Home2018Oktober

Als einzige Partei haben die Grünen ihr Wahl•programm in leichter Sprache geschrieben. Es wurde am Montag 15. Oktober in einer Presse•konferenz vorgestellt.

Was ist Leichte Sprache?
In Texten sind oft:

  • Schwierige Wörter.
    •    Und lange Sätze.
    Dann können viele Menschen die Texte nicht verstehen.
    Texte in Leichter Sprache sind leichter zu lesen.
    Die Leichte Sprache hat genaue Regeln.
    Zum Beispiel:
    •    Einfache Wörter.
    •    Kurze Sätze.
    •    Erklärungen.
    •    Und eine große Schrift.

Wer braucht Texte in Leichter Sprache?

Viele erwachsene Menschen brauchen Texte in Leichter Sprache.
Zum Beispiel:
•    Wenn Menschen Lern•schwierigkeiten haben.
•    Wenn Menschen nur wenige Worte kennen.
•    Oder wenn Menschen eine Sprache neu lernen.
Menschen können Texte in Leichter Sprache besser verstehen.
Und die Menschen können dann besser selbst entscheiden.
Und mit•bestimmen.
Deshalb haben wir unser Wahl•programm auch in Leichte Sprache übersetzt.

Brigitte Foppa hat diese Übersetzung gewollt und betreut.

Man kann auch das Programm in leichter Sprache mit dem Programm in schwerer Sprache vergleichen. Ein Beispiel:

Schwere Sprache: Leichte Sprache:

Natur: Landschafts- und Artenschutz

Alles kommt von der Natur

Natur und Landschaft sind schützenswertes Gut, die menschlichen Aktivitäten müssen in Einklang mit diesem wichtigen Ziel gestaltet und geplant werden.

In den letzten Jahren ist es in Südtirol vermehrt zur Ausbeutung und Veränderung der Landschaft, der Lebensräume und des Artengefüges gekommen. Diesem Trend muss Einhalt geboten werden. Die Gremien, Institutionen und Vereine, die sich damit auseinandersetzen, müssen gestärkt und mehr in grundlegende Entscheidungen einbezogen werden. Das Konzept der Nachhaltigkeit, bei welchem Ökologie, Ökonomie und Soziales im Einklang stehen, muss zu einem Paradigmenwechsel führen, die politischen Entscheidungen sollen in eine enkeltaugliche Zukunft führen.

Natur und Umwelt schützen

Das ist uns wichtig:

Die Natur ist schön.

Und muss gesund bleiben.

Die Natur gibt uns Wassere zum Leben.

Und Luft zum Leben.

Und Boden zum Leben.

Wir brauchen die Natur.

Unsere Kinder brauchen die Natur.

Und die Kinder von unseren Kindern werden die Natur brauchen.

Deshalb müssen wir gute Sachen für die Natur tun.

Dann haben wir frisches Wasser.

Und saubere Luft.

Und gute Boden.

Die Natur braucht Platz.

Dann können Pflanzen wachsen.

Und Tiere in der Natur leben.

Man sieht: In leichter Sprache muss man klare Dinge sagen. Das tut allen gut.

(Der Rest ist in schwerer Sprache geschrieben)

Im zweiten Teil der Pressekonferenz hat Markus Frei Vorschläge für die Ausbildung der Gebärdendendolmetscher und den Einsatz der Gebärdensprache bzw. Untertitel in den öffentlich-rechtlichen Nachrichten vorgestellt.
In Südtirol haben wir drei Hauptsprachen. Das sind Deutsch, Italienisch und Ladinisch.
Es gibt aber noch eine wichtige Sprache. Das ist die Gebärdensprache.
Wir wollen, dass es mehr kostenlose Gebärdendolmetscherinnen und Gebärdendolmetscher gibt.
Wenn gehörlose Menschen in ein Amt oder ins Krankenhaus gehen, brauchen sie eine Übersetzung in die Gebärdensprache.
Gehörlose Menschen brauchen auch eine Übersetzung bei den Nachrichten im Fernsehen. Seit 2018 gibt es die Untertitelung der Tagesschau im Rai Südtirol und das ist gut.
Gut wäre auch ein Wochenmagazin in Gebärdensprache. Das fasst die wichtigsten Nachrichten der Woche zusammen. Diese werden dann in Gebärdensprache ausgestrahlt.
Es braucht eine Ausbildung von mehrsprachigen Gebärdendolmetschern in der Europaregion Tirol. Dazu gibt es bereits einen gemeinsamen Beschluss der drei Landtage (siehe Bericht vom Januar 2016). Dieser muss umgesetzt werden.
Es ist wichtig, dass die Gebärdensprache anerkannt wird. So kann sie auch rechtlich eingefordert werden.
Weiterhin müssen die Arbeitsplätze für gehörlose Menschen geschützt werden.
In der Schule sind Integrationslehrpersonen mit Gebärdensprachkenntnissen zu fördern.
Die Mitteilungen des Landtages und der Landesregierung müssen auch in leichter Sprache geschrieben werden. Dann können alle alles gut verstehen.

Die Wahl in Bayern ist für Südtirol sehr bezeichnend. Vieles, darunter auch die Parteienlandschaft ähnelt sich. Der Absturz der CSU und der steile Aufstieg der Grünen zeigt einige Trends auf, die auch für Südtirol sehr interessant sein könnten.
Besonders drastisch ist der Abfall der Volkspartei. Klar sieht man, dass viele Wählerinnen und Wähler gesagt haben dürften: Das geht zu weit! An der Kernfrage der Menschen auf der Flucht hat sich ein Werteabgleich abgespielt, der viele Wertkonservative zur Wahl der Grünen bewegt haben wird.
Für uns Südtiroler Grüne ist das sensationelle Ergebnis der bayrischen KollegInnen Freude und Ansporn zugleicht. Optimistische und humanitäre grüne Politik führt ganz offensichtlich zum Erfolg. Es braucht in Zeiten wie diesen nicht Ausflüchte und Herumlavieren in den schwierigen Fragen der Zeit, sondern klare Kante, Profil und Wertebewusstsein.

Danke Katharina Schulze und Ludwig Hartmann, für den Optimismus und den Schwung, mit dem Ihr die grüne Politik in Europa und in unserer Nachbarschaft aufmischt! Wir gratulieren!

Brigitte Foppa und Tobe Planer
Co-Landesvorsitzende Verdi Grüne Vёrc
Riccardo Dello Sbarba, Hanspeter Staffler, Laura Polonioli, Chiara Rabini, Markus Frei, Corinna Lorenzi, Stefan Perini
für die grüne Landtagsliste

Bozen, 14.Oktober 2018. „Zum heutigen Datum sieht Bozen sich mit zwei gegensätzlichen Ideen zur Zukunft Südtirols, Italiens und Europas konfrontiert. In diesem Land, das es geschafft hat, aus der Begegnung von Kulturen und Sprachen einen Mehrwert zu schaffen, in dem Alexander Langer uns die Kunst des Miteinander gelehrt hat, dürfen wir nicht den Hass, die Mauern und die Intoleranz siegen lassen. Denn die sicherste Gesellschaft ist seit jeher jene der Inklusion.“

 Dies die Worte der Europaparlamentarierin Elly Schlein (“S&D Possibile”), die am heutigen Sonntag nach Bozen zurückkehrte, um die Verdi Grüne Vërc im Wahlkampf für die Landtagswahlen vom 21. Oktober zu unterstützen, wenige Stunden vor dem Eintreffen des italienischen Innenministers Salvini.

 Sie traf sich mit zahlreichen Kandidat/innen der Grünen Liste, mit denen sie Freundschaft und der gemeinsame Kampf um den Umweltschutz auf unserem gefährdeten Planeten verbindet.

Doch der Einsatz von Elly Schlein und der Verdi Grüne Vërc beschränkt sich nicht auf den Umweltschutz allein.

Schlein steht seit geraumer Zeit für ein starkes und solidarisches Europa, gegründet auf Recht und Respekt für Unterschiede. Sie ist Sprecherin der Gruppe S&D für die Reform von Dublin zum Asylrecht, die im November 2017 von einer großen Mehrheit vom europäischen Parlament beschlossen wurde.

 “Der Kampf, den wir gemeinsam zur Reform von Dublin geführt haben, um die scheinheilige Regelung des ersten Ankunftslandes zu streichen, zeigt, dass wir gewinnen, wenn wir als progressive und gleichzeitig ökologische Front gemeinsam gegen die international agierenden Nationalisten auftreten. Es wird unsere Herausforderung sein, die enormen Widersprüche der Nationalisten explodieren zu lassen und eine alternative Zukunftsvision für unsere Gesellschaft zu entwickeln. Wir wollen eine nachhaltige, laizistische, feministische Zukunft, eine Umverteilung der Ressourcen und eine gemeinsame europäische Verantwortung bezüglich der Aufnahme von Menschen in Not.“

 Daher auch ihre Unterstützung für die Politik der Verdi Grüne Vërc zur Aufnahme von Flüchtlingen. „Die einzig gute Art der Aufnahme ist über das ganze Land verteilt, in kleinen Wohneinheiten, analog zum Modell SPRAR, das die lokalen Institutionen sowie die Dienste für die Eingliederung einbezieht, transparent ist und Kontrollen vorsieht. Wer dieses Modell frontal attackiert, so wie Salvini das mit Riace und dem Dekret zur Immigration macht, zeigt sein ausschließlich geschäftliches Interesse an der Aufnahme von Flüchtlingen, mit den großen Zentren, in denen oft genug das Recht verschwindet und so der Weg zu Wirtschaftsinteressen und Kriminalität geebnet wird. Dies ist jedoch nicht der einzige Widerspruch der Lega, denn als es bei 22 Sitzungen zu Verhandlungen über das Abkommen von Dublin darum ging, zu verhindern, dass andere Länder Europas Tausende von Menschen zurück nach Italien schicken dürfen, nur weil es deren Ankunftsland war, war nie ein Kollege der Lega anwesend.“

 

Viele Familien fordern sie und sie ist in vielerlei Hinsicht eine Notwendigkeit: Die mehrsprachige Schule für Südtirol.
Heute Nachmittag beim Flash Mob vor der Uni Bozen – organisiert von den Grünen KandidatInnen Laura Polonioli, Corinna Lorenzi, Chiara Rabini und dem jüngsten im Team, Zeno Oberkofler – haben sich die TeilnehmerInnen mit Glocken und Pfeifen eingefunden, um ihrem Wunsch nach einer mehrsprachigen Schule Ausdruck zu verleihen: “Mehrsprachige Schule jetzt! Gemeinsam verschaffen wir uns Gehör!”
Die Verdi Grüne Vërc setzen sich seit jeher für eine mehrsprachige Schule ein. Mehrsprachige Klassenzüge an öffentlichen Schulen sollen ermöglicht werden, für jene, die dies wünschen und als Ergänzung zum Unterricht in der Muttersprache, der beibehalten werden muss.
Solch ein Modell fördert einerseits die aktive Mehrsprachigkeit und stärkt andererseits das Zusammenleben zwischen den Sprachgruppen. Es garantiert den Unterricht in der Muttersprache, ermöglicht aber auch jene Wahlfreiheit, die sich viele Menschen wünschen und die der vielschichtigen Wirklichkeit unserer Gesellschaft entspricht.
Die mehrsprachige Schule fördert jene, die bereits mehrsprachig sind, indem sie die verschiedenen, bereits erlernten Sprachen wertschätzt und ihre Beherrschung vertieft und ausbaut, und sie unterstützt jene, die noch nicht mehrsprachig sind, dies auf natürliche und zugleich systematische Weise zu erreichen.
Eine gemeinsame mehrsprachige Schule wäre zugleich auch Voraussetzung und Zeichen für eine moderne und offene Autonomie, die nach Europa blickt und die das Miteinander in den Vordergrund stellt.
Der Platz der Universität wurde nicht zufällig ausgewählt, denn gerade an der Freien Universität Bozen existiert seit geraumer Zeit ein mehrsprachiges Unterrichtsmodell ähnlich jenem, das wir Verdi Grüne Vërc uns für die Südtiroler Schulen als zusätzliches Angebot vorstellen.
Während des Flash Mobs hat der jüngste Kandidat der Verdi Grüne Vërc von seinem Traum erzählt: “Ich will anerkannt werden als der, der ich bin, nämlich mehrsprachig, also deutscher und italienischer Muttersprache!“

In einem Interview hat SVP-Spitzenkandidat Kompatscher sein Wahlziel mit 40% angegeben. Das auffallend niedrige Wahlziel deutet auf eine bahnbrechende Wende in Südtirol hin. Die Volkspartei geht offensichtlich davon aus, dass sie künftig einen echten Koalitionspartner brauchen wird. Das hat es bisher noch nie gegeben. Die 2013 formierte Koalition mit dem PD war zwar mehr als die altgewohnte Pflichtvertretung der Italiener ohne jede Richtungsmacht, (weil die SVP ohne PD ja erstmals nicht mehr die absolute Mehrheit hatte), trotzdem war auch in dieser Legislaturperiode davon nichts zu spüren.
Nach dem 21. Oktober könnte das völlig anders sein.
Das eröffnet mehrere Szenarien: die SVP wird entweder mit Mitte-Links oder mit Mitte-Rechts oder mit nicht positionierten Kräften koalieren müssen.
Es ergibt sich daher die einzigartige Chance auf wirkliche Veränderung – aber auch die große Gefahr, dass eine Regierung mit der Lega oder anderen Populisten zustande kommen wird. Die Verhältnisse Italiens könnten sich tatsächlich auch in Südtirol reproduzieren. Mit unabsehbaren Folgen.
Wer dies verhindern will, muss grün wählen.
Wir Grünen sind die stärkste Kraft im Mitte-Links-Lager und es ist absehbar, dass enttäuschte WählerInnen etwa des PD unsere Präsenz zu schätzen wissen.
Grün ist auch im Ausland wieder im Aufwind und wir selbst erhalten auf unserer Wahlkampftour sehr viel Zuspruch.
Es liegt an uns SüdtirolerInnen, wie wir die Chance der Veränderung 2018 nutzen werden.
Brigitte Foppa

Grüne Frauen schreiben Rezepte für ein besseres Leben
Nach dem Erfolg und der wiederholten Auflage des Grünen Kochbuchs “Avanzarotte”, gibt es eine neue Publikation der Südtiroler Grünen Frauen: Frau nehme – Rezepte für ein besseres Leben.

Die Grünen Frauen haben weitergeschrieben, Rezepte aus dem Alltag heraus, immer die Nachhaltigkeit und ein Gemeinsames im Blick. Rezepte bündeln in ganz einfacher Form („Man nehme…“) Gelerntes, Erfahrenes, Ausprobiertes – und vermitteln es an andere weiter. Diese uralte Form von Wissenstransfer ist auch heute immer noch gültig. Als Grüne Frauen und Landtagskandidatinnen stehen wir alle mitten im Leben und sind aufmerksame Experimentiererinnen mit Verhaltensweisen, die der Welt nicht schaden, sondern nützen.
Das Wort Nachhaltigkeit ist für uns keine abstrakte Beschwörungsformel der Beliebigkeit, sondern steht in einem engen Zusammenhang mit uns selbst. So gehen wir zum Beispiel von unserem eigenen Umgang mit den Ressourcen – auch mit unseren eigenen! – aus. Wir verbinden natürlicherweise den Schutz von Natur und Umwelt mit der Pflege von Beziehungen und mit dem Respekt vor dem Leben. Wir könnten uns nicht vorstellen, etwas als nachhaltig zu bezeichnen, was auf Kosten der anderen geht.

Unsere Rezepte reichen von der Resteverwertung über Entrümpelungsmethodik, Mobilitätstagebuch, bis zu sozialem Austausch und Sexualität. Das gute Leben hat viele Fassetten.

Die Kandidatinnen der Landtagswahlen 2018: Brigitte Foppa, Laura Polonioli, Chiara Rabini,Corinna Lorenzi, Evelyn Fink, Judith Kienzl, Olivia Kieser, Hannah Lazzaretti, Sadbhavana Pfaffstaller, Patrizia Gozzi, Brigitte Mair, Eva C. Pixner, Klaudia Resch, Silvia Rier, Rosina Ruatti, Uli Spitaler, Elda Toffol

geben hier Repezte weiter, die wie jedes gute Rezept beliebig erweitert, weitergegeben und ergänzt werden können und sollen.

Außerdem laden wir alle Frauen ein, mit ihren Rezepten zu einem besseren Leben beizutragen. Diese werden von uns gerne veröffentlicht.

Das Redaktionsteam: Brigitte Foppa, Ulrike Spitaler, Silvia Rier, Gerda Gius

Die Grünen Frauen

180927_Rezeptbuch_FrauNehme_einzelseiten

Inmitten der gewohnt düsteren Nachrichten dieses Montagmorgens gibt es auch Erfreuliches: Brigitte Foppa feiert heute ihren 50. Geburtstag. Ein guter Grund für die Grüne Partei und die Landtagsfraktion, um im Wahlkampf kurz inne zu halten und dankbar festzuhalten, was Brigitte für uns, aber auch für Südtirol bedeutet: Rückhaltlosen Einsatz für Demokratie, Zusammenleben und  Gerechtigkeit, auch zwischen Mann und Frau. Ein großes Herz für Natur und Umwelt und für all die Menschen, die wirklich Hilfe brauchen. Ihre immense Arbeit in der vergangenen Legislatur, ihre Präsenz auf so vielen Feldern und ihre Tapferkeit auch angesichts massiver Angriffe sind für viele Männer und Frauen in Südtirol vorbildhaft. Und wir Grüne verdanken in vieler Hinsicht vor allem ihr die Neuaufstellung und europäische Anerkennung unserer Partei, die heuer ihren 40. Geburtstag begeht.

Daher gelten Brigitte von Herzen unsere guten Wünsche für das Finale des Wahlkampfs, für ihre Gesundheit und für eine Zukunft prall gefüllt Energie, sprühenden Ideen und dem Erfolg, den sie sich verdient.

Bozen, 08. 10. 2018

Landtagsabgeordnete L. Abg. Riccardo dello Sbarba, Hans Heiss
Co-Sprecher der Grünen Tobias “Tobe” Planer

Die Büro-Teams in Partei und Fraktion: Verena Frei, Barbara Unterhofer; Anna Hupel, Olivia Kieser, Serena Rauzi.

Rechtssicherheit OK. Wir erwarten aber auch klare Distanznahme zur menschenverachtenden Haltung der Lega.

Landeshauptmann Kompatscher hat heute an der Spitze der Vertretung der Regionen und autonomen Länder mit Innenminister Salvini einige Grundsatzfragen zu Asyl und Flucht erörtert. Dabei ist seine Forderung nach gerechter Verteilung von Asylwerbern, die vom Landweg von Norden her nutzen, ebenso nachvollziehbar wie ihre allfällige Einrechnung in die Südtirol-Quote. Hingegen sollte der Landeshauptmann in der Frage der Asylwerber, die nach Abweisung ohne Bleiberecht dastehen, verstärkt für humanitäre Lösungen eintreten. Ihre Totalabschiebung, wie von Salvini im Wahlkampf großspurig verkündet, ist ebenso inhuman wie unrealistisch. Hier sollten unter bestimmten Voraussetzungen konkrete Bleibeperspektiven entwickelt werden, wie dies auch in Deutschland durch den sog. „Spurwechsel“ angestrebt wird.

Vor allem sollte der Landeshauptmann dem Innenminister stets deutlich vermitteln, dass Südtirol in der Unterbringung, Behandlung und für die Arbeitsmöglichkeiten von Asylwerbern einen eigenen humanitären Weg gehen kann, der sich von der demonstrativen Härte der Lega-5*-Regierung klar unterscheidet.

Der Versuch von Salvini und Gefolgschaft, die Maßstäbe menschlicher und rechtsstaatlicher Behandlung von Asylwerbern und Migranten ständig nach unten zu verschieben, schürt Hass und Aggression und soll einschüchtern. Gegenüber dieser Haltung werden wir uns nicht beugen. Vom Landeshauptmann erwarten wir uns, dass er entschiedene Distanz wahrt!

Bozen, 4.10.2018

L.-Abg. Brigitte Foppa, Riccardo Dello Sbarba, Hans Heiss

Und das Spitzenteam der Grünen Chiara Rabini , Hanspeter Staffler, Laura Polonioli, Tobias Planer, Markus Frei, Corinna Lorenzi, Stefan Perini

 

Grüne Fraktion im Südtiroler Landtag:

5 Jahre Arbeit, 3 Abgeordnete, 3 Mitarbeiterinnen, 1050 Anfragen, 210 Beschlussvorschläge, 15 Gesetzentwürfe, 1630 Änderungsanträge zu Gesetzen.

Wir zeigen in diesem Video, was wir für euch erreicht haben und an welchen Themen wir dran bleiben.

#grünwirkt #verdefunziona

 

Unser „Grün wirkt” gibt es auch als Faltblatt, mit noch mehr kleinen und großen Änderungen in Südtirol, die wir für euch erreicht haben.

Ihr könnt ihn euch in unserem Büro abholen oder hier als pdf downloaden. Viel Spaß beim Ansehen und bei der Lektüre wünschen Riccardo Dello Sbarba, Brigitte Foppa und Hans Heiss.

 

 

Früher waren sie eine obligate Präsenz in jeder Schule: die Schulwarte. Erwachsene erinnern sich an die „Schuldienerin“ oder den „Schuldiener“, die früher nicht nur die Fotokopiermaschine bediente, sondern auch eine Tasse Tee gegen Bauchschmerz machte und ein freundliches Wort für die Heranwachsenden hatte.

Seit Längerem schon ist die Situation eine völlig andere. In einem Treffen der Vertretungen des schulischen Hilfspersonals mit Brigitte Foppa, Hanspeter Staffler und Stefan Perini wurden die vielen Problemlagen des Sektors besprochen. Das Positive: Noch nie gab es in Südtirol so viele Schulen und Turnhallen. Das Negative: Die Aufgabenvielfalt hat zugenommen. Durch den Stabilitätspakt wurden Stellen nicht nachbesetzt, sodass das verbleibende Personal heute mit deutlich mehr Arbeit konfrontiert ist. Man bedenke, dass pro SchulwartIn 1.216 Quadratmeter zu putzen sind. Das ist die Fläche von etwa 12 Wohnungen! Viele Schulwarte fühlen sich als reine Putzkräfte degradiert und klagen über körperliche Belastung. Das Durchschnittsalter der Belegschaft liegt mit 55 Jahren weit über dem Landesdurchschnitt. Das bedeutet auch, dass die Wartestände und Ausfälle durch Krankheit zunehmen und das verbleibende Personal ein weiteres Mal zusätzlich belasten (erst nach 14-tägiger Abwesenheit wird Ersatz eingestellt).

Diese gesamte Situation hat auch Auswirkungen auf die schulische Umgebung. Jene niederschwellige Ansprechperson in der Schule, die früher durch die SchulwartInnen gegeben waren, wird immer seltener. Da mittlerweile sehr viele Schulgebäude überhaupt nicht mehr von Schulwarten besetzt sind, sind Schulen heutzutage oftmals abgeriegelt.

Wir weisen darauf hin, dass in unserem Land eine gute Arbeit für alle möglich sein muss, auch für jene, die auf den untersten Lohnniveaus rangieren. Es gäbe Möglichkeiten zu intervenieren:

  • Der Personalstand muss wieder aufgestockt werden (was gerade im Hinblick auf die Steigerung der Qualität der Betreuung in den Schulen dringend ratsam ist!).
  • Das Profil des Schulwarts, der Schulwartin muss an die modernen Anforderungen der Schulen als Bildungszentren angepasst werden. Das bedeutet auch eine Aufwertung des Berufsbildes.
  • Weiterbildung und Förderungsmaßnahmen, im Bereich Arbeitssicherheit aber auch darüber hinaus, werten den Beruf auf und lassen auch die Möglichkeiten von beruflicher Entwicklung und Mobilität zu.

Wir haben in diesen letzten Jahren viel Bewegung im Personalwesen des Landes beobachtet. Auf den obersten Ebenen gab es regen Wechsel und eifrige Gesetzgebung. Daher finden wir es notwendig, den Blick auch auf jene zu richten, die am anderen Ende der Hierarchien ihre Arbeit an der Gemeinschaft leisten. Arbeit in Würde muss auf allen Ebenen der Anspruch Südtirols sein.