Home2026

Kürzlich fand in Rom die Konferenz der Regionalverbände der Italienischen Gesellschaft für Psychiatrie statt. Dabei wurde eine besorgniserregende Entwicklung deutlich: Immer mehr Menschen leiden unter psychischen und psychiatrischen Erkrankungen und suchen professionelle Hilfe. In Italien werden derzeit rund eine Million Menschen von psychiatrischen Diensten betreut. Gleichzeitig verzeichnen die Notaufnahmen jährlich mehr als 600.000 Zugänge aufgrund psychischer Gesundheitsprobleme. Besonders betroffen sind junge Menschen, Frauen und ältere Personen.

Auch in Südtirol ist dieses Phänomen alles andere als marginal: Hier werden mehr als 327 Personen pro 10.000 Einwohnerinnen und Einwohner betreut. Das sind nahezu doppelt so viele wie im nationalen Durchschnitt. Diese Zahl verdeutlicht sowohl das Ausmaß des Bedarfs als auch die Notwendigkeit, weiter in Prävention und psychologische Versorgung zu investieren.

„Genau deshalb haben wir einen Gesetzentwurf eingebracht, um die Basispsychologie in Südtirol einzuführen. Unser Ziel ist es, einen einfachen und kostenlosen Zugang zu einer ersten psychologischen Anlaufstelle zu gewährleisten, die in die wohnortnahe Gesundheitsversorgung integriert ist“, erklärt Zeno Oberkofler. „So wie jede Bürgerin und jeder Bürger sich an die Hausärztin oder den Hausarzt wenden kann, sollte auch der Zugang zu einer Basispsychologin oder einem Basispsychologen selbstverständlich sein. Frühzeitige Unterstützung verhindert eine Verschärfung von Problemen und entlastet zugleich die spezialisierten Dienste, die bereits heute unter Personalmangel leiden.“

„Die Forderungen der Expert:innen auf der Konferenz sind eindeutig: Es braucht mehr Investitionen in die psychische Gesundheit und in die Prävention. Genau das verfolgen wir mit der Einführung der Basispsychologie. Psychische Gesundheit muss zu einem festen Bestandteil des öffentlichen Gesundheitswesens werden und als Recht allen Menschen zugänglich sein, unabhängig von ihrem Einkommen“, betonen die Grünen Landtagsabgeordneten Zeno Oberkofler, Brigitte Foppa und Madeleine Rohrer abschließend.

Weitere Informationen zum Gesetzesentwurf

 

Landtagsabgeordnete

Zeno Oberkofler
Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer

Auf den Brenner folgt der Fernpass: Diesen Samstag sperren Demonstrantinnen und Demonstranten die Straße zwischen Füssen/Reutte und Nassereith für einige Stunden. Die Menschen entlang der stark befahrenen Transitroute wollen sich Gehör verschaffen, wie zuletzt die Anrainer der Brennerautobahn. Sie lehnen den geplanten Ausbau der Fernpassroute ab.

Zu Recht, sagen die Grünen Landtagsabgeordneten Madeleine Rohrer, Brigitte Foppa und Zeno Oberkofler. Mit dem Ausbau der Fernpassstraße in Tirol droht auch im Vinschgau noch mehr Verkehr.

Die Ausgangslage

Bis zu 30.000 Fahrzeuge fahren täglich über den Fernpass. Es ist eine der meistbefahrenen Straßen Tirols, und noch dazu mautfrei. Wenn es am Brenner staut, empfehlen Navigationsdienste bereits heute den Reschenpass und die Vinschger Staatsstraße als Alternative.

Die Tiroler Landesregierung plant nun, die kurvenreiche Passstraße durch einen 1,5 Kilometer langen Tunnel zu ersetzen und den bestehenden Lermooser Tunnel mit einer zweiten Röhre von zwei auf vier Spuren zu erweitern – wobei weiterhin nur je eine Spur pro Richtung befahrbar sein soll. Derzeit gilt auf der Fernpassroute ein Fahrverbot für LKWs über 7,5 Tonnen. Den Ankündigungen zufolge soll es beibehalten werden, um zu verhindern, dass die Fernpassroute zur zweiten internationalen Transitachse wird.

Das Problem für Südtirol

Im Vinschgau gilt kein vergleichbares LKW-Fahrverbot. Und Südtirol hat in den letzten Jahren kräftig in den Straßenausbau investiert: Die 130 Millionen Euro teure Umfahrung Kastelbell wurde gerade eröffnet, weitere 75 Millionen fließen in die Umfahrung Rabland. Diese Investitionen entlasten die Ortschaften, doch sie machen die Achse Fernpass–Vinschgau gleichzeitig attraktiver für den Durchgangsverkehr. Bereits heute werden in Rabland täglich im Schnitt 17.000 Fahrzeuge gezählt (ASTAT 2024).

Die Grünen diesseits und jenseits des Reschenpasses gehen davon aus, dass Tirol das LKW-Fahrverbot nicht mehr halten kann, sobald der Fernpasstunnel in Betrieb geht. „Niemand stellt sich ein teures Auto in die Garage, um es dann nicht zu fahren. Wenn die Straße einmal ausgebaut ist, wird das LKW-Fahrverbot früher oder später fallen“, so Rohrer. Die Folge: mehr Schwerverkehr auf der gesamten Achse bis ins Vinschgau – und mehr Belastung für die Menschen, die dort wohnen.

„Der bereits vom Verkehr geplagte Vinschgau darf nicht noch weiter unter die Räder des Transits kommen“, sagt Rohrer. Die Grünen fordern, dass die Landesregierung sich entschieden an die Seite der Menschen entlang dieser Route stellt, die Planung für den abschnittsweise zweigleisigen Ausbau der Vinschgerbahn aufnimmt und die Idee der Reschenbahn aus dem Dornröschenschlaf holt. „Der Vinschgau darf nicht zur Ausweichroute werden. Straßen entlasten wir nur, indem wir gute Alternativen schaffen“, so die drei Grünen Abgeordneten.

 

Landtagsabgeordnete

Madeleine Rohrer
Brigitte Foppa
Zeno Oberkofler

Bei der nächsten Sitzung des Südtiroler Landtags wird die Grüne Fraktion zwei Themen einbringen, die auf den ersten Blick verschieden erscheinen, jedoch ein gemeinsames Ziel verfolgen: die Verbesserung der Lebensqualität der Menschen durch Prävention, Inklusion und effizientere öffentliche Dienstleistungen.

Sexuelle und emotionale Bildung: ein unverzichtbares Instrument der Prävention

Im ersten Beschlussantrag bezieht die Grüne Fraktion in der aktuellen Debatte rund um die Sexualerziehung (die von der Regierung Meloni verboten bzw. stark eingeschränkt wurde) klar Position.

„Um diesem staatlichen Schritt nach hinten lokal entgegenzuwirken, bringen wir diesen Antrag in den Landtag ein. Wir fordern, dass in allen Schulen Südtirols eine strukturierte, kontinuierliche und qualifizierte sexuelle und emotionale Bildung gewährleistet wird“, erklärt Brigitte Foppa, Erstunterzeichnerin des Antrags.

„Sexuelle und emotionale Bildung hat nichts mit Ideologie zu tun. Sie ist eines der wirksamsten Mittel zur Vorbeugung von Gewalt, Missbrauch und Diskriminierung. Auf diese Bildung zu verzichten bedeutet, Kinder und Jugendlichen grundlegende Werkzeuge zu entziehen: das Verständnis für sich selbst, den Respekt gegenüber anderen, das Erkennen problematischer und potenziell gefährlicher Situationen sowie den Aufbau gesunder Beziehungen“, betonen die Grünen Landtagsabgeordneten Foppa, Rohrer und Oberkofler.

Nightliner auch freitags: Ein Pilotprojekt für eine sichere Mobilität

Der zweite Beschlussantrag ist ein zweiter Anlauf: Der Nightliner soll auf ausgewählten Strecken auch in der Nacht von Freitag auf Samstag fahren. Die Landesregierung hatte den Grünen-Vorschlag bereits einmal abgelehnt, den bei jungen Menschen beliebten Nachtbus landesweit auf allen Linien auch am Freitagabend einzusetzen.

Der Nightliner fährt seit 20 Jahren. Entstanden ist er in einer Zeit, in der auch am Samstag Unterricht stattfand. Doch die Schulen haben längst auf fünf Tage Unterricht pro Woche umgestellt. Und viele Menschen, jung wie alt, gehen am Freitag aus – wenn spätestens ab Mitternacht kein Bus mehr fährt. Die kürzlich veröffentlichte Mobilitätsumfrage des Jugendrings bestätigt das: Fast 35 Prozent der Befragten nennen mangelnde Verfügbarkeit als größte Herausforderung nächtlicher Mobilität, 23 Prozent schlechte Verbindungen. Fehlende Nightliner am Freitagabend, schlechte Anschlüsse und mangelnde Erreichbarkeit ländlicher Gebiete werden von den Jugendlichen besonders häufig aufgezählt.

Rohrer, Foppa und Oberkofler fordern: Der Nightliner muss auf den beliebten Strecken auch in der Freitagnacht fahren. Damit niemand mehr auf den Gedanken kommt, müde oder angetrunken ins Auto zu steigen, weil eine Alternative fehlt. „Die Nightliner machen unsere Straßen sicherer. Und wer nachts nicht auf ein eigenes Auto angewiesen ist, gewinnt ein Stück Freiheit“, so Madeleine Rohrer.

Eine sichere und gerechte Gesellschaft entsteht, wenn Möglichkeiten, Wissen und Angebote geschafft werden. Ob emotionale Bildung oder Nightliner, es braucht politische Wegweiser, welche die Menschen in den Mittelpunkt stellen”, schließen die Grünen Abgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler.

Weitere Informationen

 

Landtagsabgeordnete

Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Zeno Oberkofler

Was die Grüne Fraktion im Südtiroler Landtag vor einem Jahr im Omnibus-Gesetz durchgesetzt hatte, setzt die Landesregierung nun mit einem Beschluss um: Ab 1. September 2026 erhalten junge Menschen in Südtirol zwischen 14 und 25 Jahren über die Familienberatungsstellen kostenlos Verhütungsmittel. Für das einjährige Pilotprojekt sind insgesamt eine Million Euro vorgesehen.

Der Weg dorthin war nicht geradlinig.  Im März 2025 hatte der Gesetzgebungsausschuss den grünen Änderungsantrag zur kostenlosen Verhütung zunächst abgelehnt. Wenige Monate später, im Juli 2025, brachte die Grüne Fraktion den Vorschlag erfolgreich in das Omnibus-Gesetz ein. Durch den Beschluss der Landesregierung erfolgt nun die konkrete Umsetzung.

Das Angebot richtet sich an alle zwischen 14 und 25 Jahren, unabhängig vom Geschlecht. Angebotene Verhütungsmittel sind Pille, Vaginalring, Pflaster, Implantat, Spirale sowie Kondome, die direkt in den Beratungsstellen ausgegeben werden. Die Ausgabe der Verhütungsmittel ist nicht an eine ärztliche Verschreibung gekoppelt und erfolgt niederschwellig über die Familienberatungsstellen.

Da Verhütungsmittel zuverlässig vor sexuell übertragbaren Infektionen (STD) schützen, ist ihr kostenloser Zugang ein entscheidender Beitrag zur öffentlichen Gesundheit. Auch gehen in europäischen Ländern, die auf kostenlose Verhütungsmittel setzen, ungewollte Schwangerschaften zurück. Gleichzeitig steigt die Geburtenrate, was zeigt, dass ein offener Umgang mit freier und informierter Verhütung sich nicht negativ darauf auswirkt, sondern sie im Gegenteil begünstigt.

„Das ist ein Erfolg für Gesundheit und Menschenwürde: Verhütung ist keine Frage des Geldes mehr“, so Brigitte Foppa, Landtagsabgeordnete der Grünen Fraktion. „Das ist ein echter Fortschritt für die reproduktive Selbstbestimmung junger Menschen in Südtirol. Wir sind froh, dass diese Forderung des “Frauenmarsch” nun endlich Realität wird. Auch dank der produktiven Zusammenarbeit mit Landesrat Messner.“

„Wir haben diese Forderung nicht fallengelassen und uns nicht entmutigen lassen, auch als sie im Ausschuss abgelehnt wurde“, so die Grüne Fraktion. „Dass die Landesregierung sie jetzt umsetzt, zeigt: Hartnäckigkeit zahlt sich aus, und sexuelle Gesundheit gehört zur Grundversorgung!“

 

Landtagsabgeordnete

Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Zeno Oberkofler

Spätestens mit den Pfingstferien hat der Ansturm auf die Dolomiten begonnen. Alle Jahre wieder.

Rudel von Motorradfahrern stürmen die Dolomitenpässe, riesige Touristenbusse zwängen sich auf die engen Bergstraßen und bleiben in den Kurven stecken. Die Schlangen von Hot-Spot-Touristen an den Aufstiegsanlagen werden Tag für Tag länger. Die Dorfstraßen sind, langsam, aber sicher, vom Dauerstau besetzt. Alles wie gehabt.

„Jedes Jahr scheint man aufs Neue mit Verblüffung dem Touristenansturm entgegenzutreten. Die Maßnahmen, die man verkündet und setzen möchte, sind zu langsam oder greifen nicht. Das liegt auch daran, dass man die falsche Strategie gewählt hat: retroaktiv zu agieren, statt proaktiv vorzubeugen“, so Elide Mussner, Gemeinderätin in Abtei und Tourismusexpertin.

Im ladinischen Radio sprechen die Aufstiegsanlagenbetreiber über die kommende Saison, mit Stolz verkündet man, dass der Sommer immer besser werden wird. Mit „besser“ meint man natürlich mehr. Mehr Menschen, mehr Kapazitäten, mehr Nächtigungen. Also auch mehr Verkehr, mehr Lärm und mehr Masse. Und das heißt nun einmal: weniger Ruhe, weniger Naturerlebnis, weniger Qualität. Der Denkfehler ist deutlich: Ein weiteres Mehr ist wirtschaftlich schädlich, man könnte es in Qualitätsverlust umbenennen. Und wenn wir noch weiter an Qualität verlieren, dann verlieren wir an Attraktivität. Wir begeben uns als Tourismusdestination in eine Richtung, die sich keiner wirklich wünschen kann. Ist die Qualität einmal verloren, dann kommt sie so leicht nicht wieder.

Eine Stimme, die aus der Reihe tanzt, ist jene des Präsidenten der Tourismusgenossenschaft Alta Badia, Christian Pescollderungg. Im ladinischen Radio übt er starke Kritik am Verkehrsansturm auf die Dolomitentäler. Er fordert mehr Respekt für die Menschen und das Gebiet.

Nun werden landesweit Abermillionen in die touristische Kommunikation und Vermarktung investiert, und genau hier braucht es ein Umdenken: Wir müssen die Besucher*innen besser informieren und vor allem sensibilisieren. Zurück zum Ursprung der Kommunikation und weg von einer marktorientierten Inszenierung. Die Informationsaufgabe darf nicht fremdbestimmten sozialen Medien und digitalen Apps überlassen werden. Die Aufgabe des touristischen Marketings sollte sein, den Gästen zu vermitteln, dass die Dolomiten kein Fun-Park sind. Unsere Täler, unsere Wälder, unsere Dörfer sind Lebensräume, die es zu respektieren gilt.

„Die Dolomiten sind kein Futtertrog, an dem sich alle beliebig bedienen können, ohne dafür Verantwortung übernehmen zu müssen. Es geht darum, gemeinsam an einem Strang zu ziehen, südtirolweit. Wir dürfen die Dolomitentäler nicht allein lassen, schließlich geht es um unsere Heimat und um unsere Wirtschaft“, schließt Elide Mussner.

Der Südtiroler Landtag hat den Beschlussantrag der Grünen Fraktion zum Landesgesetzentwurf 70/26 angenommen, mit dem die Berufserfahrung jener Supplent:innen wirtschaftlich anerkannt werden soll, die seit Jahren das Funktionieren der Südtiroler Schulen sicherstellen.

Der Beschlussantrag verpflichtet die Landesregierung zu prüfen, welche gesetzlichen oder verwaltungstechnischen Maßnahmen ergriffen werden können, um die Erfahrung von Lehrpersonen mit befristeten Verträgen aufzuwerten, und eine spezifische Zulage für jene einzuführen, die seit mindestens fünf Jahren an Schulen in Südtirol unterrichten.

„Seit Jahren sind die Supplent:innen eine tragende Säule unseres Schulsystems. Viele unterrichten seit zehn, fünfzehn oder zwanzig Jahren an unseren Schulen, oft in denselben Klassen und denselben Instituten – und werden dennoch behandelt, als wäre es ihr erster Arbeitstag. Das ist eine ungerechte Situation, die endlich auch vom Landtag anerkannt wird“, erklärt Brigitte Foppa, Erstunterzeichnerin des Beschlussantrags.

„Wer täglich zum Funktionieren der öffentlichen Schule beiträgt, verdient eine angemessene wirtschaftliche Anerkennung. Berufserfahrung hat einen Wert und muss als solcher betrachtet werden, unabhängig von der Vertragsart“, betonen die Grünen Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler.

Mit der Annahme des Beschlussantrags sieht die Grüne Fraktion ein Gleichheitsprinzip anerkannt, das das Schulpersonal seit Langem einfordert: Dienstjahre müssen zählen, auch für jene, die mit befristeten Verträgen arbeiten. „Jetzt erwarten wir, dass die Landesregierung dieses Bekenntnis in konkrete Maßnahmen umsetzt“, schließen die Grünen Landtagsabgeordneten.

 

Landtagsabgeordnete

Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Zeno Oberkofler

Der Südtiroler Landtag hat heute entschieden: Familien werden auch in Zukunft nicht frei zwischen ein- und mehrsprachiger Schulbildung wählen können. Der Gesetzentwurf der Grünen Fraktion, der die Einführung mehrsprachiger Klassen an Südtiroler Schulen als freiwilliges und ergänzendes Zusatzangebot zum bestehenden Schulsystem vorsah, wurde abgelehnt.

Die Grüne Fraktion zeigt sich enttäuscht: Seit Jahren besteht der Wunsch und die Forderung aus der Gesellschaft und vonseiten vieler Familien doch wieder einmal wurde eine Entscheidung vertagt und damit eine Chance vertan.

„Dieser Vorschlag demontiert weder das bestehende Schulsystem noch stellt er die Schutzrechte der Sprachgruppen in Frage. Wir wollen denen eine zusätzliche Möglichkeit bieten, die für ihre Kinder einen zweisprachigen Schulweg wünschen: einen, der die alltägliche Realität Südtirols widerspiegelt“, erklärt Brigitte Foppa, Erstunterzeichnerin des Gesetzentwurfs.

Der Vorschlag sah die Einrichtung freiwilliger zweisprachiger Klassen vor, mit Lehrkräften der jeweiligen Unterrichtssprachen, einer ausgewogenen Aufteilung der Fächer auf die Sprachen sowie der Möglichkeit, eine dritte Sprache zu integrieren.

„Der Spracherwerb bleibt eines der größten Problemfelder unseres Schulsystems. Obwohl wir in einer mehrsprachigen Provinz leben, schließen zu viele Jugendliche ihre Schulzeit ohne ausreichende Kenntnisse der Zweitsprache ab. Dazu kommt: Zahlreiche Familien wünschen sich ein solches Angebot, das belegen die Daten des letzten Sprachbarometers. Diese Realität zu ignorieren hilft niemandem“, betonen die Grünen Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler.

Die heutige Abstimmung beendet die Diskussion im Landtag vorläufig – nicht aber jene in der Südtiroler Gesellschaft. Die Grünen wollen sich weiter dafür einsetzen, dass Familien mehr Wahlfreiheit erhalten und dass die Mehrsprachigkeit, eine der größten Stärken Südtirols, endlich auch in der Schule ihren Platz findet.

Weitere Informationen zum Gesetzesentwurf

 

Landtagsabgeordnete

Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Zeno Oberkofler

Der Südtiroler Landtag hat heute die Gesetzentwürfe Nr. 6 und 7/23 zur Direkten Demokratie abgelehnt, die von Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa und Alex Ploner “als Patin und Pate” eingebracht wurden. Sie waren von der Initiative für mehr Demokratie ausgearbeitet und wurden von Vertreter*innen von acht politischen Kräften mitgetragen. Die Entwürfe zielten darauf ab, Hindernisse zu beseitigen, die in den vergangenen Jahren die Ausübung der in der Landesgesetzgebung vorgesehenen Partizipationsrechte faktisch verhindert haben.

Die Einbringerinnen und Einbringer der Gesetze bedauern die Ablehnung im Landtag als verpasste Chance zur Stärkung der demokratischen Beteiligung in Südtirol.

„Vor den Landtagswahlen 2023 hatten sich zahlreiche Politikerinnen und Politiker für eine Reform der Direkten Demokratie und für die Forderungen der Initiative für mehr Demokratie ausgesprochen. Wer vor Wahlen etwas verspricht, muss es auch halten, selbst wenn er oder sie danach in die Mehrheit gewechselt ist. Die Freiheitlichen und Fratelli d’Italia haben ihr Wort nicht gehalten. Das macht das heutige Ergebnis noch bitterer“ erklären Brigitte Foppa und Alex Ploner.

Die Gesetzentwürfe sahen u.a. vor, die Zulässigkeit von Volksabstimmungen auch zu Fragen der Regierungsform endgültig klarzustellen. Darüber hinaus sollte die Zusammensetzung der Richterkommission, die Volksbegehren prüft, reformiert werden: Ein Losverfahren unter Expert*innen des öffentlichen Rechts hätte mehr Unabhängigkeit und Unparteilichkeit gewährleisten sollen. Auch sollte per Gesetz die Möglichkeit der Onlineunterschriften und die Ausweitung der Personen, die Unterschriften beglaubigen können, erzielt werden.

Die Instrumente der Direkten Demokratie wirksam zu machen bedeutet, das Vertrauen der Bürger*innen in die Institutionen zu stärken und eine direktere Beziehung zwischen Politik und Gesellschaft herzustellen. Die Mehrheit hat heute gezeigt, wie sie die der Bevölkerung gegebenen Versprechen einlöst: gar nicht, so die unterstützenden Landtagsfraktionen, die Grünen, Team K, Südtiroler Freiheit, PD, Freie Fraktion, JWA, Vita und Wir Bürger.

Weitere Informationen:

Das Valditara-Gesetz ist durch. Am 4. Juni hat der italienische Senat beschlossen, was Pädagoginnen, Gewerkschaften und die Weltgesundheitsorganisation seit Monaten befürchtet haben: Sexualerziehung in Kindergarten und Grundschule wird verboten, in höheren Klassen nur noch mit schriftlicher Elterneinwilligung erlaubt. Italien, das ohnehin zu den wenigen europäischen Ländern gehört, in denen sexuelle Bildung nicht gesetzlich verankert ist, macht damit einen weiteren Schritt zurück. Doch Südtirol muss diesen Schritt nicht mitgehen. Die Grünen Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler haben im Rahmen der Behandlung des Landesgesetzentwurfs Nr. 70/26 einen Beschlussantrag eingebracht, die die Landesregierung in die Pflicht nimmt: emotionale und sexuelle Bildung soll als fester Bestandteil des Südtiroler Schulcurriculums verankert werden. Bildungslandesrat Achammer hat bereits angedeutet, dass diese Spielräume vorhanden sind. Jetzt geht es darum, sie auch zu nutzen.

 

Landtagsabgeordnete

Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Zeno Oberkofler

„Demokratie braucht Struktur“: Unter diesem Leitgedanken haben die Verdi Grüne Vërc in den vergangenen Monaten einen umfassenden Erneuerungsprozess gestaltet. Mit der Verabschiedung eines neuen Statuts und der Wahl neuer Parteigremien hat man an diesem Wochenende die Weichen für eine wichtige organisatorische und politische Weiterentwicklung der Partei gesetzt.

Bei der heutigen Landesversammlung im Pfarrheim Bozen wurde mit der Wahl von zwei neuen Co-Sprecher*innen, der Neubesetzung des Grünen Rats sowie der erstmaligen Ernennung einer Präsidentin die politische Führung der Grünen Verdi Verc neu besetzt. Die diesjährige Landesversammlung bildet den erfolgreichen Abschluss eines mehrmonatigen, partizipativen Prozesses bei dem das neue Statut der Partei erarbeitet und am vergangenen Donnerstag, 04. Juni beschlossen wurde.

Die scheidenden Co-Vorsitzenden Elide Mussner und Luca Bertolini

Mit der heutigen Landesversammlung endet die Amtszeit von Elide Mussner und Luca Bertolini als Co-Vorsitzende der Verdi Grüne Vërc. Als zentrale Motoren der internen Erneuerung haben sie den Statutenprozess während ihres Mandats begleitet und nun erfolgreich zum Abschluss gebracht. “Es ist wichtig, dass sich eine Partei stets weiterentwickelt.Ich freue mich also, den Vorsitz mit diesem partizipativen Prozess zur Statuteneuerung abschließen zu dürfen. Ein Prozess, der viel Raum für eine konstruktive politische Gestaltung bringt. Ich bin mir sicher, dass die zwei “Neuen” die Partei in den nächsten Jahren mit Bewusstsein und vollem Engagement führen werden.”, so Elide Mussner. Luca Bertolini schließt: „Die Grünen haben eine wichtige Herausforderung vor sich: weiterhin eine politische Kraft zu sein, die neue Fragen auch auf neue Weise angeht. Nur so behält eine Partei Lebendigkeit, Glaubwürdigkeit und Gestaltungskraft.“ Zu seinem Mandat: „Ich verlasse dieses Amt mit Dankbarkeit und der Überzeugung, dass die Herausforderung der Grünen darin besteht, sich ohne Angst vor Innovation zu erneuern. Eine Partei bleibt lebendig, wenn sie sich stets in Frage stellt, wie wir es in diesen Jahren versucht haben, und dieser abgeschlossene Prozess bestätigt es“, so Bertolini.

Neue Co-Sprecher:innen: Kathrin Werth und Zeno Oberkofler

Zu neuen Co-Sprecher:innen der Partei wurden Kathrin Werth und Zeno Oberkofler gewählt.

Kathrin Werth ist seit 2020 Gemeinderätin in Eppan und als engagierte Europäerin für ihre Gemeinde als EU-Beauftragte tätig. Sie nahm am „Young Elected Politicians“-Programm des Europäischen Ausschusses der Regionen in Brüssel teil und absolvierte diverse Praktika bei den Europäischen Institutionen, zuletzt bei der Europäischen Kommission. Zeno Oberkofler, Landtagsabgeordneter der Grünen Fraktion im Südtiroler Landtag, und nun Co-Sprecher freut sich zusammen mit seiner frisch gewählten Kollegin Kathrin Werth: “Wir bedanken uns für die intensive Arbeit unserer Vorgänger*innen. Jetzt können wir mit einer stabilen Struktur die Herausforderungen, die auf uns zukommen, gemeinsam angehen. Als Kraft der Erneuerung wollen wir mutig und mit Zuversicht vorangehen und der wertvollen Arbeit der vielen öko-sozialen Listen im Land die nötige Sichtbarkeit geben.”

Neue Rolle der Präsidentin: Brigitte Foppa gewählt

Eine der zentralen Neuerungen des neuen Statuts ist die Einführung des Amtes der Präsidentin. Diese übernimmt künftig die gesetzliche Vertretung der Partei und wirkt als Garantin für die Einhaltung der statutarischen Werte und Verfahren. Auf Vorschlag des Grünen Rates wurde Brigitte Foppa in dieses Amt gewählt. Die Landtagsabgeordnete und langjährige Vorsitzende der Grünen wird die Partei künftig in dieser neu definierten Funktion begleiten. “Neben Erneuerung und Energie ist auch das Bedürfnis nach Stabilität und einer Garantenfigur vernehmbar geworden. Das möchte ich sein, um die neuen Co-Sprecher:innen zu entlasten, ihnen den Rücken zu stärken bzw. ihn frei zu halten. Ich tu das für die Grünen Südtirols, denen ich nun seit 20 Jahren verbunden bin.” so Foppa.

Neu gewählter Grüner Rat

Die Landesversammlung wählte zudem die Delegierten in den Grünen Rat, das strategische Leitungsgremium der Partei. Gewählt wurden: Elide Mussner, Maximilian Gartner, Erica Fassa, Camila Cristofoletti, Thomas Anton Ebenkofler, Rosina Ruatti, Inge Mahlknecht, Nadja Spöttl und Cornelia Brugger.

Mit erneuerter Struktur, neu gewählten Gremien und einem modernisierten Statut positionieren sich die Verdi Grüne Vërc nun für die kommenden politischen Herausforderungen in Südtirol und auf Staatsebene.