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Pressemitteilung

Gestern hat der vierte Gesetzgebungsausschuss im Landtag das Omnibusgesetz verabschiedet, das unter anderem drei Vorschläge der Grünen Fraktion aufgreift.

„Wir freuen uns, dass viele unserer Vorschläge nun mit dem Omnibusgesetz umgesetzt werden. Es handelt sich um greifbare Veränderungen, die verschiedene soziale Aspekte in Südtirol verbessern werden“, erklären die Grünen-Abgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler.

Konkret wurde die Gesetzliche Grundlage geschaffen, um die Bezahlung von Praktika auf alle soziosanitären Berufe auszuweiten. Nun erhalten auch angehende Sozialarbeiter:innen und Psycholog:innen Praktikumsgeld.

„Wir hatten diesen Vorschlag im Zuge der Diskussion zum Landesgesetz zu den Familienberatungsstellen vorgebracht. Für die geleistete Arbeit – auch im Rahmen eines Praktikums – eine faire Entlohnung zu erhalten, ist ein Recht und kein Bonus“, betont der Vizepräsident des 4. Gesetzgebungsausschusses Zeno Oberkofler.

Ebenfalls garantiert wird die Erstattung der Kosten für Verpflegung, Unterkunft und Reise im Zusammenhang mit Transplantationen von Organen, Geweben und Stammzellen – sowohl für die Personen, die eine Transplantation erhalten, als auch für deren Begleitperson. Diese Forderung hatten wir als Tagesordnung zum Haushalt eingebracht. In der damaligen Sitzung angenommen wird sie jetzt umgesetzt.

Schließlich wurde auch der Vorschlag für kostenlose Verhütungsmittel für junge Frauen angenommen – eine Forderung, die bereits beim Frauenmarsch 2024 mit Nachdruck erhoben wurde und die wir mit einem Änderungsantrag zum Gesetz zu den Familienberatungsstellen vorgebracht hatten.

„Wir sind sehr erfreut, dass dieser Vorschlag wie versprochen ins Omnibusgesetz aufgenommen wurde. Es geht letztlich um das Recht auf Selbstbestimmung der Frauen. Nun bleibt abzuwarten, welche Kriterien die Landesregierung diesbezüglich festlegen wird“, so Foppa abschließend.

Landtagsabgeordnete
Brigitte Foppa
Zeno Oberkofler
Madeleine Rohrer

Hört auf die Stimmen jener, die Schule täglich gestalten

Die derzeitige Unzufriedenheit im Schulwesen in Südtirol darf nicht als bloße Lohnforderung abgetan werden. Sie ist weit mehr als das: ein Alarmruf für die Zukunft der Bildung und für die Qualität unseres Schulsystems – welches System wollen wir unseren Kindern bieten.

Lehrerinnen und Lehrer der deutschsprachigen Schulen denken derzeit darüber nach, als Protestmaßnahme im kommenden Schuljahr alle zusätzlichen Aktivitäten auszusetzen – von Klassenfahrten bis hin zu Projekten. Nicht aus Mangel an Engagement, sondern weil ihre Arbeit viel zu oft als selbstverständlich angesehen wird – ohne angemessene Anerkennung, weder finanziell noch gesellschaftlich.

Didaktische Ausflüge, Reisen und Projektarbeit sind keine „Extras“ – sie sind ein zentraler Bestandteil qualitativ hochwertiger Bildung. Sie fördern Motivation, Klassengemeinschaft und Weltoffenheit. Den Schülerinnen und Schülern diese Möglichkeiten zu nehmen, bedeutet letztlich, ihnen eine ärmere, abgeschottetere und müde gewordene Schule zuzumuten.

Als Verdi Grüne Vërc sehen wir den Protest der Lehrkräfte als starkes Signal, das uns alle angeht: Schule ist kein Kostenfaktor, den man kürzen kann – sie ist eine Investition in Gemeinschaft, Teilhabe und Zukunft.

Es braucht konkrete, strukturelle Antworten, die über einen bloßen Inflationsausgleich hinausgehen. Es braucht eine umfassende Vision, die alle im Bildungsbereich Tätigen wertschätzt und allen Schulsprachen gleiches Ansehen garantiert.

„Alles beginnt mit fairen Verträgen: mit der finanziellen und rechtlichen Anerkennung für jene, die unsere Schulen tagtäglich lebendig halten. Aber das allein genügt nicht. Bildungsqualität entsteht auch durch Investitionen in das soziale Klima, in Beziehungen und in echte Lernchancen. Genau daraus wächst eine starke, gerechte öffentliche Schule.“ so Luca Bertolini, Co-Sprecher der Verdi Grüne Vërc.

Die Südtiroler Grünen haben am vergangenen Freitag am ersten großen Strategietreffen der Europäischen Grünen Partei nach der Europawahl teilgenommen. Der sogenannte „European Green Reflection Day“ fand in Brüssel statt und brachte Vertreter*innen grüner Parteien aus ganz Europa zusammen – mit dabei auch Verena Frei, Geschäftsführerin der Südtiroler Grünen.

Im Mittelpunkt standen der Austausch über die Wahlergebnisse in den Mitgliedsstaaten, gemeinsame politische Herausforderungen sowie die strategische Ausrichtung der Grünen Bewegung für die kommenden Jahre. Diskutiert wurde außerdem, wie die neue Struktur der Europäischen Grünen Partei die Zusammenarbeit unter den Mitgliedsparteien stärken kann.

„Dieses Treffen war eine wichtige Gelegenheit, um neue Impulse aus ganz Europa mitzunehmen und uns noch besser zu vernetzen“, sagte Verena Frei. „Gerade kleinere grüne Parteien wie wir profitieren davon, Teil eines größeren Netzwerks zu sein. Viele Herausforderungen – vom Klimaschutz bis zur sozialen Gerechtigkeit – sind europäisch, und unsere Antworten müssen es auch sein.“

Gemeinsam wurde erarbeitet, welche Themen künftig auf europäischer Ebene Priorität haben sollen. Dabei ging es unter anderem um die Stärkung der politischen Sichtbarkeit, die Entwicklung gemeinsamer Kampagnen und die strukturelle Weiterentwicklung der Partei.

Auch die Rolle der Grünen in den jeweiligen Ländern wurde beleuchtet – und welche Strategien dabei helfen können, das Vertrauen in grüne Politik unter veränderten politischen Rahmenbedingungen zu stärken.

Im Bild: Verena Frei mit den beiden Co-Sprecher*innen der Europäischen Grünen Partei Ciarán Cuffe und Vula Tsetsi  

Pressemitteilung

Weniger Diskriminierung, mehr Sichtbarkeit – Südtirols Grüne fordern konsequente Maßnahmen gegen Queerfeindlichkeit

Am 17. Mai ist der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie – kurz IDAHOBIT. Weltweit wird an diesem Tag auf die anhaltende Diskriminierung von LGBTQIA+-Personen aufmerksam gemacht. Auch in Südtirol nutzte die Grüne Landtagsfraktion die Gelegenheit, um ein deutliches Zeichen zu setzen – gegen Ausgrenzung und für eine offene Gesellschaft.

„Es ist nicht länger hinnehmbar, tatenlos zuzusehen, wenn Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität diskriminiert werden“, erklären die Landtagsabgeordneten Madeleine Rohrer, Brigitte Foppa und Zeno Oberkofler. „Wir müssen klar, laut und unmissverständlich Stellung beziehen – für eine offene, vielfältige und tolerante Gesellschaft.“

In einer aktuellen Landtagsanfrage will die Grüne Fraktion von der Landesregierung wissen, welche konkreten Maßnahmen im vergangenen Jahr gegen Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität gesetzt wurden – und welche Initiativen für 2025 geplant sind.

Der IDAHOBIT steht symbolisch für den täglichen Kampf um Gleichberechtigung. Besonders im Fokus stehen dabei Menschen, deren sexuelle Orientierung nicht der gesellschaftlichen Norm entspricht – lesbische, schwule, bisexuelle und intergeschlechtliche Personen – sowie jene, die sich nicht mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht identifizieren.

„Unser Einsatz endet nicht mit einem Gedenktag“, so die Grünen. „Jeden Tag gilt es, Diskriminierung von LGBTQIA+Personen zu benennen, sichtbar zu machen – und ihr entschieden entgegenzutreten.“

Landtagsabgeordnete
Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Zeno Oberkofler

PRESSEMITTEILUNG.

Zu Beginn dieser Legislatur hat die Grüne Fraktion im Landtag ein Gelübde abgelegt: jedes Jahr im Mai, wenn die ersten Motorräder über unsere Pässe rollen, konfrontiert sie die Landesregierung mit einem Beschlussantrag, um dem Motorradlärm auf unseren Bergstraßen einzudämmen.

Die Alpen mögen‘s leise – doch die Dolomiten, einst Sehnsuchtsort für Stille, Weite und alpines Naturerleben, drohen am eigenen Erfolg zu ersticken:  Die Berge Südtirols werden für viele zum Motorerlebnis und das Dröhnen der Motoren übertönt vielerorts die Geräuschkulisse der Natur.

„Die Belastung ist nicht mehr tragbar – weder für die Umwelt noch für die Menschen, die hier leben“, erklären die Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler. „An Spitzentagen werden über 10.000 Fahrzeuge über Straßen wie das Sellajoch, den Karerpass oder das Timmelsjoch. gezählt, Lärm und Abgase gefährden nicht nur die Natur, Leidtragende sind nicht nur die Bewohner:innen der Täler entlang der Passstraßen aber auch Gäste die gerade wegen der Ruhe nach Südtirol kommen.“

Nun will der Südtiroler Landtag gegensteuern und hat den alle Jahre wiederkehrenden Beschlussantrag angenommen. Brigitte Foppa, Landtagsabgeordnete der Grünen und Ersteinbringerin des Antrags, zeigt sich zufrieden:
„In Zusammenarbeit mit dem SVP-Abgeordneten Stauder konnten wir erreichen, dass künftig ein jährlicher Bericht zum Verkehr auf den Pässen erstellt wird. Außerdem fordern wir die Regierung in Rom auf, die gesetzlichen Voraussetzungen für Verkehrssteuerung in sensiblen Gebieten zu schaffen – etwa durch Mautsysteme, Zufahrtsbeschränkungen oder Ausnahmen für emissionsfreie Fahrzeuge. Auch die Kontrollen sollen verstärkt werden – nicht nur durch Radarsysteme, sondern auch durch Lärmmessungen.“

Dass alternative Modelle funktionieren, zeigen andere Regionen: In Zermatt (CH) wurde der motorisierte Individualverkehr komplett ausgeschlossen, im deutschen Berchtesgaden regelt ein Bussystem den Zugang zum Königssee. Und selbst in Südtirol sorgte das Pilotprojekt „#Dolomitesvives“ am Sellajoch 2017 für spürbare Entlastung – der Lärmpegel sank messbar, die Atmosphäre verbesserte sich deutlich.

Der Druck zum Handeln wächst. Die Dolomiten sind kein Freilichtmuseum und kein unendlicher Raum. Wer sie erhalten will, muss ihre Belastungsgrenzen ernst nehmen. Der aktuelle Vorstoß zeigt: Die Geduld der Alpen ist nicht grenzenlos – aber vielleicht ist es noch nicht zu spät.

Bozen, 08.05.2025

Landtagsabgeordnete

Brigitte Foppa
Zeno Oberkofler
Madeleine Rohrer

Zeno Oberkoflers Rede im Landtag am 06.05.2025

 

  1. Was heißt Autonomie?

Man sagt, die Autonomie sei unser höchstes Gut.
Aber was bedeutet das eigentlich – für die Autonomie zu sein?

Leider reduzieren wir den Diskurs zur Autonomie oft auf die Kompetenzen, die wir vom Staat bekommen sollten. Für die Autonomie ist man, wenn man dafür ist, dass Südtirol so viele Kompetenzen wie nur möglich bekommt. Ohne sich aber zu fragen, wo es sinnvoll ist, Dinge auf lokaler oder auf europäischer oder nationaler Ebene zu verwalten. Zum Beispiel wäre es wahrscheinlich nicht so sinnvoll, die vollen Zuständigkeiten im Bereich Digitales zu bekommen.

Heißt das, dass ich gegen die Autonomie bin, wenn ich mich dagegen ausspreche, dass wir z.B. den Kompetenzbereich Digitales übernehmen sollten?

Natürlich ist es gut, wenn wir mehr autonome Kompetenzen bekommen, aber nicht in jedem Bereich ist das sinnvoll, und nicht um jeden Preis. Und diese Diskussion müssen wir zulassen. Die Autonomie ist nämlich viel mehr.

Und wie hier zu dieser Reform mit kritischen Stimmen aus der Zivilgesellschaft oder Politik umgegangen ist, sogar mit Kritik von Menschen aus den eigenen Reihen, das finde ich einfach beschämend. Als „Zweifelscheisser“ (Karl Zeller) hat man sie beschimpft, als „unqualifiziert“ (Arno Kompatscher), als Gegner der Autonomie, als kleine beleidigte Kinder (Harald Stauder) dargestellt. Und das sagt einiges aus, über das Verständnis der SVP von Partizipation, von Diskurs und Meinungsbildung. Demut null, liebe SVP. Und diese Arroganz, die tut unserer Gesellschaft, der Demokratie und unserer Autonomie schon gar nicht gut.

Für mich bedeutet Autonomie, dass wir erfolgreich zeigen, dass wir uns in den wesentlichen Fragen gut selbst verwalten können. Dass wir gute Politik machen und zeigen, dass es funktioniert.
Dass wir es schaffen, trotz kultureller Differenzen friedlich zusammenzuleben.
Dass wir Verantwortung übernehmen, anstatt bloß Kompetenzen zu sammeln.

Die Autonomie ist kein Etikett, das man sich umhängt, um sich als Südtirol-Retter zu inszenieren. Sie ist ein lebendiges Versprechen: Dass wir zeigen, dass wir uns selbst – verantwortungsvoll und gerecht – verwalten können, im Respekt vor unseren Unterschieden.

Und der Prozess zur Autonomie ist in diesem Sinn Substanz!

Il processo è sostanza.

L’autonomia è di tutte e tutti. È di tutti e tutte le Sudtirolesi e non solo il monopolio della SVP. E lo abbiamo visto al consiglio provinciale straordinario, quale valore la SVP dà, alla partecipazione, ad un dibattito aperto, ad una discussione che avviene in consigli provinciale ma anche nella società!

Perché guardate che un’autonomia che non sa essere partecipativa, rischia di diventare un’autonomia debole!

 

  1. Nel merito della riforma

Ci sono aspetti positivi in questa riforma.
È positivo, per esempio, che possano votare le persone cresciute in Alto Adige che per qualche anno hanno vissuto all’estero e che quindi avevano perso i requisiti di residenza.

Positivo è anche il principio di intesa, anche se sappiamo che si tratta piuttosto di una garanzia simbolica.
Peccato non sia stato previsto alcun meccanismo di tutela per i singoli gruppi linguistici.
Dovrebbe valere il Principio che nessun gruppo linguistico dovrebbe decidere su un altro. In questo senso si poteva pensare a ulteriori garanzie per il gruppo italiano e ladino, prevedendo ad esempio che, oltre alla maggioranza del Consiglio provinciale, fosse necessaria anche la maggioranza dei consiglieri di lingua italiana e ladina per approvare una riforma dello statuto.

Auch bedeutsam: Dass die Beschränkung auf „große sozioökonomische Reformen des Staates“ fällt – ein Prinzip, das oft vom Verfassungsgericht herangezogen wurde, um Kompetenzen beim Staat zu belassen. Wobei es wahrscheinlich ist, dass sich das Verfassungsgericht dann auf das nationale Interesse beziehen wird, um Kompetenzen dem Staat zuzuschreiben.

Ci sono però anche aspetti problematici, come ad esempio la doppia possibilità prevista per la formazione della giunta provinciale.
Anziché convergere su regole comuni e condivise, si introducono due opzioni parallele, il che inevitabilmente rischia di riaccendere, a ogni inizio di legislatura, il conflitto etnico.

Se si sceglierà di formare la giunta in base alla proporzione dei gruppi linguistici nella popolazione, ci sarà la Südtiroler Freiheit di turno che denuncerà il mancato rispetto del risultato elettorale e l’agevolazione del gruppo linguistico italiano.
Se invece si deciderà di seguire le regole attuali, sarà la destra italiana ad accusare un danno al gruppo linguistico italiano.

Ci sarà nell’opinione pubblica la giunta “a favore dei tedeschi” o la giunta “a favore degli italiani”. Io sono il primo a dire che dobbiamo andare oltre queste logiche etniche e iniziare finalmente a lavorare insieme per il bene di tutti e tutte i Sudtirolesi, indipendentemente dal gruppo linguistico di appartenenza, ma lo sappiamo, quanto i temi etnici siano delicati, quanto vengano discussi in modo emozionale e quanto molto spesso vengano purtroppo strumentalizzati. Con queste nuove regole parallele, si crea un nuovo terreno di scontro etnico, destinato a riaccendersi a ogni legislatura.

 

  1. Il nuovo ruolo della Commissione dei Sei

Un altro aspetto da discutere è il ruolo centrale attribuito alla Commissione dei Sei – senza che questa sia stata riformata o riorganizzata.

Con questa riforma, i rapporti tra stato e provincia autonoma saranno regolati attraverso le norme di attuazione per quanto riguarda contenziosi sulle competenze concorrenti.  Le norme di attuazione hanno rango primario, e in quanto a importanza giuridica stanno un po‘ in mezzo tra costituzione e leggi ordinarie, prevalgono sulla legge ordinaria statale e restano sindacabili dalla Corte costituzionale. Infatti, per definizione attuano lo statuto di autonomia, quindi attuano dei principi di rango costituzionale. Con questo nuovo impianto e questo nuovo ruolo delle norme di attuazione è chiaro l’intento di bai passare la Corte costituzionale quando si aprono dei conflitti nell’ambito delle materie concorrenti, viste le numerose sentenze della corte che hanno sempre dato un’interpretazione centralista e non autonomista. Sarà tenuta a rispettare l’impianto di competenze delineato proprio da queste norme, redatte dalla Commissione dei Sei.

È legittimo domandarsi però se sia opportuno che un organo politico come la Commissione dei Sei assuma un ruolo tanto rilevante su questioni giuridiche e costituzionali così dirimenti. Questo tipo di valutazioni sono giuridiche, non politiche. E tutto questo senza alcuna riforma o riorganizzazione della commissione dei 6.

In valle d’Aosta le norme di attuazione dello statuto vengono discusse in consiglio provinciale. Noi non conosciamo neanche l’ordine del giorno della commissione dei 6..

Ma c’è un altro rischio, quello di una maggiore ingerenza della Corte anche sulle norme di attuazione.

Nel passato le norme di attuazione non sono state soggetto di impugnazione da parte della Corte costituzionale. C’è solo un precedente dove la corte è intervenuta su una norma di attuazione, con una sentenza nel 2023 in materia di appalti. Se la commissione dei 6 avrà questo nuovo ruolo così importante e le discussioni sull’ambito di competenze avverranno nella commissione dei 6 e non più attraverso la Corte costituzionale, se si bai passa in questo modo la Corte costituzionale è possibile che la Corte costituzionale intervenga molto di più anche sulle norme di attuazione. E sappiamo bene che le norme di attuazione non sono sempre state utilizzate semplicemente per attuare lo statuto, ma molto spesso anche per dare nuove competenze alla provincia. In questo senso si potrebbe rendere paradossalmente ancora più difficile lo sviluppo dell’Autonomia attraverso le norme di attuazione. Ma a questo solo la prassi potrà dare una risposta.

 

  1. Autonomie, zu welchem Preis?

Was wir uns auch fragen müssen: Zu welchem Preis bekommen wir diese Reform?

Wir haben einen bedenklichen Präzedenzfall geschaffen:
Wir haben uns – als autonome Region – die Regierungskoalition von Rom diktieren lassen, um unsere Autonomiereform durchzubringen.
Das ist sehr bedenklich und gefährlich.
Sollen wir unser Autonomiestatut künftig nur noch reformieren können, wenn wir uns der römischen Mehrheit unterhaken? Das Autonomiestatut – ursprünglich eine Garantie für unsere sprachlichen Minderheiten – wird zum Werkzeug politischer Profilierung.

Avete creato un precedente davvero pericoloso:
Una regione autonoma che vuole amministrare autonomamente la propria terra si è fatta dettare da Roma la propria coalizione di governo.
E così avete fatto dell’autonomia una “merce di scambio.”

Sie haben die Boxe der Pandora geöffnet und es ermöglicht, dass Fratelli d‘Italia und Lega, Postfascisten, Verschwörungstheoretikerinnen, Klimawandelleugner hier in Südtirol unser Land mitregieren.

Ihr gebt einer Regierung Rückenwind, die schrittweise die Presse unter Druck setzt und Bürgerrechte infrage stellt. Die den mehrfach verurteilten Präsidenten wie Trump anhimmelt – Trump, der die Demokratie verachtet, der klar äußert, dass er über dem Gesetz steht und das dann auch noch praktiziert.

Eine Regierung, deren Minister anordnen, man solle den 25. April, den Tag der Befreiung von den Faschisten “nüchtern“ feiern.

Haben sie die Bilder gesehen? Wo Hunderte von Faschisten in Rom zusammenkommen, um den römischen Gruß zu machen? Und was passiert? Nichts! Gar nichts! Und kein Wort der Premierministerin Meloni. Der Präsident der Abgeordnetenkammern schläft mit der Büste von Mussolini zu Hause und ist auch noch stolz drauf…

Aber wir müssen nicht nach Rom schauen, um diese immer neuen faschistischen, demokratieschädigenden und menschenverachtenden Provokationen zu beobachten. Die konnten wir in dieser ersten Hälfte der Legislatur auch hier bei uns in Südtirol beobachten.

Die Abgeordnete Scarafoni von Ihrer Mehrheit, die die Justiz auch hier im Landtag mehrmals angegriffen hat, mit Unterstützung vom Landesrat Galateo! – Im Einklang mit der Haltung der italienischen Regierung, die Richter jedes Mal angreift, wenn ihr ein Urteil nicht gefällt.

Ein Landesrat, der mit Casapound bei Fackelmärschen mitmarschiert – und nicht einmal den Anstand hat, sich davon zu distanzieren.
Der kritische Stimmen in der Zivilgesellschaft einschüchtert, dem ANPI mit der Streichung von Beiträgen droht, weil man ihn für seine Nähe zu den „Faschisten des dritten Jahrtausends“ kritisiert hat.
Und wieder… was passiert? Nichts. Zu einem Gespräch hat man sich getroffen, Konsequenzen gab es keine.

Das alles nehmen Sie in Kauf für dieses kleine Autonomie-Update.

Diese schleichende Normalisierung des Rechtsextremismus und schleichende Umdeutung des Faschismus, das ist der höchste Preis, den wir für diese Autonomiereform zahlen!

In diesen Wochen wurde oft Magnago zitiert, der zum Thema Ausbau der Autonomie gesagt hat, man solle „die Blumen am Wegesrand pflücken“.

Herr Landeshauptmann Kompatscher, liebe SVP, Sie pflücken die Blumen am Wegesrand, aber gleichzeitig nehmen sie in Kauf, dass der Humus unserer Demokratie vergiftet wird, und auf einem verseuchten Boden, da wachsen keine Blumen mehr.

Madeleine Rohrers Rede im Landtag am 06.05.2025

 

Wir können lang und breit darüber diskutieren, was an dieser Überarbeitung der Autonomie gut ist, was vielleicht sogar schlecht ist – da gibt es hier im Saal ein paar unterschiedliche und durchaus differenzierte Positionen.

Es ist für mich eine andere Frage, die wir in den Mittelpunkt stehen sollte.

Ich will vorausschicken: Wir Grüne stehen voll und ganz hinter der Autonomie Südtirols. Trotz einiger Schwächen ist die Autonomie ein absolutes Erfolgsmodell, um das wir in aller Welt beneidet werden.

Wir erkennen die Bemühungen an, am Autonomiestatut ein paar dringend nötige Anpassungen vorzunehmen – auch die persönlichen Bemühungen des Landeshauptmanns, von dem viele sagen, dass er als „Außenminister“ schon länger eine bessere Figur macht als auf dem heimischen Parkett.

Wird das Autonomiestatut mit den vorgeschlagenen Änderungen besser? Sind einige Formulierungen klarer und einige Regeln zeitgemäßer?

Ist der autonome Spielraum für Südtirol größer?

Die Antwort auf all diese Fragen ist Ja.

Man kann über einige inhaltliche Details sicher diskutieren, aber ich bin mir sicher, dass der Landtag den vorliegenden Text mit einer breiten Mehrheit gutheißen wird.

Doch es wäre nicht ehrlich, so zu tun, als wäre damit alles gesagt und alles klar. Die entscheidende Frage ist eine andere. Und diese Frage ist nicht so einfach und so klar zu beantworten.

War es das wert?

Am Anfang dieser Legislatur hieß es: Natürlich ist es das wert.

Der Landeshauptmann hat sein gesamtes politisches Kapital für diese Autonomiereform in die Waagschale geworfen.

Er hat den Südtirolerinnen und Südtirolern, die ihn immer für fortschrittlich gehalten und seinen Sonntagsreden vom sozialen und nachhaltigen Südtirol Glauben geschenkt haben, diesen „Pakt mit dem Teufel“ verkauft, wie er in den Reihen der SVP genannt wurde (Zitat Zeller): eine Rechts-Rechts-Regierung, eine Regierung mit Rechtsaußen.

Die Gegenleistung für diesen Pakt sollte die große Wiederherstellung der Autonomie sein, von der bis dahin die meisten Menschen in Südtirol nicht einmal gewusst hatten, dass sie verloren gegangen war.

Jetzt, wo es endlich da ist, das Papier, ist die Reaktion bei den meisten Menschen, mit denen ich spreche, so eine Art … wohlwollendes Schulterzucken.

Ja und? – so fragen sie mich – was ändert sich jetzt? Schaden wird es schon nicht, oder? Aber ändert sich überhaupt etwas Wesentliches? Oder anders gesagt: War es das wert?

Die Antwort auf diese Frage hängt auch davon ab, ob man den Preis in Ordnung findet, den man dafür bezahlt hat. In den Sagen von früher mussten die Menschen dem Teufel noch ihre Seele verkaufen, um mit ihm einen Pakt zu schließen. So weit ist es bei unserem Landeshauptmann hoffentlich nicht gekommen.

Doch erstmals in der demokratischen Geschichte unseres Landes sitzt eine Rechtsaußen-Partei in der Landesregierung. Die Südtiroler Volkspartei macht damit, nach der Lega, auch Fratelli d’Italia salonfähig.

Salonfähig? Was heißt das schon?

Das bedeutet, dass der Vizepräsident unseres Landes mit den „Faschisten des Dritten Jahrtausends“ CasaPound auftritt.

Das bedeutet, dass Vereinen wie ANPI bei nicht genehmen Aussagen öffentlich die Kürzung von finanziellen Mitteln angedroht wird.

Das bedeutet, dass die Frauen in Südtirol sich in Sachen Gleichberechtigung um Jahrzehnte zurückgeworfen fühlen.

Die Liste ist lang. Wenn man das alles nebensächlich findet, dann ist der Preis vielleicht gerade recht.

(So wie für die armen Sünder aus den Sagen, die sich gedacht habe: Mit der schwarzen Seele komme ich sowieso in die Hölle, da kann ich mit der Hilfe des Teufels zumindest auf Erden noch ein bisschen Spaß haben.)

Doch das alles sind keine Nebensächlichkeiten. Das sind Freiheiten und demokratische Kultur, die wir da opfern.

Das sind sogar Werte, auf die sich die SVP selbst jahrzehntelang berufen hat, und die beim scharfen Schwenk nach rechts plötzlich über Bord gehen.

Ist es das wirklich wert?

Diese Landesregierung wird das natürlich bejahen. Vor allem der SVP bleibt ja gar keine andere Wahl – sie hat zu viel politisches Kapital investiert.

Was soll sie jetzt auch anderes sagen?

Dass der Pakt mit Teufel ein höchstens mittelmäßiges Ergebnis hervorgebracht hat? Dass man sich mehr erhofft oder erwartet hat?

Dass die Zugeständnisse größer waren als angenommen und die Errungenschaften kleiner?

Allein die Art und Weise, wie jede leise Kritik und jeder zaghafte Zweifel an dieser Autonomiereform vom Landeshauptmann und seinen Getreuen abgekanzelt wird, zeigt ihre Schwäche.

Denn dieser Zweifel, den ich hier äußere, den habe nicht nur ich. Den haben sehr viele Menschen in diesem Land – und den werden sie auch weiter haben, wenn sie sehen, wie diese Landesregierung in Teilen agiert.

Ist der Preis nicht zu hoch, den wir für diese paar kleinen Änderungen am Autonomiestatut bezahlen?

Und bleibt er nicht weiterhin zu hoch, wenn wir in den nächsten Jahren darauf warten, dass dieser Gesetzesentwurf die langsam mahlenden Mühlen des italienischen Parlaments passiert – und die SVP in Rom sich weiterhin mit einer Rechtsaußen-Regierung gut stellen muss, um ja nichts mehr anbrennen zu lassen?

Um die Frage auch noch zu beantworten, darf ich mich beim Kollegen Stauder bedienen, Fraktionsvorsitzender der SVP.

Er hat seine Meinung im Sonderausschuss zum vorliegenden Gesetzesentwurf kundgetan – für alle nachzulesen im Protokoll.

Diese Reform, so meinte er, ist weder eine Riesen-Reform noch das Dritte Autonomiestaut, sondern ein „mittelgroßer Schritt“ in die richtige Richtung. Und Schuld daran, dass die Erwartungen an die Reform so viel größer waren, seien die Medien, die versucht hätten, Schlagzeilen zu generieren.

Das ist ein ernüchterndes und zugleich erschreckendes Fazit für ein Projekt, das dieser Landeshauptmann am Anfang dieser Legislatur wie eine Monstranz vor sich hergetragen hat.

Die groß angekündigte Wiederherstellung der Autonomie sollte alle Zweifel an der Regierung mit Rechtsaußen beseitigen, alle Zweifler überzeugen – und alle Zweifelscheißer gleich mit.

Aus dieser Monstranz ist heute sogar in den Augen derjenigen, die sie verteidigen, ein „mittelgroßer Schritt“ geworden.

Wir werden dieser Änderung des Autonomiestatuts zustimmen, denn selbst wenn es nicht ein mittelgroßer, sondern nur ein kleiner Schritt ist, so geht er doch in die richtige Richtung.

Doch der Zweifel, der diese Rechts-rechte-Landesregierung von Anfang an begleitet hat, er ist leider nicht weniger geworden.

Brigitte Foppas Rede im Landtag am 06.05.2025

 

Erfolge liest man immer am Prozess. Die Erfolgsmeldungen der letzten Tage haben dies etwas unterbelichtet. Gerade der Prozess der Reform der Autonomie aber muss sich an seinem Entstehen und an der Art seines Gedeihens messen lassen.

Vorab eine Aufforderung an Arno Kompatscher: Lassen Sie es nun genug sein, mit Ihrer Antwort auf jegliche Kritik, die aus unseren Reihen und aus den Reihen der Mittelinks-Denkenden kommt und an Sie gerichtet ist. Lassen Sie es genug sein mit Ihrer Interpretation, das sei ja alles nur auf die Enttäuschung zurückzuführen, weil Sie bei der Regierungsbildung Mitterechts bevorzugt haben. Ihre Erzählung von der verschmähten Braut, es langt jetzt. Wir haben bei den letzten Haushaltsreden ausführlich das Tun und Handeln Ihrer Regierung analysiert – Ihre Antwort: ja, wenn man denn immer noch beleidigt ist…. Denselben Ton haben Sie sich auch jetzt schon zurechtgelegt, wir haben es aus der wirklich außerordentlich gut inszenierten Landesversammlung Ihrer Partei dringen hören: Alle beleidigt, auch Günther Pallaver. Ich fordere Sie hiermit auf, dieses paternalistische Gehabe sein zu lassen. Wir sind nicht beleidigt. Wir sind erwachsene politische Kräfte. Wie alle anderen streben wir die Regierungsbeteiligung an, wie alle anderen üben wir die Volksvertretung auch aus der Opposition heraus aus und nehmen den Auftrag ernst, Ihr Tun zu überwachen.

Warum wir Sie an Ihrer Regierungskoalition messen, liegt an Ihrer eigenen Entscheidung. Sie wussten, dass Sie Ihr Autonomiereformprojekt nur mit Giorgia Meloni und Roberto Calderoli durchziehen könnten. Der Preis dafür: die Fahne von Fratelli d’Italia auf der Landkarte über unserer Provinz wehend. Ein immenser Preis. Sie haben das zu spüren bekommen. Unser demonstrierfeindliches Land wurde durch wöchentliche Demos wachgeschüttelt. Sie wussten, der Preis ist hoch. Der Druck muss entsprechend gewesen sein.

Nun ist der erste Teil abgeschlossen, und es gilt zu bewerten, ob es das wert gewesen ist. Denn es gilt auch in der Politik das Prinzip der Angemessenheit. Es ist wie wenn Sie sich eine neue Küche kaufen – kostet sie 10.000 Euro, dann ist das eine Sache, geben Sie aber 50.000 aus, dann muss es sich ausgezahlt haben.

Sie haben einen hohen Preis gezahlt.

Südtirol hat mit Ihnen einen hohen Preis gezahlt. Ihre Koalitionsmitglieder haben in dieser Aula die Richterschaft Italiens abgekanzelt wie Schulbuben. Vertreter Ihrer Koalition sprechen im Gemeindewahlkampf von Ungeziefer.

Sie werden verstehen, dass es keine Frage der Beleidigtheit ist, wenn wir hier wachsam sind (und es wäre auch gut, wenn Sie selbst nicht den Saal verlassen würden, wenn diese Reden hier drin gehen).

Auf den Text haben wir hart gewartet. Bis er aus den Stuben der römischen Minister kam, war es ein Gehänge und Gewürge. Es ist klar: Diesmal kam „das Gute“ von Oben (so es das Gute ist). Was für ein Unterschied zu Ihren Anfängen, Herr Kompatscher. Als Sie junger Landeshauptmann waren, da glaubten Sie noch an Partizipation. Sie haben den Konvent ins Leben gerufen. Dutzende von Menschen haben sich über Monate hinweg zur Autonomie den Kopf zerbrochen. Man mühte sich ab an Formulierungen, man rang um die Richtung, die es der Autonomie zu geben galt. Am Ende standen diverse Dokumente, es lohnt sich, sie sich noch einmal durchzulesen.

Jene, die dabei waren, sind von der Maus, die jetzt geboren wurde (Zitat Kronbichler), nicht begeistert. Unser Riccardo Dello Sbarba erinnert daran, wie wichtig es ist, Autonomie immer im Zusammenhang mit Demokratie zu lesen. Autonomie ist ohne Demokratie nicht erstrebenswert.

Autonomie ist ein Agieren nach Oben – Demokratie nach Innen.

In Südtirol hat es in den letzten 10 Jahren kaum demokratiepolitische Entwicklungen gegeben. Ja, ein Gesetz zur direkten Demokratie, das haben wir mit vielen Abstrichen durch den Landtag gebracht. Gefreut hat es bis heute niemand von jenen, die im Land das Sagen haben – und wir mussten es mit Klauen verteidigen, bis hin zu einem Referendum übers Referendum.

Wir haben die Frauenquote voran gebracht (auch das ein Weg voller Stolpersteine und mit winzigen, hart erkämpften Errungenschaften).

Und sonst? Was gab es sonst an Demokratisierung in Südtirol seit Ihrem Amtsantritt? Mir fällt beim besten Willen nichts ein. Im Gegenteil, die Mandatsbeschränkung wurde sogar zurück genommen.

Und, man muss es klar sagen, in dieser Hinsicht bringt auch die Autoniomiereform keine Neuerung, wenn nicht ein paar Verbesserungen im Bereich „convivenza/Zusammenleben“ – diese wurden aber nicht vom LH eingebracht, sondern von unserem ehemaligen Landtagskollegen Alessandro Urzì. Er hatte das Alto Adige nel cuore, bevor er zum Fratello d’Italia wurde, aber von ihm kommen die Neuerungen, die am ehesten auf Demokratieebene spürbar sein werden.

Wir müssen es also sagen: Autonomie, das heißt in Südtirol weiterhin „Ringen mit dem Staat“. Unser Wunsch als echte Autonomistinnen und Autonomisten ist eine demokratische Autonomie. Zentralismus ist ganz sicher nicht demokratischer, das ist gewiss.

Aber solange in Südtirol dieses verkrustete System einer weitgehend blockierten Demokratie nicht gebrochen ist, so lange bleibt Autonomie, auch eine erweiterte, defizitär.

Wie erweitert ist also die „neue“ Autonomie?

Um das zu sagen, muss man erst verstehen, wie schlecht es derzeit aussieht. Immerhin waren wir es gewohnt, von der Wortführerin der Südtiroler Minderheiten, der SVP, über Jahrzehnte immer Jubelmeldungen zum Ausbau der Autonomie zu vernehmen. 88 neue Durchführungsbestimmungen wurden zwischen 1992 und 2021 erlassen. Es gehörte zum guten Ton im Lande, dankbar zu sein, darüber, dass „unsere“ Parlamentarier alle paar Monate neue Zuständigkeiten nach Hause brachten.

Erst vor einigen Jahren hieß es dann, dass die Autonomie zunehmend in Gefahr sei (nicht nur vor den Wahlen). Es gab plötzlich eine neue Erzählung. Der böse Staat, hauptsächlich der Verfassungsgerichtshof, beschneidet unsere Zuständigkeiten. Daria De Pretis hat es bei beiden Anhörungen wörtlich gesagt: Der Verfassungsgerichtshof schafft es nicht, zwischen den beiden „registri“, jenem der Regionen mit Normalstatut, und jenem der Regionen mit Sonderstatut zu unterscheiden.

Wie viel also ist wahr? Wie groß ist der Erfolg der „Lieferung“ von Arno Kompatscher, der seine politische Rolle in der Geschichte, vielleicht auch seine politische Zukunft auf dieser Reform aufbaut? Für Laien schwer zu sagen – und für die meisten Menschen im Land ganz sicher auch nicht interessant genug. Ich habe niemanden gefunden, der in diesen Tagen begeistert wäre. Ich fühle mich versetzt ins Märchen „Des Kaisers neue Kleider“. Niemand kann genau sagen, wie reich der Ornat ist.

Wir können uns am Juristen Toniatti orientieren, der im Corriere am 18.04. 2025 zur Dimension der Reform klar Stellung genommen hat. Toniatti ist nicht irgendwer. Der Trentiner Jurist war gewichtiger Teil des Konvents in der 14. Legislatur. Ganz sicher steht er nicht im Verdacht, ein Linker zu sein, auch hat er sicher kein Enttäuschungstrauma.

Dice, Toniatti:

(…) a fronte del disegno governativo, il giudizio del giurista non può non essere che si tratta di un risultato modesto, molto modesto (…)

Noch vernichtender ist Toniatti im Hinblick auf das Einvernehmen:

 (…) la previsione dell’intesa degli organi dell’autonomia speciale quale requisito formale indispensabile per ogni futura revisione statutaria. Si tratta di un nulla assoluto.

Che si trattasse di un’intesa “debole” ce lo ha confermato anche la stessa De Pretis in sede di commissione regionale.

Quindi a livello di contenzioso sulle norme il passo più importante che si è fatto, sta sicuramente nell’aver escluso le famigerate riforme economico-sociali dello Stato – a sentire gli esperti erano loro quelle che più avevano interferito con la tenuta delle nostre leggi.

Problematisch ist auch in der umformulierten Form, die viele Unklarheiten offen lässt, der neue Artikel 107. Er verdreht das Verhältnis von Durchführungsbestimmung und Statut, und gibt der Sechserkommission, die ja im Wesentlichen eine Vertretung der Regierungen (Staat und Land), und nicht der Parlamente ist, eine Rolle, für die sie nicht gedacht ist.

Neben der „Wiederherstellung“ hat der LH die Gelegenheit genutzt, auch neue Zuständigkeiten nach Südtirol zu holen. Alte Tradition. Die „Einkaufsliste“ der Zuständigkeiten steht in der Tradition der Autonomieverhandlungen der letzten Jahrzehnte.

Mehr Kompetenzen, heißt es, sind immer gut. Zweifel haben wir als Grüne geäußert im Hinblick auf die Übernahme der Zuständigkeit für Umwelt und Raumordnung. Man darf nicht in den Automatismus verfallen, dass es immer besser sei, nach Unten zu delegieren. Gerade wenn es um Interessenskonflikte geht – und das ist bei Raumordnung und Umwelt gang und gäbe – ist eine übergeordnete Instanz, die die Entscheidungen trifft und die Regeln vorgibt, von Vorteil. Derartig missbrauchsanfällige Sachgebiete benötigen ein Maximum an Transparenz und eine möglichst breite Meinungsbildung – und wirksame Anfechtungsmöglichkeiten.

Mehr als einmal hat der Staat in Sachen Umwelt das Machtwort gesprochen.

Es war interessant zu sehen, wie entrüstet auf diesen Zweifel – als solchen hatten wir ihn geäußert – reagiert wurde. Die SVP Meran hat das sogar für einen besonders aggressiven Wahlkampfpromo genutzt. In der Tageszeitung gab es einen unsanften Rüffel, wie man es sich denn erlaube, zu meinen, der Staat sei besser als das Land.

Wir wissen, dass mit der Übernahme der Zuständigkeit für Umwelt und Raumordnung Verbesserungen möglich sind (ein Stichwort für andere: Abfallbewirtschaftung). Ebenso sind wir uns bewusst, dass wir uns jedenfalls im Europäischen Rechtsrahmen zu bewegen haben und dass dieser auch wiederum die Rolle des Staates relativiert (Stichwort: Natura 2000).

Gerade der Blick auf die EU zeigt aber auch auf, wie widersinnig es ist, Umweltschutz lokal wirksam angehen zu wollen.

Ganz einfach formuliert gilt das Prinzip, dass es schwerer ist, einem Bürger meiner Gemeinde etwas zu verwehren als einem Bürger meines Staates. Wir werden in den nächsten Jahren hier aufmerksam hinschauen. Aber wir erinnern uns noch gut daran, wie die Diskussion gelaufen ist, als vor einigen Jahren der Natur- und Tierschutz im Art. 9 der Verfassung neu verankert wurde. Im Südtiroler Landtag gab es dazu einen Begehrensantrag – was glauben Sie wohl, ging es darum, den Schutz zu erweitern, oder ihn einzugrenzen?

Kommen wir noch zu jenem Teil, der wahrscheinlich am ausführlichsten diskutiert wird, und der auch am meisten Erneuerung bringen wird – der Pacchetto Urzì. Der alte Fuchs (la vecchia volpe) hat es verstanden, die dazugekommenen Kompetenzen als „extrapacchetto“ zu verhandeln und somit einige Neuerungen zu erwirken, auf die das Land lange schon wartet. Ich warne davor, diese als „Zugeständnisse an die Italiener“ zu klassifizieren, wie es die Rechtsparteien bis weit herüber zum Team K in diesen Tagen getan haben.

Die Verkürzung der Ansässigkeit auf 2 Jahre (es hätte auch 1 Jahr sein können) sowie die Anerkennung der historischen Ansässigkeit sind keine Zugeständnisse an eine Sprachgruppe, sondern Ausdruck einer modernen und folglich mobilen Gesellschaft. Die Reform der Ansässigkeit erweitert die demokratische Teilhabe.

Ähnliches gilt für die Möglichkeit, eine:n Gemeinderät:in italienischer Sprachgruppe in den Ausschuss zu holen, wenn nur 1 Vertreter:in der italienischen Sprachgruppe im Gemeinderat sitzt. Auch das ist nur Ausdruck einer modernen Demokratie mit ihrem Kräftespiel. Es ist kein Zugeständnis an die Italiener, sondern ein Zugeständnis an den Pluralismus. Wir heißen ihn in Südtirol willkommen!

Probleme sehen wir hingegen voraus bei der künftigen möglichen „B-Lösung“ zur Bildung der Landesregierung. Wir hätten eine klare und unmissverständliche Lösung vorgezogen, um nicht zu jedem Legislaturbeginn in einen Gutachterstreit zu verfallen und um die politischen Manöver einzugrenzen.

Wir sind also hier, um den Inhalt dieses Verfassungsgesetzentwurfs zu bewerten, der erstmals von der italienischen Regierung vorgelegt worden ist. Das Gutachten werden wir am 6. Mai abstimmen.

Wenn wir heute über den Zustand unserer Autonomie diskutieren, dann sollten wir nicht nur über unser Verhältnis zum Zentralstaat reden. „Der Unterschied zwischen uns und Italien ist die Autonomie,“ sagte Arno Kompatscher kürzlich in einer TV-Sendung. Bei uns gebe es andere Straßen, Schulen und Krankenhäuser. Das stimmt. Besonders macht uns jedoch etwas anderes, nämlich die Existenz von drei Sprachgruppen im selben Land, im umgekehrten Verhältnis als im restlichen Staatsgebiet. Das Zusammenleben ist genauestens geregelt und darauf gründet sich, so die herkömmliche Diktion, das Funktionieren im Land. Lang schon sind die Füße dieser peniblen Regelung tönern geworden. Menschen sind nach Südtirol gezogen und bringen neue Sprachen mit. Junge Südtiroler:innen ihrerseits ziehen weg und fügen sich anderswo in aufgeschlossene und moderne Kontexte ein. Die früher geächteten Mischehen sind standardmäßige Formen des Familienlebens geworden. Es gibt Kinder, die mehrere Sprachen in sich tragen, und sich im Raster der 3 Sprachgruppen nicht wiederfinden. Es gibt junge Menschen, die im Land der drei Sprachen Angst oder Scham haben, die zweite Sprache zu sprechen. Wichtige, oft lebenswichtige Arbeitsplätze bleiben unbesetzt, weil die Person nur eine der Landessprachen spricht. Unsere Autonomie ist das alles, und hier gäbe es viel zu tun. Die Demokratie im Lande, und das Zusammenleben, das sind die großen Baustellen unserer Autonomie – und hier ist kein Tunneldurchstich in Sicht. Sie bleiben auch nach der Ära Kompatscher offen und nicht modernisiert.

Die Diskussion um die Autonomie hat mir sehr zu denken gegeben. Der Zweifel hat es schwer in unserem Land. Das zweifelnde Denken, eigentlich Grundlage für Innovation und Fortschritt, ist bei uns immer noch unerwünscht, man wird gleich zum Spielverderber oder gar Nestbeschmutzer. Alexander Langer ist seit 30 Jahren tot, aber das hat sich nicht geändert. Für den Zweifel gibt es keinen Landeplatz in Südtirol.

Brigitte Foppa

 

Die Gemeinderatswahlen vom 4. Mai 2025 stellen eine wichtige Entwicklung für die Grünen dar. Sie konnten ihre Vertretung auf 9 Gemeinden ausweiten. Ein Ergebnis, das die wachsende Aufmerksamkeit der Bevölkerung für ökosoziale Themen unterstreicht und den Willen für mehr Demokratie auf lokaler Ebene bestätigt.  

In Bruneck haben die Grünen 17% der Stimmen erlangt und sind auf 5 Sitze im Gemeinderat angewachsen. In Bozen erreichten sie 8 % und 4 Sitze. In Meran war der Wahlkampf besonders hart umkämpft, und sie schlossen mit 13% als dritte politische Kraft ab.  

In Welsberg Taisten erreichten 2 neue Grüne Gemeinderäte 13%. Im Gadertal gewann die Liste Deboriada einen Sitz hinzu und erreichte 32 %. In Gargazon zieht die neu gewählte Grüne Liste mit 9 % in den Gemeinderat ein und Verena Frei, Büroleiterin der Grünenwird GemeinderätinEin wichtiges Signal für eine neue politische Stimme im Dorf. In Montan und auf dem Ritten sind die Grünen ebenfalls in den Gemeinderäten vertreten 

In St. Ulrich wurde Heidi Stuffer als neue Grüne Gemeinderätin der Bürgerliste „Per la Lista Unica“ gewählt. In Eppan erzielt die öko-soziale Liste „Pro Eppan“ ein hervorragendes Ergebnis: Die Bürgermeisterkandidatin Greta Klotz erreicht 18und die Liste zieht mit fünf Sitzen in den Gemeinderat ein. In Vahrn kam der Bürgermeisterkandidat Julian Rossmann von der Grünen Bürgerliste Vahrn mit 14auf den zweiten Platz. Auch in Neumarkt bleiben die Grünen mit Sadbhavana Pfaffstaller im Gemeinderat vertreten.  

Die Themen Wohnungsnotlokale Lebensqualität und Mobilität standen im Mittelpunkt des Wahlkampfes. Ebenso wie die Notwendigkeit einer ausgewogenen und umweltbewussten EntwicklungHistorische Grüne Themen. „Lokale Entscheidungen sind die Basis für das Vertrauen in die DemokratieDieses Ergebnis zeigtdass die Menschen gehört und in die Entscheidungen einbezogen werden wollen, die ihrGemeinde und ihre zukünftige Entwicklung betreffen„, kommentiert Elide Mussner, Co-Sprecherin der Grünen. 

„Unser Ziel ist es, eine Politik anzubieten, die zuhört, die transparent ist, die das Wohlergehen der Menschen und der Umwelt in den Mittelpunkt stellt und die konkret auf die Bedürfnisse in Bezug auf Wohnen, familiennahe Politik und ein würdiges Leben in unseren Gemeinden eingeht“, so Luca Bertolini, Co-Sprecher der Grünen. 

Diese Wahlen bestätigen das Vertrauen der Wähler:innen in eine zukunftsorientierte und nachhaltige Grüne Politik. Ein wichtiger Schritt zum Aufbau widerstandsfähigerer Gemeinden, die sich den Herausforderungen unserer Zeit stellen. 

Widerstand ist eine Entscheidung. Achtzig Jahre sind seit der Befreiung vom Nazifaschismus vergangen, achtzig Jahre seit der Entscheidung des Volkes, nicht zu gehorchen. Denjenigen nicht zu gehorchen, die Hass und Gewalt diktieren, ist eine Entscheidung. Solidarität statt Diskriminierung, Gedanken- und Redefreiheit statt Zensur, Demokratie statt Diktatur – das sind die Werte, die heute mehr denn je gestärkt und verteidigt werden müssen. 

In einer Welt, deren Ordnung ständig durch willkürliche politische Akte der Zerstörung und Schwächung des Anderen erschüttert wird, muss das Streben nach Frieden und Diplomatie wieder zur obersten Priorität der globalen und lokalen Politik werden. Schweigen ist keine Option. Widerstand beginnt mit unseren Worten, die unsere Gedanken und unsere Aktionen prägen. Der 25. April lehrt uns, dass der erste Akt des Widerstands darin besteht, etwas zu sagen. Bauen wir Dialog auf!

Heute, angesichts einer digitalisierten Gleichschaltung der öffentlichen Meinung, die in den Händen einiger weniger Mächtiger liegt, ist es notwendig, in die Bildung der kritischen Meinung zu investieren. Angesichts des ständigen Versuchs der Rechten, unsere Demokratien zu entwerten und auszuhöhlen, angesichts des Aufstiegs einer globalen Oligarchie, die die Schwächsten weiter schwächt und auf Kosten der Ärmsten nach Profit strebt, angesichts einer politischen Rhetorik, die an die dunkelsten Zeiten der jüngsten Geschichte erinnert, ist es wichtiger denn je, in das historische Gedächtnis zu investieren. Luca Bertolini, Co-Sprecher der Grünen Verc: „Gehen wir in die Schulen, erzählen wir es unseren Söhnen und Töchtern. Geben wir den Geschichten des antifaschistischen Widerstands, der Partisanenkämpfe und der einfachen menschlichen Akte des Ungehorsams und der Solidarität eine Stimme – sie bildeten das Fundament der Befreiung und damit unserer Demokratie, die nur durch die Förderung eines demokratischen Bewusstseins geschützt und bewahrt werden kann..“ 

“Achtzig Jahre später ist die Botschaft klar: Habt den Mut, euch den Gräueltaten des Hasses entgegenzustellen, der an der Wurzel ausgerottet werden muss, angefangen bei den ersten Worten. Der Friede muss gesucht, gewünscht und aufgebaut werden, beginnend mit jedem einzelnen von uns, mit unserem Blick auf die Welt. Mauern abreißen und Brücken bauen, das muss weiterhin das Ziel sein. In das Gemeinwohl zu investieren, muss Aufgabe der Politik sein, für politische, wirtschaftliche und soziale Solidarität“, so Elide Mussner, Co-Sprecherin der Grünen Verc. 

“Heute mehr denn je müssen wir die Werte des Antifaschismus, der Inklusion und der sozialen Gerechtigkeit verteidigen. Der Widerstand hat uns gelehrt, dass Freiheit gemeinsam und tagtäglich aufgebaut wird – auch durch den Schutz der Umwelt und der Rechte aller Menschen“, schließt die Senatorin der Verdi Grüne Verc Aurora Floridia.