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Der IV. Gesetzgebungsausschuss des Südtiroler Landtages hat sich heute mit dem Gesetzentwurf „Einrichtung eines Dienstes für Basispsychologie“ befasst. Der Entwurf sieht die Einführung von Basispsycholog:innen vor. Diese hat sich bereits in mehreren anderen Regionen Italiens erfolgreich etabliert.

Ein niederschwelliger Zugang zu psychologischer Grundversorgung ist heute wichtiger denn je. Viele Menschen stehen unter wachsendem psychischem Druck, während Wartezeiten oft noch zu lang sind. Basispsycholog:innen könnten hier frühzeitig Unterstützung bieten, Belastungen abfangen und langfristig auch das Gesundheitssystem entlasten.

Umso bedauerlicher ist es, dass diese wichtige Gelegenheit heute nicht genutzt wurde. Dagegen gestimmt haben SVP und Fratelli d’Italia. Die Einführung eines solchen Dienstes wäre ein entscheidender Schritt hin zu mehr Chancengleichheit in der Gesundheitsversorgung und zu einer stärkeren Prävention im Bereich der psychischen Gesundheit gewesen.

„Das Recht auf psychische Gesundheit darf nicht vom Einkommen abhängig sein und muss als Teil der Grundversorgung gewährleistet werden. Wir werden weiter dranbleiben, um den Gesetzentwurf in den Landtag zu bringen, damit „Basispsychologie für alle“ Realität wird, so der Erstunterzeichner des Gesetzentwurfes und Mitglied des vierten Gesetzgebungsausschusses Zeno Oberkofler.

 

Landtagsabgeordnete:

Zeno Oberkofler
Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer

Der Gesetzentwurf der Grünen zur Einrichtung eines Dienstes für Basispsychologie wird am Dienstag im IV. Gesetzgebungsausschuss des Südtiroler Landtags behandelt. Ziel des Gesetzentwurfs ist es, einen niederschwelligen und flächendeckenden Zugang zu psychologischer Unterstützung zu gewährleisten und psychische Gesundheit als integralen Bestandteil des Rechts auf Gesundheit anzuerkennen. Er wurde heute in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Psychologenkammer vorgestellt.

In den vergangenen Jahren hat die psychische Belastung stetig zugenommen, besonders unter jungen Menschen. Laut der PASSI-Erhebung des Istituto Superiore di Sanità aus den Jahren 2023–2024 wiesen vier Prozent der befragten Südtiroler:innen depressive Symptome auf. Eine weitere Studie des Instituts für Allgemeinmedizin aus dem Jahr 2025, hat aufgezeigt: fast 40 % der Kinder und Jugendlichen in Südtirol zeigen Hinweise auf psychische Belastungen. Zugleich stehen im öffentlichen Gesundheitswesen in Italien lediglich drei Psycholog:innen pro 10.000 Einwohner:innen zur Verfügung, während der europäische Durchschnitt bei zehn bis zwölf liegt. Somit ist der Zugang zu Behandlung häufig noch zu schwierig, denn nicht jede:r kann sich eine private Betreuung leisten.

Genau diese Lücke soll der Gesetzentwurf der Grünen schließen, durch einen niedrigschwelligen Erstversorgungsdienst, eingebettet in die hausärztliche Grundversorgung und nah an den Menschen. Vorgesehen ist die Einführung von Basispsycholog:innen in jedem Gesundheitsbezirk, die eng mit anderen sozial-gesundheitlichen Diensten zusammenarbeiten. „Wie sich jede:r Bürger:in an seinen/ihren Hausarzt wenen kann, so soll sich jede:r Bürger:in in Zukunft auch an eine:n Basispsychologen:in wenden können. Der Dienst soll einfach zugänglich sein und frühzeitig eingreifen. Ein niederschwelliges Angebot reduziert nämlich Leid und verringert das Risiko für psychische Erkrankungen. Psychische Gesundheit darf nicht vom Einkommen abhängig sein, sondern muss als integraler Bestandteil des Rechts auf Gesundheit anerkannt werden.“, so Zeno Oberkofler, Erstunterzeichner des Gesetzentwurfs.

Die Psychologenkammer der Autonomen Provinz Bozen setzt sich seit Langem für die Einführung der Basispsychologin und des Basispsychologen ein und unterstützt – wie bereits in der Vergangenheit – überparteilich, in ihrer Funktion als öffentliche, subsidiäre Körperschaft des Staates, mit fachlicher Kompetenz und Erfahrung alle Schritte und Initiativen, die in diese Richtung gegangen sind und weiterhin gehen, einschließlich der aktiven Teilnahme am technischen Arbeitstisch der Autonomen Provinz Bozen.

„Angesichts der zunehmenden psychischen Belastungen, die wir insbesondere bei Jugendlichen und Familien beobachten, stellt die Basispsychologie eine notwendige Antwort dar: ein wohnortnahes, leicht zugängliches und zeitnahes Angebot, das in der Lage ist, psychisches Leiden frühzeitig zu erkennen und einer Verschärfung der Probleme vorzubeugen.

Die strukturelle Einführung der Basispsychologin und des Basispsychologen bedeutet, für Familien einen sicheren Hafen zu schaffen. Sie bedeutet, die Arbeit der Kolleginnen und Kollegen in den Diensten zu unterstützen, die aufgrund der hohen Nachfrage teilweise überlastet sind, verspätete Interventionen und damit vermeidbare Kosten zu reduzieren und die psychische Gesundheit zu einem tatsächlich wirksamen Recht für alle zu machen“, erklärt die Präsidentin der Psychologenkammer der Autonomen Provinz Bozen, Francesca Schir.

„Mit diesem Vorschlag wollen wir einen Paradigmenwechsel einleiten“, erklären die Grünen-Landtagsabgeordneten Zeno Oberkofler, Brigitte Foppa und Madeleine Rohrer. „Psychische Gesundheit muss zu einem strukturellen Bestandteil der öffentlichen Gesundheitsversorgung werden. Sie ist Teil der Gesamtgesundheit des Menschen und darf nicht in den Hintergrund gedrängt werden.“

Die Grünen hoffen nun auf eine konstruktive Debatte im Gesetzgebungsausschuss, damit der Entwurf weiterentwickelt und als konkrete Antwort auf ein immer drängenderes Bedürfnis der Südtiroler Bevölkerung vorangebracht werden kann.

Weitere Informationen zum Gesetzesentwurf

 

Landtagsabgeordnete:

Zeno Oberkofler
Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer

Die Landesversammlung der Grünen Südtirol hat heute den Startschuss für einen umfassenden Erneuerungs- und Entwicklungsprozess der Partei gegeben. In einer engagierten und konstruktiven Diskussion wurde der vom Grünen Rat vorgeschlagene Prozess zur Weiterentwicklung der internen Strukturen vorgestellt, und von der Landesversammlung einstimmig beschlossen.

Ziel des Prozesses ist es, die Grünen Südtirol organisatorisch, politisch und strukturell so weiterzuentwickeln, dass sie auch in Zukunft eine starke, glaubwürdige und wirksame politische Kraft bleiben. In den kommenden Monaten sollen Arbeitsgruppen eingerichtet und konkrete Vorschläge für zeitgemäße Strukturen und Abläufe erarbeitet werden.

„Wir sind eine politische Bewegung, die gestalten will und dafür brauchen wir Strukturen, die Entscheidungsprozesse fördern, Beteiligung ermöglichen, Verantwortung klar regeln und politische Schlagkraft stärken“, betonte Co-Sprecherin Elide Mussner im Rahmen der Landesversammlung. Der heute beschlossene Prozess sei eine Chance, „unsere Organisation bewusst weiterzuentwickeln und sie fit zu machen für die Herausforderungen der nächsten Jahre“.

Auch der Co-Sprecher Luca Bertolini sieht in der Entscheidung ein starkes politisches Signal: „Erneuerung ist kein Selbstzweck, sondern Voraussetzung dafür, politisch relevant zu bleiben. Wir wollen eine Organisation, die offen, transparent und handlungsfähig ist und die Menschen motiviert, sich einzubringen und Verantwortung zu übernehmen.“ Der Auftrag der Landesversammlung sei klar: den Prozess strukturiert, partizipativ und zielorientiert zu gestalten.

Der beschlossene Prozess wird in den kommenden Monaten stattfinden, und die erarbeiteten Vorschläge werden anschließend in den zuständigen Gremien weiter beraten und politisch entschieden.