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„Mit der Verabschiedung der Änderungen des Sonderstatuts für Trentino-Südtirol durch die Abgeordnetenkammer wird ein notwendiger Schritt unternommen, um die fortschreitende Aushöhlung der Autonomie zu stoppen, die in den letzten Jahren die Selbstverwaltung der autonomen Provinzen Trient und Bozen geschwächt hat.“

So heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Senatorin Aurora Floridia und der Senatoren Luigi Spagnolli und Pietro Patton.

„Die Sonderautonomie“, betont Aurora Floridia, „hat ihre Wurzeln in einem verfassungsrechtlichen und internationalen Pakt zum Schutz sprachlicher und kultureller Minderheiten und gilt auch auf internationaler Ebene als Modell für das Zusammenleben und den Umgang mit Unterschieden. Es handelt sich nicht um ein Privileg“, fährt Floridia fort, „sondern um eine Ressource für das gesamte Land. Die Maßnahme fügt sich in einen Kontext ein, der durch eine lange Phase der Spannungen zwischen Staat und Sonderautonomien gekennzeichnet ist, die sich nach der Reform von Titel V und in den Jahren der Finanzkrise verschärft haben, als ein zentralistisches Klima den Wert der Autonomien selbst in Frage gestellt hat. Die verabschiedeten Änderungen zielen darauf ab, das Maß an Autonomie wiederherzustellen und ein korrektes Verhältnis der institutionellen Zusammenarbeit zu bekräftigen.“

Für Senator Spagnolli „stellen die Änderungen des Sonderstatuts keine echte Reform dar, sondern lediglich eine Wartungsmaßnahme. Sie passen die Zuständigkeiten an die nach 1992 erlassenen Gesetze an und klären die Zuständigkeitsgrenzen im Hinblick auf die früheren Beanstandungen des Verfassungsgerichts besser.

Neben den positiven Elementen“, fügt Spagnolli hinzu, „bleiben jedoch erhebliche Kritikpunkte bestehen, insbesondere hinsichtlich der Modalitäten künftiger Änderungen des Statuts, die dem Staat weiterhin einseitige Eingriffsbefugnisse einräumen, ohne dass angemessene paritätische Garantien für die Sonderautonomien vorgesehen sind.“

Senator Patton betont hingegen, dass „die Fortschritte anerkannt werden müssen, aber die Herausforderung bleibt, das Vertrauensverhältnis zwischen Staat und Sonderautonomien zu stärken, denn Autonomie ist ein dynamischer Prozess, der im Interesse der Gemeinden und des gesamten Landes jeden Tag verteidigt und erneuert werden muss“.

Pressemitteilung.

Die Grünen Südtirols äußern ihre tiefe Besorgnis über die jüngsten Entwicklungen rund um die sogenannte „Global Sumud Flotilla“, die auf dem Seeweg versucht, dringend benötigte humanitäre Hilfe in den Gazastreifen zu bringen. Nach übereinstimmenden Berichten internationaler Medien hat die Flotilla, bestehend aus Dutzenden zivilen Schiffen mit hunderten Aktivist:innen aus vielen Ländern, darunter auch vier italienische Parlamentarier:innen und EU-Abgeordnete (Benedetta Scuderi, Annalisa Corrado, Marco Croatto und Arturo Scotto), internationale Gewässer vor Gaza erreicht. Es kam zu Behinderungen durch israelische Marineeinheiten, die Mittwochabend einige Schiffe der Flotilla enterten. Einige der Aktivist:innen, darunter auch Benedetta Scuderi, wurden Berichten zufolge von der israelischen Armee nach Israel gebracht.

Die Mission der Flotilla ist klar: Sie will angesichts der katastrophalen humanitären Lage im Gazastreifen Lebensmittel, Medikamente und andere lebensnotwendige Güter über den Seeweg liefern, da Landrouten durch Blockaden oder Zerstörung kaum passierbar sind. Es handelt sich um eine zivilgesellschaftliche Initiative, die die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf eine unhaltbare Situation lenkt und konkrete Hilfe leistet. Wer dies kriminalisiert, schwächt nicht nur humanitäres Engagement, sondern verletzt elementare Grundsätze des internationalen Rechts.

Israel kann sich nicht auf Hoheitsrechte im Seegebiet vor Gaza berufen, da diese völkerrechtlich nicht anerkannt sind. Auch internationale Blockaderegelung rechtfertigen kein Vorgehen, das Zivilist:innen den Zugang zu überlebenswichtiger Hilfe verwehrt. Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes hat wiederholt betont, dass eine Blockade, die einer gesamten Bevölkerung den Zugang zu lebensnotwendigen Gütern entzieht, als kollektive Bestrafung gilt und somit gegen die Vierte Genfer Konvention verstößt. Internationale Rechtsexpert:innen und UN-Sonderberichterstatter:innen haben zuletzt bekräftigt, dass Israel verpflichtet ist, den sicheren Durchlass humanitärer Hilfen zu ermöglichen.

Vor diesem Hintergrund erwarten wir von Italien und der EU, diplomatisch Druck auszuüben und unmissverständlich klarzustellen, dass eine gewaltsame Intervention gegen die Flotilla nicht hingenommen werden kann.

Die Grünen Südtirols stehen solidarisch an der Seite der Aktivist:innen, die das Schicksal der Menschen in Gaza sichtbar machen. Wir fordern die internationale Gemeinschaft dazu auf, sich nicht mit Lippenbekenntnissen zu begnügen, sondern aktiv die Rechtsordnung der internationalen Gemeinschaft zu verteidigen und die Unversehrtheit humanitärer Missionen zu gewährleisten. Nur so kann das Vertrauen in die Stärke des Völkerrechts und in den Schutz der Menschenrechte bewahrt werden.

 

Verdi Grüne Vërc
Die Grüne Fraktion im Südtiroler Landtag
Die Grüne Fraktion im Regionalrat
YGS Young Greens Southtyrol

 

 

 

„Wir setzen auf Verkehrssicherheit und nachhaltige Mobilität“

Nachts mit den Öffis durch Südtirol, das läuft derzeit nur samstags, ist aber gerade für junge Menschen eine sichere – manchmal sogar die einzige – Möglichkeit, sich fortzubewegen.

„Die Zahlen sprechen für sich: Der Nightliner wird immer stärker genutzt und geschätzt, mit einem Anstieg der Fahrkartenentwertungen um 39 Prozent in den letzten zwei Jahren. Wir möchten dieses Angebot auch auf Freitagabend ausweiten, um Unfälle zu vermeiden und den Jugendlichen und ihren Familien mehr Sicherheit zu geben“, erklärt Madeleine Rohrer, Erstunterzeichnerin der Motion.

In der nächsten Sitzung des Landtags werden die Grünen über den Vorschlag diskutieren. Geplant sind drei konkrete Maßnahmen:

  • Ausweitung des Nightliner-Dienstes auf Freitagabend/-nacht,
  • Einbeziehung der Nightliner-Tickets in die festen Tarif-Abonnements Fix365, U19, U26 und 65+,
  • sowie eine gezielte Informationskampagne, um die Nutzung des Angebots zu fördern.

Die Initiative basiert auf einer einfachen Beobachtung: Auch Freitagnacht wird vielerorts gefeiert und ausgegangen, die Nachtbusse stehen allerdings still. Alkohol ist nach wie vor weit verbreitet unter jungen Menschen. „Natürlich gibt es viel Aufklärung, und im Vergleich zur Vergangenheit wurden Fortschritte erzielt. Wir sind der Meinung, dass Alkoholmissbrauch gezielt angegangen werden muss. Dennoch kann man nicht ignorieren, dass für viele junge Menschen Alkohol ein üblicher Bestandteil von Treffen mit Freund:innen ist. Wir wollen, dass sowohl sie als auch andere Verkehrsteilnehmer:innen sicher nach Hause kommen“, betont Rohrer. Sie fügt hinzu: „Bemerkenswert ist auch, dass 2023 die meisten Unfälle ausgerechnet freitags passiert sind.“

„Mit diesem Beschlussantrag wollen wir Südtirols Straßen sicherer machen es allen ermöglichen, sich auch freitagnachts ohne Privatauto fortzubewegen“, so die Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler.

Weitere Informationen: Mit dem Nightliner nachts sicher unterwegs

Landtagsabgeordnete

Madeleine Rohrer
Brigitte Foppa
Zeno Oberkofler

Die Grünen fordern eine Obergrenze für den Transitverkehr

Heute feiern die Staats- und Landeschefs am Brenner der Durchstich des Brennerbasis-Tunnels, ungeachtet fehlender Bestimmungen für eine Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene und angesichts ganz unterschiedlicher Vorstellungen, was man noch alles den Menschen entlang der Transitstrecke zumuten kann.

Die Grünen Abgeordneten der Landtage in Südtirol, Tirol, Trentino und Bayern fordern in einer gemeinsamen Aussendung ein klares Bekenntnis für die Entlastung der Menschen entlang des mit Abstand am meisten befahrendsten Alpenpass. Inzwischen fahren jedes Jahr 2,5 Millionen Lkws über den Brenner – Tendenz steigend. Die Bahn kann mit der billigen Straße nicht mithalten und verliert laufend Anteile (heute bei 25 Prozent). Der Brennerbasis-Tunnel kann seine volle Wirkung nur entfalten, wenn weitere Weichen richtig gestellt werden.

Die Grünen Abgeordneten fordern erstens eine Verpflichtung, dass die Güter auch von der Straße auf die Schiene verlagert werden müssen. Solange die Nationalstaaten und die Europäische Union von verkehrspolitischen Rahmenbedingungen absehen, wie etwa eine maximale Anzahl an Lkws pro Tag, wird der Brennerbasistunnel nicht ausgelastet sein. Die Abgeordneten verweisen auf den nördlich und südlich des Brenners allseits geschätzten Europarechtsexperte Walter Obwexer: Es braucht eine Verlagerungspflicht und der Durchstich ist eine Gelegenheit, diese Forderung nachträglich mit der EU einzuhandeln.

Die Abgeordneten fordern zweitens mehr Geschwindigkeit beim Ausbau der Zulaufstrecken. Ohne diese wird aus der groß angekündigten Revolution gerade einmal ein Revolutiönchen. Die Schiene muss auf der gesamten Strecke ausgebaut werden, damit die Güter schnell und insbesondere verlässlich transportiert werden. Der Brennerbasistunnel bleibt ansonsten eine Kathedrale in der Wüste.

Drittens braucht es jetzt Maßnahmen, damit die Menschen entlang der Transitroute entlastet werden. Dazu gehört für die Grünen die Beibehaltung des Fahrverbots, wogegen Italien zurzeit gegen Österreich beim Europäischen Gerichtshof rekurriert. Dabei profieren auch die Menschen südlich des Brenners dieser Schutzmaßnahme. So sagte der Präsident der Brennerautobahn kürzlich zur RAI Bozen: „Eine indirekte Auswirkung des Nachtfahrverbots in Nordtirol ist, dass sich der Schwerverkehr in den Nachtstunden auf 6 Prozent des Tagesverkehrs reduziert. Der Lkw-Fahrer weiß bereits, dass er ab der Grenze in der Nacht nicht mehr weiterfahren kann. In Südtirol führt das dazu, dass der Schwerverkehr in den Nachtstunden sehr stark zurückfährt.“

Die Regierungen von Bayern, Tirol, Südtirol und Trentino sollen die Tunnelparty beenden und den Verhandlungsmarathon beginnen, so die Grünen.

 

Im Bild: Petra Wohlfahrtstätter, Gebi Mair, Madeleine Rohrer, Lucia Coppola, Zeno Oberkofler, Brigitte Foppa, Zeliha Arslan

 

Regionalratsabgeordnete

Madeleine Rohrer
Brigitte Foppa
Zeno Oberkofler
Lucia Coppola
Gebi Mair, Klubobmann im Tiroler Landtag
Markus Büchler, Bayerischer Landtag, Sprecher für Mobilität

Im Oktober könnten die beiden Landesgesetzentwürfe zur Verbesserung der direkten Demokratie in das Plenum des Landtags kommen. „In den letzten Tagen ist, ausgehend von Vize-LH Galateo, rund um diese Gesetzentwürfe eine heftige Polemik entbrannt, die tief blicken lässt,“ kommentieren die beiden Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa (Grüne) und Alex Ploner (Team K) die Vorgänge.

Sie melden sich nun zu Wort, da sie sich als Erstunterzeichnende der beiden Gesetzentwürfe zur Verfügung gestellt haben und sich nun weigern für Galateos Ausflüchte herzuhalten. „Die Initiative für mehr Demokratie war am Einbringen von zwei Gesetzentwürfen an der Richterkommission gescheitert. Sie baten daher alle Parteien, die vor der Landtagswahl 2023 in einer Pressekonferenz das Versprechen abgegeben hatten, die Direkte Demokratie zu unterstützen, darunter auch Marco Galateo, diese Entwürfe in den Landtag zu bringen. Es gab mehrere Einladungen zum gemeinsamen Austausch. Galateo hat keine dieser Einladungen wahrgenommen.“, so Brigitte Foppa und Alex Ploner zur Vorgeschichte der Gesetzentwürfe.

So haben Foppa und Ploner es übernommen, sozusagen als „Paten“ die Gesetzentwürfe einzubringen. Beide Gesetzentwürfe wurden von beinahe der gesamten Opposition (ausgen. Vita) mitunterzeichnet. Als nun Marco Galateo von der Initiative für mehr Demokratie aufgefordert wurde, sein Versprechen einzuhalten, reagierte er – wie so oft – ungehalten und rüpelhaft. Er warf der Initiative vor, „sich in die Hände der Grünen begeben zu haben“, er könne somit die Gesetzentwürfe nicht mehr mittragen.

„Ein Hohn und eine Verdrehung der Tatsachen. Galateo kann gern zu seinem Wort stehen, wir lassen ihm gern den Platz – wenn es nur das ist“, so Alex Ploner und Brigitte Foppa. Sie haben dem Vize-Landeshauptmann angeboten, als Erstunterzeichnende zurückzutreten und ihm den Vortritt zu lassen. Das Angebot gilt.

Vorsorge, ein Must-have

Heute hat der Regionalrat beschlossen, dass Neugeborene einen Beitrag erhalten, wenn für sie eine Zusatzrentenform eingerichtet wird. Dank eines von den Grünen Zeno Oberkofler, Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Lucia Coppola eingebrachten und vom Regionalratsabgeordneten Carlo Daldoss mitunterzeichneten Änderungsantrags, der im Plenum angenommen wurde, haben die Familien nun ausreichend Zeit, um den Beitrag zu beantragen.

Der Gesetzentwurf sieht einen regionalen Beitrag zur Zusatzvorsorge des Kindes in Höhe von 300 Euro als Startbetrag vor, zu dem jährlich 200 Euro bis zur Vollendung des fünften Lebensjahres hinzukommen – vorausgesetzt, die Familie leistet eine jährliche Einzahlung von 100 Euro. Der Beitrag ist als Anreiz gedacht, frühzeitig eine langfristige Zusatzvorsorge aufzubauen.

Mit der neuen Bestimmung, die durch den Änderungsantrag der Grünen eingeführt wurde, können die Familien den Antrag auf Zugang zum regionalen Beitrag bis zum zweiten Lebensjahr des Kindes oder innerhalb von zwei Jahren nach einer Adoption oder Pflege stellen. Das Ziel ist klar: den Familien einen größeren und ruhigeren zeitlichen Spielraum zu garantieren, um zu entscheiden, ob sie zugunsten des Kindes der Zusatzvorsorge beitreten möchten – ohne Druck.

„Auf diese Weise“, betonen die Abgeordneten Zeno Oberkofler, Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Lucia Coppola, „kommen wir den Familien entgegen, indem wir ihnen nicht nur eine konkrete Unterstützung bieten, sondern auch die notwendige Zeit, um eine bewusste Entscheidung zu treffen und in Ruhe alle langfristigen Vorteile abzuwägen. Es handelt sich um einen wichtigen Schritt, um die Kultur der Zusatzvorsorge bereits im Kindesalter zu verbreiten und den neuen Generationen mehr Sicherheit für die Zukunft zu garantieren.“

Weitere Informationen: Änderungsantrag

Regionalratsabgeordnete

Zeno Oberkofler
Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Lucia Coppola

Gerade erst hat das neue Schuljahr begonnen, schon gibt es schlechte Noten für den Landtag: Der Beschlussantrag der Grünen Fraktion für eine umfassende Verbesserung der Kleinkinderbetreuung fiel bei der Abstimmung durch.

Gefordert hatten die Abgeordneten ein Gesamtkonzept für Kinder von null bis sechs Jahren: leistbare und verlässliche Betreuungsangebote, eine bessere Abstimmung mit den Bedürfnissen der Familien und eine Aufwertung des pädagogischen Personals – auch finanziell. Konkret wollten die Grünen das Verhältnis zwischen Kindern und Betreuer:innen verbessern, die räumliche Ausstattung in den Einrichtungen überprüfen und die Zugangsregelungen reformieren. Letzteres auch mit Blick auf Kinder von nicht berufstätigen Eltern, die bislang oft benachteiligt sind. Flexiblere Nachmittags- und Sommerdienste sollten das Angebot abrunden.

Doch der Vorschlag fand keine Mehrheit. Für die Grünen ein fatales Signal.

„Ein echter Plan für die Kleinkindbetreuung würde allen Kindern gleiche Chancen eröffnen und Eltern mehr Planbarkeit geben“, erklärten die Abgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler nach der Abstimmung. Familien bräuchten Verlässlichkeit und Kontinuität – beides sei im aktuellen System nicht ausreichend gewährleistet. „Die EU fordert ein Mindestangebot von 45 Prozent an Betreuungsangebot für Kinder unter drei Jahren. Dass wir mit unseren 25 Prozent nach wie vor so weit von diesem Zielwert entfernt sind, ist schlicht ungenügend“, so Foppa, die den Antrag eingebracht hatte.

Weitere Informationen: Kinderbetreuung flexibel und verlässlich

Landtagsabgeordnete

Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Zeno Oberkofler

Der Start ins neue Schul- und Universitätsjahr ist immer ein besonderer Moment – in den letzten Jahren aber immer öfter auch von Frustration begleitet. Denn die Situation bei der Kinderbetreuung hat sich nicht gebessert, wie es versprochen wurde. In einer Pressekonferenz haben die grünen Landtagsabgeordneten auf die veralteten Regelungen, das fehlende Personal und unzureichende Angebote hingewiesen. Studierende leiden unter einem eklatanten Mangel an leistbarem Wohnraum. Zur Besserung der Situation bringt die Grüne Fraktion im Landtag zwei Anträge ein: einen für eine bessere Kinderbetreuung, den anderen für neue, leistbare Studierendenheime.

Kinderbetreuung

Personalmangel, komplizierte Zugangsregeln, Lücken und Ungleichheiten im Sommerangebot, Probleme bei Mensa, Öffnungszeiten und Wartelisten – all dies belastet zunehmend viele Eltern. Die Empfehlung des Rates der Europäischen Union zu frühkindlicher Betreuung und Bildung, die sogenannten „Barcelona-Ziele 2030“, sieht vor, dass mindestens 45 Prozent der Kinder unter drei Jahren Zugang zu Betreuungseinrichtungen haben. In Südtirol liegt die Quote derzeit bei nur 25 Prozent.

“Über 70% der Kinder werden zu Hause oder anderswo betreut, oft mit viel Improvisation und übermenschlichem organisatorischen Aufwand. Das ist weder im Interesse der Kinder noch im Interesse des pädagogischen Personals in den Einrichtungen. Familien brauchen Sicherheit und Kontinuität, nicht ein Mosaik aus Provisorien“, sagt Brigitte Foppa, Erstunterzeichnerin des Grünen Beschlussantrags, der im der nächsten Landtagsitzung behandelt wird.

Die Grünen fordern einen umfassenden Plan für die Altersgruppe von null bis sechs Jahren: zugängliche, kontinuierliche, bezahlbare Angebote und eine angemessene – auch finanzielle – Aufwertung des Personals. Außerdem müssen Zugangsregeln für Kitas reformiert (derzeit gibt es viele Benachteiligungen!), die Bedingungen in den Kitas im Hinblick auf die Räumlichkeiten und den Betreuungsschlüssel verbessert und flexible Nachmittags- und Sommerbetreuungsangebote geschaffen werden. „Verlässliche Bildungsangebote bedeuten gerechtere Chancen für Kinder und mehr Gelassenheit für Eltern“, betonen die Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler.

Wohnraum für Studierende und Forschende

Unbestritten ist auch die Wohnungsnot für Studierende. Derzeit zahlen Studierende zwischen 450 und 700 Euro pro Monat für ein Zimmer – eine erhebliche Belastung für viele Familien. Seit 2011 hat das Land keine neuen Studierendenwohnheime mehr errichtet, sodass Studierende auf den freien Markt angewiesen sind.

„Das Recht auf Studium darf nicht von Marktmechanismen abhängen. Deshalb fordern wir, dass das Land in Zusammenarbeit mit gemeinnützigen Bauträgern in neue öffentliche Studentenheime investiert – mit Zimmern zu wirklich leistbaren Preisen“, erklärt Zeno Oberkofler, Erstunterzeichner des entsprechenden Beschlussantrags. „Wenn wir für junge Studierende attraktiv sein wollen, müssen wir ihnen auch einen Platz zum Wohnen und zum Leben garantieren.“

„Unsere Forderungen zielen auf eine gerechtere Gesellschaft. Planbarkeit und Leistbarkeit sind Grundvoraussetzungen dafür“, so Foppa, Oberkofler und Rohrer.

Weitere Informationen:

Landtagsabgeordnete

Brigitte Foppa
Zeno Oberkofler
Madeleine Rohrer

„Die von der SVP geführten Debatten dienen hauptsächlich dazu, die Gemüter aufzuheizen“, erklärt die Grüne Landtagsabgeordnete Brigitte Foppa im Kommentar zum Bericht der SVP-Arbeitsgruppe zur deutschen Schule. „Niemand kann ernsthaft daran denken, Kinder im November aus ihren Klassen zu reißen, ohne auch nur zu wissen, wohin sie dann gehen sollen. Doch im blinden Populismus wurde von Teilen dieser Arbeitsgruppe auch dies vorgeschlagen.“

Die Grünen erkennen durchaus einige positive Aspekte in dem vorgelegten Paket an: „Wir Grünen betonen klar, dass die Schule funktionieren muss. Wir fordern kleinere Klassen und Gruppen, mehr Personal sowie finanzielle Unterstützung für Lehrkräfte, die komplexe Situationen bewältigen, kontinuierliche Weiterbildung und nachmittägliche Deutsch-Angebote, die für alle zugänglich sind. Wir wollen konkrete Chancen, keine symbolischen oder bestrafenden Maßnahmen. Unsere Schule muss inklusiv, gerecht und in der Lage sein, den Erfolg aller Kinder zu gewährleisten“, erklärt Luca Bertolini, Co-Sprecher der Grünen und Lehrer an einer Südtiroler Schule.

Viele der „neuen“ Vorschläge aus der SVP-Arbeitsgruppe machen die Grünen bereits seit Jahren.

Einige der vorgeschlagenen Punkte scheinen hingegen eigens darauf ausgelegt zu sein, die öffentliche Emotionalität anzuheizen: Sprachtests schon im Kindergarten, verpflichtende Sommersprachkurse sogar an den Grundschulen, und der Versuch, den „Sprach-Slalom“ zwischen den deutschen und italienischen Schulen zu unterbinden, insbesondere im Grundschulbereich. „Ich wüsste wirklich gerne, wie sie das verhindern wollen“, kommentiert Foppa. „Ich glaube nicht, dass diese Maßnahmen viel Anklang finden werden. Inakzeptabel ist zudem der Vorschlag, die Sozialbeihilfen zu entziehen, wenn Eltern nicht ‚kooperativ‘ sind: Das ist ein typisch rechter Ansatz, der die Ebenen vermischt und wahrscheinlich verfassungswidrig ist.“

Die Alternative zur Befriedung haben die Grünen bereits vor Jahren ins Spiel gebracht: bilinguale Schulklassen, insbesondere an Schulen mit hoher Komplexität und dann eingerichtet, wenn ausreichend Anmeldungen vorliegen. Diese würden für Entspannung sorgen, Chancengleichheit garantieren und einen innovativen, zukunftsweisenden Weg eröffnen. Ein entsprechender Gesetzesentwurf liegt dem Landtag bereits seit 2014 vor. Man müsste ihn nur annehmen.

Brigitte Foppa
Luca Bertolini

Die Arbeitsgruppe Energie der Südtiroler Grünen begrüßt die Initiative der Gemeinde Brenner für ein Windpark am Brenner und schlägt vor unverzüglich einen Beteiligungsprozess für Bürger und Interessensgruppen zu starten. Bürgern soll außerdem ermöglicht werden sich mit kleinen Investitionen an so genannten Bürgerwindrädern zu beteiligen und somit finanziell zu profitieren.

Die Akzeptanz von Erneuerbare Energieanlagen, insbesondere von den weit sichtbaren Windrädern, hängt stark davon ab, ob betroffene Bürger und alle wesentlichen Interessensgruppen von Anfang an in die Entscheidungsprozesse eingebunden werden und von der Wertschöpfung sichtbar alle profitieren. So müssen Bedenken zum Vogelschutz oder zur Veränderung des Landschaftsbilds ernst genommen werden. Ein wirksames Instrument ist außerdem eine Abgabe für jede erzeugte Kilowattstunde an die Gemeinde zu definieren, die für soziale oder ökologische Zwecke zweckgebunden wird. Eine finanzielle Beteiligungsmöglichkeit von Bürgern mit kleinen Beiträgen an der Investition und eine Mitbestimmung von Bürgern bei der Verwendung der Abgabe trägt weiter zum positiven Gerechtigkeitsempfinden der Bevölkerung bei der Umsetzung des Projekts bei.

Windkraft ist diejenige erneuerbare Energieform, die insbesondere im Winter und auch in den Nachtstunden verfübar ist, wenn Südtirol seinen Energiebedarf bisher häufig durch Wasserkraft und Solarenergie nicht decken kann. Standorte für Windkraft sind in Südtirol nicht zahlreich und somit muss am Brenner mit großer Vorsicht vorgegangen werden um den Erfolg so eines Projektes nicht fahrlässig aufs Spiel zu setzen.