Im letzten Monat ist die Debatte über die Sprachsituation an den Südtiroler Schulen und Kindergärten erneut aufgeflammt. Wie lernt man die zweite Sprache? Wie schützen wir das Recht auf Bildung aller Kinder? Führt die strenge Trennung nicht zu mehr Exklusion statt Inklusion? Oder wäre es nicht endlich an der Zeit, einen Kurswechsel zu vollziehen und das einzuführen, was die Gesellschaft in Südtirol schon lange fordert: die zweisprachige Schule?
„Südtirol ist ein mehrsprachiges Land. Wir verfügen über einen enormen Reichtum, nutzen ihn aber nicht ausreichend“, erklären die Grünen Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler. Eine „tragische Konstante“ nahezu aller wissenschaftlichen Untersuchungen der vergangenen Jahre sei die Schwierigkeit des Spracherwerbs im offiziell mehrsprachigen Südtirol, so Foppa. Diese Einschätzung teilt auch die überwältigende Mehrheit der Befragten im Sprachenbarometer Südtirol 2025: 96 Prozent sprechen von erheblichen Problemen beim Erlernen der Zweitsprache. Als Hauptursachen nennen viele Befragte eine stark gespaltene Gesellschaft sowie ein „Schulsystem, das den Anforderungen nicht gerecht wird“ – dieser Meinung sind 46 Prozent der italienischen und 34 Prozent der deutschen Sprachgruppe.
Neu ist allerdings, dass nun verstärkt auch über Lösungen gesprochen wird: 60 Prozent der Befragten stehen der Einführung einer zweisprachigen Schulen als Zusatzangebot sehr oder eher positiv gegenüber.
Für die Grüne Landtagsfraktion ist damit der Zeitpunkt gekommen, den entsprechenden Gesetzentwurf, der im Februar im Südtiroler Landtag diskutiert wird, endlich in die Realität umzusetzten. Vorgesehen ist die Einführung von zweisprachigen Klassenzügen als Zusatzangebot, ohne die bestehende Struktur der Schulen in deutscher, italienischer und ladinischer Sprache zu verändern. Kurz gesagt:
- Die zweisprachigen Klassen werden bei einer Mindestanzahl von Anmeldungen möglich gemacht: 14 im Kindergarten und 15 für die anderen Schulstufen.
- Das Lehrpersonal wird sich aus Lehrer:innen beider Sprachgruppen zusammensetzen.
- Der Unterricht der Fächer wird gleichmäßig zwischen den Sprachen aufgeteilt, mit der Möglichkeit, auch eine dritte Sprache zu integrieren.
- Die Anmeldung zu diesen Abteilungen ist freiwillig und ersetzt nicht das bestehende Bildungsangebot.
Brigitte Foppa, Erstunterzeichnerin des Gesetzentwurfs, betont: „Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass eine Sprache gelebt werden muss, um sie optimal zu erlernen: Ein gemeinsames schulisches Umfeld zwischen den Sprachgruppen könnte die Grundlage dafür schaffen.“
Die Einführung zweisprachiger Klassenzüge gilt als große Chance für die Ausbildung junger Südtirolerinnen und Südtiroler. Sie soll solide Sprachkompetenzen fördern und das interkulturelle Verständnis stärken. Zugleich will der Gesetzentwurf zusätzliche Wahlmöglichkeiten schaffen und ein Bildungssystem ermöglichen, das besser auf die Anforderungen der heutigen Gesellschaft zugeschnitten ist. Nicht zuletzt könnte er auch den Druck mindern, unter dem das Schulsystem derzeit steht. „Das starre Trennungssystem hat zu einer Art Do-it-yourself-Mehrsprachigkeit geführt, mit all den bekannten Folgen und noch besser bekannten politischen Debatten“, so Foppa.
„Mit diesem Gesetzentwurf wollen wir umsetzen, was in Europa längst Realität ist. Wir müssen uns den modernen Zeiten sowie den Bedürfnissen und Erwartungen der Familien anpassen“, schließen die Grünen Abgeordneten.
Weitere Informationen zum Gesetzentwurf
Landtagsabgeordnete
Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Zeno Oberkofler
Liliana Turri / 13. März 2026
Portiamo tutte le questioni esposte – e ce ne sono da aggiungere- al centro di un dibattito pubblico! Non facciamoci scoraggiare da difficoltà iniziali che incoraggerebbero chi vuole questa separazione per l’eternità, paventando la scomparsa della lingua tedesca, dell’identità sudtirolese, entrambe ben lungi da questo. Si argomentino insieme le difficoltà da superare e si trovino le soluzioni. Ma ci deve essere non solo la volontà espressa da chi richiede politicamente la possibilità opzionale di una formazione bilingue/multilingue, ma anche quella di chi la vuole.