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PRESSEMITTEILUNG.

Diese Vorschläge bringen die Grünen in den Landtag.

Helikopter und Mensen haben auf den ersten Blick wenig gemein? Das stimmt. Das Ziel, dass die Grünen mit diesen beiden Mai-Anträgen im Landtag verfolgen möchten, ist jedoch sehr ähnlich. Denn es geht es um die Lebensqualität der Menschen.

Hubschrauber am richtigen Ort

Die Genehmigung von Hubschrauberlandeplätzen ist auf staatlicher Ebene geregelt und fällt in die Zuständigkeit der Zivilluftfahrtbehörde ENAC. Das Land verfügt nur über sehr begrenzte oder indirekte Eingriffsmöglichkeiten bei der konkreten Standortwahl und der Genehmigung einzelner Anlagen. Dies führt in letzter Konsequenz dazu, dass Land und Gemeinden sozusagen keine Handhabe besitzen.

„In den letzten Jahren haben wir einen deutlichen Anstieg von Helikopteraktivität erlebt, die oft ohne angemessene Einbindung des Gebiets durchgesetzt wurden. Hinzu kommen Lärm, Umweltauswirkungen und eine Verschlechterung der Lebensqualität. Es ist notwendig, dass das Land mehr Mitspracherecht erhält und so mehr Transparenz entsteht“, erklärt Brigitte Foppa, Erstunterzeichnerin des Vorschlags.

Biologische Lebensmittel in öffentlichen Mensen

Der zweite Beschlussantrag betrifft die Einführung und Stärkung der Verwendung biologischer Lebensmittel in öffentlichen Mensen – von Schulen über Krankenhäuser bis hin zu Pflegeheimen –, um die lokale landwirtschaftliche Produktion aufzuwerten und ein gesünderes sowie nachhaltigeres Ernährungssystem zu fördern.

„In Südtirol haben wir ein großes Potenzial in der biologischen Produktion, doch dies spiegelt sich noch nicht ausreichend in den öffentlichen Mensen wider. Wir wollen die Verbindung zwischen lokaler Landwirtschaft und Gemeinschaftsverpflegung stärken, die Qualität der Lebensmittel verbessern und gleichzeitig unsere Produzenten unterstützen“, so Erstunterzeichnerin Madeleine Rohrer.

Die beiden Initiativen haben ähnliche Ziele: Nachhaltigkeit, Gesundheit und die Rechte der Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. „Ob es darum geht, was wir essen, oder um die Umwelt, in der wir leben – es braucht politische Entscheidungen, die das Wohlbefinden der Menschen und die Nachhaltigkeit in den Blick nehmen. Die Stärkung lokaler Wertschöpfungsketten und eine stärkere Einbindung der Gemeinschaften bedeuten, ein gerechteres und lebenswerteres Südtirol aufzubauen“, schließen die grünen Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler.

 

Weitere Informationen

Bozen, 05.05.2026

Landtagsabgeordnete

Madeleine Rohrer
Zeno Oberkofler
Brigitte Foppa

Heute fand in Bozen im Kolpinghaus die Tagung „Wem gehören die Berge?“ statt. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Grünen Fraktion im Regionalrat. Ein intensiver Vormittag des Austauschs zu Arbeit, ökologischer Fragilität, Bergwirtschaft und Generationenperspektiven, mit zehn Gästen – aus Forschung, Wirtschaft, Almwirtschaft, Politik, und Aktivismus.

 

Die Arbeiten wurden von der Fraktionsvorsitzenden Brigitte Foppa und der Co-Sprecherin der Grünen Elide Mussner eröffnet. Foppa und Mussner stellten die Frage nach dem Berg als Naturraum, der zunehmend ausgebeutet und industrialisiert wird. Der Berg darf seine Magie nicht verlieren. Die Grenzen des Wachstums sind überschritten, und oft wird der Berg für diejenigen, die dort leben, unkenntlich.

Im ersten Panel „Arbeitsplatz: Berg“, moderiert von der Regionalratsabgeordneten Madeleine Rohrer, drehte sich die Debatte um den Berg als Lebens- und Arbeitsraum. Michele Nardelli warnte vor der Gefahr der Monokultur, angefangen beim Tourismus, und betonte deren Auswirkungen, die nicht nur wirtschaftlicher, sondern auch sozialer und kultureller Natur sind und die betroffenen Gemeinschaften prägen. Der Hirte Matthias Prieth erinnerte daran, dass die Berglandwirtschaft nicht tot ist, aber dass es Regeln braucht, die sie konkret möglich machen. Ruth Heidinsfelder bestand auf der Notwendigkeit, das Territorium zu öffnen und eine neue Arbeitskultur zu entwickeln: Ohne einen Wandel im Denken sind jene, die Dinge anders machen wollen, gezwungen, wegzugehen.

Das zweite Panel „Die Zerbrechlichkeit der Berge“, moderiert von der Regionalratsabgeordneten Lucia Coppola, beleuchtete das Verhältnis zwischen Umweltpolitik und Biodiversitätsverlust. Hanspeter Staffler sagte den bezeichnenden und schönen Satz „Wir müssten von ‘Mitwelt’ anstatt von ‘Umwelt’ sprechen“. Der Zoologe Filippo Zibordi warnte: „Die Debatte über Wolf und Bär ist politisiert worden, während das stille Verschwinden von Arten eine weitaus besorgniserregendere Geschichte erzählt.“ Die Forscherin Alessandra Piccoli stellte die zentrale Frage: „Nachhaltige Landwirtschaft und solidarische Ökonomie funktionieren längst, aber hat unsere Region das Zeug, daraus ein echtes System zu machen?“

Im dritten Panel “Schützen, nützen, ausbeuten: Wirtschaft der Berge”, moderiert vom Regionalratsabgeordneten Zeno Oberkofler, trafen unternehmerische und politische Perspektiven aufeinander. Die Europaabgeordnete Cristina Guarda warnte vor den Risiken der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) für die Berglandwirtschaft: „Europa muss entscheiden, ob es die Vergangenheit finanzieren oder in eine echte Wende investieren will.“ Der Unternehmer Heiner Oberrauch betonte: „Die Alpen sind mittlerweile zum Marketingbegriff geworden, doch wenn wir sie schützen wollen, muss die Wirtschaft die Berge in Ruhe lassen“. Die Hotelierin Lisa Resch erinnerte daran: „Authentischer Tourismus entsteht durch eine authentische Geschichte, intakte Natur und eine Gemeinschaft, die daran glaubt.“

Die abschließenden Überlegungen „Das war’s, das wird es sein“, geleitet von Brigitte Foppa, brachten zwei Generationen miteinander ins Gespräch. Christine Baumgartner sagte: „Veränderung beginnt bei denen, die der Resignation widerstehen“, während die Vorsitzende der Südtiroler Hochschüler:innenschaft Neha Bhati dazu einlud, zwischen dem Vorübergehenden und dem Bleibenden zu unterscheiden – eine Einladung, Veränderung nicht mit Verlust zu verwechseln und in den Bergen etwas zu erkennen, das Generationen überdauert, ohne jemandem zu gehören.

Die drei Frauen bündelten die Erkenntnisse des Vormittags in drei Schlüsselbegriffen: die Gewissheit, dass es Rettung gibt, die „Mitwelt“, die dem Menschen gleichgestellt werden soll, und die Sorge für das, was uns umgibt.

Die Tagung hat die Notwendigkeit eines strukturierten Austauschs bestätigt, um eine gemeinsame alpine Vision für unsere Region zu entwickeln – eine Vision, die von der Komplexität der aktuellen Herausforderungen und den unterschiedlichen Bedürfnissen ausgeht.

Der Wunsch der Grünen Fraktion ist, dass dieser Tag Impulse setzt und von weiteren Dialogmomenten gefolgt wird, die Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Verbände, Politik und Forschung einbeziehen. Denn wenn es um die Zukunft der Berggebiete geht, in einer Zeit der Klimakrise, demografischer Veränderungen und neuer geopolitischer Konstellationen, ist es keine Option, sich auf die Verteidigung des Status quo zu beschränken. Es gilt, einen gemeinsamen Weg hin zu ökologischer und sozialer Gerechtigkeit aufzubauen.

Ein wichtiger Schritt zur Stärkung der Beteiligung und der Qualität der Demokratie, indem den jungen Generationen eine aktive Rolle und konkrete Verantwortung in Entscheidungsprozessen zuerkannt wird.

Heute wurde ein regionaler Gesetzentwurf vorgestellt, der darauf abzielt, das Wahlrecht ab 16 Jahren für Referenden, Konsultationen und Volksinitiativen auf Gemeindeebene einheitlich in der gesamten Region einzuführen. Der Vorschlag sieht eine Änderung des Kodex der lokalen Körperschaften vor und überwindet damit die bisherige Regelung, die diese Möglichkeit den einzelnen Gemeinden überlässt, wodurch es zu einer fragmentierten und uneinheitlichen Anwendung auf dem gesamten Gebiet gekommen ist.

„Man sagt oft, die Jugend sei die Zukunft. In Wahrheit ist die Jugend die Gegenwart und sie sollte jetzt mitentscheiden können.“, betonte Zeno Oberkofler, Erstunterzeichner des Gesetzentwurfs, im Rahmen der Pressekonferenz. „Das Wahlrecht ab 16 bei Volksbefragungen ist ein Mehrwert für die Gemeinden. Wer weiß besser als die Jugend selbst, wie man als Gemeinde für junge Menschen attraktiv sein kann?“. So die grünen Regionalratsabgeordneten Zeno Oberkofler, Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Lucia Coppola.

Ihre Zufriedenheit über die Initiative äußerte auch Manuela Weber, Geschäftsführerin des Südtiroler Jugendrings, die an der Pressekonferenz teilnahm: „Junge Menschen sind kompetent, engagiert und betroffen. Das Wahlalter 16 ist kein Experiment, sondern ein demokratischer Fortschritt, der sich international bewährt hat.“

Der Vorschlag reiht sich in bewährte europäische Praktiken ein: Von Österreich über mehrere deutschen Bundesländer bis hin zu Schweizer Kantonen hat die Senkung des Wahlalters gezeigt, dass sie die Beteiligungsbereitschaft und das staatsbürgerliche Bewusstsein fördern. Auch aus demografischer Sicht ist das Thema von besonderer Bedeutung – in einer alternden Gesellschaft, in der das Risiko einer politischen Marginalisierung junger Generationen zunehmend real wird.

Im Rahmen der Pressekonferenz wurde zudem betont, dass die Gemeinden auch dann ihren Beitrag leisten können, falls der Gesetzentwurf nicht verabschiedet werden sollte. Aus diesem Grund wurde ein Muster-Beschlussantrag vorgestellt, die den Gemeinderäten zur Verfügung steht und mit der sie sich verpflichten können, das Wahlrecht ab 16 Jahren in den Gemeindestatuten zu verankern – im Einklang mit den Grundsätzen der Beteiligung und der aktiven Bürgerschaft.

„Das Ziel ist klar: gleiche Rechte im gesamten regionalen Gebiet zu gewährleisten und die derzeit uneinheitliche Anwendung der Rechtslage zu überwinden“, so die Initiatoren abschließend. Mit diesem Vorschlag bekräftigt die Grüne Fraktion im Regionalrat ihr Engagement für die Stärkung und Weiterentwicklung der Instrumente der direkten Demokratie, mit besonderem Augenmerk auf die Einbindung junger Generationen.

 

Regionalratsabgeordnete

Zeno Oberkofler
Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Lucia Coppola

Eine Delegation des Landtags von Niedersachsen besuchte in diesen Tagen Südtirol. Der Grüne Landtagsabgeordneten Pascal Leddin nutzte seinen Aufenthalt für einen Besuch zweier innovativer Bioland-Bauernhöfe auf dem Ritten. Begleitet wurde er dabei von seiner Südtiroler Kollegin Madeleine Rohrer sowie von Johann Tappeiner und Ulrich Gamper, beide Vorstandsmitglieder von Bioland. „Biologische Landwirtschaft ist keine Nische mehr – sie ist die Antwort auf Klimakrise, Artensterben und die Abhängigkeit von fossilen Stoffen zugleich“, waren sich die beiden Landtagsabgeordneten einig.

Der erste Teil des Austausches zur Landwirtschaftspolitik zwischen der norddeutschen und Südtiroler Delegation fand am Egger-Hof statt, einem der drei Bioland-Leitbetriebe des heurigen Jahrs. Bauer Martin Lintner zeigte seinen Besuchern, wie er auf einer relativ kleinen Fläche hochwertiges Getreide und Hülsenfrüchte anbaut und zugleich Grünland- und Viehwirtschaft betreibt. „In einem so vielfältigen Land wie Südtirol ist Landwirtschaft als Kreislaufwirtschaft möglich. Das bestärkt junge Menschen wie mich, dass wir unsere Zukunft in unseren Händen haben“, so Lintner.

Zweiter Stopp war der Milchviehbetrieb Lichtensternhof. Erich Hohenegger hat den Betrieb nach der Hofübernahme auf Bio umgestellt. „Die Stallung wurden im Sinne des Tierwohls großzügig erweitert“, so der Jungbauer. Maschinen, darunter ein Melkroboter, erleichtern die Arbeit. „Die Politik muss jetzt die Rahmenbedingungen schaffen, um den Absatz von Südtiroler Bio-Produkten zu fördern. Die Landwirte brauchen Planungssicherheit“, so Tappeiner und Gamper. Dazu sei eine bessere Abstimmung und Kooperation zwischen Landwirtschaft und Tourismus dringend notwendig.

Leddin zeigte sich nach seinem Besuch in den beiden Bioland-Betrieben überzeugt: „Südtirol zeigt mit seiner kleinstrukturierten Landwirtschaft, dass wirtschaftlicher Erfolg und nachhaltiges Wirtschaften kein Widerspruch sind. Und dass es neben der oft zitierten Logik ‚Wachse oder weiche‘ auch andere tragfähige Wege gibt.“

 

Landtagsabgeordnete

Madeleine Rohrer
Brigitte Foppa
Zeno Oberkofler

Foto: Simon Deppe

È arrivato l’Equal Pay Day. Non c’è motivo di festeggiare. L’Equal Pay Day rappresenta il giorno fino al quale le donne devono lavorare per guadagnare quanto gli uomini hanno già percepito nell’intero anno precedente.

Mentre Luisa lavora al 50% e, oltre al suo lavoro, si occupa a casa dei suoi due figli e dei suoceri malati, suo marito Stefan lavora al 100% (facendo anche straordinari più volte alla settimana per avanzare di carriera). Stefan non solo guadagna molto più di Luisa, ma svolge anche molte meno attività di cura non retribuite. I figli vengono accuditi soprattutto da Luisa e dai suoi genitori. Anche la cura dei genitori di Stefan è gestita, oltre che dalla badante, principalmente da Luisa.

“Per noi è importante sottolineare che questo sistema crea problemi di cui soffriamo tutte e tutti. Donne e uomini vengono costretti in rigidi ruoli dai quali è difficile uscire e che spesso non scelgono consapevolmente. Semplicemente ‘accadono’ nel corso della vita”, riassumono i consiglieri provinciali Verdi Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer e Zeno Oberkofler. “Alla fine della vita, però, il conto in banca delle donne appare molto più magro. E il lavoro di cura non viene riconosciuto al momento della pensione”.

Cosa si può fare? Primo: informare. Anche solo prendere decisioni più consapevoli aiuta. Molte situazioni che, in ultima analisi, portano alla povertà nella vecchiaia non sono infatti frutto di scelte deliberate. Questo deve cambiare: tutte e tutti dobbiamo imparare a parlare di più dei nostri progetti di vita e di come li immaginiamo.

Affinché le future Luisa e Stefan possano entrambi lavorare al 75% e condividere la gestione della loro vita al di fuori del lavoro… e affinché l’Equal Pay Day del 2027 cada magari qualche giorno prima.

 

Cons. prov.

Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Zeno Oberkofler

Der Südtiroler Landtag hat heute beschlossen, den Holzbaufonds für alle Südtirolerinnen und Südtiroler zu öffnen. Bisher konnten nur Gemeinden und gemeinnützige Organisationen Förderungen beantragen, wenn sie mit lokalem Holz bauten. Künftig gilt das auch für Privatpersonen. Der Beschluss geht auf einen Antrag der Grünen Landtagsfraktion zurück, der auch von zwei Landtagsabgeordneten der SVP mitunterzeichnet wurde.

„Wer hartnäckig für eine gute Idee eintritt, kann etwas bewegen“, freut sich Madeleine Rohrer, Einbringerin des Antrags. „Bauen mit Holz bindet CO₂ langfristig im Gebäude, es stärkt die lokale Kreislaufwirtschaft und zeigt, wie Tradition und Innovation in Südtirol zusammenpassen.“

Die Grüne Landtagsfraktion hatte den Vorschlag bereits mehrfach eingebracht. Heute wurde er im Landtag einstimmig genehmigt.

Mit der Öffnung des Holzbaufonds wird das Bauen mit heimischem Holz künftig für alle Südtirolerinnen und Südtiroler finanziell attraktiver – ein klares Signal für Klimaschutz, lokale Wertschöpfung und eine nachhaltige Bauwirtschaft.

Weitere Informationen: Wood be nice – Mit Holz Südtirols Zukunft nachhaltig gestalten

Landtagsabgeordnete

Madeleine Rohrer
Brigitte Foppa
Zeno Oberkofler

„Ein unendliches Dankeschön an die Millionen ungarischer Bürgerinnen und Bürger für ihre außergewöhnliche Wahlbeteiligung, ein echtes Zeichen der Demokratie. Als Wahlbeobachterin vor Ort habe ich die Intensität dieser Wahl hautnah miterlebt, welche wie eine Welle, das Land durchflutete und das Modell von Viktor Orbán hinwegfegte. Eine echte Niederlage für die Souveränisten, die die Autokratie zu einer Regierungsform machen wollten.“

Dies erklärt die Senatorin der Grünen Verdi Verc Südtirol-Alto Adige, Aurora Floridia, in einer Mitteilung. Sie hatte die Wahl in Ungarn als Mitglied der Beobachterdelegation des Europarats verfolgt.

„Diese Tage werden in der politischen Geschichte Europas Spuren hinterlassen. Aus diesen Wahlen geht nicht nur ein Politiker als Verlierer hervor, sondern ein konkretes politisches Projekt: die Vorstellung, die Demokratie von innen heraus auszuhöhlen, indem man die Institutionen unterwirft, Rechte einschränkt und den Spielraum für Freiheit und Opposition verengt.

Die Entscheidung der ungarischen Bürger*innen reiht sich ein in die Signale, die in den letzten Monaten auch aus anderen Ländern kamen, von Kanada bis Australien, von Deutschland bis nach Italien mit dem Referendum zur Justiz. Es ist eine politische Absage an die Verbündeten des Trumpismus und an die Versuche der MAGA-Bewegung, Demokratien außerhalb der Vereinigten Staaten zu beeinflussen. In vielen Ländern wächst nämlich eine klare Ablehnung dessen, wofür dieses Modell steht: Angst, Propaganda, Polarisierung und die ständige Schaffung von Feinden.

Ab heute ist das demokratische Europa stärker, und mit ihm ist auch die Vorstellung stärker, dass die Bürger*innen mit ihrer Stimme diejenigen wirklich stoppen können, die den Konsens nutzen, um den Rechtsstaat zu schwächen und Macht zu konzentrieren. Es ist eine Niederlage, die auch die Regierung Meloni betrifft, die ihre politische und kulturelle Nähe zu Trump und Orbán nie verheimlicht hat. Dieses Modell verliert an Boden, weil die Bürger*innen entschieden haben, es abzulehnen. Und das ist eine gute Nachricht für Ungarn, für Europa, für Italien und für alle Demokratien“, schließt Floridia.

PRESSEMITTEILUNG

In der nächsten Sitzung des Landtages wird die Grüne Fraktion zwei Anträge im Plenum einbringen: Einerseits einen Antrag in Bezug auf die Aufwertung der lokalen Wertschöpfungskette der Wald- und Holzwirtschaft und die Förderung von Holz als nachhaltigem Baustoff, andererseits einen Antrag zu der Stärkung der Energieunabhängigkeit durch erneuerbare Energiequellen.
Beide Initiativen zielen darauf ab, ökologische Nachhaltigkeit, wirtschaftliche Entwicklung und soziale Gerechtigkeit miteinander zu verbinden.

Holzbaufonds für alle: Grüne fordern Öffnung für Privatpersonen

Wer mit heimischem Holz baut, schützt das Klima, stärkt lokale Betriebe und hält die Wertschöpfung im Land. Trotzdem bekommen Privatpersonen in Südtirol bisher keine Förderung dafür. Der seit 2023 bestehende Südtiroler Holzbaufonds zahlt Beiträge nur an Gemeinden und gemeinnützige Organisationen.

Die Grünen wollen das ändern. In einem Beschlussantrag fordern sie, den Holzbaufonds für alle Südtirolerinnen und Südtiroler zu öffnen. Ein ähnlicher Vorschlag der Grünen wurde vor einem Jahr noch von der Mehrheit abgelehnt. Jetzt findet der Antrag breite Unterstützung: Auch die SVP-Abgeordneten Josef Noggler und Franz Locher haben ihn mitunterzeichnet.

„Das Bauen mit Holz ist ein Zukunftsmodell. Indem wir Holz aus heimischen Wäldern verbauen, stärken wir die lokalen Kreisläufe und binden außerdem dauerhaft CO₂. Das ist gute und nachhaltige Wirtschaftspolitik“, erklärt Madeleine Rohrer, die den Antrag als Erstunterzeichnerin eingebracht hat.

Der Bausektor ist einer der größten Verursacher klimaschädlicher Emissionen weltweit. Gleichzeitig erwirtschaftet die Holzwirtschaft in Südtirol über 1,7 Milliarden Euro jährlich und sichert mehr als 25.000 Arbeitsplätze. „Die Förderung des Holzbaus setzt daher ein klares Signal: für klimafreundliches Bauen, für lokale Wertschöpfung und für die gut 25.000 Menschen, die in Südtirol von der Holzwirtschaft leben“, so Rohrer.

Erneuerbare Energie: Unabhängigkeit und niedrigere Rechnungen
Mit dem zweiten Antrag schlägt die Grüne Fraktion ein Maßnahmenpaket vor, um die Energiewende zu beschleunigen und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren. Im Mittelpunkt dieses Antrags steht die Einführung neuer Instrumente zur Erleichterung der Beschaffung von Photovoltaik-Anlagen: Etwa direkte Zuschüsse, zinsfreie oder stark vergünstigte Darlehen sowie die Gründung einer öffentlichen Gesellschaft zur Unterstützung der Errichtung von Photovoltaikanlagen für öffentliche Gebäude und Mehrfamilienhäuser.

„Der Krieg im Iran, der Krieg in der Ukraine und die geopolitische Lage zeigen uns einmal mehr, dass die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen mit großen Kosten einhergeht. Diese Abhängigkeit wird zu einem Machtinstrument für Autokraten weltweit: Sie hat Auswirkungen auf die Wirtschaft, vor allem aber die Bevölkerung, die mit untragbaren Kosten konfrontiert ist – sowohl für Energie als auch für andere lebensnotwendige Güter. Die Energieunabhängigkeit ist mittlerweile zu einem Imperativ geworden und kann nur durch den Ausbau erneuerbarer Energien erreicht werden. Südtirol verfügt in diesem Bereich über ein enormes, noch ungenutztes Potenzial. Es braucht einen sofortigen Kurswechsel“, betont Zeno Oberkofler, Erstunterzeichner des Antrags.

Die beiden Anträge fügen sich in eine politische Vision ein, die darauf abzielt, die ökologische Nachhaltigkeit und die wirtschaftliche Autonomie des Landes zu stärken.

„Die ökologische Wende ist eine konkrete Chance für unser Land. Sie bedeutet, lokale Wertschöpfung zu schaffen, Abhängigkeiten von außen zu verringern und die Lebensqualität der Menschen zu verbessern. Dafür braucht es klare und mutige politische Entscheidungen“, schließen Madeleine Rohrer, Zeno Oberkofler und Brigitte Foppa.

Weitere Informationen

Bozen, 10.04.2026

Landtagsabgeordnete

Madeleine Rohrer
Zeno Oberkofler
Brigitte Foppa

Die Grünen im Südtiroler Landtag schlagen ein kostenloses Jahresticket südtirolmobil Fix365 für alle Menschen mit einem jährlichen Bruttoeinkommen unter 40.000 Euro vor, um kleine und mittlere Einkommen, angesichts der aktuellen Energiekrise zielgerichtet zu entlasten und haben eine entsprechende Tagesordnung für den Nachtragshaushalt vorbereitet.

Die Welt und Europa stehen derzeit vor einer prekären Lage: Der anhaltende Krieg im Iran wirkt sich nachhaltig auf die globalen Rohstoff- und Energiepreise aus, mit spürbaren Effekten auf Öl-, Gas- und Stromkosten für Haushalte und Unternehmen. Diese Entwicklungen treffen Familien und Menschen mit niedrigem und mittlerem Einkommen besonders hart, weil steigende Treibstoff- und Energiepreise direkte Auswirkungen auf das verfügbare Einkommen haben. Mobilitätskosten gehören zu den regelmäßigen Ausgaben vieler Haushalte. Gerade in Zeiten hoher Kraftstoffpreise können Mobilitätskosten für viele Haushalte eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen.

„Besonders für Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen können zusätzliche Ausgaben für Mobilität ausschlaggebend sein. Während ein Betrag von 250 Euro pro Jahr für Haushalte mit höherem Einkommen meist problemlos tragbar ist, kann er für Menschen mit geringeren finanziellen Ressourcen eine Hürde darstellen, öffentliche Verkehrsmittel regelmäßig zu nutzen.“ erklärt der grüne Landtagsabgeordnete Zeno Oberkofler

Vor diesem Hintergrund schlagen die Grünen vor, dass alle Personen mit einem jährlichen Bruttoeinkommen unter 40.000 Euro das Jahresabo südtirolmobil Fix365 kostenlos erhalten sollen.

Litauen macht es vor, dort hat die Regierung angesichts der Energiekriese in diesen Tagen beschlossen, die Preise für nationale Zugverbindungen zeitweise um 50 % zu senken, um die Bevölkerung angesichts steigender Treibstoffpreise zu entlasten und gleichzeitig den Umstieg auf den öffentlichen Verkehr zu fördern. Ziel der Maßnahme ist es ausdrücklich, Haushalten eine günstigere Alternative zu steigenden Kosten für Treibstoff zu bieten und den öffentlichen Verkehr attraktiver zu machen.

„In einer Zeit massiver Preissteigerungen bei Energie, Treibstoff und Lebenshaltungskosten muss die Politik dort unterstützen, wo Entlastung am meisten gebraucht wird. Ein kostenloses Fix365-Abo für Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen wäre eine wirksame Maßnahme in diese Richtung. Die Landesregierung muss gegen die Teuerung aktiv werden.“, betonen die Grünen Landtagsabgeordneten Zeno Oberkofler, Brigitte Foppa und Madeleine Rohrer.

Landtagsabgeordnete

Zeno Oberkofler
Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer

Am 26. März befasst sich der 2. Gesetzgebungsausschuss mit dem Bettenstopp und der geplanten Fristverlängerung für bereits eingetragene, aber nicht verwirklichte Tourismuszonen. Die Grüne Landtagsfraktion schlägt vor, die von der SVP beschlossenen Ausnahmen auf deutlich weniger Gemeinden zu begrenzen.

Die Vorgeschichte ist bekannt: Die Landesregierung hat 2022 einen „Bettenstopp“ beschlossen, samt einer vierjährigen Übergangsfrist für bereits genehmigte, aber noch nicht umgesetzte Tourismuszonen. In einer Art Torschlusspanik wurden vor dem Beschluss rund 90 Ansuchen für neue Tourismuszonen eingereicht. Nun soll diese Frist auf Vorschlag des Landesrats für Tourismus verlängert werden. Nach großer, auch parteiinterner Kritik einigte sich die SVP darauf, die Verlängerung nur für bestimmte Gemeinden zu gewähren – maximal 25 würden es sein, so SVP-Obmann Dieter Steger. Auf der Liste der Landesregierung stehen nun 56 Gemeinden: beinahe die Hälfte Südtirols. „Die zugrunde liegenden Kriterien sind so breit gefasst, dass auch touristisch gut entwickelte Gemeinden auf der Liste landen“, so Madeleine Rohrer, Vizepräsidentin des 2. Gesetzgebungsausschusses. „Die touristische Entwicklung gerät damit immer weiter aus dem Gleichgewicht.“

Kriterien verfehlen ihr Ziel

Das erste Kriterium lautet: weniger als 500.000 Übernachtungen im Jahr 2025. Nur 28 Südtiroler Tourismus-Hochburgen liegen über diesem Schwellenwert und werden ausgeschlossen. Das zweite Kriterium betrifft Bevölkerungsrückgang zwischen 2009 und 2024. Darunter fällt zum Beispiel Schnals, das trotz Abwanderung bereits hohe Nächtigungszahlen aufweist. Hinzu kommen „strukturschwache“ Gemeinden wie Gargazon, Sterzing oder Terlan. Einige davon kämpfen bereits jetzt mit akuter Wohnungsnot. „Gästebetten würden nach einem groben Gießkannenprinzip über dem Land ausgeschüttet. Da stimmt die Balance nicht mehr“, so Madeleine Rohrer. Im Ergebnis könnten nach dem Ablauf der Übergangsfrist noch weitere 7.000 Betten entstehen – nach einem Bettenstopp, der eigentlich eine Obergrenze setzen sollte.

Weniger Gemeinden, mehr touristisches Gleichgewicht

Madeleine Rohrer, Brigitte Foppa und Zeno Oberkofler schlagen vor, stattdessen die wissenschaftlich fundierte Gemeindeliste aus dem Tourismusentwicklungskonzept von 2021 heranzuziehen. Dieses teilt Gemeinden anhand anerkannter Indikatoren ein: Tourismusintensität (Nächtigungen pro Einwohner) und Tourismusdichte (Nächtigungen pro Fläche). Auf der Ausnahmenliste würden damit 28 Gemeinden landen (darunter Taufers, Kastelbell, Ulten, Pfatten und Prettau) und damit ungefähr so viele, wie die SVP ursprünglich versprochen hat.

Darüber hinaus stellen die Grünen zwei weitere Forderungen: Die Obergrenze von 150 Betten muss pro Zone gelten, nicht pro Betrieb. Sonst kann ein Investor mehrere formal eigenständige Betriebe auf demselben Grundstück errichten und die Regelung umgehen, zum Schaden der Familienbetriebe. Außerdem soll der Südtiroler Gemeindenverband eine öffentlich zugängliche Datenbank über alle noch nicht realisierten, aber genehmigten Betten führen. Da diese innerhalb von zehn Jahren ausgeglichen sein müssen, braucht es Transparenz und Kontrolle, um ein weiteres Aufweichen des Bettenstopps zu verhindern.

 

Landtagsabgeordnete

Madeleine Rohrer
Brigitte Foppa
Zeno Oberkofler