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Der Landtag hat heute einen wichtigen Beschlussantrag der Grünen Fraktion angenommen. Kaputte Gegenstände zu reparieren und nicht wegzuwerfen soll uns allen leichter gemacht werden. Mithilfe niedrigschwelliger Reparaturangebote wie etwa “Repair Cafés”.

Um dies zu erreichen wird ein Beitrag des Landes zur Unterstützung der Repair Cafés und anderer Einrichtungen eingeführt. Auf diese Weise soll die Reparaturkultur gefördert und im gesamten Landesgebiet zugänglich und attraktiv gemacht werden. „Dinge zur Reparatur zu bringen, anstatt sie wegzuwerfen soll sich lohnen, vor allem finanziell. Auf diese Weise wird auch Abfall reduziert, der Konsum gesenkt und die lokale Wirtschaft gefördert“, erklären die Grünen Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler.

„Reparieren verlängert die Lebensdauer von Gegenständen und schont die Ressourcen unseres Planeten. Gerade in der Vorweihnachtszeit möchten wir den Fokus auf den allgegenwärtigen Konsum richten und eine sinnvolle Alternative vorschlagen“, schließt Brigitte Foppa, Erstunterzeichnerin der Beschlussantrags.

Weitere Informationen: Reparaturbonus Südtirol

Landtagsabgeordnete

Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Zeno Oberkofler

„Gewalt gegen Frauen muss jeden Tag bekämpft werden, indem strafrechtliche Maßnahmen mit einem tiefgreifenden sozialen Engagement verbunden werden, um die Logik der männlichen Vorherrschaft zu durchbrechen, welche der Nährboden für jede Form von Diskriminierung und geschlechtsspezifischer Gewalt ist.“

Dies erklärt die Senatorin der Grünen Südtirols, Aurora Floridia, in einer Mitteilung im Vorfeld des 25. November, dem Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen.

„In den letzten Jahren“, fügt sie hinzu, „wurden bedeutende Fortschritte auf strafrechtlicher Ebene erzielt, während der kulturelle Wandel langsamer voranschreitet, wie die Schwierigkeiten zeigen, die auch heute noch bei der Einführung der Sexual- und Emotionserziehung in den Schulen bestehen. Dabei hat ein Phänomen wie der Frauenmord tiefe kulturelle Wurzeln: die Kultur des Besitzanspruchs des Mannes auf die Frau, die Vorstellung von ihrer Unterordnung unter die männliche Vorherrschaft, eine schleichende Frauenfeindlichkeit, die verschiedene soziale Kontexte und Verhältnisse durchzieht.

Die Erklärungen von Roccella und Nordio in den letzten Tagen machen noch deutlicher, wie notwendig es ist, an der Basis anzusetzen, beginnend bei der Bildung, die nicht nur die neuen Generationen, sondern auch die Erwachsenen betrifft, in denen der Keim dieser Dynamiken noch vorhanden ist.

Es bedarf eines kollektiven und strukturierten Engagements. Der 25. November darf nicht der einzige Tag sein, an dem diese Themen in den Fokus rücken: Er muss vielmehr zum Anlass genommen werden, Bilanz zu ziehen und die nächsten Schritte auf einem Weg klar zu definieren, der Beständigkeit und gemeinsame Verantwortung erfordert. Deshalb muss Bildung und Erziehung jetzt Priorität sein.“

Anlässlich des Internationalen Tages zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen macht die Grüne Fraktion auf eine dramatische Realität aufmerksam, die viele Gesichter hat.

In diesem Jahr wurde in Italien eine besonders perfide Form der Gewalt an Frauen öffentlich: Auf der Facebook-Seite „mia moglie“ wurden hunderte private Chats und intime Bilder von Frauen ohne deren Einwilligung veröffentlicht und von den Betreibern wie in einer Art „Tauschbörse“ gehandelt.

Ob im Internet oder im Alltag, Gewalt ist leider allgegenwärtig. Sie kann subtil beginnen: wenn Handys kontrolliert, Ausgaben überwacht, Bewegungsfreiheit eingeschränkt oder Frauen sozial isoliert werden. Doch jede dieser Formen verletzt die Würde und Autonomie von Frauen.

Wir müssen überall hinschauen.

Gewalt zu bekämpfen heißt, auf allen Ebenen zu handeln: durch Prävention, Bildung, Unterstützung der Betroffenen und wirksame Strafen für die Täter.

„Der 25. November ist ein Appell an die kollektive Verantwortung. Gewalt gegen Frauen hat viele Formen, und alle müssen beendet werden. Nur gemeinsam können wir eine sichere und respektvolle Gesellschaft schaffen“, erklären die grünen Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler.

Landtagsabgeordnete

Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Zeno Oberkofler

In der Novembersitzung bringt die Grüne Fraktion zwei besondere Vorschläge in den Landtag: einen Bonus für alle, die Gegenstände reparieren statt neu kaufen, und Maßnahmen für weniger Lichtverschmutzung.

„Mit diesen beiden Anträgen wollen wir ein Südtirol fördern, das bewusster konsumiert und besser lebt – wo man repariert statt wegwirft und wo die Nacht wirklich Nacht bleibt. Nachhaltigkeit bedeutet, sorgsam mit dem umzugehen, was wir haben: mit den Dingen, die wir nutzen, und mit der Natur, die uns umgibt“, erklären die Abgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler.

Ein Reparaturbonus

Reparieren statt wegwerfen – ein einfacher, aber wirkungsvoller Schritt für Umwelt, Geldtasche und lokale Wirtschaft. Die Grünen schlagen einen Bonus vor, der bis zu 50 Prozent der Reparaturkosten für Haushaltsgeräte, elektronische Geräte, Kleidung oder Schuhe ersetzt. Die Initiative orientiert sich an erfolgreichen Modellen in Österreich und Deutschland und soll Abfall reduzieren, Energie sparen und das lokale Handwerk stärken. Vorgesehen ist auch Unterstützung für Repair-Cafés und andere gemeinschaftliche Reparaturinitiativen.

„Reparieren verlängert die Lebensdauer von Gegenständen, schont die Ressourcen des Planeten und stärkt die lokale Wirtschaft. Mit diesem Bonus wollen wir nachhaltiges Verhalten finanziell attraktiver machen“, sagt Brigitte Foppa, Erstunterzeichnerin des Beschlussantrags.

Sternenhimmel bewahren

Zu viel künstliches Licht beeinträchtigt die menschliche Gesundheit, Ökosysteme und nachtaktive Tiere. Zwar gibt es in Südtirol seit 2022 eine Richtlinie zur Verringerung der Lichtverschmutzung, doch ökologische Aspekte und der Schutz der Artenvielfalt kommen darin nicht vor. Die Grüne Fraktion will die bestehenden Regeln in puncto Naturschutz nachschärfen, und die Lichtverschmutzung mit der Raumplanung zusammenführen. Ein konkretes Beispiel: Kirchtürme, in denen Fledermäuse leben, nicht anzustrahlen. So lassen sich sensible Lebensräume schützen – ebenso wie nachtaktive Tiere und der Sternenhimmel.

„Die heutigen Regeln zu verbessern, heißt die wertvolle heimischen Fauna zu bewahren, den Sternenhimmel wieder erlebbar zu machen, die Ökosysteme und unsere eigene Gesundheit zu schützen. Naturschutz ist auch Heimatschutz“, betont Madeleine Rohrer, Erstunterzeichnerin des zweiten Beschlussantrags.

Weitere Informationen:

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Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Zeno Oberkofler

Gute Nachrichten aus dem Landtag: Am heutigen 6. November wurde der Antrag der Grünen Fraktion für eine Faire Bezahlung von Menschen mit Behinderungen, im Rahmen von Praktika für die Arbeitsintegration oder Arbeitsbeschäftigungsprojekte in Werkstätten, angenommen.

Bis heute erhalten Menschen mit Behinderungen, die an Arbeitsintegrationsprogrammen teilnehmen, höchstens 492 Euro im Monat. Dieser Betrag ist seit 2016 unverändert geblieben.

„Mit der Annahme dieses Antrags korrigieren wir eine Ungerechtigkeit, die seit Jahren besteht. Ein angemessenes Entgelt für die Arbeit, die im Rahmen eines Praktikums geleistet wird, ist ein Recht. Das muss auch für Menschen mit Behinderungen gelten“, erklärt Zeno Oberkofler, Erstunterzeichner des Antrags.

Der angenommene Antrag sieht vor, dass das Entgelt deutlich erhöht wird. Mitunterzeichnet wurde er von den SVP-Abgeordneten Harald Stauder und Waltraud Deeg.

„Würde zeigt sich auch durch Arbeit und eine faire Bezahlung. Heute senden wir ein wichtiges Signal: Inklusion darf kein bloßes Schlagwort sein, sondern muss sich in konkreten Entscheidungen für Gerechtigkeit und Respekt widerspiegeln“, so die Grünen-Abgeordneten Zeno Oberkofler, Brigitte Foppa und Madeleine Rohrer zufrieden abschließend.

Weitere Informationen: Faire Bezahlung bei der Arbeitsintegration von Menschen mit Behinderung

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Zeno Oberkofler
Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer

Der Landtag hat einen Beschlussantrag der Grünen – mit Unterstützung der SVP – angenommen, der das Land besser vor Überschwemmungen schützen soll.

Südtirol will künftig stärker in den Hochwasserschutz investieren. Der Landtag hat am Donnerstag einen Beschlussantrag der Grünen, mitunterzeichnet von der Südtiroler Volkspartei, angenommen. Dieser sieht ein ganzes Bündel an Maßnahmen vor, um die Sicherheit der Menschen und unserer Infrastruktur zu erhöhen. Ziel: Präventiv Schäden durch Hochwasser verhindern, bevor sie entstehen.

„Anpassung an den Klimawandel ist keine Option, sondern eine Pflicht“, erklärten die grünen Landtagsabgeordneten Madeleine Rohrer, Brigitte Foppa und Zeno Oberkofler. „Extreme Wetterereignisse nehmen auch in Südtirol infolge der des Klimawandels zu. Wenn wir rechtzeitig handeln und investieren, können wir unsere Ortschaften und Menschen wirksam schützen.“

In den vergangenen Jahren kam es auch in Südtirol immer wieder zu bedrohlichen Wetterlagen – plötzliche Sturzfluten, Muren und Erdrutsche, die nur dank des Einsatzes hunderter Freiwilliger nicht zur Katastrophe wurden. Fachleute warnen: Das Risiko weiterer Überschwemmungen wächst.

Der genehmigte Beschlussantrag sieht unter anderem vor, ein Hochwasserschutzkonzept für Südtirol auszuarbeiten. Verschiedene Interessensgruppen wie Grundeigentümer, Gemeinden und Umweltverbände sollen daran beteiligt werden. Zudem soll geprüft werden, wie sich entlang der Flüsse natürliche Überflutungsgebiete schaffen lassen.

„Die Folgen des Klimawandels betreffen uns alle“, so Madeleine Rohrer. „Wenn wir gemeinsam Verantwortung für unsere Flüsse übernehmen, machen wir unser Land sicherer – für uns und für kommende Generationen.“

Weitere Informationen: https://www.landtag-bz.org/de/politische-akte/735900

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Madeleine Rohrer
Brigitte Foppa
Zeno Oberkofler

Heute, am 5. November, hat der Landtag den von der Grünen Fraktion eingebrachten Beschlussantrag zur Bekämpfung von Gewalt gegen Menschen mit Behinderung angenommen.
„Dies ist ein wichtiges Ergebnis für ein Thema, das bisher im öffentlichen Diskurs außen vor blieb. Endlich wird etwas gegen diese sehr spezifische Form von Gewalt unternommen“, erklären die Grünen-Abgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler.

Im Jahr 2024 haben 348 Frauen mit Behinderung Hilfe bei den Beratungsstellen gegen Gewalt gesucht; 91,5 % von ihnen wurden von Personen aus ihrem nahen Umfeld missbraucht. In Europa erfährt eine von drei Frauen mit Behinderung (34 %) im Laufe ihres Lebens körperliche oder sexuelle Gewalt – gegenüber 19 % der Frauen ohne Behinderung. Das Thema betrifft vor allem Frauen, aber auch Männer mit Behinderung sind öfter betroffen als Männer ohne Behinderung.

Der angenommene Antrag beauftragt die thematische Arbeitsgruppe zum Schutz von Frauen mit Behinderung, die Einhaltung folgender Punkte zu überwachen und jährlich den Landtag dazu zu informieren:

  • Durchführung einer Studie über Gewalt gegen Menschen mit Behinderung in Südtirol,
  • Ausarbeitung eines Gewaltschutzkonzeptes
  • Einführung verpflichtender Schulungen für das Personal von Polizei, Gesundheitswesen, Schule und Sozialdiensten.

„Gewalt gegen Menschen mit Behinderung ist ein Phänomen, das unsichtbar bleibt. Heute haben wir im Landtag beschlossen, diese Realität anzuerkennen und konkret zu handeln. Das ist ein Zeichen von Gerechtigkeit“, erklärt Brigitte Foppa, Erstunterzeichnerin des Antrags.

Weitere Informationen: https://www.landtag-bz.org/de/politische-akte/777223

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Brigitte Foppa
Zeno Oberkofler
Madeleine Rohrer

„Unsere Gesellschaft wird erst dann wirklich gerecht sein, wenn sie allen Menschen gleiche Würde und Sicherheit garantieren kann – ohne Ausnahmen“, erklären Brigitte Foppa, Zeno Oberkofler und Madeleine Rohrer.

Gewalt gegen Frauen mit Behinderung

Die Zahlen sprechen für sich: Im Jahr 2024 haben sich 348 Frauen mit Behinderungen an die Anti-Gewalt-Zentren gewandt; 91,5 % von ihnen wurden von Personen aus ihrem familiären oder sozialen Umfeld misshandelt. 34 % aller Frauen mit Behinderungen haben in ihrem Leben physische oder sexuelle Gewalt erlebt – gegenüber 19 % der Frauen ohne Behinderungen.

„Gewalt gegen Frauen mit Behinderungen ist eine doppelte Gewalt: geschlechtsspezifisch und ausgrenzend. Sie bleibt meist unsichtbar – viele Fälle werden nicht angezeigt, weil die Betroffenen keine Möglichkeit haben, Anzeige zu erstatten, kein Gehör finden oder keinen Zugang zu wirklich inklusiven Unterstützungsangeboten haben. Es ist dringend notwendig, dass die Politik dieser Realität mit konkreten Maßnahmen begegnet“, erklärt Brigitte Foppa, Erstunterzeichnerin des Antrags.

Der Antrag sieht verpflichtende Schulungen für Polizei-, Gesundheits-, Schul- und Sozialpersonal vor, außerdem einen inklusiven Schutzplan gegen Gewalt an Frauen mit Behinderungen sowie die Finanzierung einer Studie, um das Ausmaß des Phänomens in Südtirol zu erfassen.

Arbeit und Würde: eine gerechte Entlohnung

Menschen mit Behinderungen, die an Arbeitsintegrationsprogrammen teilnehmen, erhalten derzeit ein maximales Entgelt von 492 Euro im Monat – ein Betrag, der seit 2016 unverändert geblieben ist und nie an die Inflation angepasst wurde. Dieses Entgelt wird nach tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden berechnet und kann bei Abwesenheiten weiter gekürzt werden, sodass der reale Wert der Arbeit noch geringer ausfällt.

„Wer ein Praktikum absolviert, verdient eine angemessene Entlohnung – es gibt keinen Grund, warum Menschen mit Behinderungen von diesem Recht ausgeschlossen sein sollten“, betont Zeno Oberkofler, Erstunterzeichner des entsprechenden Antrags.

Mit diesem Beschlussantrag will die Grüne Fraktion die Entschädigung für Praktika im Rahmen der Arbeitsintegration von Menschen mit Behinderungen an das Niveau jener Praktika angleichen, die in der öffentlichen Verwaltung vorgesehen sind (30 € brutto pro Tag für Oberschüler:innen, 40 € für Studierende). Das würde eine Anhebung der monatlichen Entlohnung von 492 € auf 660 € für Oberschüler:innen bzw. 880 € für Studierende bedeuten.

Der Antrag fordert außerdem, dass Menschen mit Behinderungen auch in höheren Gehaltsstufen der öffentlichen Verwaltung beschäftigt werden können und dass die Einhaltung der Einstellungspflicht in öffentlichen Einrichtungen und Betrieben mit mehr als 15 Beschäftigten besser kontrolliert wird.

„Inklusion bedeutet auch, den Wert von Arbeit anzuerkennen. Eine gerechte Entlohnung zu garantieren heißt, Menschen Würde, Unabhängigkeit und gleiche Chancen zu geben – insbesondere jenen, die viel zu oft zurückgelassen werden“, schließen Foppa, Oberkofler und Rohrer.

Weitere Informationen:

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Brigitte Foppa
Zeno Oberkofler
Madeleine Rohrer

Am Dienstag wurde das fünfte Programmabkommen zwischen dem Land Südtirol, dem Verteidigungsministerium und der Agentur für Staatsgüter unterzeichnet. Es sieht die Sanierung militärischer Infrastrukturen in Bozen, Meran und Toblach, sowie die Übertragung nicht mehr genutzter Kasernenflächen in Pfitsch, Meran und Toblach an das Land vor.

Diese Flächen sollen künftig für Wohnbau und Stadtentwicklungsprojekte genutzt werden. Diese neuen Wohnbauprojekte stellen eine große Chance dar, um den Mietmarkt in Südtirol zu entlasten – eine Chance, die nicht verspielt werden darf.

Ein Blick auf die derzeitige Wohnsituation zeigt ein deutliches Ungleichgewicht auf den Wohnungsmarkt. Rund 70 % der Wohnungen sind Eigentum, während der Mietmarkt mit lediglich 10 % Mietwohnungen äußerst klein ist. 10 % der Wohnungen stehen leer, 7 %werden touristisch genutzt. Die Förderung des Eigenheims hat vielen Familien eine Altersabsicherung gebracht, führte jedoch zu einem starren Markt, einem begrenzten Mietangebot und damit zu steigenden Mietkosten. Von den bestehenden Mietwohnungen werden etwa 50 % privat am freien Markt vermietet, 20 % zum Landesmietzins, 3,9 % sind öffentliches Eigentum und rund 26 % gehören dem WOBI.

„Dieses Ungleichgewicht auf dem Wohnungsmarkt kann nur behoben werden, wenn die öffentliche Hand verstärkt in Mietwohnungen mit gedeckeltem Mietzins und in Sozialwohnungen investiert. Die Kasernenareale bieten hierfür eine große Chance. Diese Chance darf man allerdings nicht verspielen, indem man weiterhin auf Eigentumswohnungen und private Bauträger setzt. Vielmehr sollten Gemeinden, das WOBI oder gemeinnützige Bauträger die Projekte umsetzen.“ so die Grünen Abgeordneten Zeno Oberkofler, Brigitte Foppa und Madeleine Rohrer.

„Besonders die Gemeinde Bozen sollte bei der Neugestaltung des Areals der Otto-Huber-Kaserne diese Zielsetzung im Blick behalten. Wohnbauflächen sind knapp, deshalb reicht es nicht, einfach zu bauen. Das Wie ist entscheidend. Es braucht strategische Projekte, die langfristig zu einer Entlastung auf dem Mietmarkt beitragen.“ so der Abgeordnete Oberkofler.

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Zeno Oberkofler
Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer

Vertreter:innen von 8 Parteien haben am 8. Oktober 2025 in einer Pressekonferenz zusammen mit der Initiative für mehr Demokratie die beiden Gesetzentwürfe vorgestellt, die in der aktuellen Sitzung des Landtages zur Behandlung kommen.

Vor nunmehr sieben Jahren wurde das Landesgesetz zur direkten Demokratie im Landtag verabschiedet. Das Gesetz brachte eine Erweiterung der direkten Demokratie und Erleichterung für die Abhaltung von Volksabstimmungen (z.B. Senkung des Quorums auf 25%) mit sich. Zumindest in der Theorie. Denn in der Praxis sind in den sieben Jahren seit Inkrafttreten des Gesetzes praktisch alle Versuche, eine Volksabstimmung abzuhalten, bereits im Vorfeld ausgebremst worden und zwei Volksbegehren verhindert.

Dies die Vorgeschichte der beiden Gesetzentwürfe, die nun im Landtag behandelt werden.

“Es war das erste Mal, dass wir nicht imstande waren, die notwendigen Unterschriften zusammenzubringen,” erklärt Stephan Lausch von der Initiative für mehr Demokratie. „Daher haben wir uns vor den letzten Wahlen an die antretenden Parteien gewandt und von neun Parteien die Zusicherung erhalten, diese absurde Situation in der neuen Legislatur beenden zu wollen. Diese Parteien haben jetzt die Möglichkeit der Abänderung des geltenden Gesetzes. Gleich nach der Wahl wurden folglich von acht Parteien die zwei Gesetzentwürfe im Landtag eingebracht“.

Für den LGE 6/2023 fungiert Brigitte Foppa (Grüne Fraktion) als Erstunterzeichnerin. Sie erklärt, dass der LGE zwei Themen aufgreift: erstens die Zulässigkeit von Volksabstimmungen, zu der es in der Vergangenheit immer wieder zu Interpretationsschwierigkeiten gekommen war. Der LGE stellt endgültig klar, dass Volksabstimmungen auch zu Gesetzen über die Regierungsform zulässig sind. “Es geht nicht an, dass eine Abstimmung über einen Klimabürgerrat nicht zugelassen wird, weil, so die Begründung der Richterkommission, Abstimmungen über die Regierungsform nicht zugelassen sind,” so Foppa. Dies soll mit dem LGE unmissverständlich geklärt werden. Das zweite Thema betrifft die Richterkommission, die durch Auslosung aus Expertinnen und Experten des öffentlichen Rechts gebildet werden soll: Universitätsprofessorinnen und -professoren, Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, sowie ehemalige Verfassungsrichterinnen und Verfassungsrichter – damit soll ausgeschaltet werden, dass dieselben Richter, die sich zuerst gegen die Zulässigkeit einer Abstimmung ausgesprochen haben, danach auch über eventuelle Rekurse entscheiden.

Der LGE 7/2023 wird von Alex Ploner (Team K) erstunterzeichnet. Er erklärt, dass die Zeit der Ausreden vorbei sein muss. „Ich habe schon vor 4 Jahren das Thema der Online-Unterschriften im Landtag als Beschlussantrag eingebracht. Was im restlichen Italien schon möglich ist, darf hierzulande nicht verhindert werden. Damals hieß es bei der Ablehnung durch die SVP, dass man Bedenken mit dem Datenschutz und Cybersicherheit habe. Man versprach, bis Jahresende 2021 die noch offenen Fragen geklärt haben zu wollen. Um Fragen zu klären ist jetzt genug Zeit gewesen. Eine neuerliche Ablehnung solch wichtiger demokratiepolitischer Instrumente, wie eben die Möglichkeit der Online-Unterschrift oder Abgabe von Unterschriften in jeder Gemeinde und nicht nur in der Heimatgemeinde würde mir nur zeigen, dass eine gewisse Angst vor der Mitbestimmung der Bevölkerung vorherrscht.“

Mitgetragen werden die Gesetzentwürfe auch von den Abgeordneten Myriam Atz der Süd-Tiroler Freiheit. „Direkte Demokratie lebt davon, dass Menschen aktiv mitgestalten und mitentscheiden können – und das darf nicht an unnötigen Hürden scheitern. Die Verfahren müssen einfach, zugänglich und dienlich sein. Wenn Beteiligung zu kompliziert oder aufwendig ist, verliert sie ihre Kraft und Glaubwürdigkeit. Deshalb setze ich mich seit Jahren dafür ein, dass etwa die Zahl der notwendigen Unterschriften deutlich gesenkt und auch eine zeitgemäße Online-Unterschriftenabgabe ermöglicht wird – leider wurden genau diese Vorschläge bislang von der Regierungsmehrheit im Landtag immer wieder abgelehnt. Demokratie soll Menschen zur aktiven Beteiligung einladen, nicht vergraulen!”, so Myriam Atz.

Sandro Repetto (PD) erklärt: “Ich habe mich entschieden, diese Gesetzentwürfe zu unterstützen, da ich davon überzeugt bin, dass Beteiligung gefördert und erleichtert werden sollte, gleichzeitig aber in einem ausgewogenen institutionellen Rahmen sein muss, in dem die Verantwortung für politische Entscheidungen klar bei den demokratisch gewählten Organen liegt.”

Andreas Leiter Reber von der Freien Fraktion begründet seine Mitunterzeichnung: „Weltweit gerät die demokratische Mitsprache und freie Meinungsbildung immer stärker unter Druck. Umso wichtiger ist es, die direktdemokratischen Instrumente vor Ort zu stärken und Hürden für Volksabstimmungen abzubauen.“

Auch Jürgen Wirth Anderlan unterstützt das Anliegen: „Das Südtiroler Volk ist unser Arbeitgeber und ihm sind wir verpflichtet. Deshalb sollte und muss es zukünftig zu wichtigen Themen mit Langzeitfolgen verpflichtende Volksabstimmungen geben. JWA ist Teil der Initiative für mehr Demokratie und wir unterstützen aus voller Überzeugung diese Gesetzesinitiative, damit endlich das Mitbestimmungsrecht in Südtirol gut und wirksam anwendbar gemacht wird.“

Alle Anwesenden an der Pressekonferenz erinnern daran, dass es vor der Landtagswahl 2023 ein Versprechen gegeben hatte, die direkte Demokratie im Allgemeinen und die Forderungen dieser Gesetzentwürfe im Spezifischen zu unterstützen. “Wort halten ist das A und O der Politik. Wer vor der Wahl etwas verspricht, ist aufgefordert, das Wort zu halten – auch wenn man in die Mehrheit gewechselt ist. Mit den Stimmen von Galateo, Scarafoni und Ulli Mair (sie hatten es 2023 versprochen) gehen die Gesetzentwürfe durch. Die Stunde der Wahrheit, sie ist gekommen,” so die Anwesenden Brigitte Foppa, Alex Ploner, Stephan Lausch, Myriam Atz, Sandro Repetto, Andreas Leiter Reber, Jürgen Wirth Anderlan, Madeleine Rohrer, Maria Elisabeth Rieder, Franz Ploner.

Weitere Informationen:

Foto (links-rechts, oben-unten): Paul Köllensperger, Jürgen Wirth Anderlan, Franz Ploner, Madeleine Rohrer, Otto von Aufschnaiter, Andreas Leiter Reber, Karl Zerzer, Konrad Hofer, Maria Elisabeth Rieder, Brigitte Foppa, Stephan Lausch, Alex Ploner, Myriam Atz.