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Bettenstopp ohne Vision

Wieder einmal setzt man touristische Entwicklung gleich mit dem Bau von Betten und vergisst dabei die Zukunft des Landes.

Wenn man sich die Liste der 56 Ausnahmen des Bettenstopps anschaut, dann fragt man sich: Wie viele dieser Gemeinden sind eigentlich für eine touristische Entwicklung geeignet? Welche Gedanken hat man sich darüber gemacht, wie eine touristische Entwicklung in diesen Ortschaften stattfinden sollte? Welche Infrastruktur ist vorhanden und welche Dienstleistungen? Welches Angebot wird man jenen Touristen bieten, die in Waidbruck oder in Franzensfeste in einem neuen Hotel übernachten werden? Tourismus wird nicht nur aus Gästebetten gemacht, und hier liegt der große Fehler der touristischen Entwicklung in Südtirol. Dass unter diesen 56 Gemeinden auch Schnals auftaucht, stößt bitter auf, wenn man im gleichen Atemzug über das geplante 600-Betten-Dorf liest. Spätestens dann – hoffentlich – wenn die 600 (sechshundert!) Betten gebaut sein werden, wird Schnals wohl nicht mehr als strukturschwach gelten. Nur schade, dass es dann zu spät sein wird, denn verbaut ist verbaut.

Für jene Gemeinden, die touristisch als hochentwickelt gelten, ist dieser Bettenstopp sowieso nur mehr ein Hohn. „Seit Jahren setzt man sich für mehr Qualität und weniger Masse ein. Seit Jahren beklagt man den Ansturm der Tagesgäste, die aus allen möglichen Teilen des Landes auf die Dolomiten kommen. Immer wieder muss man über „Massensteuerung“ und Kontingentierung sprechen und dies zum Teil auch umsetzen, um ausufernden Situationen entgegenzuwirken. Durch den Bau von touristischen Betten in den 56 sogenannten strukturschwachen Gemeinden wird man dieses Problem nicht lösen – ganz im Gegenteil: man befeuert es noch zusätzlich.“, so Elide Mussner, co-Vorsitzende der Grünen.

Die Südtiroler Landesregierung kann es einfach nicht lassen, Monokulturen zu fördern, statt auf Diversität zu setzen. Man hat nicht den Mut, Grenzen zu setzen, und das wird letztendlich zum Verhängnis werden, denn ein übermäßiges Angebot ist nie ein wertvolles Angebot. Es schadet der Wirtschaft, der Landschaft und der lokalen Lebensqualität. Auf den Ausbau der Monokultur zu setzen ist keine Vision für die Zukunft – und eine solche Vision hat die Landesregierung ganz eindeutig nicht.

Author: Verena

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