Zwei sehr simple Dinge wünschen sich Frauen, seit es den Tag der Frau gibt: Frauen sollen in keinem Bereich der Gesellschaft diskriminiert werden, weil sie Kinder bekommen (könnten). Und zweitens: Frauen sollen vor Gewalt und Herabwürdigung geschützt werden.

Das erste gelingt nur, wenn auch Männer in keinem Bereich der Gesellschaft daran gehindert werden, ihre Vaterschaft aktiv auszuüben. Einkommensunterschiede, Nachteile für in den Beruf Wiedereinsteigende, geringe Pensionsaussichten und Angst vor Abhängigkeiten stehen dem im Wege.

Präventionsarbeit und der Ausbau von Anlaufstellen für von Gewalt betroffene Frauen können Leben retten. Dies betrifft auch Frauen auf der Flucht, die oft spezifischer Gewalt ausgesetzt sind und spezifische Fluchtgründe haben.

Das sind große Themen im Leben von Frauen (und Männern), wie zum ersten die aktuelle Familienstudie des Astat zeigt (Zitat: „Solange die Frau die (nahezu) alleinige Verantwortung für die Familienarbeit trägt, ist und bleibt das Thema Vereinbarkeit größtenteils Frauensache. Daran wird sich erst etwas ändern, wenn sich auch das Rollenverständnis in Familie und Gesellschaft wandelt“) und zum zweiten die tägliche Lektüre der Tagespresse.

Wir wiederholen es, solange es notwendig ist. Gerne würden wir den einen Tag der Frau im Jahr gegen die 364 restlichen Tage tauschen, an denen die Grundbedingungen dafür gewährleitet sind, dass Frauen (siehe eins und zwei) nicht diskriminiert und nicht herabgewürdigt werden. Und das sollte im Jahr 2018 doch keine Utopie mehr sein.

Alles Gute zum Weltfrauentag!

Damit wir uns nächstes Jahr etwas anderes wünschen können.

Care amiche, cari amici, liebe FreundInnen!

Lanciamo Lantschner – Für das andere Südtirol in Rom
Wir brauchen deine Hilfe – Abbiamo bisogno del tuo aiuto!

Trotz unserer Bemühungen wissen viele WählerInnen in Südtirol nicht, dass am Sonntag eine alternative Vertretung zur SVP in Rom möglich sein könnte. Verdrossen durch das absurde Wahlgesetz und den Boschi-Hype haben viele SüdtirolerInnen schon die Hoffnung aufgegeben, dass nach es Florian Kronbichler wieder ein Nicht-SVP-Vertreter ins Parlament schaffen könnte.

Dem ist nicht so. In allen Wahlkreisen Südtirols und des Trentino wird unser Spitzenkandidat Norbert Lantschner mitgewählt, wenn man das rote Zeichen von „Liberi e Uguali“ ankreuzt. Norbert hat echte Chancen gewählt zu werden – allerdings nur, wenn die Liste ein gutes Ergebnis einfährt.

Wir bitten dich daher um deine aktive Unterstützung.

Erstens bitten wir dich natürlich um deine Stimme am Sonntag.

Zweitens aber kannst du zum Sieg beitragen, indem du:

–          Diesen Text an möglichst viele Leute aus deinem Bekanntenkreis weiterleitest.

–          In den sozialen Netzwerken unseren Wahlaufruf teilst.

–          Möglichst vielen Menschen erzählst, dass es eine reelle Chance gibt, Norbert nach Rom zu schicken, wenn sie „Liberi e Uguali“ ankreuzen.

Nur gemeinsam schaffen wir es, der Übermacht im Lande ein Schnippchen zu schlagen und noch einmal für politische Vertretungsvielfalt in Rom zu sorgen.

Danke für die Unterstützung!

Hätte ich zum Abschied von der parlamentarischen Bühne einen Wunsch frei, er wäre: alle meine Landsleute zu überzeugen, dass ein Nachfolger für mich möglich ist. Ja, selbst mit diesem undemokratischen, schamlos der SVP auf den Leib geschneiderten Wahlgesetz ist ein deutschsprachiger Südtiroler Abgeordneter außerhalb der SVP noch machbar, und er wird Norbert Lantschner heißen.

Es müssen nur alle Wahlberechtigten wissen: Keine Stimme, die für das Listenzeichen „Liberi e Uguali“ abgegeben wird, geht verloren. Jede zählt für den Kandidat Norbert Lantschner. Jede Stimme in jedem Wahlkreis der Region Trentino-Südtirol. Es wäre schade, bliebe diese Chance ungenützt. Politik für Südtirol soll von Südtirolern gemacht werden und braucht Kontrolle. Im Parlament genau so wie im Landtag. Ich durfte die Erfahrung machen: Die SVP leistet mehr und verbricht weniger, wenn jemand drauf Acht gibt. Ein Abgeordneter Norbert Lantschner tut gut und ist möglich.

Florian Kronbichler, Abgeordneter der Südtiroler Grünen

Denkmalpflege in Südtirol: Endlich wird die seit 2015 vakante Abteilungsspitze neu besetzt, hoffentlich mit sachgerechtem und transparentem Ergebnis.

Weißer Rauch aus dem Ressort von Florian Mussner, Landesrat für Denkmalpflege: Endlich kommt das von uns Grünen seit langem geforderte Auswahlverfahren für die Direktion der Abteilung Denkmalpflege – die Stelle soll in kurzer Frist neu besetzt werden.

Die strategisch wichtige Position ist seit Frühjahr 2015, seit der unrühmlichen Nicht-Bestätigung von Dr. Waltraud Kofler Engl, unbesetzt. Sie wurde zwischenzeitlich geführt von der Stellvertreterin Dr. Christine Roilo, Direktorin des Südtiroler Landesarchivs, seit deren Rücktritt Anfang dieses Jahres von Ressortdirektor Pagani (auch hierzu unsere Anfrage).

Drei Jahre lang war damit eine für die gebaute Kultur und das Erscheinungsbild unseres Landes grundlegende Abteilung ohne langfristig voraus schauende Gesamtregie. Damit nicht genug: Auch die Jahre zuvor, seit dem Abgang von Landeskonservator Dr. Helmut Stampfer Ende 2007, waren von gravierenden Konflikten und Führungsproblemen bestimmt.

Nun besteht hoffentlich die Chance, den administratiiven und wissenschaftlichen Arm der Denkmalpflege und historischen Baukultur in Südtirol neu zu stärken, im Einklang mit bewährten Einheiten wie dem Südtiroler Landesarchiv und der Bodendenkmalpflege, mit Respekt vor der fachlichen Qualifikation bewährter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Angesichts des aktuellen Baubooms und der anstehenden Reform der Raumordnung ist die Rolle der Denkmalpflege für Bauten, Archäologie und der historischen Erinnerungskultur dringend zu stärken: Entsprechend wichtig ist ein transparentes Auswahlverfahren auf dem Weg zur Bestellung einer fachlich qualifizierten, organisatorisch versierten Persönlichkeit von hoher Führungs- und Teamqualität, auch mit Rückgrat gegenüber Bauherren und Politik.

Die Grünen werden die Besetzung der Schlüsselposition sorgsam im Blick haben, denn zu wichtig ist ein Neustart nach einem Jahrrzehnt prekären, oft krisenhaften Übergangs. Umso merkwürdiger mutet an, dass in der leut Ausschreibung gewünschten “fachlichen Komptenz” Kenntnisse in Architektur und Bauwesen nicht genannt sind, wohl aber in der Abteilung kaum mehr erforderliche Qualifikationen wie “Landestoponomastik”und “Volkskunde”.

Hans Heiss
Brigitte Foppa
Riccardo Dello Sbarba

Bozen, 01.03.2018

2017 war – wie ASTAT dokumentiert – ein Allzeit-Rekordjahr für Südtirols Tourismus, der mit 32.437.815 Übernachtungen und 7.301.577 Ankünften das Rekord-Ergebnis von 2016 nochmals um 3,2 bzw. 4% übertroffen hat. Damit liegt Südtirol zwar weit hinter den 47 Mio. Nächtigungen Tirols, aber grenzenloses Wachstum scheint möglich. Der Trend ist gut für Beschäftigungslage und Tourismusbetriebe, für Handwerk, Lieferanten und Bauwirtschaft, die sich gleichfalls seit vier Jahren im Hoch befindet. Das Topjahr 2017 mit knapp 32.5 Mio. Nächtigungen stellt bei aller Genugtuung drängende Fragen.

Erreichbar und überrollt!

Im Topjahr 2017 sind Klagen über die schlechte Erreichbarkeit Südtirols verstummt. Noch nie kamen so viele Gäste, auch wegen der Risiken des Luftverkehrs und internationaler Reiseziele. Leider zu 85% im eigenen Auto, statt zumindest teilweise im logistisch dürftigen Bahnverkehr. Der Flughafen Bozen hingegen dient trotz der klar entschiedenen Volksabstimmung weiter als Premium und Charter-Airport. Die Verkehrsflut im Tourismus ist eine Kernfrage der Zukunft, aber ohne befriedigende Antworten. Anwohner der Dolomitenpässe und ladinischen Täler erleben überbordende Autoschlangen, Autobahn und Pustertaler Straße sind Standorte steter Staus. Ruhegebiete an den Naturpark-Grenzen sind oft Brunftplätze von Blechlawinen; sogar kleine Zubringer wie die Würzjochstraße sollen als Bypass dienen. Wenn die Zahl der Gäste steigt, während ihre Nächtigungsdauer auf unter 4 Tage fällt, bedarf es einer Verkehrswende. Denn ansonsten ist zu Saisonspitzen nicht nur Lebensqualität massiv gefährdet, sondern auch Südtirols Ruf als ruhige Tourismusregion.

Mehr Qualität statt weiteren Wachstums

Südtirol ist mit Tirol alpenweit das Land mit der höchsten Tourismusintensität. Nirgendwo sonst kommen so viele Gäste auf einen Einwohner wie im zentralen Alpenraum. Weiteres Wachstum ist genau zu steuern, erst recht bei den Bettenzahlen. Offiziell hat das Land knapp 224.000 Gästebetten, inoffiziell wohl weit mehr. 2016 und 2017 waren Jahre touristischen Baubooms: mit neuen und vergrößerten Hotels. Gästezuwächse, erhöhte Renditen und niedrige Zinsen sind mit den Möglichkeiten steuerlicher Absetzbarkeit Adrenalin für Investitionswillige. Die 2016 und 2017 verbaute Hotelkubatur betrug 260.000 m Kubikmeter, 2018 läuft der Trend ungebrochen weiter.

Den Angriff auf Natur und Landschaft eindämmen

Die Seilbahnbranche wittert Morgenluft für neue Zusammenschlüsse und Skikarusselle: die diskutierten Verbindungen Sexten-Sillian oder Langtaufers-Kaunertal sind nur eine Auswahl geplanter Erweiterungen. Der Erfolg scheint ihnen recht zu geben, „sanfter Tourismus“ scheint ein Auslaufmodell.

Grenzen des Wachstums und neue Verantwortung für die „Kehrseite des Tourismus“

Das aber trifft nicht zu: Schon jetzt mehren sich jene Gäste, denen ein klimaverträglicher, Landschaft und Kulturen schonender Tourismus am Herzen liegen.

Auf sie muss die Branche künftig bauen, auf Gäste, denen Nachhaltigkeit, Gesundheit und Regionalität am Herzen liegen. Bei 32,4 Mio. Nächtigungen und 7,3 Mio. Ankünften ist der „Rote Bereich“ bald erreicht. Südtirols Zukunft liegt auch in anderen Wirtschaftsbranchen: In der Industrie, die mit geringem Ressourcenverbrauch und qualifizierten Arbeitsplätzen hohe Wertschöpfung schafft.

Tourismus hingegen ist trotz aller Erfolge ein reifes Produkt, ein Sektor, der durch Selbstbeschränkung nur gewinnt. Und schließlich: Das Tourismusland Südtirol, das von den Folgen von Krieg, Terror und Unsicherheit so stark profitiert, muss sich auch bei der Aufnahme und Betreuung von Flüchtlingen stärker bewähren als bisher der Fall.

Landtagsabgeordnete
Hans Heiss, Riccardo Dello Sbarba, Brigitte Foppa

Bozen, 21.02.2018

Raumordnung und Raumentwicklung brauchen einen zweifachen Blick. Das findet die Architektin und Lehrbeauftragte am Politecnico in Mailand, die auf Einladung der Grünen Frauen nach Bozen gekommen war. Die traditionelle Raumplanung fußt normalerweise auf einem Standard, der, unbewusst, ,,männlich“ ist – auch weil immer noch viele Raumplaner, Verwalter, Jurymitglieder, Politiker usw. Männer sind.

Den Blick vervielfältigen bedeutet also, die unterschiedlichen Bedürfnisse der Personen, die einen Raum bewohnen, zu berücksichtigen, in den Blick zu nehmen.

Man erkennt dann, dass Männer und Frauen ganz unterschiedliche Gewohnheiten haben, etwa was die Mobilität betrifft. So bewegen sich Männer viel ,,linearer“, zum Beispiel wenn sie vom Wohnort aufbrechen, um zum Arbeitsplatz zu gelangen, während die Frauen einen ,,Zickzack“-Kurs fahren, weil ihre Bewegungen vielerlei Erledigungen beinhalten. Männer und Frauen haben unterschiedliche Zeiten, in denen sie im öffentlichen Raum unterwegs sind. Sie haben andere Erwartungen an die Sicherheit ( Sicherheitsgefühl entsteht zum Beispiel durch Beleuchtung oder das Vermeiden von ,,Tunnelsituationen“) oder an die Möglichkeiten der Begegnung.

Wenn der Blick auf die Unterschiedlichkeit erst einmal eröffnet ist, entdeckt man viele weitere andere Bedürfnisse. Als Beispiele können jene Familienformen gelten, die von der Standardfamilie (Vater, Mutter, Kinder) abweichen und die inzwischen die übergroße Mehrheit darstellen: Alleinerziehende, verwitwete Frauen, Singles… Für diese Familienformen sind die üblichen Standardwohnmodelle absolut unzutreffend. Moderne Wohnkonzepte gehen also nicht von einem einzigen Standard aus, sondern von vielen verschiedenen Situationen, auch indem man die unterschiedlichen Anforderungen an den Wohnraum bedenkt, die sich im Laufe eines Lebens ergeben können.

Eine eminent politische Dimension eröffnet sich.

Die Diskussion über den zweifachen Blick in der Raumordnung war denn auch der erste Schritt der Südtiroler Grünen in Richtung Wahlprogramm für die Landtagswahlen, das auch diesmal wieder in partizipativer und dialektischer Form entstehen wird.

Aber auch die Agenda des Landtags, mit den Gesetzentwürfen zu Raumordnung, zur sozialen Landwirtschaft oder zur Wohnbauförderung wird genügend Anlass bieten, den ,,zweifachen Blick“ in eine Materie einzubringen, die bisher in Südtirol vorrangig mit einem einzigen Auge betrachtet wurde: dem der Macht.

Viele Menschen im Unterland haben den Eindruck: Wir ersticken in immer mehr Verkehr. Neben den anderen Umweltbelastungen (Autobahn, Müllverbrennungsanlage, Flughafen, Safety Park…) verkehren letzthin immer mehr Autos und Schwerverkehr auf der Staatsstraße.

Viele UnterlandlerInnen haben den Verdacht, dass dies auch mit den Umfahrungsstraßen zusammenhängt, die in den letzten Jahren nacheinander bei Auer, Leifers und St. Jakob eröffnet wurden. Die BewohnerInnen der betroffenen Dörfer konnten vorerst zweifelsohne aufatmen. Entsprechend wurden die Umfahrungen von PolitikerInnen als Erfolg und Zugewinn an Lebensqualität gefeiert.

Inzwischen ist aber sichtlich Ernüchterung eingekehrt, aus folgenden Gründen:

Die Umfahrungsstraßen haben den Verkehr im Unterland beschleunigt – was ja auch Sinn und Zweck war – und erleichtert, sodass offensichtlich die Versuchung wächst, die Staatsstraße anstelle der mautpflichtigen Autobahn zu benutzen. Jene Dörfer aber, die keine Umfahrungsstraße haben bzw. die AnwohnerInnen der Staatsstraße sehen sich durch Lärm und wohnungsnahe Umweltbelastung verstärkt belastet.

Die Antwort auf eine Landtagsanfrage der Grünen zeigt eine klare Datenlage. Sie belegt in aller Deutlichkeit die Auswirkungen einer Umfahrungsstraße: der Verkehr steigt an.

Etwa in Auer, wo die Zahl der Fahrzeuge nach 2013 um 1/3 angestiegen ist (von 10.424 auf 13.774). Die LKW-Zahl hat sich um fast die Hälfte gesteigert (von 975 auf 1.407) – auch wenn LR Mussner abwiegelnd von „keiner eindeutigen Tendenz“ spricht.

 

Dieselbe Tendenz wird übrigens auch in Leifers erkennbar. An der Zählstelle in Steinmannwald ist die Gesamtzahl der Fahrzeuge zwischen 2013 und 2017 von 16.680 auf 20.772 angestiegen, jene der LKW von 904 auf 1.366.

 

In Salurn (wo es keine Umfahrung gibt) bleiben die Zahlen 2013-17 annähernd stabil zwischen 7.677 und 8.107, wenngleich der LKW-Verkehr auch hier angestiegen ist (von 753 auf 995) (!).

Das Gefühl der Menschen, die entlang dieser Straßen wohnen, trügt also nicht: Verkehr und Belastung haben zugenommen. Die Stickoxidwerte in Neumarkt sind seit Jahren neben Schrambach tragische Spitzenreiter in Südtirol. Zugleich hören wir von hilflosen Verlegungsversuchen des Problems, etwa wenn von der dritten Autobahnspur gesprochen wird. Die Frage bleibt nun: Was passiert, angesichts solcher Daten?

Das Unterland benötigt einen talschaftlichen Verkehrsgipfel, in dem Landesregierung, Gemeinden, Bezirksgemeinschaft und Umweltvertreter wirkungsvolle Strategien entwickeln: Gegen die wachsende Verkehrsflut helfen keine neuen Befreiungsschläge, sondern eine Politik der vielen kleinen und überlegten Schritte. Der erste davon ist, die dramatischen Tatsachen zur Kenntnis zu nehmen.

Brigitte Foppa
Riccardo Dello Sbarba
Hans Heiss

Bozen, 15.02.2018

GREEN.EVENTS

Venerdì | Freitag 16.02.2018 | ore 18 Uhr Casa Kolping Haus BZ

Freundliche Orte –  Raum für alle

Landschaftsplanung, Raumgestaltung, öffentliche Orte und Dienste – die Gestaltung all dieser Elemente ist eine  Angelegenheit, die von ExpertInnen und IngenieurInnen geplant wird. Aber was so technisch klingt, hat große Auswirkungen darauf, wo und wie wir leben – wir Kinder, Frauen, Männer, Familien, wir alle mit unseren besonderen Bedürfnissen, die mal mehr, mal weniger einschränkend und fördernd für unsere Kommunikations- und Bewegungsmöglichkeit sind.

Wer gestaltet unsere Lebensräume und wie wird darüber bestimmt? Was ändert es, wenn nun immer mehr BürgerInnen,  Mütter, Frauen aus Politik, Verwaltung, Joggerinnen mitbestimmen wollen und das aus ihrem Blickpunkt tun und mit einem Blick, der alle einbeziehen will, mit denen sie leben: verschiedene Generationen und verschiedene Lebenssituationen. Wie ist oder wäre es, wenn diese Aufmerksamkeit über das Privatleben hinaus auch im urbanistischen Gestalten von Lebensräumen berücksichtigt werden?

Gisella Bassanini, Forscherin, Architektin und Präsidentin des Vereins „Smallfamilies“, Autorin des Buchs „Per amore della cittá“ stellt ihre Ideen zu Vereinbarkeit und Raumplanung vor und diskutiert mit Marialaura Lorenzini und Brigitte Foppa und allen Interessierten über gangbare Wege für ein freundliches Mit- und Nebeneinander.

Organisiert von den Grünen Frauen

Vorstellung der Kandidatinnen und Kandidaten für die Parlamentswahlen

Bereits bei der Landesversammlung der Grünen am 20. Jänner waren die Namen der Kandidatinnen und Kandidaten zum Parlament im Beisein von Kammerpräsidentin Laura Boldrini als „Patin“ der Liste bekannt gegeben worden. Heute stellen sich die acht ParlamentskandidatInnen für Liberi e Uguali, mit denen die Südtiroler Grünen antreten, den Medien vor.

Listenführer für den regionalen Verhältniswahlkreis und Kammerkandidat für den Wahlkreis Bozen/Unterland ist Norbert Lantschner. Er war bei den Bozner Gemeinderatswahlen 2016 als Bürgermeisterkandidat für die Grünen angetreten und ist derzeit Gemeinderat in Bozen und Präsident der Umweltkommission. Italienweit ist er bekannt als der Erfinder und Entwickler des Südtiroler Klimahauskonzepts. Sein Hauptanliegen beschreibt er folgendermaßen: „Jahrelang habe ich mich für Umwelt- und Klimaschutz eingesetzt, Projekte angestoßen und immer wieder von der Politik mehr gefordert als nur Versprechungen. Es ist höchste Zeit für eine reale öko-soziale Politik, die vorausschauend auf die zeitgemäßen Herausforderungen antwortet.” Er wirbt für eine Energiewende in Italien und setzt sich dafür ein, dass Italien realistischerweise im Jahr 2050 zu 100% auf erneuerbare Energien kommt.

Im selben Wahlkreis Bozen/Unterland ist die Bozner Anwältin Laura Polonioli Kandidatin für den Senat. Sie war Vizepräsidentin des Autonomiekonvents und Unterzeichnerin eines der Minderheitenberichte zum Konvent. Ihre Hauptanliegen sieht sie in der Autonomiepolitik, die es weiterzuentwickeln gelte. „Nicht mehr, indem man wie bisher nur Zuständigkeiten von Rom abtrotzt und dies dann als politischen Erfolg verkauft, sondern indem man die innere Autonomie und Demokratie im Lande stärkt“, so Polonioli. Insbesondere will sie sich auch dafür einsetzen, dass die italienische Sprachgruppe eine stärkere und überzeugtere politische Vertretung erhält – im Sinne eines besseren Zusammenwirkens der Sprachgruppen in Südtirol.

Im Wahlkreis Meran/Vinschgau werden Vanda Carbone für die Kammer und Hannes Obermair für den Senat antreten. Die ehemalige Oberschullehrerin und langjährige Meraner Stadträtin Vanda Carbone ist eine aufmerksame Beobachterin der politischen Entwicklungen und sieht die größten Herausforderungen derzeit in der Chancengleichheit für alle. „Wenn man von Geschlechtergerechtigkeit und Chancengleichheit spricht, dann muss man auch von einem dichten Netz an öffentlichen Einrichtungen für die Betreuung der Kinder reden. Außerdem braucht es eine angemessene Unterstützung, um die finanziellen Ausfälle bei Arbeitsunterbrechungen zu lindern. Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist keine Privatsache!“, so Carbone.

Hannes Obermair, langjähriger Direktor des Bozner Stadtarchivs und Lehrbeauftragter in Innsbruck, steht für ein liberales und europäisches Staatsbürgerschaftsprinzip (Ius soli), für die völlige Gleichberechtigung sozialer und sexueller Minderheiten (LGBT), für eine öffentliche Geschichts- und Erinnerungskultur gegen rechts (Antifaschismus) und für Mehrsprachigkeit und Transkulturalität. „Dieses Andere Südtirol im Sinne Alexander Langers sollte auch in Rom seine starke Stimme haben“, sagt Obermair.

Zwei Gemeinderäte vertreten die Grünen und Liberi e Uguali im Wahlkreis Brixen/Pustertal. Für die Kammer stellt sich der Fraktionssprecher der Grünen Bürgerliste im Brixner Gemeinderat Markus Frei der Wahl. Der Sozialpädagoge und engagierte mehrfache Vater beschreibt seine Kandidatur als „die konsequente Fortsetzung meiner Bereitschaft mich einzubringen, um jene Werte zu leben und zu fördern, auf die es mir ankommt: Solidarität, Gemeinschaft und Frieden. Europa baut auf diesen Werten auf.” Sein großes Anliegen sind die Grundwerte der sozialen Gerechtigkeit und des sozialen Ausgleichs. Sie gilt es zu stärken, damit die Schere zwischen Arm und Reich wieder zu gehen kann.

Cornelia Brugger, Gemeinderätin in Bruneck und erste Nichtgewählte auf der PD-Liste bei den Landtagswahlen 2013, ist bekannt für ihr Engagement in der Gewerkschaft und in der Kindergartenvertretung. Als Kindergärtnerin liegt ihr Bildungspolitik besonders am Herzen. „Auch im Schulbereich gibt es große Herausforderungen“ sagt Brugger. „Die Stabilisierung der befristeten Arbeitsverhältnisse hat kaum funktioniert und bei den Maturaabschlüssen nach 4 Jahren tun sich große Fragezeichen auf. In anderen Ländern gibt es darüber bereits intensive Diskussionen. Unsere Lehrergehälter sind europaweit unter den niedrigsten und in Südtirol werden Sprachbarrieren aufgebaut, anstatt sich Europa zu öffnen und mutig mehrsprachige Schulen einzurichten.“

Für das regionale Verhältniswahlrecht in der Abgeordnetenkammer kandidiert neben Listenführer Lantschner auch die junge Forschungsdoktorandin Giulia Motta Zanin. Sie arbeitet derzeit am Politecnico in Bari an einem Forschungsprojekt in Umweltwissenschaften zum Thema Klima und Tourismus und wird deshalb erst ab Mitte Februar wieder in Bozen sein. In den Wahlkampf will sie ihre Anliegen im Bereich Forschung, Umweltschutz und Raumplanung einbringen. „Italien braucht eine bessere territoriale Planung, um die vielen Umweltrisiken des Landes einzugrenzen,“ so Giulia Motta Zanin.

Seinen Beitrag zu einem ökologischeren und demokratischeren Land möchte mit seiner Kandidatur auch der bekannte Vinschger Fotograf Gianni Bodini leisten. Er vertritt die Grünen und Liberi e Uguali als Kandidat im regionalen Senatswahlkreis im Verhältniswahlrecht. „Ich bin überzeugt, dass man große Probleme damit löst, indem man bei den ‚kleinen‘ anfängt. Ich bin Fotograf und daher gewohnt zu beobachten. Die Fotografie ist wie die Politik: eine mögliche Interpretation der Wirklichkeit. Und nun, an der Schwelle meiner 70 Jahre, bin ich hier, weil ich neugierig bin… und weil ich eingeladen wurde.“

Dieses Team stellt sich am 4. März 2018 der Wahl für Liberi e Uguali mit den Südtiroler Grünen. Damit gibt es in allen Wahlkreisen eine echte Wahl – und somit Entscheidungsfreiheit und Pluralismus. Liberi e Uguali steht für Demokratie und sozialen Ausgleich.

Unter diesem Dach entfalten sich grünes Wertebewusstsein und soziales Engagement ganz ausgezeichnet.

Bozen, 05.02.2018

LKW-Zahlen widerlegen die Aussagen auf dem Verkehrsgipfel in München: Der Trend geht genau in gegensätzliche Richtung.

Gestern trafen sich die Verkehrsminister und die Landeshauptmänner der Europaregion in München, um über die Verkehrsproblematik längs der Brennerachse zu beraten. Die Bilanz des Verkehrsgipfels war durchwachsen. Sogar LH Kompatscher fiel es diesmal schwer, einen Erfolg zu vermelden. Das schale Gefühl nach diesem Treffen hängt auch damit zusammen, dass man den alten Rosenkranz „von der Straße auf die Schiene“ einfach nur ein Sätzchen weitergebetet hat. Nichts Neues in München also: Dass die Rollende Landstraße ROLA ausgebaut werden soll, ist nun wirklich keine Revolution.

Allerdings fällt es schwer, den Versprechungen Glauben zu schenken.
Denn die Zahlen für den RoLA-Transport sind dramatisch rückläufig, wie die Antwort von LR Mussner auf unsere Landtagsanfrage vom Dezember 2017 (im Anhang) aufzeigt: Zwischen 2007 und 2016 sind die LKW-Züge nicht nur stagniert, sondern auf ein Nichts geschrumpft. Der Sinkflug der RoLa ist beeindruckend: in den letzten 10 Jahren fiel die Anzahl der Züge von 3.157 auf 1.121 (siehe Anfrage), vor allem nach 2011 ging es nur mehr abwärts.
In diesem Zeitraum wurden maximal 2,6% der LKWs am Brenner mit der RoLa befördert. Das ist eine vertane Chance. Wie aus der Antwort auf die Anfrage hervorgeht, könnte mit einer funktionierenden RoLa 10% der Stickstoffdioxidkonzentration reduziert werden, das entspricht in etwa jener Reduktion, die mit der Senkung von Höchstgeschwindigkeiten erzielt werden könnte. Das Bundesland Tirol zeigt auf, wie man mit entschiedenen Maßnahmen wie einer funktionierenden RoLa, Geschwindigkeitsreduzierungen und sektoralem Fahrverbot wirksam gegen Luftverschmutzung vorgehen kann. Südtirol bleibt in dieser Sache allzu passiv – die RoLa-Daten sprechen eine klare Sprache. Der von uns seit Jahren geforderte Güterverkehrsterminal für Südtirol ist noch Zukunftsmusik, auch hat das Land in den letzten 10 Jahren keine Förderungen für die RoLa ausbezahlt.

Indessen ist die Zahl der LKW’s, die jährlich über den Brenner brummen, auf über 3,6 Millionen angewachsen, davon rollen gerade einmal 18.000 über die Schiene. 2007 waren es noch 50.000 gewesen.

Wir sehen: der bisherige Trend geht in die genau umgekehrte Richtung, als gestern in München (ein weiteres Mal) vorgebetet wurde. Da fällt es schwer, Glauben zu schenken.

Landtagsabgeordnete
Brigitte Foppa, Hans Heiss, Riccardo Dello Sbarba

Bozen, 06.2.2018