Ein wichtiger Schritt zur Stärkung der Beteiligung und der Qualität der Demokratie, indem den jungen Generationen eine aktive Rolle und konkrete Verantwortung in Entscheidungsprozessen zuerkannt wird.

Heute wurde ein regionaler Gesetzentwurf vorgestellt, der darauf abzielt, das Wahlrecht ab 16 Jahren für Referenden, Konsultationen und Volksinitiativen auf Gemeindeebene einheitlich in der gesamten Region einzuführen. Der Vorschlag sieht eine Änderung des Kodex der lokalen Körperschaften vor und überwindet damit die bisherige Regelung, die diese Möglichkeit den einzelnen Gemeinden überlässt, wodurch es zu einer fragmentierten und uneinheitlichen Anwendung auf dem gesamten Gebiet gekommen ist.

„Man sagt oft, die Jugend sei die Zukunft. In Wahrheit ist die Jugend die Gegenwart und sie sollte jetzt mitentscheiden können.“, betonte Zeno Oberkofler, Erstunterzeichner des Gesetzentwurfs, im Rahmen der Pressekonferenz. „Das Wahlrecht ab 16 bei Volksbefragungen ist ein Mehrwert für die Gemeinden. Wer weiß besser als die Jugend selbst, wie man als Gemeinde für junge Menschen attraktiv sein kann?“. So die grünen Regionalratsabgeordneten Zeno Oberkofler, Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Lucia Coppola.

Ihre Zufriedenheit über die Initiative äußerte auch Manuela Weber, Geschäftsführerin des Südtiroler Jugendrings, die an der Pressekonferenz teilnahm: „Junge Menschen sind kompetent, engagiert und betroffen. Das Wahlalter 16 ist kein Experiment, sondern ein demokratischer Fortschritt, der sich international bewährt hat.“

Der Vorschlag reiht sich in bewährte europäische Praktiken ein: Von Österreich über mehrere deutschen Bundesländer bis hin zu Schweizer Kantonen hat die Senkung des Wahlalters gezeigt, dass sie die Beteiligungsbereitschaft und das staatsbürgerliche Bewusstsein fördern. Auch aus demografischer Sicht ist das Thema von besonderer Bedeutung – in einer alternden Gesellschaft, in der das Risiko einer politischen Marginalisierung junger Generationen zunehmend real wird.

Im Rahmen der Pressekonferenz wurde zudem betont, dass die Gemeinden auch dann ihren Beitrag leisten können, falls der Gesetzentwurf nicht verabschiedet werden sollte. Aus diesem Grund wurde ein Muster-Beschlussantrag vorgestellt, die den Gemeinderäten zur Verfügung steht und mit der sie sich verpflichten können, das Wahlrecht ab 16 Jahren in den Gemeindestatuten zu verankern – im Einklang mit den Grundsätzen der Beteiligung und der aktiven Bürgerschaft.

„Das Ziel ist klar: gleiche Rechte im gesamten regionalen Gebiet zu gewährleisten und die derzeit uneinheitliche Anwendung der Rechtslage zu überwinden“, so die Initiatoren abschließend. Mit diesem Vorschlag bekräftigt die Grüne Fraktion im Regionalrat ihr Engagement für die Stärkung und Weiterentwicklung der Instrumente der direkten Demokratie, mit besonderem Augenmerk auf die Einbindung junger Generationen.

 

Regionalratsabgeordnete

Zeno Oberkofler
Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Lucia Coppola

Eine Delegation des Landtags von Niedersachsen besuchte in diesen Tagen Südtirol. Der Grüne Landtagsabgeordneten Pascal Leddin nutzte seinen Aufenthalt für einen Besuch zweier innovativer Bioland-Bauernhöfe auf dem Ritten. Begleitet wurde er dabei von seiner Südtiroler Kollegin Madeleine Rohrer sowie von Johann Tappeiner und Ulrich Gamper, beide Vorstandsmitglieder von Bioland. „Biologische Landwirtschaft ist keine Nische mehr – sie ist die Antwort auf Klimakrise, Artensterben und die Abhängigkeit von fossilen Stoffen zugleich“, waren sich die beiden Landtagsabgeordneten einig.

Der erste Teil des Austausches zur Landwirtschaftspolitik zwischen der norddeutschen und Südtiroler Delegation fand am Egger-Hof statt, einem der drei Bioland-Leitbetriebe des heurigen Jahrs. Bauer Martin Lintner zeigte seinen Besuchern, wie er auf einer relativ kleinen Fläche hochwertiges Getreide und Hülsenfrüchte anbaut und zugleich Grünland- und Viehwirtschaft betreibt. „In einem so vielfältigen Land wie Südtirol ist Landwirtschaft als Kreislaufwirtschaft möglich. Das bestärkt junge Menschen wie mich, dass wir unsere Zukunft in unseren Händen haben“, so Lintner.

Zweiter Stopp war der Milchviehbetrieb Lichtensternhof. Erich Hohenegger hat den Betrieb nach der Hofübernahme auf Bio umgestellt. „Die Stallung wurden im Sinne des Tierwohls großzügig erweitert“, so der Jungbauer. Maschinen, darunter ein Melkroboter, erleichtern die Arbeit. „Die Politik muss jetzt die Rahmenbedingungen schaffen, um den Absatz von Südtiroler Bio-Produkten zu fördern. Die Landwirte brauchen Planungssicherheit“, so Tappeiner und Gamper. Dazu sei eine bessere Abstimmung und Kooperation zwischen Landwirtschaft und Tourismus dringend notwendig.

Leddin zeigte sich nach seinem Besuch in den beiden Bioland-Betrieben überzeugt: „Südtirol zeigt mit seiner kleinstrukturierten Landwirtschaft, dass wirtschaftlicher Erfolg und nachhaltiges Wirtschaften kein Widerspruch sind. Und dass es neben der oft zitierten Logik ‚Wachse oder weiche‘ auch andere tragfähige Wege gibt.“

 

Landtagsabgeordnete

Madeleine Rohrer
Brigitte Foppa
Zeno Oberkofler

Foto: Simon Deppe

È arrivato l’Equal Pay Day. Non c’è motivo di festeggiare. L’Equal Pay Day rappresenta il giorno fino al quale le donne devono lavorare per guadagnare quanto gli uomini hanno già percepito nell’intero anno precedente.

Mentre Luisa lavora al 50% e, oltre al suo lavoro, si occupa a casa dei suoi due figli e dei suoceri malati, suo marito Stefan lavora al 100% (facendo anche straordinari più volte alla settimana per avanzare di carriera). Stefan non solo guadagna molto più di Luisa, ma svolge anche molte meno attività di cura non retribuite. I figli vengono accuditi soprattutto da Luisa e dai suoi genitori. Anche la cura dei genitori di Stefan è gestita, oltre che dalla badante, principalmente da Luisa.

“Per noi è importante sottolineare che questo sistema crea problemi di cui soffriamo tutte e tutti. Donne e uomini vengono costretti in rigidi ruoli dai quali è difficile uscire e che spesso non scelgono consapevolmente. Semplicemente ‘accadono’ nel corso della vita”, riassumono i consiglieri provinciali Verdi Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer e Zeno Oberkofler. “Alla fine della vita, però, il conto in banca delle donne appare molto più magro. E il lavoro di cura non viene riconosciuto al momento della pensione”.

Cosa si può fare? Primo: informare. Anche solo prendere decisioni più consapevoli aiuta. Molte situazioni che, in ultima analisi, portano alla povertà nella vecchiaia non sono infatti frutto di scelte deliberate. Questo deve cambiare: tutte e tutti dobbiamo imparare a parlare di più dei nostri progetti di vita e di come li immaginiamo.

Affinché le future Luisa e Stefan possano entrambi lavorare al 75% e condividere la gestione della loro vita al di fuori del lavoro… e affinché l’Equal Pay Day del 2027 cada magari qualche giorno prima.

 

Cons. prov.

Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Zeno Oberkofler

Der Südtiroler Landtag hat heute beschlossen, den Holzbaufonds für alle Südtirolerinnen und Südtiroler zu öffnen. Bisher konnten nur Gemeinden und gemeinnützige Organisationen Förderungen beantragen, wenn sie mit lokalem Holz bauten. Künftig gilt das auch für Privatpersonen. Der Beschluss geht auf einen Antrag der Grünen Landtagsfraktion zurück, der auch von zwei Landtagsabgeordneten der SVP mitunterzeichnet wurde.

„Wer hartnäckig für eine gute Idee eintritt, kann etwas bewegen“, freut sich Madeleine Rohrer, Einbringerin des Antrags. „Bauen mit Holz bindet CO₂ langfristig im Gebäude, es stärkt die lokale Kreislaufwirtschaft und zeigt, wie Tradition und Innovation in Südtirol zusammenpassen.“

Die Grüne Landtagsfraktion hatte den Vorschlag bereits mehrfach eingebracht. Heute wurde er im Landtag einstimmig genehmigt.

Mit der Öffnung des Holzbaufonds wird das Bauen mit heimischem Holz künftig für alle Südtirolerinnen und Südtiroler finanziell attraktiver – ein klares Signal für Klimaschutz, lokale Wertschöpfung und eine nachhaltige Bauwirtschaft.

Weitere Informationen: Wood be nice – Mit Holz Südtirols Zukunft nachhaltig gestalten

Landtagsabgeordnete

Madeleine Rohrer
Brigitte Foppa
Zeno Oberkofler

„Ein unendliches Dankeschön an die Millionen ungarischer Bürgerinnen und Bürger für ihre außergewöhnliche Wahlbeteiligung, ein echtes Zeichen der Demokratie. Als Wahlbeobachterin vor Ort habe ich die Intensität dieser Wahl hautnah miterlebt, welche wie eine Welle, das Land durchflutete und das Modell von Viktor Orbán hinwegfegte. Eine echte Niederlage für die Souveränisten, die die Autokratie zu einer Regierungsform machen wollten.“

Dies erklärt die Senatorin der Grünen Verdi Verc Südtirol-Alto Adige, Aurora Floridia, in einer Mitteilung. Sie hatte die Wahl in Ungarn als Mitglied der Beobachterdelegation des Europarats verfolgt.

„Diese Tage werden in der politischen Geschichte Europas Spuren hinterlassen. Aus diesen Wahlen geht nicht nur ein Politiker als Verlierer hervor, sondern ein konkretes politisches Projekt: die Vorstellung, die Demokratie von innen heraus auszuhöhlen, indem man die Institutionen unterwirft, Rechte einschränkt und den Spielraum für Freiheit und Opposition verengt.

Die Entscheidung der ungarischen Bürger*innen reiht sich ein in die Signale, die in den letzten Monaten auch aus anderen Ländern kamen, von Kanada bis Australien, von Deutschland bis nach Italien mit dem Referendum zur Justiz. Es ist eine politische Absage an die Verbündeten des Trumpismus und an die Versuche der MAGA-Bewegung, Demokratien außerhalb der Vereinigten Staaten zu beeinflussen. In vielen Ländern wächst nämlich eine klare Ablehnung dessen, wofür dieses Modell steht: Angst, Propaganda, Polarisierung und die ständige Schaffung von Feinden.

Ab heute ist das demokratische Europa stärker, und mit ihm ist auch die Vorstellung stärker, dass die Bürger*innen mit ihrer Stimme diejenigen wirklich stoppen können, die den Konsens nutzen, um den Rechtsstaat zu schwächen und Macht zu konzentrieren. Es ist eine Niederlage, die auch die Regierung Meloni betrifft, die ihre politische und kulturelle Nähe zu Trump und Orbán nie verheimlicht hat. Dieses Modell verliert an Boden, weil die Bürger*innen entschieden haben, es abzulehnen. Und das ist eine gute Nachricht für Ungarn, für Europa, für Italien und für alle Demokratien“, schließt Floridia.

PRESSEMITTEILUNG

In der nächsten Sitzung des Landtages wird die Grüne Fraktion zwei Anträge im Plenum einbringen: Einerseits einen Antrag in Bezug auf die Aufwertung der lokalen Wertschöpfungskette der Wald- und Holzwirtschaft und die Förderung von Holz als nachhaltigem Baustoff, andererseits einen Antrag zu der Stärkung der Energieunabhängigkeit durch erneuerbare Energiequellen.
Beide Initiativen zielen darauf ab, ökologische Nachhaltigkeit, wirtschaftliche Entwicklung und soziale Gerechtigkeit miteinander zu verbinden.

Holzbaufonds für alle: Grüne fordern Öffnung für Privatpersonen

Wer mit heimischem Holz baut, schützt das Klima, stärkt lokale Betriebe und hält die Wertschöpfung im Land. Trotzdem bekommen Privatpersonen in Südtirol bisher keine Förderung dafür. Der seit 2023 bestehende Südtiroler Holzbaufonds zahlt Beiträge nur an Gemeinden und gemeinnützige Organisationen.

Die Grünen wollen das ändern. In einem Beschlussantrag fordern sie, den Holzbaufonds für alle Südtirolerinnen und Südtiroler zu öffnen. Ein ähnlicher Vorschlag der Grünen wurde vor einem Jahr noch von der Mehrheit abgelehnt. Jetzt findet der Antrag breite Unterstützung: Auch die SVP-Abgeordneten Josef Noggler und Franz Locher haben ihn mitunterzeichnet.

„Das Bauen mit Holz ist ein Zukunftsmodell. Indem wir Holz aus heimischen Wäldern verbauen, stärken wir die lokalen Kreisläufe und binden außerdem dauerhaft CO₂. Das ist gute und nachhaltige Wirtschaftspolitik“, erklärt Madeleine Rohrer, die den Antrag als Erstunterzeichnerin eingebracht hat.

Der Bausektor ist einer der größten Verursacher klimaschädlicher Emissionen weltweit. Gleichzeitig erwirtschaftet die Holzwirtschaft in Südtirol über 1,7 Milliarden Euro jährlich und sichert mehr als 25.000 Arbeitsplätze. „Die Förderung des Holzbaus setzt daher ein klares Signal: für klimafreundliches Bauen, für lokale Wertschöpfung und für die gut 25.000 Menschen, die in Südtirol von der Holzwirtschaft leben“, so Rohrer.

Erneuerbare Energie: Unabhängigkeit und niedrigere Rechnungen
Mit dem zweiten Antrag schlägt die Grüne Fraktion ein Maßnahmenpaket vor, um die Energiewende zu beschleunigen und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren. Im Mittelpunkt dieses Antrags steht die Einführung neuer Instrumente zur Erleichterung der Beschaffung von Photovoltaik-Anlagen: Etwa direkte Zuschüsse, zinsfreie oder stark vergünstigte Darlehen sowie die Gründung einer öffentlichen Gesellschaft zur Unterstützung der Errichtung von Photovoltaikanlagen für öffentliche Gebäude und Mehrfamilienhäuser.

„Der Krieg im Iran, der Krieg in der Ukraine und die geopolitische Lage zeigen uns einmal mehr, dass die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen mit großen Kosten einhergeht. Diese Abhängigkeit wird zu einem Machtinstrument für Autokraten weltweit: Sie hat Auswirkungen auf die Wirtschaft, vor allem aber die Bevölkerung, die mit untragbaren Kosten konfrontiert ist – sowohl für Energie als auch für andere lebensnotwendige Güter. Die Energieunabhängigkeit ist mittlerweile zu einem Imperativ geworden und kann nur durch den Ausbau erneuerbarer Energien erreicht werden. Südtirol verfügt in diesem Bereich über ein enormes, noch ungenutztes Potenzial. Es braucht einen sofortigen Kurswechsel“, betont Zeno Oberkofler, Erstunterzeichner des Antrags.

Die beiden Anträge fügen sich in eine politische Vision ein, die darauf abzielt, die ökologische Nachhaltigkeit und die wirtschaftliche Autonomie des Landes zu stärken.

„Die ökologische Wende ist eine konkrete Chance für unser Land. Sie bedeutet, lokale Wertschöpfung zu schaffen, Abhängigkeiten von außen zu verringern und die Lebensqualität der Menschen zu verbessern. Dafür braucht es klare und mutige politische Entscheidungen“, schließen Madeleine Rohrer, Zeno Oberkofler und Brigitte Foppa.

Weitere Informationen

Bozen, 10.04.2026

Landtagsabgeordnete

Madeleine Rohrer
Zeno Oberkofler
Brigitte Foppa

Die Grünen im Südtiroler Landtag schlagen ein kostenloses Jahresticket südtirolmobil Fix365 für alle Menschen mit einem jährlichen Bruttoeinkommen unter 40.000 Euro vor, um kleine und mittlere Einkommen, angesichts der aktuellen Energiekrise zielgerichtet zu entlasten und haben eine entsprechende Tagesordnung für den Nachtragshaushalt vorbereitet.

Die Welt und Europa stehen derzeit vor einer prekären Lage: Der anhaltende Krieg im Iran wirkt sich nachhaltig auf die globalen Rohstoff- und Energiepreise aus, mit spürbaren Effekten auf Öl-, Gas- und Stromkosten für Haushalte und Unternehmen. Diese Entwicklungen treffen Familien und Menschen mit niedrigem und mittlerem Einkommen besonders hart, weil steigende Treibstoff- und Energiepreise direkte Auswirkungen auf das verfügbare Einkommen haben. Mobilitätskosten gehören zu den regelmäßigen Ausgaben vieler Haushalte. Gerade in Zeiten hoher Kraftstoffpreise können Mobilitätskosten für viele Haushalte eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen.

„Besonders für Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen können zusätzliche Ausgaben für Mobilität ausschlaggebend sein. Während ein Betrag von 250 Euro pro Jahr für Haushalte mit höherem Einkommen meist problemlos tragbar ist, kann er für Menschen mit geringeren finanziellen Ressourcen eine Hürde darstellen, öffentliche Verkehrsmittel regelmäßig zu nutzen.“ erklärt der grüne Landtagsabgeordnete Zeno Oberkofler

Vor diesem Hintergrund schlagen die Grünen vor, dass alle Personen mit einem jährlichen Bruttoeinkommen unter 40.000 Euro das Jahresabo südtirolmobil Fix365 kostenlos erhalten sollen.

Litauen macht es vor, dort hat die Regierung angesichts der Energiekriese in diesen Tagen beschlossen, die Preise für nationale Zugverbindungen zeitweise um 50 % zu senken, um die Bevölkerung angesichts steigender Treibstoffpreise zu entlasten und gleichzeitig den Umstieg auf den öffentlichen Verkehr zu fördern. Ziel der Maßnahme ist es ausdrücklich, Haushalten eine günstigere Alternative zu steigenden Kosten für Treibstoff zu bieten und den öffentlichen Verkehr attraktiver zu machen.

„In einer Zeit massiver Preissteigerungen bei Energie, Treibstoff und Lebenshaltungskosten muss die Politik dort unterstützen, wo Entlastung am meisten gebraucht wird. Ein kostenloses Fix365-Abo für Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen wäre eine wirksame Maßnahme in diese Richtung. Die Landesregierung muss gegen die Teuerung aktiv werden.“, betonen die Grünen Landtagsabgeordneten Zeno Oberkofler, Brigitte Foppa und Madeleine Rohrer.

Landtagsabgeordnete

Zeno Oberkofler
Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer

Am 26. März befasst sich der 2. Gesetzgebungsausschuss mit dem Bettenstopp und der geplanten Fristverlängerung für bereits eingetragene, aber nicht verwirklichte Tourismuszonen. Die Grüne Landtagsfraktion schlägt vor, die von der SVP beschlossenen Ausnahmen auf deutlich weniger Gemeinden zu begrenzen.

Die Vorgeschichte ist bekannt: Die Landesregierung hat 2022 einen „Bettenstopp“ beschlossen, samt einer vierjährigen Übergangsfrist für bereits genehmigte, aber noch nicht umgesetzte Tourismuszonen. In einer Art Torschlusspanik wurden vor dem Beschluss rund 90 Ansuchen für neue Tourismuszonen eingereicht. Nun soll diese Frist auf Vorschlag des Landesrats für Tourismus verlängert werden. Nach großer, auch parteiinterner Kritik einigte sich die SVP darauf, die Verlängerung nur für bestimmte Gemeinden zu gewähren – maximal 25 würden es sein, so SVP-Obmann Dieter Steger. Auf der Liste der Landesregierung stehen nun 56 Gemeinden: beinahe die Hälfte Südtirols. „Die zugrunde liegenden Kriterien sind so breit gefasst, dass auch touristisch gut entwickelte Gemeinden auf der Liste landen“, so Madeleine Rohrer, Vizepräsidentin des 2. Gesetzgebungsausschusses. „Die touristische Entwicklung gerät damit immer weiter aus dem Gleichgewicht.“

Kriterien verfehlen ihr Ziel

Das erste Kriterium lautet: weniger als 500.000 Übernachtungen im Jahr 2025. Nur 28 Südtiroler Tourismus-Hochburgen liegen über diesem Schwellenwert und werden ausgeschlossen. Das zweite Kriterium betrifft Bevölkerungsrückgang zwischen 2009 und 2024. Darunter fällt zum Beispiel Schnals, das trotz Abwanderung bereits hohe Nächtigungszahlen aufweist. Hinzu kommen „strukturschwache“ Gemeinden wie Gargazon, Sterzing oder Terlan. Einige davon kämpfen bereits jetzt mit akuter Wohnungsnot. „Gästebetten würden nach einem groben Gießkannenprinzip über dem Land ausgeschüttet. Da stimmt die Balance nicht mehr“, so Madeleine Rohrer. Im Ergebnis könnten nach dem Ablauf der Übergangsfrist noch weitere 7.000 Betten entstehen – nach einem Bettenstopp, der eigentlich eine Obergrenze setzen sollte.

Weniger Gemeinden, mehr touristisches Gleichgewicht

Madeleine Rohrer, Brigitte Foppa und Zeno Oberkofler schlagen vor, stattdessen die wissenschaftlich fundierte Gemeindeliste aus dem Tourismusentwicklungskonzept von 2021 heranzuziehen. Dieses teilt Gemeinden anhand anerkannter Indikatoren ein: Tourismusintensität (Nächtigungen pro Einwohner) und Tourismusdichte (Nächtigungen pro Fläche). Auf der Ausnahmenliste würden damit 28 Gemeinden landen (darunter Taufers, Kastelbell, Ulten, Pfatten und Prettau) und damit ungefähr so viele, wie die SVP ursprünglich versprochen hat.

Darüber hinaus stellen die Grünen zwei weitere Forderungen: Die Obergrenze von 150 Betten muss pro Zone gelten, nicht pro Betrieb. Sonst kann ein Investor mehrere formal eigenständige Betriebe auf demselben Grundstück errichten und die Regelung umgehen, zum Schaden der Familienbetriebe. Außerdem soll der Südtiroler Gemeindenverband eine öffentlich zugängliche Datenbank über alle noch nicht realisierten, aber genehmigten Betten führen. Da diese innerhalb von zehn Jahren ausgeglichen sein müssen, braucht es Transparenz und Kontrolle, um ein weiteres Aufweichen des Bettenstopps zu verhindern.

 

Landtagsabgeordnete

Madeleine Rohrer
Brigitte Foppa
Zeno Oberkofler

Gute Nachrichten für alle, die unsere politische Arbeit stärken möchten: Ab diesem Jahr könnt ihr den Südtiroler Grünen 2 Promille eurer Einkommenssteuer zuweisen – ganz ohne zusätzliche Kosten.

Alles, was ihr dafür tun müsst: Tragt in eurer Steuererklärung (Formular 730 oder UNICO) den Steuercode Y60 ein.

Für eine kleine Partei wie unsere ist diese Form der Unterstützung besonders wertvoll. Sie ermöglicht es uns, unsere politische Arbeit fortzuführen, Initiativen zu organisieren, unsere Positionen sichtbar zu machen und vor Ort präsent zu sein.

Wir sind und bleiben eine Partei der Basis. Unsere Arbeit lebt vom Engagement vieler Menschen – von Zeit, Energie und Überzeugung. Gleichzeitig braucht wirksame politische Arbeit auch konkrete finanzielle Mittel.

Gerade in einer Zeit, in der politische Debatten oft von Wut, Arroganz und Konflikten geprägt sind, setzen wir uns weiterhin für Demokratie, Dialog, Pazifismus, Gleichberechtigung und eine nachhaltige Zukunft ein. Umso wichtiger ist es, dass wir als Partei sichtbar, präsent und handlungsfähig bleiben.

Jetzt ist der Moment, aktiv zu werden.
Tragt bei eurer nächsten Steuererklärung den Code Y60 ein und weist den Südtiroler Grünen eure 2 Promille zu.

Spenden jetzt steuerlich absetzbar

Eine weitere Neuerung: Spenden an unsere Partei sind ab sofort steuerlich absetzbar. So könnt ihr unsere Arbeit noch direkter unterstützen.
26 % des gespendeten Betrags können von der Bruttosteuer abgezogen werden – bei Spenden zwischen 30 € und 30.000 € pro Jahr.

Wichtig für Spenden:

  • Zahlung per Bank- oder Postüberweisung
  • Verwendungszweck: „Spende“
  • Für die Spendenquittung benötigen wir eure Adresse und Steuernummer

Vielen Dank für euer Vertrauen und eure Unterstützung. Gemeinsam arbeiten wir weiter für unsere Werte und für eine lebenswerte Zukunft.

 

Die Justizreform ist an der Bevölkerung gescheitert und das bei einer erfreulich hohen Beteiligung. Das klare Nein ist mehr als eine inhaltliche Absage: Es ist ein politisches Urteil gegen eine Reform, die an den realen Problemen der Justiz vorbeiging.

Abgelehnt wurde nicht nur der Inhalt, sondern vor allem das Vorgehen. Sieben Verfassungsartikel wurden im Parlament im Eilverfahren und ohne Mitsprache der ParlamentarierInnen durchgedrückt. Ein demokratisch fragwürdiger Stil, der das Vertrauen untergräbt und nun an der Urne deutlich zurückgewiesen wurde.

Auch in Südtirol fällt das Signal eindeutig aus: Das Nein dominiert und legt eine wachsende Kluft zwischen den regierenden Parteien und Wählerschaft offen. Besonders deutlich zeigt sich das bei der SVP, deren Wahlempfehlung ein beträchtlicher Teil der eigenen Basis nicht gefolgt ist. Für die lokalen Verbündeten der Regierung Meloni ist das eine politische Niederlage mit Signalwirkung.

Die Verdi Grüne Vërc haben dem eine klare, inhaltlich fundierte Kampagne entgegengesetzt. Statt vereinfachender Schlagworte setzten sie auf Aufklärung und Debatte und hielten damit den Raum für eine ernsthafte Auseinandersetzung offen.

„Ein so grundlegendes Thema wie die Justiz auf ein Ja-Nein-Schema zu reduzieren, ist politisch fahrlässig. Reformen dieser Tragweite brauchen Tiefe, Transparenz und Respekt vor der Verfassung“, erklärt Co-Sprecher Luca Bertolini.

Die eigentlichen Probleme bleiben ungelöst: überlange Verfahren, Hürden beim Zugang zum Recht, territoriale Ungleichheiten und strukturelle Schwächen. Genau hier hat die Reform versagt. Die Regierung Meloni kann sich dieser Realität nicht länger entziehen. Das Votum ist kein Betriebsunfall, sondern ein klarer Auftrag zum Umdenken.

„Das ist eine Niederlage ohne Interpretationsspielraum. Bei dieser Beteiligung ist das Ergebnis ein politisches Misstrauensvotum gegen die Regierung. Es ist ein starkes Zeichen für die Verteidigung der Verfassung und ein Auftrag, entschlossen an einer Alternative zu arbeiten“, so die grüne Senatorin Aurora Floridia.