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Die Grünen fordern eine Obergrenze für den Transitverkehr

Heute feiern die Staats- und Landeschefs am Brenner der Durchstich des Brennerbasis-Tunnels, ungeachtet fehlender Bestimmungen für eine Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene und angesichts ganz unterschiedlicher Vorstellungen, was man noch alles den Menschen entlang der Transitstrecke zumuten kann.

Die Grünen Abgeordneten der Landtage in Südtirol, Tirol, Trentino und Bayern fordern in einer gemeinsamen Aussendung ein klares Bekenntnis für die Entlastung der Menschen entlang des mit Abstand am meisten befahrendsten Alpenpass. Inzwischen fahren jedes Jahr 2,5 Millionen Lkws über den Brenner – Tendenz steigend. Die Bahn kann mit der billigen Straße nicht mithalten und verliert laufend Anteile (heute bei 25 Prozent). Der Brennerbasis-Tunnel kann seine volle Wirkung nur entfalten, wenn weitere Weichen richtig gestellt werden.

Die Grünen Abgeordneten fordern erstens eine Verpflichtung, dass die Güter auch von der Straße auf die Schiene verlagert werden müssen. Solange die Nationalstaaten und die Europäische Union von verkehrspolitischen Rahmenbedingungen absehen, wie etwa eine maximale Anzahl an Lkws pro Tag, wird der Brennerbasistunnel nicht ausgelastet sein. Die Abgeordneten verweisen auf den nördlich und südlich des Brenners allseits geschätzten Europarechtsexperte Walter Obwexer: Es braucht eine Verlagerungspflicht und der Durchstich ist eine Gelegenheit, diese Forderung nachträglich mit der EU einzuhandeln.

Die Abgeordneten fordern zweitens mehr Geschwindigkeit beim Ausbau der Zulaufstrecken. Ohne diese wird aus der groß angekündigten Revolution gerade einmal ein Revolutiönchen. Die Schiene muss auf der gesamten Strecke ausgebaut werden, damit die Güter schnell und insbesondere verlässlich transportiert werden. Der Brennerbasistunnel bleibt ansonsten eine Kathedrale in der Wüste.

Drittens braucht es jetzt Maßnahmen, damit die Menschen entlang der Transitroute entlastet werden. Dazu gehört für die Grünen die Beibehaltung des Fahrverbots, wogegen Italien zurzeit gegen Österreich beim Europäischen Gerichtshof rekurriert. Dabei profieren auch die Menschen südlich des Brenners dieser Schutzmaßnahme. So sagte der Präsident der Brennerautobahn kürzlich zur RAI Bozen: „Eine indirekte Auswirkung des Nachtfahrverbots in Nordtirol ist, dass sich der Schwerverkehr in den Nachtstunden auf 6 Prozent des Tagesverkehrs reduziert. Der Lkw-Fahrer weiß bereits, dass er ab der Grenze in der Nacht nicht mehr weiterfahren kann. In Südtirol führt das dazu, dass der Schwerverkehr in den Nachtstunden sehr stark zurückfährt.“

Die Regierungen von Bayern, Tirol, Südtirol und Trentino sollen die Tunnelparty beenden und den Verhandlungsmarathon beginnen, so die Grünen.

 

Im Bild: Petra Wohlfahrtstätter, Gebi Mair, Madeleine Rohrer, Lucia Coppola, Zeno Oberkofler, Brigitte Foppa, Zeliha Arslan

 

Regionalratsabgeordnete

Madeleine Rohrer
Brigitte Foppa
Zeno Oberkofler
Lucia Coppola
Gebi Mair, Klubobmann im Tiroler Landtag
Markus Büchler, Bayerischer Landtag, Sprecher für Mobilität

Im Oktober könnten die beiden Landesgesetzentwürfe zur Verbesserung der direkten Demokratie in das Plenum des Landtags kommen. „In den letzten Tagen ist, ausgehend von Vize-LH Galateo, rund um diese Gesetzentwürfe eine heftige Polemik entbrannt, die tief blicken lässt,“ kommentieren die beiden Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa (Grüne) und Alex Ploner (Team K) die Vorgänge.

Sie melden sich nun zu Wort, da sie sich als Erstunterzeichnende der beiden Gesetzentwürfe zur Verfügung gestellt haben und sich nun weigern für Galateos Ausflüchte herzuhalten. „Die Initiative für mehr Demokratie war am Einbringen von zwei Gesetzentwürfen an der Richterkommission gescheitert. Sie baten daher alle Parteien, die vor der Landtagswahl 2023 in einer Pressekonferenz das Versprechen abgegeben hatten, die Direkte Demokratie zu unterstützen, darunter auch Marco Galateo, diese Entwürfe in den Landtag zu bringen. Es gab mehrere Einladungen zum gemeinsamen Austausch. Galateo hat keine dieser Einladungen wahrgenommen.“, so Brigitte Foppa und Alex Ploner zur Vorgeschichte der Gesetzentwürfe.

So haben Foppa und Ploner es übernommen, sozusagen als „Paten“ die Gesetzentwürfe einzubringen. Beide Gesetzentwürfe wurden von beinahe der gesamten Opposition (ausgen. Vita) mitunterzeichnet. Als nun Marco Galateo von der Initiative für mehr Demokratie aufgefordert wurde, sein Versprechen einzuhalten, reagierte er – wie so oft – ungehalten und rüpelhaft. Er warf der Initiative vor, „sich in die Hände der Grünen begeben zu haben“, er könne somit die Gesetzentwürfe nicht mehr mittragen.

„Ein Hohn und eine Verdrehung der Tatsachen. Galateo kann gern zu seinem Wort stehen, wir lassen ihm gern den Platz – wenn es nur das ist“, so Alex Ploner und Brigitte Foppa. Sie haben dem Vize-Landeshauptmann angeboten, als Erstunterzeichnende zurückzutreten und ihm den Vortritt zu lassen. Das Angebot gilt.

Vorsorge, ein Must-have

Heute hat der Regionalrat beschlossen, dass Neugeborene einen Beitrag erhalten, wenn für sie eine Zusatzrentenform eingerichtet wird. Dank eines von den Grünen Zeno Oberkofler, Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Lucia Coppola eingebrachten und vom Regionalratsabgeordneten Carlo Daldoss mitunterzeichneten Änderungsantrags, der im Plenum angenommen wurde, haben die Familien nun ausreichend Zeit, um den Beitrag zu beantragen.

Der Gesetzentwurf sieht einen regionalen Beitrag zur Zusatzvorsorge des Kindes in Höhe von 300 Euro als Startbetrag vor, zu dem jährlich 200 Euro bis zur Vollendung des fünften Lebensjahres hinzukommen – vorausgesetzt, die Familie leistet eine jährliche Einzahlung von 100 Euro. Der Beitrag ist als Anreiz gedacht, frühzeitig eine langfristige Zusatzvorsorge aufzubauen.

Mit der neuen Bestimmung, die durch den Änderungsantrag der Grünen eingeführt wurde, können die Familien den Antrag auf Zugang zum regionalen Beitrag bis zum zweiten Lebensjahr des Kindes oder innerhalb von zwei Jahren nach einer Adoption oder Pflege stellen. Das Ziel ist klar: den Familien einen größeren und ruhigeren zeitlichen Spielraum zu garantieren, um zu entscheiden, ob sie zugunsten des Kindes der Zusatzvorsorge beitreten möchten – ohne Druck.

„Auf diese Weise“, betonen die Abgeordneten Zeno Oberkofler, Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Lucia Coppola, „kommen wir den Familien entgegen, indem wir ihnen nicht nur eine konkrete Unterstützung bieten, sondern auch die notwendige Zeit, um eine bewusste Entscheidung zu treffen und in Ruhe alle langfristigen Vorteile abzuwägen. Es handelt sich um einen wichtigen Schritt, um die Kultur der Zusatzvorsorge bereits im Kindesalter zu verbreiten und den neuen Generationen mehr Sicherheit für die Zukunft zu garantieren.“

Weitere Informationen: Änderungsantrag

Regionalratsabgeordnete

Zeno Oberkofler
Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Lucia Coppola

Gerade erst hat das neue Schuljahr begonnen, schon gibt es schlechte Noten für den Landtag: Der Beschlussantrag der Grünen Fraktion für eine umfassende Verbesserung der Kleinkinderbetreuung fiel bei der Abstimmung durch.

Gefordert hatten die Abgeordneten ein Gesamtkonzept für Kinder von null bis sechs Jahren: leistbare und verlässliche Betreuungsangebote, eine bessere Abstimmung mit den Bedürfnissen der Familien und eine Aufwertung des pädagogischen Personals – auch finanziell. Konkret wollten die Grünen das Verhältnis zwischen Kindern und Betreuer:innen verbessern, die räumliche Ausstattung in den Einrichtungen überprüfen und die Zugangsregelungen reformieren. Letzteres auch mit Blick auf Kinder von nicht berufstätigen Eltern, die bislang oft benachteiligt sind. Flexiblere Nachmittags- und Sommerdienste sollten das Angebot abrunden.

Doch der Vorschlag fand keine Mehrheit. Für die Grünen ein fatales Signal.

„Ein echter Plan für die Kleinkindbetreuung würde allen Kindern gleiche Chancen eröffnen und Eltern mehr Planbarkeit geben“, erklärten die Abgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler nach der Abstimmung. Familien bräuchten Verlässlichkeit und Kontinuität – beides sei im aktuellen System nicht ausreichend gewährleistet. „Die EU fordert ein Mindestangebot von 45 Prozent an Betreuungsangebot für Kinder unter drei Jahren. Dass wir mit unseren 25 Prozent nach wie vor so weit von diesem Zielwert entfernt sind, ist schlicht ungenügend“, so Foppa, die den Antrag eingebracht hatte.

Weitere Informationen: Kinderbetreuung flexibel und verlässlich

Landtagsabgeordnete

Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Zeno Oberkofler

Der Start ins neue Schul- und Universitätsjahr ist immer ein besonderer Moment – in den letzten Jahren aber immer öfter auch von Frustration begleitet. Denn die Situation bei der Kinderbetreuung hat sich nicht gebessert, wie es versprochen wurde. In einer Pressekonferenz haben die grünen Landtagsabgeordneten auf die veralteten Regelungen, das fehlende Personal und unzureichende Angebote hingewiesen. Studierende leiden unter einem eklatanten Mangel an leistbarem Wohnraum. Zur Besserung der Situation bringt die Grüne Fraktion im Landtag zwei Anträge ein: einen für eine bessere Kinderbetreuung, den anderen für neue, leistbare Studierendenheime.

Kinderbetreuung

Personalmangel, komplizierte Zugangsregeln, Lücken und Ungleichheiten im Sommerangebot, Probleme bei Mensa, Öffnungszeiten und Wartelisten – all dies belastet zunehmend viele Eltern. Die Empfehlung des Rates der Europäischen Union zu frühkindlicher Betreuung und Bildung, die sogenannten „Barcelona-Ziele 2030“, sieht vor, dass mindestens 45 Prozent der Kinder unter drei Jahren Zugang zu Betreuungseinrichtungen haben. In Südtirol liegt die Quote derzeit bei nur 25 Prozent.

“Über 70% der Kinder werden zu Hause oder anderswo betreut, oft mit viel Improvisation und übermenschlichem organisatorischen Aufwand. Das ist weder im Interesse der Kinder noch im Interesse des pädagogischen Personals in den Einrichtungen. Familien brauchen Sicherheit und Kontinuität, nicht ein Mosaik aus Provisorien“, sagt Brigitte Foppa, Erstunterzeichnerin des Grünen Beschlussantrags, der im der nächsten Landtagsitzung behandelt wird.

Die Grünen fordern einen umfassenden Plan für die Altersgruppe von null bis sechs Jahren: zugängliche, kontinuierliche, bezahlbare Angebote und eine angemessene – auch finanzielle – Aufwertung des Personals. Außerdem müssen Zugangsregeln für Kitas reformiert (derzeit gibt es viele Benachteiligungen!), die Bedingungen in den Kitas im Hinblick auf die Räumlichkeiten und den Betreuungsschlüssel verbessert und flexible Nachmittags- und Sommerbetreuungsangebote geschaffen werden. „Verlässliche Bildungsangebote bedeuten gerechtere Chancen für Kinder und mehr Gelassenheit für Eltern“, betonen die Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler.

Wohnraum für Studierende und Forschende

Unbestritten ist auch die Wohnungsnot für Studierende. Derzeit zahlen Studierende zwischen 450 und 700 Euro pro Monat für ein Zimmer – eine erhebliche Belastung für viele Familien. Seit 2011 hat das Land keine neuen Studierendenwohnheime mehr errichtet, sodass Studierende auf den freien Markt angewiesen sind.

„Das Recht auf Studium darf nicht von Marktmechanismen abhängen. Deshalb fordern wir, dass das Land in Zusammenarbeit mit gemeinnützigen Bauträgern in neue öffentliche Studentenheime investiert – mit Zimmern zu wirklich leistbaren Preisen“, erklärt Zeno Oberkofler, Erstunterzeichner des entsprechenden Beschlussantrags. „Wenn wir für junge Studierende attraktiv sein wollen, müssen wir ihnen auch einen Platz zum Wohnen und zum Leben garantieren.“

„Unsere Forderungen zielen auf eine gerechtere Gesellschaft. Planbarkeit und Leistbarkeit sind Grundvoraussetzungen dafür“, so Foppa, Oberkofler und Rohrer.

Weitere Informationen:

Landtagsabgeordnete

Brigitte Foppa
Zeno Oberkofler
Madeleine Rohrer

„Die von der SVP geführten Debatten dienen hauptsächlich dazu, die Gemüter aufzuheizen“, erklärt die Grüne Landtagsabgeordnete Brigitte Foppa im Kommentar zum Bericht der SVP-Arbeitsgruppe zur deutschen Schule. „Niemand kann ernsthaft daran denken, Kinder im November aus ihren Klassen zu reißen, ohne auch nur zu wissen, wohin sie dann gehen sollen. Doch im blinden Populismus wurde von Teilen dieser Arbeitsgruppe auch dies vorgeschlagen.“

Die Grünen erkennen durchaus einige positive Aspekte in dem vorgelegten Paket an: „Wir Grünen betonen klar, dass die Schule funktionieren muss. Wir fordern kleinere Klassen und Gruppen, mehr Personal sowie finanzielle Unterstützung für Lehrkräfte, die komplexe Situationen bewältigen, kontinuierliche Weiterbildung und nachmittägliche Deutsch-Angebote, die für alle zugänglich sind. Wir wollen konkrete Chancen, keine symbolischen oder bestrafenden Maßnahmen. Unsere Schule muss inklusiv, gerecht und in der Lage sein, den Erfolg aller Kinder zu gewährleisten“, erklärt Luca Bertolini, Co-Sprecher der Grünen und Lehrer an einer Südtiroler Schule.

Viele der „neuen“ Vorschläge aus der SVP-Arbeitsgruppe machen die Grünen bereits seit Jahren.

Einige der vorgeschlagenen Punkte scheinen hingegen eigens darauf ausgelegt zu sein, die öffentliche Emotionalität anzuheizen: Sprachtests schon im Kindergarten, verpflichtende Sommersprachkurse sogar an den Grundschulen, und der Versuch, den „Sprach-Slalom“ zwischen den deutschen und italienischen Schulen zu unterbinden, insbesondere im Grundschulbereich. „Ich wüsste wirklich gerne, wie sie das verhindern wollen“, kommentiert Foppa. „Ich glaube nicht, dass diese Maßnahmen viel Anklang finden werden. Inakzeptabel ist zudem der Vorschlag, die Sozialbeihilfen zu entziehen, wenn Eltern nicht ‚kooperativ‘ sind: Das ist ein typisch rechter Ansatz, der die Ebenen vermischt und wahrscheinlich verfassungswidrig ist.“

Die Alternative zur Befriedung haben die Grünen bereits vor Jahren ins Spiel gebracht: bilinguale Schulklassen, insbesondere an Schulen mit hoher Komplexität und dann eingerichtet, wenn ausreichend Anmeldungen vorliegen. Diese würden für Entspannung sorgen, Chancengleichheit garantieren und einen innovativen, zukunftsweisenden Weg eröffnen. Ein entsprechender Gesetzesentwurf liegt dem Landtag bereits seit 2014 vor. Man müsste ihn nur annehmen.

Brigitte Foppa
Luca Bertolini

Die Arbeitsgruppe Energie der Südtiroler Grünen begrüßt die Initiative der Gemeinde Brenner für ein Windpark am Brenner und schlägt vor unverzüglich einen Beteiligungsprozess für Bürger und Interessensgruppen zu starten. Bürgern soll außerdem ermöglicht werden sich mit kleinen Investitionen an so genannten Bürgerwindrädern zu beteiligen und somit finanziell zu profitieren.

Die Akzeptanz von Erneuerbare Energieanlagen, insbesondere von den weit sichtbaren Windrädern, hängt stark davon ab, ob betroffene Bürger und alle wesentlichen Interessensgruppen von Anfang an in die Entscheidungsprozesse eingebunden werden und von der Wertschöpfung sichtbar alle profitieren. So müssen Bedenken zum Vogelschutz oder zur Veränderung des Landschaftsbilds ernst genommen werden. Ein wirksames Instrument ist außerdem eine Abgabe für jede erzeugte Kilowattstunde an die Gemeinde zu definieren, die für soziale oder ökologische Zwecke zweckgebunden wird. Eine finanzielle Beteiligungsmöglichkeit von Bürgern mit kleinen Beiträgen an der Investition und eine Mitbestimmung von Bürgern bei der Verwendung der Abgabe trägt weiter zum positiven Gerechtigkeitsempfinden der Bevölkerung bei der Umsetzung des Projekts bei.

Windkraft ist diejenige erneuerbare Energieform, die insbesondere im Winter und auch in den Nachtstunden verfübar ist, wenn Südtirol seinen Energiebedarf bisher häufig durch Wasserkraft und Solarenergie nicht decken kann. Standorte für Windkraft sind in Südtirol nicht zahlreich und somit muss am Brenner mit großer Vorsicht vorgegangen werden um den Erfolg so eines Projektes nicht fahrlässig aufs Spiel zu setzen.