Holz und Energie für mehr Nachhaltigkeit und Unabhängigkeit
PRESSEMITTEILUNG
In der nächsten Sitzung des Landtages wird die Grüne Fraktion zwei Anträge im Plenum einbringen: Einerseits einen Antrag in Bezug auf die Aufwertung der lokalen Wertschöpfungskette der Wald- und Holzwirtschaft und die Förderung von Holz als nachhaltigem Baustoff, andererseits einen Antrag zu der Stärkung der Energieunabhängigkeit durch erneuerbare Energiequellen.
Beide Initiativen zielen darauf ab, ökologische Nachhaltigkeit, wirtschaftliche Entwicklung und soziale Gerechtigkeit miteinander zu verbinden.
Holzbaufonds für alle: Grüne fordern Öffnung für Privatpersonen
Wer mit heimischem Holz baut, schützt das Klima, stärkt lokale Betriebe und hält die Wertschöpfung im Land. Trotzdem bekommen Privatpersonen in Südtirol bisher keine Förderung dafür. Der seit 2023 bestehende Südtiroler Holzbaufonds zahlt Beiträge nur an Gemeinden und gemeinnützige Organisationen.
Die Grünen wollen das ändern. In einem Beschlussantrag fordern sie, den Holzbaufonds für alle Südtirolerinnen und Südtiroler zu öffnen. Ein ähnlicher Vorschlag der Grünen wurde vor einem Jahr noch von der Mehrheit abgelehnt. Jetzt findet der Antrag breite Unterstützung: Auch die SVP-Abgeordneten Josef Noggler und Franz Locher haben ihn mitunterzeichnet.
„Das Bauen mit Holz ist ein Zukunftsmodell. Indem wir Holz aus heimischen Wäldern verbauen, stärken wir die lokalen Kreisläufe und binden außerdem dauerhaft CO₂. Das ist gute und nachhaltige Wirtschaftspolitik“, erklärt Madeleine Rohrer, die den Antrag als Erstunterzeichnerin eingebracht hat.
Der Bausektor ist einer der größten Verursacher klimaschädlicher Emissionen weltweit. Gleichzeitig erwirtschaftet die Holzwirtschaft in Südtirol über 1,7 Milliarden Euro jährlich und sichert mehr als 25.000 Arbeitsplätze. „Die Förderung des Holzbaus setzt daher ein klares Signal: für klimafreundliches Bauen, für lokale Wertschöpfung und für die gut 25.000 Menschen, die in Südtirol von der Holzwirtschaft leben“, so Rohrer.
Erneuerbare Energie: Unabhängigkeit und niedrigere Rechnungen
Mit dem zweiten Antrag schlägt die Grüne Fraktion ein Maßnahmenpaket vor, um die Energiewende zu beschleunigen und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren. Im Mittelpunkt dieses Antrags steht die Einführung neuer Instrumente zur Erleichterung der Beschaffung von Photovoltaik-Anlagen: Etwa direkte Zuschüsse, zinsfreie oder stark vergünstigte Darlehen sowie die Gründung einer öffentlichen Gesellschaft zur Unterstützung der Errichtung von Photovoltaikanlagen für öffentliche Gebäude und Mehrfamilienhäuser.
„Der Krieg im Iran, der Krieg in der Ukraine und die geopolitische Lage zeigen uns einmal mehr, dass die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen mit großen Kosten einhergeht. Diese Abhängigkeit wird zu einem Machtinstrument für Autokraten weltweit: Sie hat Auswirkungen auf die Wirtschaft, vor allem aber die Bevölkerung, die mit untragbaren Kosten konfrontiert ist – sowohl für Energie als auch für andere lebensnotwendige Güter. Die Energieunabhängigkeit ist mittlerweile zu einem Imperativ geworden und kann nur durch den Ausbau erneuerbarer Energien erreicht werden. Südtirol verfügt in diesem Bereich über ein enormes, noch ungenutztes Potenzial. Es braucht einen sofortigen Kurswechsel“, betont Zeno Oberkofler, Erstunterzeichner des Antrags.
Die beiden Anträge fügen sich in eine politische Vision ein, die darauf abzielt, die ökologische Nachhaltigkeit und die wirtschaftliche Autonomie des Landes zu stärken.
„Die ökologische Wende ist eine konkrete Chance für unser Land. Sie bedeutet, lokale Wertschöpfung zu schaffen, Abhängigkeiten von außen zu verringern und die Lebensqualität der Menschen zu verbessern. Dafür braucht es klare und mutige politische Entscheidungen“, schließen Madeleine Rohrer, Zeno Oberkofler und Brigitte Foppa.
Weitere Informationen
Bozen, 10.04.2026
Landtagsabgeordnete
Madeleine Rohrer
Zeno Oberkofler
Brigitte Foppa