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Zum Thema Menopause soll eine Informations- und Sensibilisierungskampagne durchgeführt werden. Ziel ist es, Tabus und Vorurteile abzubauen, die in der Gesellschaft und in der Arbeitswelt noch immer verbreitet sind. Der Südtiroler Landtag hat heute, am 12. März, diesen Punkt aus dem Beschlussantrag der Grünen Fraktion zur Menopause beschlossen.

Die Menopause ist eine Lebensphase, die alle Frauen betrifft. In Südtirol betrifft sie derzeit rund 39.000 Frauen, die sich momentan in der Menopause oder Perimenopause befinden. Trotzdem erfährt das Thema in der Öffentlichkeit wenig Aufmerksamkeit und wenn, dann nur oberflächlich. Dabei können die Symptome bis zu 80 Prozent der Frauen betreffen und erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität und die berufliche Tätigkeit haben.

„Es handelt sich nicht um ein privates Problem jeder einzelnen Frau, sondern um eine Frage der öffentlichen Gesundheit und der Lebensqualität eines großen Teils unserer Bevölkerung“, so Brigitte Foppa, Erstunterzeichnerin des Beschlussantrags. „Wir wollen das Schweigen brechen und gegen stereotypische Darstellungen vorgehen.“

Die im Beschlussantrag vorgesehene Informationskampagne soll dazu beitragen, das Thema sichtbarer zu machen und die Stigmatisierung zu verringern. Zugleich sollen korrekte Informationen vermittelt und Fortbildungsinitiativen gefördert werden, die sich auch an Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sowie an Personalverantwortliche richten.

„Dass gerade der Teil des Beschlussantrags zur Information angenommen wurde, ist ein wichtiges Signal“, betonen die Grünen Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler: „Offen über diese Lebensphase zu sprechen, ist der erste Schritt, um die Lebensqualität von Frauen zu verbessern und Arbeitsumfelder bewusster und respektvoller zu gestalten.“

Weitere Informationen: Menopause – più awareness!

Landtagsabgeordnete

Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Zeno Oberkofler

Wieder einmal setzt man touristische Entwicklung gleich mit dem Bau von Betten und vergisst dabei die Zukunft des Landes.

Wenn man sich die Liste der 56 Ausnahmen des Bettenstopps anschaut, dann fragt man sich: Wie viele dieser Gemeinden sind eigentlich für eine touristische Entwicklung geeignet? Welche Gedanken hat man sich darüber gemacht, wie eine touristische Entwicklung in diesen Ortschaften stattfinden sollte? Welche Infrastruktur ist vorhanden und welche Dienstleistungen? Welches Angebot wird man jenen Touristen bieten, die in Waidbruck oder in Franzensfeste in einem neuen Hotel übernachten werden? Tourismus wird nicht nur aus Gästebetten gemacht, und hier liegt der große Fehler der touristischen Entwicklung in Südtirol. Dass unter diesen 56 Gemeinden auch Schnals auftaucht, stößt bitter auf, wenn man im gleichen Atemzug über das geplante 600-Betten-Dorf liest. Spätestens dann – hoffentlich – wenn die 600 (sechshundert!) Betten gebaut sein werden, wird Schnals wohl nicht mehr als strukturschwach gelten. Nur schade, dass es dann zu spät sein wird, denn verbaut ist verbaut.

Für jene Gemeinden, die touristisch als hochentwickelt gelten, ist dieser Bettenstopp sowieso nur mehr ein Hohn. „Seit Jahren setzt man sich für mehr Qualität und weniger Masse ein. Seit Jahren beklagt man den Ansturm der Tagesgäste, die aus allen möglichen Teilen des Landes auf die Dolomiten kommen. Immer wieder muss man über „Massensteuerung“ und Kontingentierung sprechen und dies zum Teil auch umsetzen, um ausufernden Situationen entgegenzuwirken. Durch den Bau von touristischen Betten in den 56 sogenannten strukturschwachen Gemeinden wird man dieses Problem nicht lösen – ganz im Gegenteil: man befeuert es noch zusätzlich.“, so Elide Mussner, co-Vorsitzende der Grünen.

Die Südtiroler Landesregierung kann es einfach nicht lassen, Monokulturen zu fördern, statt auf Diversität zu setzen. Man hat nicht den Mut, Grenzen zu setzen, und das wird letztendlich zum Verhängnis werden, denn ein übermäßiges Angebot ist nie ein wertvolles Angebot. Es schadet der Wirtschaft, der Landschaft und der lokalen Lebensqualität. Auf den Ausbau der Monokultur zu setzen ist keine Vision für die Zukunft – und eine solche Vision hat die Landesregierung ganz eindeutig nicht.

Es ist wieder so weit, der 8. März und somit der Internationale Tag der Frau steht vor der Tür. Auch heuer ergreifen die Grünen Abgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler wieder diese Gelegenheit, um im Landtag über ein frauenspezifisches Thema zu sprechen. In der Märzsitzung des Landtages, die am 10. März beginnt, soll es heuer um eine Lebensphase gehen, die eher ein öffentliches Randdasein fristet. Nämlich die Menopause.

Von “öffentlichem Randdasein” kann beim Bettenstopp hingegen kaum die Rede sein. Er steht im Mittelpunkt aktueller Debatten. Die Grünen heben ihn nun im März auf die Landtagsbühne.

Vorab stellten die Grünen die beiden Anträge am heutigen 5. März bei einer Pressekonferenz vor.

Menopause: Tabus brechen, Rechte sichern

„Die Menopause ist eine natürliche Lebensphase, die alle Frauen betrifft, wird jedoch bis heute wenig thematisiert und oft bagatellisiert oder stigmatisiert, besonders in der Arbeitswelt. Es ist kein privates Problem, sondern eine Frage der öffentlichen Gesundheit und der Rechte“, erklärt Brigitte Foppa, Erstunterzeichnerin des Antrags. „Wir wollen das Schweigen brechen, Stereotype bekämpfen und gerechtere, informierte Arbeits- und Pflegebedingungen schaffen. Im Monat der Frauenrechte ist das ein wichtiges politisches Signal.“

Der Antrag zielt darauf ab:

  • eine Studie zur Situation von Frauen in der Menopause in Südtirol in Auftrag zu geben, mit besonderem Augenmerk auf Gesundheit und Arbeitsbedingungen;
  • eine Anlaufstelle im öffentlichen Gesundheitssystem für spezifische Beratung und Behandlungen einzurichten;
  • eine Expertinnenkommission zu ernennen, die Leitlinien für Arbeitsplätze erarbeitet;
  • eine Informationskampagne zur Überwindung von Tabus und Diskriminierung zu fördern;
  • die Ausbildung des Gesundheitspersonals zu diesem Thema zu stärken.

Bettenstopp: klare Regeln für den Tourismus

Der zweite Antrag betrifft die Obergrenze für touristische Betten. „Der Tourismus bringt uns viel, aber er hat auch seine Schattenseiten. 2022 hat der Landtag deshalb einen Bettenstopp beschlossen, den jetzt die Landesregierung aufweichen will – ohne den Landtag einzubeziehen! Der Tourismus ist zu wichtig, um hinter verschlossenen Türen entschieden zu werden. Deswegen bringen wir einen Antrag in den Landtag ein. Wir fordern, den Bettenstopp vollständig beizubehalten “, so Madeleine Rohrer, Erstunterzeichnerin des zweiten Beschlussantrags. Da die SVP bereits beschlossen hat, die Bettenobergrenze zu lockern, gibt es Vorschläge, um Schäden zu begrenzen:

  • Einbeziehung der zuständigen Gesetzgebungsausschüsse für Raumordnung und Tourismus, bevor entschieden wird, welche Gemeinden von der Obergrenze ausgenommen werden;
  • Festlegung der Obergrenze auf 150 Betten pro Zone und nicht pro Betrieb, um Tricksereien vorzubeugen;
  • eine transparente, öffentlich zugängliche Datenbank und eine unabhängige Kontrolle der tatsächlichen Einhaltung der Bettenobergrenze zu kreieren. Denn welche Gemeinde verhängt schon gerne Strafen gegen “eigene” Betriebe?

„Wir wollen einen Tourismus, der für alle funktioniert: für Gäste, für Betriebe und für die Einheimischen”, so Madeleine Rohrer, “dafür brauchen wir eine Politik, die sich nicht von Lobbys treiben lässt, sondern ein gutes Gleichgewicht herstellt”.

 

„Die beiden Anträge betreffen unterschiedliche Bereiche, haben aber einen gemeinsamen Nenner: Lebensqualität und politische Verantwortung“, betonen Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler. „Einerseits fordern wir, dass die Gesundheit von Frauen endlich ernst genommen wird, andererseits, dass die touristische Entwicklung klare und gemeinsam getragene Grenzen respektiert. In beiden Fällen geht es um Fairness, Transparenz und Respekt gegenüber den Menschen.“

 

Weitere Informationen

„Nein“ beim Referendum. Warum? Die Grünen haben sich die Thematik angesehen und sind zum Schluss gekommen, dies ist der beste Weg. Co Sprecher Luca Bertolini erläuterte anlässlich der Pressekonferenz die Etappen der parteiinternen Diskussion: Senatorin Aurora Floridia und Ulrike Ceresara (Richterin und Bürgermeisterkandidatin der Grünen in Meran) leiteten einen Dialog, an dessen Ende eines feststand. Die Grünen werden klar Position beziehen und rufen dazu auf, beim Referendum mit „Nein“ zu stimmen. Begleitet wird dieser Aufruf durch eine entsprechende Informationskampagne.

„Wir rufen zum „Nein“ auf, weil diese Reform die wirklichen Notstände der italienischen Justiz nicht angeht: Sie verkürzt nicht die Verfahrensdauer, investiert nicht in Verwaltungspersonal und Digitalisierung und garantiert keine größere Effizienz“, erklärte Bertolini.

Ulrike Ceresara lenkte die Aufmerksamkeit auf die problematischsten technischen und juristischen Aspekte des Textes. „Diese Reform greift in die verfassungsmäßige Struktur der Magistratur ein, umgeht jedoch gleichzeitig die alltäglichen Probleme, die Verfahren verzögern: Personalmangel, Organisation der Ämter, unzureichende Strukturen. Die vorgeschlagene Trennung der Laufbahnen beschleunigt die Verfahren nicht und verbessert auch nicht die Qualität der Dienstleistungen. Stattdessen riskiert sie, die institutionellen Konflikte zu verschärfen, ohne positive Auswirkungen für jene zu haben, die auf Gerechtigkeit warten“, betonte Ceresara. „Die Bürgerinnen und Bürger werden weder schnellere Verfahren noch eine besseren Zugang erleben: Ohne gezielte Investitionen und tiefgreifende organisatorische Reformen wird das System weiterhin unter Druck stehen“.

Laut Aurora Floridia „hat die Opposition im Senat bereits bei der ersten Lesung die kritischen Punkte des Textes angeprangert. Diese wurden durch die im Rahmen der Anhörungen befragten Expertinnen und Experten weiter bestätigt. Diese haben das Risiko einer Schwächung der Autonomie und Unabhängigkeit der Justiz hervorgehoben. Es wurden Änderungsvorschläge eingebracht, doch die Mehrheit hat entschieden, sie nicht anzunehmen und keinen echten Dialog mit der Opposition zu führen. Eine Reform von solcher Tragweite sollte aus einem breiten Konsens heraus entstehen, während hier die Mehrheit beschlossen hat, in einem stark polarisierenden Klima vorzugehen.“

Der Co-Sprecher der Grünen, Luca Bertolini, ruft die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, zum Referendum hinzugehen: „Geht wählen, egal ob ihr euch für ein Nein oder ein Ja entscheidet. Dieses Referendum betrifft unsere Verfassung und betrifft jede und jeden von uns: unsere Freiheit, unsere Geschichte, unsere demokratische Zukunft. In einem historisch so komplexen Moment, der von tiefen Spannungen geprägt ist, stellt die Verfassung einen Schutz für uns alle dar, den es zu verteidigen gilt!

Der IV. Gesetzgebungsausschuss des Südtiroler Landtages hat sich heute mit dem Gesetzentwurf „Einrichtung eines Dienstes für Basispsychologie“ befasst. Der Entwurf sieht die Einführung von Basispsycholog:innen vor. Diese hat sich bereits in mehreren anderen Regionen Italiens erfolgreich etabliert.

Ein niederschwelliger Zugang zu psychologischer Grundversorgung ist heute wichtiger denn je. Viele Menschen stehen unter wachsendem psychischem Druck, während Wartezeiten oft noch zu lang sind. Basispsycholog:innen könnten hier frühzeitig Unterstützung bieten, Belastungen abfangen und langfristig auch das Gesundheitssystem entlasten.

Umso bedauerlicher ist es, dass diese wichtige Gelegenheit heute nicht genutzt wurde. Dagegen gestimmt haben SVP und Fratelli d’Italia. Die Einführung eines solchen Dienstes wäre ein entscheidender Schritt hin zu mehr Chancengleichheit in der Gesundheitsversorgung und zu einer stärkeren Prävention im Bereich der psychischen Gesundheit gewesen.

„Das Recht auf psychische Gesundheit darf nicht vom Einkommen abhängig sein und muss als Teil der Grundversorgung gewährleistet werden. Wir werden weiter dranbleiben, um den Gesetzentwurf in den Landtag zu bringen, damit „Basispsychologie für alle“ Realität wird, so der Erstunterzeichner des Gesetzentwurfes und Mitglied des vierten Gesetzgebungsausschusses Zeno Oberkofler.

 

Landtagsabgeordnete:

Zeno Oberkofler
Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer

Der Gesetzentwurf der Grünen zur Einrichtung eines Dienstes für Basispsychologie wird am Dienstag im IV. Gesetzgebungsausschuss des Südtiroler Landtags behandelt. Ziel des Gesetzentwurfs ist es, einen niederschwelligen und flächendeckenden Zugang zu psychologischer Unterstützung zu gewährleisten und psychische Gesundheit als integralen Bestandteil des Rechts auf Gesundheit anzuerkennen. Er wurde heute in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Psychologenkammer vorgestellt.

In den vergangenen Jahren hat die psychische Belastung stetig zugenommen, besonders unter jungen Menschen. Laut der PASSI-Erhebung des Istituto Superiore di Sanità aus den Jahren 2023–2024 wiesen vier Prozent der befragten Südtiroler:innen depressive Symptome auf. Eine weitere Studie des Instituts für Allgemeinmedizin aus dem Jahr 2025, hat aufgezeigt: fast 40 % der Kinder und Jugendlichen in Südtirol zeigen Hinweise auf psychische Belastungen. Zugleich stehen im öffentlichen Gesundheitswesen in Italien lediglich drei Psycholog:innen pro 10.000 Einwohner:innen zur Verfügung, während der europäische Durchschnitt bei zehn bis zwölf liegt. Somit ist der Zugang zu Behandlung häufig noch zu schwierig, denn nicht jede:r kann sich eine private Betreuung leisten.

Genau diese Lücke soll der Gesetzentwurf der Grünen schließen, durch einen niedrigschwelligen Erstversorgungsdienst, eingebettet in die hausärztliche Grundversorgung und nah an den Menschen. Vorgesehen ist die Einführung von Basispsycholog:innen in jedem Gesundheitsbezirk, die eng mit anderen sozial-gesundheitlichen Diensten zusammenarbeiten. „Wie sich jede:r Bürger:in an seinen/ihren Hausarzt wenen kann, so soll sich jede:r Bürger:in in Zukunft auch an eine:n Basispsychologen:in wenden können. Der Dienst soll einfach zugänglich sein und frühzeitig eingreifen. Ein niederschwelliges Angebot reduziert nämlich Leid und verringert das Risiko für psychische Erkrankungen. Psychische Gesundheit darf nicht vom Einkommen abhängig sein, sondern muss als integraler Bestandteil des Rechts auf Gesundheit anerkannt werden.“, so Zeno Oberkofler, Erstunterzeichner des Gesetzentwurfs.

Die Psychologenkammer der Autonomen Provinz Bozen setzt sich seit Langem für die Einführung der Basispsychologin und des Basispsychologen ein und unterstützt – wie bereits in der Vergangenheit – überparteilich, in ihrer Funktion als öffentliche, subsidiäre Körperschaft des Staates, mit fachlicher Kompetenz und Erfahrung alle Schritte und Initiativen, die in diese Richtung gegangen sind und weiterhin gehen, einschließlich der aktiven Teilnahme am technischen Arbeitstisch der Autonomen Provinz Bozen.

„Angesichts der zunehmenden psychischen Belastungen, die wir insbesondere bei Jugendlichen und Familien beobachten, stellt die Basispsychologie eine notwendige Antwort dar: ein wohnortnahes, leicht zugängliches und zeitnahes Angebot, das in der Lage ist, psychisches Leiden frühzeitig zu erkennen und einer Verschärfung der Probleme vorzubeugen.

Die strukturelle Einführung der Basispsychologin und des Basispsychologen bedeutet, für Familien einen sicheren Hafen zu schaffen. Sie bedeutet, die Arbeit der Kolleginnen und Kollegen in den Diensten zu unterstützen, die aufgrund der hohen Nachfrage teilweise überlastet sind, verspätete Interventionen und damit vermeidbare Kosten zu reduzieren und die psychische Gesundheit zu einem tatsächlich wirksamen Recht für alle zu machen“, erklärt die Präsidentin der Psychologenkammer der Autonomen Provinz Bozen, Francesca Schir.

„Mit diesem Vorschlag wollen wir einen Paradigmenwechsel einleiten“, erklären die Grünen-Landtagsabgeordneten Zeno Oberkofler, Brigitte Foppa und Madeleine Rohrer. „Psychische Gesundheit muss zu einem strukturellen Bestandteil der öffentlichen Gesundheitsversorgung werden. Sie ist Teil der Gesamtgesundheit des Menschen und darf nicht in den Hintergrund gedrängt werden.“

Die Grünen hoffen nun auf eine konstruktive Debatte im Gesetzgebungsausschuss, damit der Entwurf weiterentwickelt und als konkrete Antwort auf ein immer drängenderes Bedürfnis der Südtiroler Bevölkerung vorangebracht werden kann.

Weitere Informationen zum Gesetzesentwurf

 

Landtagsabgeordnete:

Zeno Oberkofler
Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer

Die Landesversammlung der Grünen Südtirol hat heute den Startschuss für einen umfassenden Erneuerungs- und Entwicklungsprozess der Partei gegeben. In einer engagierten und konstruktiven Diskussion wurde der vom Grünen Rat vorgeschlagene Prozess zur Weiterentwicklung der internen Strukturen vorgestellt, und von der Landesversammlung einstimmig beschlossen.

Ziel des Prozesses ist es, die Grünen Südtirol organisatorisch, politisch und strukturell so weiterzuentwickeln, dass sie auch in Zukunft eine starke, glaubwürdige und wirksame politische Kraft bleiben. In den kommenden Monaten sollen Arbeitsgruppen eingerichtet und konkrete Vorschläge für zeitgemäße Strukturen und Abläufe erarbeitet werden.

„Wir sind eine politische Bewegung, die gestalten will und dafür brauchen wir Strukturen, die Entscheidungsprozesse fördern, Beteiligung ermöglichen, Verantwortung klar regeln und politische Schlagkraft stärken“, betonte Co-Sprecherin Elide Mussner im Rahmen der Landesversammlung. Der heute beschlossene Prozess sei eine Chance, „unsere Organisation bewusst weiterzuentwickeln und sie fit zu machen für die Herausforderungen der nächsten Jahre“.

Auch der Co-Sprecher Luca Bertolini sieht in der Entscheidung ein starkes politisches Signal: „Erneuerung ist kein Selbstzweck, sondern Voraussetzung dafür, politisch relevant zu bleiben. Wir wollen eine Organisation, die offen, transparent und handlungsfähig ist und die Menschen motiviert, sich einzubringen und Verantwortung zu übernehmen.“ Der Auftrag der Landesversammlung sei klar: den Prozess strukturiert, partizipativ und zielorientiert zu gestalten.

Der beschlossene Prozess wird in den kommenden Monaten stattfinden, und die erarbeiteten Vorschläge werden anschließend in den zuständigen Gremien weiter beraten und politisch entschieden.

 

Im letzten Monat ist die Debatte über die Sprachsituation an den Südtiroler Schulen und Kindergärten erneut aufgeflammt. Wie lernt man die zweite Sprache? Wie schützen wir das Recht auf Bildung aller Kinder? Führt die strenge Trennung nicht zu mehr Exklusion statt Inklusion? Oder wäre es nicht endlich an der Zeit, einen Kurswechsel zu vollziehen und das einzuführen, was die Gesellschaft in Südtirol schon lange fordert: die zweisprachige Schule?

„Südtirol ist ein mehrsprachiges Land. Wir verfügen über einen enormen Reichtum, nutzen ihn aber nicht ausreichend“, erklären die Grünen Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler. Eine „tragische Konstante“ nahezu aller wissenschaftlichen Untersuchungen der vergangenen Jahre sei die Schwierigkeit des Spracherwerbs im offiziell mehrsprachigen Südtirol, so Foppa. Diese Einschätzung teilt auch die überwältigende Mehrheit der Befragten im Sprachenbarometer Südtirol 2025: 96 Prozent sprechen von erheblichen Problemen beim Erlernen der Zweitsprache. Als Hauptursachen nennen viele Befragte eine stark gespaltene Gesellschaft sowie ein „Schulsystem, das den Anforderungen nicht gerecht wird“ – dieser Meinung sind 46 Prozent der italienischen und 34 Prozent der deutschen Sprachgruppe.

Neu ist allerdings, dass nun verstärkt auch über Lösungen gesprochen wird: 60 Prozent der Befragten stehen der Einführung einer zweisprachigen Schulen als Zusatzangebot sehr oder eher positiv gegenüber.

Für die Grüne Landtagsfraktion ist damit der Zeitpunkt gekommen, den entsprechenden Gesetzentwurf, der im Februar im Südtiroler Landtag diskutiert wird, endlich in die Realität umzusetzten. Vorgesehen ist die Einführung von zweisprachigen Klassenzügen als Zusatzangebot, ohne die bestehende Struktur der Schulen in deutscher, italienischer und ladinischer Sprache zu verändern. Kurz gesagt:

  • Die zweisprachigen Klassen werden bei einer Mindestanzahl von Anmeldungen möglich gemacht: 14 im Kindergarten und 15 für die anderen Schulstufen.
  • Das Lehrpersonal wird sich aus Lehrer:innen beider Sprachgruppen zusammensetzen.
  • Der Unterricht der Fächer wird gleichmäßig zwischen den Sprachen aufgeteilt, mit der Möglichkeit, auch eine dritte Sprache zu integrieren.
  • Die Anmeldung zu diesen Abteilungen ist freiwillig und ersetzt nicht das bestehende Bildungsangebot.

Brigitte Foppa, Erstunterzeichnerin des Gesetzentwurfs, betont: „Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass eine Sprache gelebt werden muss, um sie optimal zu erlernen: Ein gemeinsames schulisches Umfeld zwischen den Sprachgruppen könnte die Grundlage dafür schaffen.“

Die Einführung zweisprachiger Klassenzüge gilt als große Chance für die Ausbildung junger Südtirolerinnen und Südtiroler. Sie soll solide Sprachkompetenzen fördern und das interkulturelle Verständnis stärken. Zugleich will der Gesetzentwurf zusätzliche Wahlmöglichkeiten schaffen und ein Bildungssystem ermöglichen, das besser auf die Anforderungen der heutigen Gesellschaft zugeschnitten ist. Nicht zuletzt könnte er auch den Druck mindern, unter dem das Schulsystem derzeit steht. „Das starre Trennungssystem hat zu einer Art Do-it-yourself-Mehrsprachigkeit geführt, mit all den bekannten Folgen und noch besser bekannten politischen Debatten“, so Foppa.

„Mit diesem Gesetzentwurf wollen wir umsetzen, was in Europa längst Realität ist. Wir müssen uns den modernen Zeiten sowie den Bedürfnissen und Erwartungen der Familien anpassen“, schließen die Grünen Abgeordneten.

Weitere Informationen zum Gesetzentwurf

Landtagsabgeordnete

Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Zeno Oberkofler

Die Tourismusdebatte darf sich nicht nur auf die Betten beschränken 

 „In der ganzen Debatte um den Bettenstopp, würde ich mir als Dolomitenbewohnerin wünschen, dass man auch das Thema einer Eingrenzung der Beförderungsleistung für die Aufstiegsanlagen, angeht. Der Bettenstopp allein wird es nicht tun, um Südtirol vom Massentourismus zu schützen. Wir müssen auf mehrere Fronten arbeiten, denn Tourismus ist vielschichtig und wird nicht nur mit Gästebetten betrieben.“, so die Co-Vorsitzende der Grünen Verdi Vërc Elide Mussner, zur aktuellen Bettendiskussion.

 Der Trend zeigt deutlich: ständig steigern die Aufstiegsanlagen ihre Kapazitäten Vom Vierersessellift zum Sechsersessellift, vom Sechsersessellift zur Umlaufbahn. Zum Teil werden sie sogar verdoppelt oder verdreifacht oder auch mehr. Die Liste ist lang: die Pläne zur neuen Furnes Seilbahn (Seceda) zum Beispiel, wo man von jetzigen 800 auf zukünftigen 2.360 Menschen pro Stunden gehen möchte. Dabei ist dieses Projekt doppelt interessant, denn um keine Saison zu verlieren, schlagen die Betreiber vor eine zweite Bergstation zu bauen, so könnte während der Bauarbeiten der neuen Bahn, die alte Bahn ungestört weiterlaufen. Ein anderes Beispiel ist der Ciampinoi Lift in Wolkenstein, wo man eine Erhöhung von 2.400 auf 3.600 Menschen pro Stunde anstrebt, oder der Steger Dellai Sessellift auf der Seiser Alm: von 1.200 auf 2.200 Personen pro Stunde. Ein +83% der Förderleistung.

 Der Anlass zu diesen Kapazität Steigerungen, sind sehr oft die Kosten der anstehenden Revisionen. Die Überlegung: wenn man schon so viel Geld investieren muss, dann besser gleich alles neu bauen und dabei noch schnell die Kapazitäten steigern. Je mehr Leute pro Stunde an den Gates piepsen, desto mehr wird auch verdient. Klingt fast schon wie die magische Formel für die Brotvermehrung.

Dabei vergisst man aber, dass unsere Berge keine unendliche Masse auffangen können. Der Platz ist bedingt, die Umstände auch. Es ist zum Teil fahrlässig so viele Menschen auf über 2.000 m Höhe zu befördern, Menschen, die sehr oft auf die extremen Verhältnisse einer alpinen Landschaft gar nicht vorbereitet sind. Berge sind kein Funpark! Dazu kommt noch: diese Menschenmassen müssen auch zu den Liftanlagen gelangen, meistens kommen sie per motorisiertem Verkehr, ob Auto oder Privatbus oder Hotelshuttle. Wird die Beförderungskapazität einer Liftanlage aber gesteigert, wird von den Liftbetreibern kein Mobilitätskonzept gefordert. Es ist, als würde man bei einem Hotel 100 neue Betten dazu bauen, aber keine Parkplätze dafür aufweisen müssen. 

 „Die Frage zur Menge ist ausschlaggebend. Wenn wir auf der einen Seite die Gästebetten eingrenzen, dann haben wir die Pflicht auch die Kapazitäten der Aufstiegsanlagen einzugrenzen. Wir können und dürfen nicht auf der einen Seite die Masse zulassen, und auf der anderen Seite die Masse stoppen wollen, das ist eine Kurzschluss Dynamik.“, so Elide Mussner.

 Eine sachliche und objektive Debatte zu diesem Thema, wäre wünschenswert und sehr dringlich.

Anlässlich des Internationalen Gedenktages für die Opfer des Holocaust halten wir fest, dass Erinnern kein formales Ritual, sondern eine dauerhafte gesellschaftliche und politische Aufgabe ist. Es hilft, Hass, Intoleranz und Ängsten entgegenzutreten, die auch heute wieder in unserer Gesellschaft sichtbar werden. Der 27. Januar ist nicht nur ein Datum im Kalender, sondern eine Mahnung, wachsam zu bleiben.

In Bozen werden Kränze an Denkmälern niedergelegt, die an die Opfer der Konzentrationslager, an die Deportierten und an die während des Nationalsozialismus verfolgten Sinti erinnern. Diese Orte des Gedenkens, wie die Tafel „Gegen das Vergessen“ in der Reschenstraße an der Mauer des ehemaligen Lagers sowie die Denkmäler für die Deportierten und die Deportation, sind mehr als bloße Symbole. Sie sind Orte des Erinnerns und machen deutlich, wie gefährdet Demokratie ist, wenn Hass Raum gewinnt.

„Erinnerung ist politisches Engagement. Es reicht nicht, einmal im Jahr zu gedenken. Wir müssen die Erinnerung zu einer Orientierung für unser tägliches politisches und gesellschaftliches Handeln machen, um jede Form von Diskriminierung, die Angst vor dem Anderen und einen Populismus zu bekämpfen, der Gefühle anspricht statt Vernunft und Solidarität.“ So Luca Bertolini, Co Sprecher der Grünen Südtirol.

Heute, mehr als achtzig Jahre nach der Befreiung der Lager, heißt Erinnern auch anzuerkennen, dass der Einsatz gegen Rassismus, Antisemitismus und jede Form von Ausgrenzung weiterhin notwendig ist. Es bedeutet, an einer gerechteren, offeneren und solidarischen Gesellschaft zu arbeiten, in der die Menschenrechte geachtet und geschützt werden. Erinnerung darf nicht zur leeren Formel werden. Sie muss sich in Verantwortung, politischem Engagement und täglichem Handeln zeigen, auch hier in Südtirol.