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In einem Interview hat SVP-Spitzenkandidat Kompatscher sein Wahlziel mit 40% angegeben. Das auffallend niedrige Wahlziel deutet auf eine bahnbrechende Wende in Südtirol hin. Die Volkspartei geht offensichtlich davon aus, dass sie künftig einen echten Koalitionspartner brauchen wird. Das hat es bisher noch nie gegeben. Die 2013 formierte Koalition mit dem PD war zwar mehr als die altgewohnte Pflichtvertretung der Italiener ohne jede Richtungsmacht, (weil die SVP ohne PD ja erstmals nicht mehr die absolute Mehrheit hatte), trotzdem war auch in dieser Legislaturperiode davon nichts zu spüren.
Nach dem 21. Oktober könnte das völlig anders sein.
Das eröffnet mehrere Szenarien: die SVP wird entweder mit Mitte-Links oder mit Mitte-Rechts oder mit nicht positionierten Kräften koalieren müssen.
Es ergibt sich daher die einzigartige Chance auf wirkliche Veränderung – aber auch die große Gefahr, dass eine Regierung mit der Lega oder anderen Populisten zustande kommen wird. Die Verhältnisse Italiens könnten sich tatsächlich auch in Südtirol reproduzieren. Mit unabsehbaren Folgen.
Wer dies verhindern will, muss grün wählen.
Wir Grünen sind die stärkste Kraft im Mitte-Links-Lager und es ist absehbar, dass enttäuschte WählerInnen etwa des PD unsere Präsenz zu schätzen wissen.
Grün ist auch im Ausland wieder im Aufwind und wir selbst erhalten auf unserer Wahlkampftour sehr viel Zuspruch.
Es liegt an uns SüdtirolerInnen, wie wir die Chance der Veränderung 2018 nutzen werden.
Brigitte Foppa

Grüne Frauen schreiben Rezepte für ein besseres Leben
Nach dem Erfolg und der wiederholten Auflage des Grünen Kochbuchs “Avanzarotte”, gibt es eine neue Publikation der Südtiroler Grünen Frauen: Frau nehme – Rezepte für ein besseres Leben.

Die Grünen Frauen haben weitergeschrieben, Rezepte aus dem Alltag heraus, immer die Nachhaltigkeit und ein Gemeinsames im Blick. Rezepte bündeln in ganz einfacher Form („Man nehme…“) Gelerntes, Erfahrenes, Ausprobiertes – und vermitteln es an andere weiter. Diese uralte Form von Wissenstransfer ist auch heute immer noch gültig. Als Grüne Frauen und Landtagskandidatinnen stehen wir alle mitten im Leben und sind aufmerksame Experimentiererinnen mit Verhaltensweisen, die der Welt nicht schaden, sondern nützen.
Das Wort Nachhaltigkeit ist für uns keine abstrakte Beschwörungsformel der Beliebigkeit, sondern steht in einem engen Zusammenhang mit uns selbst. So gehen wir zum Beispiel von unserem eigenen Umgang mit den Ressourcen – auch mit unseren eigenen! – aus. Wir verbinden natürlicherweise den Schutz von Natur und Umwelt mit der Pflege von Beziehungen und mit dem Respekt vor dem Leben. Wir könnten uns nicht vorstellen, etwas als nachhaltig zu bezeichnen, was auf Kosten der anderen geht.

Unsere Rezepte reichen von der Resteverwertung über Entrümpelungsmethodik, Mobilitätstagebuch, bis zu sozialem Austausch und Sexualität. Das gute Leben hat viele Fassetten.

Die Kandidatinnen der Landtagswahlen 2018: Brigitte Foppa, Laura Polonioli, Chiara Rabini,Corinna Lorenzi, Evelyn Fink, Judith Kienzl, Olivia Kieser, Hannah Lazzaretti, Sadbhavana Pfaffstaller, Patrizia Gozzi, Brigitte Mair, Eva C. Pixner, Klaudia Resch, Silvia Rier, Rosina Ruatti, Uli Spitaler, Elda Toffol

geben hier Repezte weiter, die wie jedes gute Rezept beliebig erweitert, weitergegeben und ergänzt werden können und sollen.

Außerdem laden wir alle Frauen ein, mit ihren Rezepten zu einem besseren Leben beizutragen. Diese werden von uns gerne veröffentlicht.

Das Redaktionsteam: Brigitte Foppa, Ulrike Spitaler, Silvia Rier, Gerda Gius

Die Grünen Frauen

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Inmitten der gewohnt düsteren Nachrichten dieses Montagmorgens gibt es auch Erfreuliches: Brigitte Foppa feiert heute ihren 50. Geburtstag. Ein guter Grund für die Grüne Partei und die Landtagsfraktion, um im Wahlkampf kurz inne zu halten und dankbar festzuhalten, was Brigitte für uns, aber auch für Südtirol bedeutet: Rückhaltlosen Einsatz für Demokratie, Zusammenleben und  Gerechtigkeit, auch zwischen Mann und Frau. Ein großes Herz für Natur und Umwelt und für all die Menschen, die wirklich Hilfe brauchen. Ihre immense Arbeit in der vergangenen Legislatur, ihre Präsenz auf so vielen Feldern und ihre Tapferkeit auch angesichts massiver Angriffe sind für viele Männer und Frauen in Südtirol vorbildhaft. Und wir Grüne verdanken in vieler Hinsicht vor allem ihr die Neuaufstellung und europäische Anerkennung unserer Partei, die heuer ihren 40. Geburtstag begeht.

Daher gelten Brigitte von Herzen unsere guten Wünsche für das Finale des Wahlkampfs, für ihre Gesundheit und für eine Zukunft prall gefüllt Energie, sprühenden Ideen und dem Erfolg, den sie sich verdient.

Bozen, 08. 10. 2018

Landtagsabgeordnete L. Abg. Riccardo dello Sbarba, Hans Heiss
Co-Sprecher der Grünen Tobias “Tobe” Planer

Die Büro-Teams in Partei und Fraktion: Verena Frei, Barbara Unterhofer; Anna Hupel, Olivia Kieser, Serena Rauzi.

Rechtssicherheit OK. Wir erwarten aber auch klare Distanznahme zur menschenverachtenden Haltung der Lega.

Landeshauptmann Kompatscher hat heute an der Spitze der Vertretung der Regionen und autonomen Länder mit Innenminister Salvini einige Grundsatzfragen zu Asyl und Flucht erörtert. Dabei ist seine Forderung nach gerechter Verteilung von Asylwerbern, die vom Landweg von Norden her nutzen, ebenso nachvollziehbar wie ihre allfällige Einrechnung in die Südtirol-Quote. Hingegen sollte der Landeshauptmann in der Frage der Asylwerber, die nach Abweisung ohne Bleiberecht dastehen, verstärkt für humanitäre Lösungen eintreten. Ihre Totalabschiebung, wie von Salvini im Wahlkampf großspurig verkündet, ist ebenso inhuman wie unrealistisch. Hier sollten unter bestimmten Voraussetzungen konkrete Bleibeperspektiven entwickelt werden, wie dies auch in Deutschland durch den sog. „Spurwechsel“ angestrebt wird.

Vor allem sollte der Landeshauptmann dem Innenminister stets deutlich vermitteln, dass Südtirol in der Unterbringung, Behandlung und für die Arbeitsmöglichkeiten von Asylwerbern einen eigenen humanitären Weg gehen kann, der sich von der demonstrativen Härte der Lega-5*-Regierung klar unterscheidet.

Der Versuch von Salvini und Gefolgschaft, die Maßstäbe menschlicher und rechtsstaatlicher Behandlung von Asylwerbern und Migranten ständig nach unten zu verschieben, schürt Hass und Aggression und soll einschüchtern. Gegenüber dieser Haltung werden wir uns nicht beugen. Vom Landeshauptmann erwarten wir uns, dass er entschiedene Distanz wahrt!

Bozen, 4.10.2018

L.-Abg. Brigitte Foppa, Riccardo Dello Sbarba, Hans Heiss

Und das Spitzenteam der Grünen Chiara Rabini , Hanspeter Staffler, Laura Polonioli, Tobias Planer, Markus Frei, Corinna Lorenzi, Stefan Perini

 

Grüne Fraktion im Südtiroler Landtag:

5 Jahre Arbeit, 3 Abgeordnete, 3 Mitarbeiterinnen, 1050 Anfragen, 210 Beschlussvorschläge, 15 Gesetzentwürfe, 1630 Änderungsanträge zu Gesetzen.

Wir zeigen in diesem Video, was wir für euch erreicht haben und an welchen Themen wir dran bleiben.

#grünwirkt #verdefunziona

 

Unser „Grün wirkt” gibt es auch als Faltblatt, mit noch mehr kleinen und großen Änderungen in Südtirol, die wir für euch erreicht haben.

Ihr könnt ihn euch in unserem Büro abholen oder hier als pdf downloaden. Viel Spaß beim Ansehen und bei der Lektüre wünschen Riccardo Dello Sbarba, Brigitte Foppa und Hans Heiss.

 

 

Früher waren sie eine obligate Präsenz in jeder Schule: die Schulwarte. Erwachsene erinnern sich an die „Schuldienerin“ oder den „Schuldiener“, die früher nicht nur die Fotokopiermaschine bediente, sondern auch eine Tasse Tee gegen Bauchschmerz machte und ein freundliches Wort für die Heranwachsenden hatte.

Seit Längerem schon ist die Situation eine völlig andere. In einem Treffen der Vertretungen des schulischen Hilfspersonals mit Brigitte Foppa, Hanspeter Staffler und Stefan Perini wurden die vielen Problemlagen des Sektors besprochen. Das Positive: Noch nie gab es in Südtirol so viele Schulen und Turnhallen. Das Negative: Die Aufgabenvielfalt hat zugenommen. Durch den Stabilitätspakt wurden Stellen nicht nachbesetzt, sodass das verbleibende Personal heute mit deutlich mehr Arbeit konfrontiert ist. Man bedenke, dass pro SchulwartIn 1.216 Quadratmeter zu putzen sind. Das ist die Fläche von etwa 12 Wohnungen! Viele Schulwarte fühlen sich als reine Putzkräfte degradiert und klagen über körperliche Belastung. Das Durchschnittsalter der Belegschaft liegt mit 55 Jahren weit über dem Landesdurchschnitt. Das bedeutet auch, dass die Wartestände und Ausfälle durch Krankheit zunehmen und das verbleibende Personal ein weiteres Mal zusätzlich belasten (erst nach 14-tägiger Abwesenheit wird Ersatz eingestellt).

Diese gesamte Situation hat auch Auswirkungen auf die schulische Umgebung. Jene niederschwellige Ansprechperson in der Schule, die früher durch die SchulwartInnen gegeben waren, wird immer seltener. Da mittlerweile sehr viele Schulgebäude überhaupt nicht mehr von Schulwarten besetzt sind, sind Schulen heutzutage oftmals abgeriegelt.

Wir weisen darauf hin, dass in unserem Land eine gute Arbeit für alle möglich sein muss, auch für jene, die auf den untersten Lohnniveaus rangieren. Es gäbe Möglichkeiten zu intervenieren:

  • Der Personalstand muss wieder aufgestockt werden (was gerade im Hinblick auf die Steigerung der Qualität der Betreuung in den Schulen dringend ratsam ist!).
  • Das Profil des Schulwarts, der Schulwartin muss an die modernen Anforderungen der Schulen als Bildungszentren angepasst werden. Das bedeutet auch eine Aufwertung des Berufsbildes.
  • Weiterbildung und Förderungsmaßnahmen, im Bereich Arbeitssicherheit aber auch darüber hinaus, werten den Beruf auf und lassen auch die Möglichkeiten von beruflicher Entwicklung und Mobilität zu.

Wir haben in diesen letzten Jahren viel Bewegung im Personalwesen des Landes beobachtet. Auf den obersten Ebenen gab es regen Wechsel und eifrige Gesetzgebung. Daher finden wir es notwendig, den Blick auch auf jene zu richten, die am anderen Ende der Hierarchien ihre Arbeit an der Gemeinschaft leisten. Arbeit in Würde muss auf allen Ebenen der Anspruch Südtirols sein.

Vor kurzem ging das Pilotprojekt des „Youth Alpine Interrail“ (yoalin) erfolgreich zu Ende: 100 Jugendliche zwischen 16 und 27 Jahren konnten für 50 Euro eine Woche lang den Alpenbogen mit dem Zug erkunden.
Das Projekt wurde von der CIPRA Jugend gemeinsam mit CIPRA International forciert und wurde durch eine Kooperation mit Eurail realisiert. Unterstützt wurde es auch von den Unterzeichnerstaaten der Alpenkonvention.
„Dass das Pilotprojekt des ‘Youth Alpine Interrail’ ein voller Erfolg war, zeigt einmal mehr, welches Potential das Reisen mit dem Zug hat. Diese besonders nachhaltige Form des Reisens eröffnet dem ganzen Alpenraum neue touristische Perspektiven.“ findet Michael Keitsch, grüner Landtagskandidat und Aktivist der Young Greens Southtyrol.
Das „Youth Alpine Interrail“ ist aber nicht nur aus touristisches Sicht interessant. Das Reisen mit dem Zug schont das Klima und die Umwelt. Zudem bietet es eine preisgünstige Möglichkeit, den Alpenraum zu erkunden.
„Das ‘Youth Alpine Interrail’ hat ein ähnliches Potential wie sein Vorbild, das Interrail-Ticket. Dieses wird nach einer Statistik des Europäischen Parlaments aus dem Jahre 2016 durchschnittlich von 300.000 Personen benutzt. Es bietet auch die Möglichkeit die alpinen Regionen enger zusammenrücken zu lassen. Deswegen fordere ich die Zukünftige Landesregierung Südtirols dazu auf, dieses Projekt finanziell und infrastrukturell zu unterstützen.“ schließt Michael Keitsch.

 

In Südtirol gibt es eine ganze Reihe von Sozialleistungen, die aber unzureichend aufeinander abgestimmt sind. 8 KandidatInnen, die bei den Landtagswahlen vom 21. Oktober auf der Liste der Verdi / Grüne / Vërc ins Rennen gehen, wollen dies ändern. Und noch einiges mehr.

16% der Südtiroler Haushalte leben in relativer Armut. Knapp ein Drittel der ArbeitnehmerInnen tut sich nach eigenen Angaben schwer, mit dem Lohn über die Runden zu kommen, weil das Geld nicht bis ans Monatsende reicht – und das im reichen Land Südtirol.

Die Grünen als neue soziale Kraft in Südtirol

Laura Polonioli, Chiara Rabini, Markus Frei, Corinna Lorenzi, Stefan Perini, Klaudia Resch, Andrea Tomasi, Urban Nothdurfter. So die Namen der 8 Personen, die bei den nächsten Landtagswahlen als KandidatInnen auf der Liste der Verdi / Grüne / Vërc ins Rennen gehen und mit geballter Kraft das Soziale in Südtirol zukunftsfest aufstellen wollen. Auf einer Pressekonferenz, die heute (26.09.2018) Vormittag im Kolping in Bozen in Anwesenheit von zahlreichen VertreterInnen der Sozialverbände und Akteure des Sozialen stattgefunden hat, haben sie erläutert, wie dies gelingen soll. Es ist das erste Mal in ihrer Geschichte, dass die Verdi / Grüne / Vërc sich so stark aufgestellt zu Sozialthemen präsentieren, hoben die Vertreter/Innen nicht ohne Stolz hervor.

Aus sechs mach eins

Zentrales Ziel der ListenvertreterInnen ist für Südtirol ein soziales Grundeinkommen nach dem Vorbild moderner europäischer Staaten. Zwar gibt es hierzulande schon mehrere soziale Grundleistungen (finanzielle Sozialhilfe, Zivilinvalidenrente, Vorschüsse de Region und Staatsleistungen bei Arbeitslosigkeit, Sozialrenten, Inklusionseinkommen), doch sind diese Maßnahmen unzureichend aufeinander abgestimmt, die Zuständigkeiten nicht trennscharf und sie erzeugten nicht selten hohe Verwaltungskosten. Sie fordern, die heute vorgesehenen Maßnahmen von Staat, Region und Land zusammenzuführen und in ein einfaches, einheitliches System umzuwandeln – dem sozialen Grundeinkommen.

Fruchtbringender Dialog mit den Sozialverbänden

Die Vorstellung der Kandidat/Innen bot auch Zeit, sich mit zahlreich anwesenden Vertreter/Innen des Sozialen in Südtirol auszutauschen.

Zugunsten der Familien braucht es abgestimmte Maßnahmen, welche eine Grundsicherung für Kinder bis zum 18. Lebensjahr garantierten. Besondere Aufmerksamkeit muss den Alleinerziehenden geschenkt werden. Diese sind heute immer stärker dem Risiko der Armutsgefährdung ausgesetzt. Um leistbares Wohnen wieder herzustellen, braucht es dringend steuerrechtliche Interventionen zur Minimierung von Leerständen und eine Aufstockung der finanziellen Mittel für den sozialen Wohnbau. Die Einrichtung eines Garantiefonds für VermieterInnen könnte auch Abhilfe schaffen. Generationen- und kulturübergreifende Projekte, aber auch Integrationsprojekte wie z.B. das SPRAR könnten helfen, eine inklusivere Wohlfahrtsgesellschaft zu schaffen, die auch allen neuen Mitbürger/Innen ein würdiges Leben garantiert.

Unterstrichen wurde ferner die Notwendigkeit, die Sozialberufe aufzuwerten und die Arbeitsbedingungen des Personals in dieser Branche zu verbessern. Die Rahmenbedingungen für die im Sozialen tätigen Einrichtungen und Organisationen müssten dahingehend verbessert werden, dass sich diese wieder mehr um die Menschen kümmern könnten und nicht um Bürokratie. Mit Bezug auf die Jugendarbeit ist es wichtig, die Maßnahmen zu verstärken, um Phänomenen von jugendlichem Fehlverhalten (sog. Babygangs, Mobbing, Suchtprobleme) wirksam begegnen zu können.

Es ist bereits der fünfte Mord an einer Frau in Südtirol im Laufe eines Jahres, aber immer noch ist die Erkenntnis über den Tatbestand des „Femizid“ nicht wirklich durchgedrungen. Bei Femizid (femminicidio im italienischen Sprachraum) handelt es sich um „die Tötung von Menschen wegen ihrer Zugehörigkeit zum weiblichen Geschlecht.“

Allein in Italien fallen jährlich mehr als 150 Frauen ihren Partnern, Ex-Partnern oder anderen (männlichen) Familienangehörigen zum Opfer. Die Tatmotive sind meist ähnlich: Eifersucht, das Ende einer Beziehung (wenn es von der Frau ausging), oder andere Schritte für größere persönliche Selbständigkeit der Frauen in- und außerhalb der Beziehung. Mit dieser „Abnabelung“ ihrer Frauen können manche Männer nicht umgehen, wobei dem (besitzanzeigenden) Wörtchen „ihrer“ (Frauen) hier eine ganz besonders wörtliche und grausame Bedeutung zukommt: Tatsächlich betrachten diese Männer „ihre“ Frauen als ihr persönliches Eigentum. Entsprechend verfügen sie darüber.

Es ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, das weite Kreise zieht: Kinder, Geschwister, Eltern, Großeltern – sie alle sind betroffen. Es ist höchste Zeit, dass das Problem erkannt und anerkannt wird, damit es gelöst werden kann.

Frauen müssen also sensibilisiert werden, vor allem aber müssen Männer sensibilisiert werden: Frauen müssen in der Lage sein, zu jedem Zeitpunkt mögliche Gefahren vorhersehen und abschätzen zu können; sie müssen wissen, welchen Gefahren sie ausgesetzt sind oder sein könnten, wie sie potentielle Gefahrensituationen vermeiden und sich ihnen rechtzeitig entziehen können. Sie müssen aber auch wissen, wo sie Hilfe finden und mit welcher Hilfe sie in welcher Situation rechnen können.

Bei den Männern ist die Herausforderung naturgemäß eine größere, aber durchaus mit hohen Chancen auf Erfolg: Es braucht direkt an Männer gerichtete Sensibilisierungs- und Aufklärungskampagnen, aber auch ausdrückliche Anti-Gewalt-Programme („von Mann zu Mann“), in denen Männer lernen können, wie sie mit dem eigenen Gewaltpotential umgehen und es kanalisieren können, ohne sich von ihm beherrschen zu lassen.

Einfache, rasch umzusetzende und hochwirksame Sensibilisierungsmaßnahmen gibt es übrigens schon seit Längerem, vereinzelt auch in Südtirol („Panchina Rossa“, „Postoccupato“ (www.postoccupato.org). Leider sind wir trotz allem von einer echten Kenntnisnahme des Problems weit entfernt. Der letzte tragische Tod einer Frau in Meran spricht eine klare Sprache.

Silvia Rier, für die grünen Frauen

Im Beisein von Reinhard Bütikofer, Co-Vorsitzenden der EGP stellen die Verdi Grüne Verc das neue Logo und den damit verbundenen Europagedanken vor

Was haben Landtagswahlen mit Europa zu tun? Viel, möchten wir Grüne sagen. Denn erstens spürt man auch in diesem Landtagswahlkampf, dass sich der Blick verengt auf das eigene Land, das immer öfter als „losgelöst“ von seinem Kontext in Italien, in den Alpen, in Europa gesehen wird. Zweitens zeigen gerade bestimmte Mitbewerber, dass sie mit kleinräumigem Denken zu punkten versuchen.

Dass das marginale Thema der Doppelstaatsbürgerschaft doch noch in diese Vorwahldebatte eingeschleust wurde, deutet ebenfalls darauf hin, dass Südtirol in einer Dimension der Enge zu versumpfen droht.

Wir sind als Südtiroler Grünen seit einem Jahr Teil der Europäischen Grünen und sind als solche angehalten, diese Zugehörigkeit in unserem Logo zu zeigen. Wir tun dies gern. Wir zeigen damit auf, dass wir nicht nur eine lokale Vertretung sind, sondern dass wir einer großen, europaweiten Bewegung angehören und dort unsere Südtiroler Besonderheiten vorbringen. Zugleich ist es uns wichtig, den europäischen Gedanken in die Südtiroler Politik einzubringen. Kulturelle Öffnung gegen patriotische Enge ist ein Grundgedanke. Aber auch das Wissen darum, dass die großen aktuellen Fragen wie Klimaschutz, Migration, soziale Gerechtigkeit niemals vor einer Grenze halt machen.

Am 22. September hat der Co-Vorsitzende der Europäischen Grünen Partei, Reinhard Bütikofer, zusammen mit dem Spitzenteam der Grünen Landtagsliste das neue Logo vorgestellt. Bütikofer nahm dabei auch klar Stellung für ein solidarisches Europa, gegen wiedererstarkende Nationalismen. “Wenn wir zulassen, dass in Europa nationalistische Politiken gegeneinander stehen und aufeinander prallen, dann leiden darunter manche Regionen besonders stark. Südtirol kann davon aus der Vergangenheit ein Lied singen. Umgekehrt zeigt die Erfahrung, dass die EU in vielen Fällen einen guten Rahmen geboten hat, um feindliches Gegeneinander zu überwinden. Das letzte Beispiel davon sehen wir beiderseits der nordirischen Grenze. Deshalb wollen wir Grünen nicht ein Europa des wiedererstehenden Nationalismus, sondern ein Europa solidarischer Zusammenarbeit.”. so Reinhard Bütikofer in Bozen.