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Wenn Frauen getötet werden

Es ist bereits der fünfte Mord an einer Frau in Südtirol im Laufe eines Jahres, aber immer noch ist die Erkenntnis über den Tatbestand des „Femizid“ nicht wirklich durchgedrungen. Bei Femizid (femminicidio im italienischen Sprachraum) handelt es sich um „die Tötung von Menschen wegen ihrer Zugehörigkeit zum weiblichen Geschlecht.“

Allein in Italien fallen jährlich mehr als 150 Frauen ihren Partnern, Ex-Partnern oder anderen (männlichen) Familienangehörigen zum Opfer. Die Tatmotive sind meist ähnlich: Eifersucht, das Ende einer Beziehung (wenn es von der Frau ausging), oder andere Schritte für größere persönliche Selbständigkeit der Frauen in- und außerhalb der Beziehung. Mit dieser „Abnabelung“ ihrer Frauen können manche Männer nicht umgehen, wobei dem (besitzanzeigenden) Wörtchen „ihrer“ (Frauen) hier eine ganz besonders wörtliche und grausame Bedeutung zukommt: Tatsächlich betrachten diese Männer „ihre“ Frauen als ihr persönliches Eigentum. Entsprechend verfügen sie darüber.

Es ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, das weite Kreise zieht: Kinder, Geschwister, Eltern, Großeltern – sie alle sind betroffen. Es ist höchste Zeit, dass das Problem erkannt und anerkannt wird, damit es gelöst werden kann.

Frauen müssen also sensibilisiert werden, vor allem aber müssen Männer sensibilisiert werden: Frauen müssen in der Lage sein, zu jedem Zeitpunkt mögliche Gefahren vorhersehen und abschätzen zu können; sie müssen wissen, welchen Gefahren sie ausgesetzt sind oder sein könnten, wie sie potentielle Gefahrensituationen vermeiden und sich ihnen rechtzeitig entziehen können. Sie müssen aber auch wissen, wo sie Hilfe finden und mit welcher Hilfe sie in welcher Situation rechnen können.

Bei den Männern ist die Herausforderung naturgemäß eine größere, aber durchaus mit hohen Chancen auf Erfolg: Es braucht direkt an Männer gerichtete Sensibilisierungs- und Aufklärungskampagnen, aber auch ausdrückliche Anti-Gewalt-Programme („von Mann zu Mann“), in denen Männer lernen können, wie sie mit dem eigenen Gewaltpotential umgehen und es kanalisieren können, ohne sich von ihm beherrschen zu lassen.

Einfache, rasch umzusetzende und hochwirksame Sensibilisierungsmaßnahmen gibt es übrigens schon seit Längerem, vereinzelt auch in Südtirol („Panchina Rossa“, „Postoccupato“ (www.postoccupato.org). Leider sind wir trotz allem von einer echten Kenntnisnahme des Problems weit entfernt. Der letzte tragische Tod einer Frau in Meran spricht eine klare Sprache.

Silvia Rier, für die grünen Frauen

Neues Logo, klare An
Südtirol braucht ei
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