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Der IV. Gesetzgebungsausschuss des Südtiroler Landtages hat sich heute mit dem Gesetzentwurf „Einrichtung eines Dienstes für Basispsychologie“ befasst. Der Entwurf sieht die Einführung von Basispsycholog:innen vor. Diese hat sich bereits in mehreren anderen Regionen Italiens erfolgreich etabliert.

Ein niederschwelliger Zugang zu psychologischer Grundversorgung ist heute wichtiger denn je. Viele Menschen stehen unter wachsendem psychischem Druck, während Wartezeiten oft noch zu lang sind. Basispsycholog:innen könnten hier frühzeitig Unterstützung bieten, Belastungen abfangen und langfristig auch das Gesundheitssystem entlasten.

Umso bedauerlicher ist es, dass diese wichtige Gelegenheit heute nicht genutzt wurde. Dagegen gestimmt haben SVP und Fratelli d’Italia. Die Einführung eines solchen Dienstes wäre ein entscheidender Schritt hin zu mehr Chancengleichheit in der Gesundheitsversorgung und zu einer stärkeren Prävention im Bereich der psychischen Gesundheit gewesen.

„Das Recht auf psychische Gesundheit darf nicht vom Einkommen abhängig sein und muss als Teil der Grundversorgung gewährleistet werden. Wir werden weiter dranbleiben, um den Gesetzentwurf in den Landtag zu bringen, damit „Basispsychologie für alle“ Realität wird, so der Erstunterzeichner des Gesetzentwurfes und Mitglied des vierten Gesetzgebungsausschusses Zeno Oberkofler.

 

Landtagsabgeordnete:

Zeno Oberkofler
Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer

Der Gesetzentwurf der Grünen zur Einrichtung eines Dienstes für Basispsychologie wird am Dienstag im IV. Gesetzgebungsausschuss des Südtiroler Landtags behandelt. Ziel des Gesetzentwurfs ist es, einen niederschwelligen und flächendeckenden Zugang zu psychologischer Unterstützung zu gewährleisten und psychische Gesundheit als integralen Bestandteil des Rechts auf Gesundheit anzuerkennen. Er wurde heute in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Psychologenkammer vorgestellt.

In den vergangenen Jahren hat die psychische Belastung stetig zugenommen, besonders unter jungen Menschen. Laut der PASSI-Erhebung des Istituto Superiore di Sanità aus den Jahren 2023–2024 wiesen vier Prozent der befragten Südtiroler:innen depressive Symptome auf. Eine weitere Studie des Instituts für Allgemeinmedizin aus dem Jahr 2025, hat aufgezeigt: fast 40 % der Kinder und Jugendlichen in Südtirol zeigen Hinweise auf psychische Belastungen. Zugleich stehen im öffentlichen Gesundheitswesen in Italien lediglich drei Psycholog:innen pro 10.000 Einwohner:innen zur Verfügung, während der europäische Durchschnitt bei zehn bis zwölf liegt. Somit ist der Zugang zu Behandlung häufig noch zu schwierig, denn nicht jede:r kann sich eine private Betreuung leisten.

Genau diese Lücke soll der Gesetzentwurf der Grünen schließen, durch einen niedrigschwelligen Erstversorgungsdienst, eingebettet in die hausärztliche Grundversorgung und nah an den Menschen. Vorgesehen ist die Einführung von Basispsycholog:innen in jedem Gesundheitsbezirk, die eng mit anderen sozial-gesundheitlichen Diensten zusammenarbeiten. „Wie sich jede:r Bürger:in an seinen/ihren Hausarzt wenen kann, so soll sich jede:r Bürger:in in Zukunft auch an eine:n Basispsychologen:in wenden können. Der Dienst soll einfach zugänglich sein und frühzeitig eingreifen. Ein niederschwelliges Angebot reduziert nämlich Leid und verringert das Risiko für psychische Erkrankungen. Psychische Gesundheit darf nicht vom Einkommen abhängig sein, sondern muss als integraler Bestandteil des Rechts auf Gesundheit anerkannt werden.“, so Zeno Oberkofler, Erstunterzeichner des Gesetzentwurfs.

Die Psychologenkammer der Autonomen Provinz Bozen setzt sich seit Langem für die Einführung der Basispsychologin und des Basispsychologen ein und unterstützt – wie bereits in der Vergangenheit – überparteilich, in ihrer Funktion als öffentliche, subsidiäre Körperschaft des Staates, mit fachlicher Kompetenz und Erfahrung alle Schritte und Initiativen, die in diese Richtung gegangen sind und weiterhin gehen, einschließlich der aktiven Teilnahme am technischen Arbeitstisch der Autonomen Provinz Bozen.

„Angesichts der zunehmenden psychischen Belastungen, die wir insbesondere bei Jugendlichen und Familien beobachten, stellt die Basispsychologie eine notwendige Antwort dar: ein wohnortnahes, leicht zugängliches und zeitnahes Angebot, das in der Lage ist, psychisches Leiden frühzeitig zu erkennen und einer Verschärfung der Probleme vorzubeugen.

Die strukturelle Einführung der Basispsychologin und des Basispsychologen bedeutet, für Familien einen sicheren Hafen zu schaffen. Sie bedeutet, die Arbeit der Kolleginnen und Kollegen in den Diensten zu unterstützen, die aufgrund der hohen Nachfrage teilweise überlastet sind, verspätete Interventionen und damit vermeidbare Kosten zu reduzieren und die psychische Gesundheit zu einem tatsächlich wirksamen Recht für alle zu machen“, erklärt die Präsidentin der Psychologenkammer der Autonomen Provinz Bozen, Francesca Schir.

„Mit diesem Vorschlag wollen wir einen Paradigmenwechsel einleiten“, erklären die Grünen-Landtagsabgeordneten Zeno Oberkofler, Brigitte Foppa und Madeleine Rohrer. „Psychische Gesundheit muss zu einem strukturellen Bestandteil der öffentlichen Gesundheitsversorgung werden. Sie ist Teil der Gesamtgesundheit des Menschen und darf nicht in den Hintergrund gedrängt werden.“

Die Grünen hoffen nun auf eine konstruktive Debatte im Gesetzgebungsausschuss, damit der Entwurf weiterentwickelt und als konkrete Antwort auf ein immer drängenderes Bedürfnis der Südtiroler Bevölkerung vorangebracht werden kann.

Weitere Informationen zum Gesetzesentwurf

 

Landtagsabgeordnete:

Zeno Oberkofler
Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer

Die Landesversammlung der Grünen Südtirol hat heute den Startschuss für einen umfassenden Erneuerungs- und Entwicklungsprozess der Partei gegeben. In einer engagierten und konstruktiven Diskussion wurde der vom Grünen Rat vorgeschlagene Prozess zur Weiterentwicklung der internen Strukturen vorgestellt, und von der Landesversammlung einstimmig beschlossen.

Ziel des Prozesses ist es, die Grünen Südtirol organisatorisch, politisch und strukturell so weiterzuentwickeln, dass sie auch in Zukunft eine starke, glaubwürdige und wirksame politische Kraft bleiben. In den kommenden Monaten sollen Arbeitsgruppen eingerichtet und konkrete Vorschläge für zeitgemäße Strukturen und Abläufe erarbeitet werden.

„Wir sind eine politische Bewegung, die gestalten will und dafür brauchen wir Strukturen, die Entscheidungsprozesse fördern, Beteiligung ermöglichen, Verantwortung klar regeln und politische Schlagkraft stärken“, betonte Co-Sprecherin Elide Mussner im Rahmen der Landesversammlung. Der heute beschlossene Prozess sei eine Chance, „unsere Organisation bewusst weiterzuentwickeln und sie fit zu machen für die Herausforderungen der nächsten Jahre“.

Auch der Co-Sprecher Luca Bertolini sieht in der Entscheidung ein starkes politisches Signal: „Erneuerung ist kein Selbstzweck, sondern Voraussetzung dafür, politisch relevant zu bleiben. Wir wollen eine Organisation, die offen, transparent und handlungsfähig ist und die Menschen motiviert, sich einzubringen und Verantwortung zu übernehmen.“ Der Auftrag der Landesversammlung sei klar: den Prozess strukturiert, partizipativ und zielorientiert zu gestalten.

Der beschlossene Prozess wird in den kommenden Monaten stattfinden, und die erarbeiteten Vorschläge werden anschließend in den zuständigen Gremien weiter beraten und politisch entschieden.

 

Im letzten Monat ist die Debatte über die Sprachsituation an den Südtiroler Schulen und Kindergärten erneut aufgeflammt. Wie lernt man die zweite Sprache? Wie schützen wir das Recht auf Bildung aller Kinder? Führt die strenge Trennung nicht zu mehr Exklusion statt Inklusion? Oder wäre es nicht endlich an der Zeit, einen Kurswechsel zu vollziehen und das einzuführen, was die Gesellschaft in Südtirol schon lange fordert: die zweisprachige Schule?

„Südtirol ist ein mehrsprachiges Land. Wir verfügen über einen enormen Reichtum, nutzen ihn aber nicht ausreichend“, erklären die Grünen Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler. Eine „tragische Konstante“ nahezu aller wissenschaftlichen Untersuchungen der vergangenen Jahre sei die Schwierigkeit des Spracherwerbs im offiziell mehrsprachigen Südtirol, so Foppa. Diese Einschätzung teilt auch die überwältigende Mehrheit der Befragten im Sprachenbarometer Südtirol 2025: 96 Prozent sprechen von erheblichen Problemen beim Erlernen der Zweitsprache. Als Hauptursachen nennen viele Befragte eine stark gespaltene Gesellschaft sowie ein „Schulsystem, das den Anforderungen nicht gerecht wird“ – dieser Meinung sind 46 Prozent der italienischen und 34 Prozent der deutschen Sprachgruppe.

Neu ist allerdings, dass nun verstärkt auch über Lösungen gesprochen wird: 60 Prozent der Befragten stehen der Einführung einer zweisprachigen Schulen als Zusatzangebot sehr oder eher positiv gegenüber.

Für die Grüne Landtagsfraktion ist damit der Zeitpunkt gekommen, den entsprechenden Gesetzentwurf, der im Februar im Südtiroler Landtag diskutiert wird, endlich in die Realität umzusetzten. Vorgesehen ist die Einführung von zweisprachigen Klassenzügen als Zusatzangebot, ohne die bestehende Struktur der Schulen in deutscher, italienischer und ladinischer Sprache zu verändern. Kurz gesagt:

  • Die zweisprachigen Klassen werden bei einer Mindestanzahl von Anmeldungen möglich gemacht: 14 im Kindergarten und 15 für die anderen Schulstufen.
  • Das Lehrpersonal wird sich aus Lehrer:innen beider Sprachgruppen zusammensetzen.
  • Der Unterricht der Fächer wird gleichmäßig zwischen den Sprachen aufgeteilt, mit der Möglichkeit, auch eine dritte Sprache zu integrieren.
  • Die Anmeldung zu diesen Abteilungen ist freiwillig und ersetzt nicht das bestehende Bildungsangebot.

Brigitte Foppa, Erstunterzeichnerin des Gesetzentwurfs, betont: „Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass eine Sprache gelebt werden muss, um sie optimal zu erlernen: Ein gemeinsames schulisches Umfeld zwischen den Sprachgruppen könnte die Grundlage dafür schaffen.“

Die Einführung zweisprachiger Klassenzüge gilt als große Chance für die Ausbildung junger Südtirolerinnen und Südtiroler. Sie soll solide Sprachkompetenzen fördern und das interkulturelle Verständnis stärken. Zugleich will der Gesetzentwurf zusätzliche Wahlmöglichkeiten schaffen und ein Bildungssystem ermöglichen, das besser auf die Anforderungen der heutigen Gesellschaft zugeschnitten ist. Nicht zuletzt könnte er auch den Druck mindern, unter dem das Schulsystem derzeit steht. „Das starre Trennungssystem hat zu einer Art Do-it-yourself-Mehrsprachigkeit geführt, mit all den bekannten Folgen und noch besser bekannten politischen Debatten“, so Foppa.

„Mit diesem Gesetzentwurf wollen wir umsetzen, was in Europa längst Realität ist. Wir müssen uns den modernen Zeiten sowie den Bedürfnissen und Erwartungen der Familien anpassen“, schließen die Grünen Abgeordneten.

Weitere Informationen zum Gesetzentwurf

Landtagsabgeordnete

Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Zeno Oberkofler

Die Tourismusdebatte darf sich nicht nur auf die Betten beschränken 

 „In der ganzen Debatte um den Bettenstopp, würde ich mir als Dolomitenbewohnerin wünschen, dass man auch das Thema einer Eingrenzung der Beförderungsleistung für die Aufstiegsanlagen, angeht. Der Bettenstopp allein wird es nicht tun, um Südtirol vom Massentourismus zu schützen. Wir müssen auf mehrere Fronten arbeiten, denn Tourismus ist vielschichtig und wird nicht nur mit Gästebetten betrieben.“, so die Co-Vorsitzende der Grünen Verdi Vërc Elide Mussner, zur aktuellen Bettendiskussion.

 Der Trend zeigt deutlich: ständig steigern die Aufstiegsanlagen ihre Kapazitäten Vom Vierersessellift zum Sechsersessellift, vom Sechsersessellift zur Umlaufbahn. Zum Teil werden sie sogar verdoppelt oder verdreifacht oder auch mehr. Die Liste ist lang: die Pläne zur neuen Furnes Seilbahn (Seceda) zum Beispiel, wo man von jetzigen 800 auf zukünftigen 2.360 Menschen pro Stunden gehen möchte. Dabei ist dieses Projekt doppelt interessant, denn um keine Saison zu verlieren, schlagen die Betreiber vor eine zweite Bergstation zu bauen, so könnte während der Bauarbeiten der neuen Bahn, die alte Bahn ungestört weiterlaufen. Ein anderes Beispiel ist der Ciampinoi Lift in Wolkenstein, wo man eine Erhöhung von 2.400 auf 3.600 Menschen pro Stunde anstrebt, oder der Steger Dellai Sessellift auf der Seiser Alm: von 1.200 auf 2.200 Personen pro Stunde. Ein +83% der Förderleistung.

 Der Anlass zu diesen Kapazität Steigerungen, sind sehr oft die Kosten der anstehenden Revisionen. Die Überlegung: wenn man schon so viel Geld investieren muss, dann besser gleich alles neu bauen und dabei noch schnell die Kapazitäten steigern. Je mehr Leute pro Stunde an den Gates piepsen, desto mehr wird auch verdient. Klingt fast schon wie die magische Formel für die Brotvermehrung.

Dabei vergisst man aber, dass unsere Berge keine unendliche Masse auffangen können. Der Platz ist bedingt, die Umstände auch. Es ist zum Teil fahrlässig so viele Menschen auf über 2.000 m Höhe zu befördern, Menschen, die sehr oft auf die extremen Verhältnisse einer alpinen Landschaft gar nicht vorbereitet sind. Berge sind kein Funpark! Dazu kommt noch: diese Menschenmassen müssen auch zu den Liftanlagen gelangen, meistens kommen sie per motorisiertem Verkehr, ob Auto oder Privatbus oder Hotelshuttle. Wird die Beförderungskapazität einer Liftanlage aber gesteigert, wird von den Liftbetreibern kein Mobilitätskonzept gefordert. Es ist, als würde man bei einem Hotel 100 neue Betten dazu bauen, aber keine Parkplätze dafür aufweisen müssen. 

 „Die Frage zur Menge ist ausschlaggebend. Wenn wir auf der einen Seite die Gästebetten eingrenzen, dann haben wir die Pflicht auch die Kapazitäten der Aufstiegsanlagen einzugrenzen. Wir können und dürfen nicht auf der einen Seite die Masse zulassen, und auf der anderen Seite die Masse stoppen wollen, das ist eine Kurzschluss Dynamik.“, so Elide Mussner.

 Eine sachliche und objektive Debatte zu diesem Thema, wäre wünschenswert und sehr dringlich.

Anlässlich des Internationalen Gedenktages für die Opfer des Holocaust halten wir fest, dass Erinnern kein formales Ritual, sondern eine dauerhafte gesellschaftliche und politische Aufgabe ist. Es hilft, Hass, Intoleranz und Ängsten entgegenzutreten, die auch heute wieder in unserer Gesellschaft sichtbar werden. Der 27. Januar ist nicht nur ein Datum im Kalender, sondern eine Mahnung, wachsam zu bleiben.

In Bozen werden Kränze an Denkmälern niedergelegt, die an die Opfer der Konzentrationslager, an die Deportierten und an die während des Nationalsozialismus verfolgten Sinti erinnern. Diese Orte des Gedenkens, wie die Tafel „Gegen das Vergessen“ in der Reschenstraße an der Mauer des ehemaligen Lagers sowie die Denkmäler für die Deportierten und die Deportation, sind mehr als bloße Symbole. Sie sind Orte des Erinnerns und machen deutlich, wie gefährdet Demokratie ist, wenn Hass Raum gewinnt.

„Erinnerung ist politisches Engagement. Es reicht nicht, einmal im Jahr zu gedenken. Wir müssen die Erinnerung zu einer Orientierung für unser tägliches politisches und gesellschaftliches Handeln machen, um jede Form von Diskriminierung, die Angst vor dem Anderen und einen Populismus zu bekämpfen, der Gefühle anspricht statt Vernunft und Solidarität.“ So Luca Bertolini, Co Sprecher der Grünen Südtirol.

Heute, mehr als achtzig Jahre nach der Befreiung der Lager, heißt Erinnern auch anzuerkennen, dass der Einsatz gegen Rassismus, Antisemitismus und jede Form von Ausgrenzung weiterhin notwendig ist. Es bedeutet, an einer gerechteren, offeneren und solidarischen Gesellschaft zu arbeiten, in der die Menschenrechte geachtet und geschützt werden. Erinnerung darf nicht zur leeren Formel werden. Sie muss sich in Verantwortung, politischem Engagement und täglichem Handeln zeigen, auch hier in Südtirol.

Der Landtag genehmigt heute den Beschlussantrag der Grünen Fraktion, der faire Preise für studentischen Wohnraum in Südtirol schaffen möchte.

In den vergangenen Jahren sind die Kosten für Wohnungen und Zimmer in unserem Land für viele Studierende unerschwinglich geworden: Heute kostet ein Zimmer im Durchschnitt zwischen 450 und 700 Euro pro Monat. Eine Summe, die für viele Familien kaum zu stemmen ist.

„Die Zimmerpreise sind zu hoch, um das Recht auf Hochschulbildung zu gewährleisten. Mit der Annahme unseres Beschlussantrags ist es uns gelungen, ein konkretes Ergebnis zu erzielen, um auch auf die Preise auf den freien Markt Einfluss zu nehmen.“ erklären die Grünen Landtagsabgeordneten Zeno Oberkofler, Brigitte Foppa und Madeleine Rohrer.

Über eine Ausschreibung soll das Land einen finanziellen Beitrag leisten, um die Preise in Studierendenheimen zu senken. Konkret soll die Differenz zwischen einem durchschnittlichen Marktpreis und einem gedeckelten, niedrigeren Mietpreis vom Land bezuschusst werden.

Ein wichtiges Ergebnis auch für das neue Studentenwohnheim am Siegesplatz: Das Land hat sich verpflichtet, einen Mietzins von 360 Euro für ein Einzelzimmer zu garantieren. Außerdem wird die Möglichkeit geprüft, Investitionsbeiträge für Heime gemeinnütziger Organisationen wieder zu aktivieren.

„Das Recht auf Hochschulbildung darf nicht von Marktlogiken abhängig sein. Es braucht öffentliche Instrumente, um leistbare Zimmer zu garantieren und für junge Studierende attraktiv zu sein“, betont Zeno Oberkofler, Erstunterzeichner des heute im Landtag angenommenen Antrags.

Weitere Informationen: Wohnraum für Studierende

Landtagsabgeordnete

Zeno Oberkofler
Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer

Angesichts der Massaker im Iran und der brutalen Repression eines fundamentalistischen Regimes gegen friedliche Demonstrierende halten der Partito Democratico (PD) und die Grünen ein Schweigen für inakzeptabel. Deshalb wurde im Südtiroler Landtag ein gemeinsamer Antrag eingebracht, der Solidarität mit den Protestierenden ausdrückt.

Die Proteste im Iran sind Ausdruck einer tiefen Wirtschaftskrise: hohe Inflation, Engpässe bei lebenswichtigen Gütern und eine Energiekrise. Gleichzeitig fordern die Menschen mehr Freiheiten, soziale Gerechtigkeit und Frauenrechte. Die Reaktion des Regimes ist erneut Gewalt, Internetabschaltungen und die systematische Einschränkung grundlegender Freiheiten: ein Muster, das sich wiederholt.

Frauenrechte, persönliche Freiheit, körperliche Unversehrtheit, Meinungs- und Versammlungsfreiheit sowie das Recht auf ein menschenwürdiges Leben sind universell gültig. Sie sind in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und im Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte verankert. Obwohl der Iran diese Instrumente anerkannt hat, werden sie weiterhin missachtet. Schweigen oder fehlendes politisches Handeln stärkt nur ein System, das Gewalt als Herrschaftsinstrument einsetzt.

Der Begehrensantrag fordert, dass der Landtag eine klare, öffentliche und unmissverständliche Position zugunsten der iranischen Demonstrierenden einnimmt. Er soll sich eindeutig auf die Seite derjenigen stellen, die für Meinungsfreiheit, Frauenrechte und gegen Diskriminierung kämpfen – und gegen die repressiven Maßnahmen des Regimes.

Darüber hinaus soll die Landesregierung auf Staatsebene Initiativen unterstützen, die Menschenrechtsverletzungen verurteilen, die Freilassung willkürlich Inhaftierter fordern und den Schutz friedlicher Demonstrierender garantieren. Symbolische Akte und Sensibilisierungskampagnen sollen dazu beitragen, die institutionelle Aufmerksamkeit auf die Lage im Iran hochzuhalten.

Die Antragstellenden betonen, dass Stellungnahme angesichts der Ereignisse nicht nur politisches Handeln, sondern moralische Pflicht ist. Ziel des Antrags ist es, den iranischen Protestierenden zu zeigen, dass auch Südtirol ihre Proteste genau verfolgt und die Bevölkerung unterstützt, die Freiheit, Rechte und Gerechtigkeit einfordert.

Brigitte Foppa (Grüne Fraktion)
Zeno Oberkofler (Grüne Fraktion)
Madeleine Rohrer (Grüne Fraktion)

Der Südtiroler Landtag hat heute einen Beschlussantrag der Grünen zum Drug Checking abgelehnt. Politisch folgenlos bleibt die Debatte dennoch nicht. Denn Landesrat für Gesundheit Hubert Messner stellte im Plenum klar: Das Drug Checking soll auf Landesebene umgesetzt werden.

Ausgangspunkt des Antrags war die zunehmende Verbreitung synthetischer Drogen sowie die deutlich gestiegene Zahl von Menschen, die in Südtirol von Suchthilfediensten betreut werden. Die Grünen forderten ein strukturiertes und kostenloses Angebot, das es Konsumentinnen und Konsumenten ermöglicht, Substanzen anonym analysieren zu lassen. Ergänzt werden sollte dies durch fachliche Beratung zu Risiken, Dosierung und Inhaltsstoffen, sowie durch ein Frühwarnsystem für besonders gefährliche Stoffe.

In der Debatte im Landtag erkannten mehrere Abgeordnete den präventiven Wert des Drug Checkings an. Es fördere nicht den Drogenkonsum, so der Tenor, könne aber Risiken senken und Leben retten.

„Die Ablehnung des Antrags ändert nichts am politischen Ergebnis dieser Diskussion“, sagt Zeno Oberkofler, Erstunterzeichner des Beschlussantrags. „Der Landesrat hat eine klare Zusage gemacht: Drug Checking wird in Südtirol in absehbarer Zeit umgesetzt. Die Auseinandersetzung war konstruktiv und hat gezeigt, dass das Problembewusstsein da ist und wächst.“

„Drogen und die damit verbunden Problematiken gehören auf die politische Agenda. Das hat auch die Landesregierung anerkannt. Wir werden die zeitnahe Einführung des Drug Checking als zentrales Instrument der öffentlichen Gesundheitsvorsorge verfolgen.”, betonen die Grünen-Abgeordneten Zeno Oberkofler, Brigitte Foppa und Madeleine Rohrer abschließend.

Weitere Informationen: Drug Checking in Südtirol

Landtagsabgeordnete

Zeno Oberkofler
Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer

„Nach dem gestrigen Treffen im Ministerium besteht die Hoffnung, dass sich die Angelegenheit um die Stahlwerke Valbruna in den nächsten Tagen endgültig klären wird. An diesem Punkt ist der einzige mögliche Weg die Rücknahme einer Ausschreibung, die zu viele Aspekte des allgemeinen Interesses gefährdet hat. Die Provinz Bozen hat diese leider mit zu großer Ungenauigkeit behandelt.“

Dies bekräftigt in einer Mitteilung die Senatorin der Grünen – Südtirol, Aurora Floridia, von der Fraktion für Autonomie, die die Angelegenheit gemeinsam mit den Grünen von Bozen aufmerksam verfolgt.

„Die Priorität“, so Floridia weiter, „ist der Schutz der Arbeitsplätze, der sowohl das Werk in Bozen als auch das in Vicenza betrifft. Die Sorgen und Bedürfnisse der 570 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die mit einer ungewissen Zukunft konfrontiert sind, erfordern klare und zeitnahe Antworten. Nicht zu vergessen sind dabei das Thema des nationalen strategischen Interesses und die Notwendigkeit, der gesamten Zulieferindustrie, die ebenfalls einem Klima starker Unsicherheit ausgesetzt ist, diese Sicherheit wieder zu geben.

Es war ein Fehler, eine Ausschreibung zu erstellen, die diese wesentlichen Faktoren, die für den Schutz der Interessen der Gemeinschaft, des Produktionssystems und der Beschäftigung entscheidend sind, nicht berücksichtigt hat. Jetzt liegt die Verantwortung wieder in den Händen der Provinz. Aber die Zeit drängt: Die Frist für die Ausschreibung nähert sich, und es muss schnell und klar gehandelt werden, um irreversible Folgen zu vermeiden.“