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Gute Nachrichten für alle, die unsere politische Arbeit stärken möchten: Ab diesem Jahr könnt ihr den Südtiroler Grünen 2 Promille eurer Einkommenssteuer zuweisen – ganz ohne zusätzliche Kosten.

Alles, was ihr dafür tun müsst: Tragt in eurer Steuererklärung (Formular 730 oder UNICO) den Steuercode Y60 ein.

Für eine kleine Partei wie unsere ist diese Form der Unterstützung besonders wertvoll. Sie ermöglicht es uns, unsere politische Arbeit fortzuführen, Initiativen zu organisieren, unsere Positionen sichtbar zu machen und vor Ort präsent zu sein.

Wir sind und bleiben eine Partei der Basis. Unsere Arbeit lebt vom Engagement vieler Menschen – von Zeit, Energie und Überzeugung. Gleichzeitig braucht wirksame politische Arbeit auch konkrete finanzielle Mittel.

Gerade in einer Zeit, in der politische Debatten oft von Wut, Arroganz und Konflikten geprägt sind, setzen wir uns weiterhin für Demokratie, Dialog, Pazifismus, Gleichberechtigung und eine nachhaltige Zukunft ein. Umso wichtiger ist es, dass wir als Partei sichtbar, präsent und handlungsfähig bleiben.

Jetzt ist der Moment, aktiv zu werden.
Tragt bei eurer nächsten Steuererklärung den Code Y60 ein und weist den Südtiroler Grünen eure 2 Promille zu.

Spenden jetzt steuerlich absetzbar

Eine weitere Neuerung: Spenden an unsere Partei sind ab sofort steuerlich absetzbar. So könnt ihr unsere Arbeit noch direkter unterstützen.
26 % des gespendeten Betrags können von der Bruttosteuer abgezogen werden – bei Spenden zwischen 30 € und 30.000 € pro Jahr.

Wichtig für Spenden:

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  • Für die Spendenquittung benötigen wir eure Adresse und Steuernummer

Vielen Dank für euer Vertrauen und eure Unterstützung. Gemeinsam arbeiten wir weiter für unsere Werte und für eine lebenswerte Zukunft.

 

Die Justizreform ist an der Bevölkerung gescheitert und das bei einer erfreulich hohen Beteiligung. Das klare Nein ist mehr als eine inhaltliche Absage: Es ist ein politisches Urteil gegen eine Reform, die an den realen Problemen der Justiz vorbeiging.

Abgelehnt wurde nicht nur der Inhalt, sondern vor allem das Vorgehen. Sieben Verfassungsartikel wurden im Parlament im Eilverfahren und ohne Mitsprache der ParlamentarierInnen durchgedrückt. Ein demokratisch fragwürdiger Stil, der das Vertrauen untergräbt und nun an der Urne deutlich zurückgewiesen wurde.

Auch in Südtirol fällt das Signal eindeutig aus: Das Nein dominiert und legt eine wachsende Kluft zwischen den regierenden Parteien und Wählerschaft offen. Besonders deutlich zeigt sich das bei der SVP, deren Wahlempfehlung ein beträchtlicher Teil der eigenen Basis nicht gefolgt ist. Für die lokalen Verbündeten der Regierung Meloni ist das eine politische Niederlage mit Signalwirkung.

Die Verdi Grüne Vërc haben dem eine klare, inhaltlich fundierte Kampagne entgegengesetzt. Statt vereinfachender Schlagworte setzten sie auf Aufklärung und Debatte und hielten damit den Raum für eine ernsthafte Auseinandersetzung offen.

„Ein so grundlegendes Thema wie die Justiz auf ein Ja-Nein-Schema zu reduzieren, ist politisch fahrlässig. Reformen dieser Tragweite brauchen Tiefe, Transparenz und Respekt vor der Verfassung“, erklärt Co-Sprecher Luca Bertolini.

Die eigentlichen Probleme bleiben ungelöst: überlange Verfahren, Hürden beim Zugang zum Recht, territoriale Ungleichheiten und strukturelle Schwächen. Genau hier hat die Reform versagt. Die Regierung Meloni kann sich dieser Realität nicht länger entziehen. Das Votum ist kein Betriebsunfall, sondern ein klarer Auftrag zum Umdenken.

„Das ist eine Niederlage ohne Interpretationsspielraum. Bei dieser Beteiligung ist das Ergebnis ein politisches Misstrauensvotum gegen die Regierung. Es ist ein starkes Zeichen für die Verteidigung der Verfassung und ein Auftrag, entschlossen an einer Alternative zu arbeiten“, so die grüne Senatorin Aurora Floridia.

Zum Thema Menopause soll eine Informations- und Sensibilisierungskampagne durchgeführt werden. Ziel ist es, Tabus und Vorurteile abzubauen, die in der Gesellschaft und in der Arbeitswelt noch immer verbreitet sind. Der Südtiroler Landtag hat heute, am 12. März, diesen Punkt aus dem Beschlussantrag der Grünen Fraktion zur Menopause beschlossen.

Die Menopause ist eine Lebensphase, die alle Frauen betrifft. In Südtirol betrifft sie derzeit rund 39.000 Frauen, die sich momentan in der Menopause oder Perimenopause befinden. Trotzdem erfährt das Thema in der Öffentlichkeit wenig Aufmerksamkeit und wenn, dann nur oberflächlich. Dabei können die Symptome bis zu 80 Prozent der Frauen betreffen und erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität und die berufliche Tätigkeit haben.

„Es handelt sich nicht um ein privates Problem jeder einzelnen Frau, sondern um eine Frage der öffentlichen Gesundheit und der Lebensqualität eines großen Teils unserer Bevölkerung“, so Brigitte Foppa, Erstunterzeichnerin des Beschlussantrags. „Wir wollen das Schweigen brechen und gegen stereotypische Darstellungen vorgehen.“

Die im Beschlussantrag vorgesehene Informationskampagne soll dazu beitragen, das Thema sichtbarer zu machen und die Stigmatisierung zu verringern. Zugleich sollen korrekte Informationen vermittelt und Fortbildungsinitiativen gefördert werden, die sich auch an Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sowie an Personalverantwortliche richten.

„Dass gerade der Teil des Beschlussantrags zur Information angenommen wurde, ist ein wichtiges Signal“, betonen die Grünen Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler: „Offen über diese Lebensphase zu sprechen, ist der erste Schritt, um die Lebensqualität von Frauen zu verbessern und Arbeitsumfelder bewusster und respektvoller zu gestalten.“

Weitere Informationen: Menopause – più awareness!

Landtagsabgeordnete

Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Zeno Oberkofler

Wieder einmal setzt man touristische Entwicklung gleich mit dem Bau von Betten und vergisst dabei die Zukunft des Landes.

Wenn man sich die Liste der 56 Ausnahmen des Bettenstopps anschaut, dann fragt man sich: Wie viele dieser Gemeinden sind eigentlich für eine touristische Entwicklung geeignet? Welche Gedanken hat man sich darüber gemacht, wie eine touristische Entwicklung in diesen Ortschaften stattfinden sollte? Welche Infrastruktur ist vorhanden und welche Dienstleistungen? Welches Angebot wird man jenen Touristen bieten, die in Waidbruck oder in Franzensfeste in einem neuen Hotel übernachten werden? Tourismus wird nicht nur aus Gästebetten gemacht, und hier liegt der große Fehler der touristischen Entwicklung in Südtirol. Dass unter diesen 56 Gemeinden auch Schnals auftaucht, stößt bitter auf, wenn man im gleichen Atemzug über das geplante 600-Betten-Dorf liest. Spätestens dann – hoffentlich – wenn die 600 (sechshundert!) Betten gebaut sein werden, wird Schnals wohl nicht mehr als strukturschwach gelten. Nur schade, dass es dann zu spät sein wird, denn verbaut ist verbaut.

Für jene Gemeinden, die touristisch als hochentwickelt gelten, ist dieser Bettenstopp sowieso nur mehr ein Hohn. „Seit Jahren setzt man sich für mehr Qualität und weniger Masse ein. Seit Jahren beklagt man den Ansturm der Tagesgäste, die aus allen möglichen Teilen des Landes auf die Dolomiten kommen. Immer wieder muss man über „Massensteuerung“ und Kontingentierung sprechen und dies zum Teil auch umsetzen, um ausufernden Situationen entgegenzuwirken. Durch den Bau von touristischen Betten in den 56 sogenannten strukturschwachen Gemeinden wird man dieses Problem nicht lösen – ganz im Gegenteil: man befeuert es noch zusätzlich.“, so Elide Mussner, co-Vorsitzende der Grünen.

Die Südtiroler Landesregierung kann es einfach nicht lassen, Monokulturen zu fördern, statt auf Diversität zu setzen. Man hat nicht den Mut, Grenzen zu setzen, und das wird letztendlich zum Verhängnis werden, denn ein übermäßiges Angebot ist nie ein wertvolles Angebot. Es schadet der Wirtschaft, der Landschaft und der lokalen Lebensqualität. Auf den Ausbau der Monokultur zu setzen ist keine Vision für die Zukunft – und eine solche Vision hat die Landesregierung ganz eindeutig nicht.

Es ist wieder so weit, der 8. März und somit der Internationale Tag der Frau steht vor der Tür. Auch heuer ergreifen die Grünen Abgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler wieder diese Gelegenheit, um im Landtag über ein frauenspezifisches Thema zu sprechen. In der Märzsitzung des Landtages, die am 10. März beginnt, soll es heuer um eine Lebensphase gehen, die eher ein öffentliches Randdasein fristet. Nämlich die Menopause.

Von “öffentlichem Randdasein” kann beim Bettenstopp hingegen kaum die Rede sein. Er steht im Mittelpunkt aktueller Debatten. Die Grünen heben ihn nun im März auf die Landtagsbühne.

Vorab stellten die Grünen die beiden Anträge am heutigen 5. März bei einer Pressekonferenz vor.

Menopause: Tabus brechen, Rechte sichern

„Die Menopause ist eine natürliche Lebensphase, die alle Frauen betrifft, wird jedoch bis heute wenig thematisiert und oft bagatellisiert oder stigmatisiert, besonders in der Arbeitswelt. Es ist kein privates Problem, sondern eine Frage der öffentlichen Gesundheit und der Rechte“, erklärt Brigitte Foppa, Erstunterzeichnerin des Antrags. „Wir wollen das Schweigen brechen, Stereotype bekämpfen und gerechtere, informierte Arbeits- und Pflegebedingungen schaffen. Im Monat der Frauenrechte ist das ein wichtiges politisches Signal.“

Der Antrag zielt darauf ab:

  • eine Studie zur Situation von Frauen in der Menopause in Südtirol in Auftrag zu geben, mit besonderem Augenmerk auf Gesundheit und Arbeitsbedingungen;
  • eine Anlaufstelle im öffentlichen Gesundheitssystem für spezifische Beratung und Behandlungen einzurichten;
  • eine Expertinnenkommission zu ernennen, die Leitlinien für Arbeitsplätze erarbeitet;
  • eine Informationskampagne zur Überwindung von Tabus und Diskriminierung zu fördern;
  • die Ausbildung des Gesundheitspersonals zu diesem Thema zu stärken.

Bettenstopp: klare Regeln für den Tourismus

Der zweite Antrag betrifft die Obergrenze für touristische Betten. „Der Tourismus bringt uns viel, aber er hat auch seine Schattenseiten. 2022 hat der Landtag deshalb einen Bettenstopp beschlossen, den jetzt die Landesregierung aufweichen will – ohne den Landtag einzubeziehen! Der Tourismus ist zu wichtig, um hinter verschlossenen Türen entschieden zu werden. Deswegen bringen wir einen Antrag in den Landtag ein. Wir fordern, den Bettenstopp vollständig beizubehalten “, so Madeleine Rohrer, Erstunterzeichnerin des zweiten Beschlussantrags. Da die SVP bereits beschlossen hat, die Bettenobergrenze zu lockern, gibt es Vorschläge, um Schäden zu begrenzen:

  • Einbeziehung der zuständigen Gesetzgebungsausschüsse für Raumordnung und Tourismus, bevor entschieden wird, welche Gemeinden von der Obergrenze ausgenommen werden;
  • Festlegung der Obergrenze auf 150 Betten pro Zone und nicht pro Betrieb, um Tricksereien vorzubeugen;
  • eine transparente, öffentlich zugängliche Datenbank und eine unabhängige Kontrolle der tatsächlichen Einhaltung der Bettenobergrenze zu kreieren. Denn welche Gemeinde verhängt schon gerne Strafen gegen “eigene” Betriebe?

„Wir wollen einen Tourismus, der für alle funktioniert: für Gäste, für Betriebe und für die Einheimischen”, so Madeleine Rohrer, “dafür brauchen wir eine Politik, die sich nicht von Lobbys treiben lässt, sondern ein gutes Gleichgewicht herstellt”.

 

„Die beiden Anträge betreffen unterschiedliche Bereiche, haben aber einen gemeinsamen Nenner: Lebensqualität und politische Verantwortung“, betonen Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler. „Einerseits fordern wir, dass die Gesundheit von Frauen endlich ernst genommen wird, andererseits, dass die touristische Entwicklung klare und gemeinsam getragene Grenzen respektiert. In beiden Fällen geht es um Fairness, Transparenz und Respekt gegenüber den Menschen.“

 

Weitere Informationen

„Nein“ beim Referendum. Warum? Die Grünen haben sich die Thematik angesehen und sind zum Schluss gekommen, dies ist der beste Weg. Co Sprecher Luca Bertolini erläuterte anlässlich der Pressekonferenz die Etappen der parteiinternen Diskussion: Senatorin Aurora Floridia und Ulrike Ceresara (Richterin und Bürgermeisterkandidatin der Grünen in Meran) leiteten einen Dialog, an dessen Ende eines feststand. Die Grünen werden klar Position beziehen und rufen dazu auf, beim Referendum mit „Nein“ zu stimmen. Begleitet wird dieser Aufruf durch eine entsprechende Informationskampagne.

„Wir rufen zum „Nein“ auf, weil diese Reform die wirklichen Notstände der italienischen Justiz nicht angeht: Sie verkürzt nicht die Verfahrensdauer, investiert nicht in Verwaltungspersonal und Digitalisierung und garantiert keine größere Effizienz“, erklärte Bertolini.

Ulrike Ceresara lenkte die Aufmerksamkeit auf die problematischsten technischen und juristischen Aspekte des Textes. „Diese Reform greift in die verfassungsmäßige Struktur der Magistratur ein, umgeht jedoch gleichzeitig die alltäglichen Probleme, die Verfahren verzögern: Personalmangel, Organisation der Ämter, unzureichende Strukturen. Die vorgeschlagene Trennung der Laufbahnen beschleunigt die Verfahren nicht und verbessert auch nicht die Qualität der Dienstleistungen. Stattdessen riskiert sie, die institutionellen Konflikte zu verschärfen, ohne positive Auswirkungen für jene zu haben, die auf Gerechtigkeit warten“, betonte Ceresara. „Die Bürgerinnen und Bürger werden weder schnellere Verfahren noch eine besseren Zugang erleben: Ohne gezielte Investitionen und tiefgreifende organisatorische Reformen wird das System weiterhin unter Druck stehen“.

Laut Aurora Floridia „hat die Opposition im Senat bereits bei der ersten Lesung die kritischen Punkte des Textes angeprangert. Diese wurden durch die im Rahmen der Anhörungen befragten Expertinnen und Experten weiter bestätigt. Diese haben das Risiko einer Schwächung der Autonomie und Unabhängigkeit der Justiz hervorgehoben. Es wurden Änderungsvorschläge eingebracht, doch die Mehrheit hat entschieden, sie nicht anzunehmen und keinen echten Dialog mit der Opposition zu führen. Eine Reform von solcher Tragweite sollte aus einem breiten Konsens heraus entstehen, während hier die Mehrheit beschlossen hat, in einem stark polarisierenden Klima vorzugehen.“

Der Co-Sprecher der Grünen, Luca Bertolini, ruft die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, zum Referendum hinzugehen: „Geht wählen, egal ob ihr euch für ein Nein oder ein Ja entscheidet. Dieses Referendum betrifft unsere Verfassung und betrifft jede und jeden von uns: unsere Freiheit, unsere Geschichte, unsere demokratische Zukunft. In einem historisch so komplexen Moment, der von tiefen Spannungen geprägt ist, stellt die Verfassung einen Schutz für uns alle dar, den es zu verteidigen gilt!

Die Landesversammlung der Grünen Südtirol hat heute den Startschuss für einen umfassenden Erneuerungs- und Entwicklungsprozess der Partei gegeben. In einer engagierten und konstruktiven Diskussion wurde der vom Grünen Rat vorgeschlagene Prozess zur Weiterentwicklung der internen Strukturen vorgestellt, und von der Landesversammlung einstimmig beschlossen.

Ziel des Prozesses ist es, die Grünen Südtirol organisatorisch, politisch und strukturell so weiterzuentwickeln, dass sie auch in Zukunft eine starke, glaubwürdige und wirksame politische Kraft bleiben. In den kommenden Monaten sollen Arbeitsgruppen eingerichtet und konkrete Vorschläge für zeitgemäße Strukturen und Abläufe erarbeitet werden.

„Wir sind eine politische Bewegung, die gestalten will und dafür brauchen wir Strukturen, die Entscheidungsprozesse fördern, Beteiligung ermöglichen, Verantwortung klar regeln und politische Schlagkraft stärken“, betonte Co-Sprecherin Elide Mussner im Rahmen der Landesversammlung. Der heute beschlossene Prozess sei eine Chance, „unsere Organisation bewusst weiterzuentwickeln und sie fit zu machen für die Herausforderungen der nächsten Jahre“.

Auch der Co-Sprecher Luca Bertolini sieht in der Entscheidung ein starkes politisches Signal: „Erneuerung ist kein Selbstzweck, sondern Voraussetzung dafür, politisch relevant zu bleiben. Wir wollen eine Organisation, die offen, transparent und handlungsfähig ist und die Menschen motiviert, sich einzubringen und Verantwortung zu übernehmen.“ Der Auftrag der Landesversammlung sei klar: den Prozess strukturiert, partizipativ und zielorientiert zu gestalten.

Der beschlossene Prozess wird in den kommenden Monaten stattfinden, und die erarbeiteten Vorschläge werden anschließend in den zuständigen Gremien weiter beraten und politisch entschieden.

 

Im letzten Monat ist die Debatte über die Sprachsituation an den Südtiroler Schulen und Kindergärten erneut aufgeflammt. Wie lernt man die zweite Sprache? Wie schützen wir das Recht auf Bildung aller Kinder? Führt die strenge Trennung nicht zu mehr Exklusion statt Inklusion? Oder wäre es nicht endlich an der Zeit, einen Kurswechsel zu vollziehen und das einzuführen, was die Gesellschaft in Südtirol schon lange fordert: die zweisprachige Schule?

„Südtirol ist ein mehrsprachiges Land. Wir verfügen über einen enormen Reichtum, nutzen ihn aber nicht ausreichend“, erklären die Grünen Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler. Eine „tragische Konstante“ nahezu aller wissenschaftlichen Untersuchungen der vergangenen Jahre sei die Schwierigkeit des Spracherwerbs im offiziell mehrsprachigen Südtirol, so Foppa. Diese Einschätzung teilt auch die überwältigende Mehrheit der Befragten im Sprachenbarometer Südtirol 2025: 96 Prozent sprechen von erheblichen Problemen beim Erlernen der Zweitsprache. Als Hauptursachen nennen viele Befragte eine stark gespaltene Gesellschaft sowie ein „Schulsystem, das den Anforderungen nicht gerecht wird“ – dieser Meinung sind 46 Prozent der italienischen und 34 Prozent der deutschen Sprachgruppe.

Neu ist allerdings, dass nun verstärkt auch über Lösungen gesprochen wird: 60 Prozent der Befragten stehen der Einführung einer zweisprachigen Schulen als Zusatzangebot sehr oder eher positiv gegenüber.

Für die Grüne Landtagsfraktion ist damit der Zeitpunkt gekommen, den entsprechenden Gesetzentwurf, der im Februar im Südtiroler Landtag diskutiert wird, endlich in die Realität umzusetzten. Vorgesehen ist die Einführung von zweisprachigen Klassenzügen als Zusatzangebot, ohne die bestehende Struktur der Schulen in deutscher, italienischer und ladinischer Sprache zu verändern. Kurz gesagt:

  • Die zweisprachigen Klassen werden bei einer Mindestanzahl von Anmeldungen möglich gemacht: 14 im Kindergarten und 15 für die anderen Schulstufen.
  • Das Lehrpersonal wird sich aus Lehrer:innen beider Sprachgruppen zusammensetzen.
  • Der Unterricht der Fächer wird gleichmäßig zwischen den Sprachen aufgeteilt, mit der Möglichkeit, auch eine dritte Sprache zu integrieren.
  • Die Anmeldung zu diesen Abteilungen ist freiwillig und ersetzt nicht das bestehende Bildungsangebot.

Brigitte Foppa, Erstunterzeichnerin des Gesetzentwurfs, betont: „Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass eine Sprache gelebt werden muss, um sie optimal zu erlernen: Ein gemeinsames schulisches Umfeld zwischen den Sprachgruppen könnte die Grundlage dafür schaffen.“

Die Einführung zweisprachiger Klassenzüge gilt als große Chance für die Ausbildung junger Südtirolerinnen und Südtiroler. Sie soll solide Sprachkompetenzen fördern und das interkulturelle Verständnis stärken. Zugleich will der Gesetzentwurf zusätzliche Wahlmöglichkeiten schaffen und ein Bildungssystem ermöglichen, das besser auf die Anforderungen der heutigen Gesellschaft zugeschnitten ist. Nicht zuletzt könnte er auch den Druck mindern, unter dem das Schulsystem derzeit steht. „Das starre Trennungssystem hat zu einer Art Do-it-yourself-Mehrsprachigkeit geführt, mit all den bekannten Folgen und noch besser bekannten politischen Debatten“, so Foppa.

„Mit diesem Gesetzentwurf wollen wir umsetzen, was in Europa längst Realität ist. Wir müssen uns den modernen Zeiten sowie den Bedürfnissen und Erwartungen der Familien anpassen“, schließen die Grünen Abgeordneten.

Weitere Informationen zum Gesetzentwurf

Landtagsabgeordnete

Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Zeno Oberkofler

Anlässlich des Internationalen Gedenktages für die Opfer des Holocaust halten wir fest, dass Erinnern kein formales Ritual, sondern eine dauerhafte gesellschaftliche und politische Aufgabe ist. Es hilft, Hass, Intoleranz und Ängsten entgegenzutreten, die auch heute wieder in unserer Gesellschaft sichtbar werden. Der 27. Januar ist nicht nur ein Datum im Kalender, sondern eine Mahnung, wachsam zu bleiben.

In Bozen werden Kränze an Denkmälern niedergelegt, die an die Opfer der Konzentrationslager, an die Deportierten und an die während des Nationalsozialismus verfolgten Sinti erinnern. Diese Orte des Gedenkens, wie die Tafel „Gegen das Vergessen“ in der Reschenstraße an der Mauer des ehemaligen Lagers sowie die Denkmäler für die Deportierten und die Deportation, sind mehr als bloße Symbole. Sie sind Orte des Erinnerns und machen deutlich, wie gefährdet Demokratie ist, wenn Hass Raum gewinnt.

„Erinnerung ist politisches Engagement. Es reicht nicht, einmal im Jahr zu gedenken. Wir müssen die Erinnerung zu einer Orientierung für unser tägliches politisches und gesellschaftliches Handeln machen, um jede Form von Diskriminierung, die Angst vor dem Anderen und einen Populismus zu bekämpfen, der Gefühle anspricht statt Vernunft und Solidarität.“ So Luca Bertolini, Co Sprecher der Grünen Südtirol.

Heute, mehr als achtzig Jahre nach der Befreiung der Lager, heißt Erinnern auch anzuerkennen, dass der Einsatz gegen Rassismus, Antisemitismus und jede Form von Ausgrenzung weiterhin notwendig ist. Es bedeutet, an einer gerechteren, offeneren und solidarischen Gesellschaft zu arbeiten, in der die Menschenrechte geachtet und geschützt werden. Erinnerung darf nicht zur leeren Formel werden. Sie muss sich in Verantwortung, politischem Engagement und täglichem Handeln zeigen, auch hier in Südtirol.

Der Landtag genehmigt heute den Beschlussantrag der Grünen Fraktion, der faire Preise für studentischen Wohnraum in Südtirol schaffen möchte.

In den vergangenen Jahren sind die Kosten für Wohnungen und Zimmer in unserem Land für viele Studierende unerschwinglich geworden: Heute kostet ein Zimmer im Durchschnitt zwischen 450 und 700 Euro pro Monat. Eine Summe, die für viele Familien kaum zu stemmen ist.

„Die Zimmerpreise sind zu hoch, um das Recht auf Hochschulbildung zu gewährleisten. Mit der Annahme unseres Beschlussantrags ist es uns gelungen, ein konkretes Ergebnis zu erzielen, um auch auf die Preise auf den freien Markt Einfluss zu nehmen.“ erklären die Grünen Landtagsabgeordneten Zeno Oberkofler, Brigitte Foppa und Madeleine Rohrer.

Über eine Ausschreibung soll das Land einen finanziellen Beitrag leisten, um die Preise in Studierendenheimen zu senken. Konkret soll die Differenz zwischen einem durchschnittlichen Marktpreis und einem gedeckelten, niedrigeren Mietpreis vom Land bezuschusst werden.

Ein wichtiges Ergebnis auch für das neue Studentenwohnheim am Siegesplatz: Das Land hat sich verpflichtet, einen Mietzins von 360 Euro für ein Einzelzimmer zu garantieren. Außerdem wird die Möglichkeit geprüft, Investitionsbeiträge für Heime gemeinnütziger Organisationen wieder zu aktivieren.

„Das Recht auf Hochschulbildung darf nicht von Marktlogiken abhängig sein. Es braucht öffentliche Instrumente, um leistbare Zimmer zu garantieren und für junge Studierende attraktiv zu sein“, betont Zeno Oberkofler, Erstunterzeichner des heute im Landtag angenommenen Antrags.

Weitere Informationen: Wohnraum für Studierende

Landtagsabgeordnete

Zeno Oberkofler
Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer