristische Angebot soll in nachhaltiger Weise vermehrt auch junge Leute ansprechen und auch für SüdtirolerInnen zugänglich sein. Hier sind junge und ökologisch verträgliche Trendsportarten zu fördern. Auch soll das kulturelle Angebot kreativer auf junge BesucherInnen ausgerichtet sein.
  • Befreiung der jugendlichen Gäste unter 18 von der Ortstaxe.