Euregio-Verkehrsgipfel in Bozen: Drei konkrete Aktionen statt neuer Ankündigungen
Dass die Landeschefs und die zuständigen Verkehrs- und Umweltlandesrätinnen, die sich zum heutigen Euregio-Verkehrsgipfel treffen, den Ernst der Lage in der Transitfrage erkannt haben, ist anzunehmen: 2,25 Millionen Transit-LKW und ein sprunghaft gestiegener Individualverkehr begraben alle Hoffnungen auf ein Absinken oder zumindest Stabilisierung der Verkehrslawine.
Die Gesundheit der AnwohnerInnen an den Transitachsen und den dichten Siedlungsräumen wie Bozen verdient zwar längst den überfälligen Schutz; Illusionen sind aber fehl am Platze. Wir Grüne erhoffen uns vom heutigen Verkehrsgipfel wenig; konkrete Schritte wie Mauterhöhungen, Nachtfahrverbote und ein „Lufthunderter“ nach Tiroler Vorbild sind als einheitliche Euregio-Strategie nicht zu erwarten.
Wir wären bereits erstaunt, wenn für Südtirol Minimal-Schritte gesetzt würden: Die Wieder-Inbetriebnahme der seit einem Jahr still gelegten Luftmessstation im Eisacktal, eine LKW-Kontrollstelle in Sterzing und die verstärkte Auslastung der RoLA vom Brenner südwärts. Dies wären kleine Schritte, um das im Bereich Transitverkehr völlig gestörte Vertrauen neu aufzubauen. Viel mehr ist nicht zu erwarten, eine Verlagerung des Umwegtransits von rund 800.000 LKW jährlich bleibt ebenso ein Wunschtraum wie eine angemessene Maut oder ein Aus für das österreichische Dieselprivileg, wie von Landesrätin Felipe zu recht gefordert.
Bozen, 15. 1. 2018
Hans Heiss
Brigitte Foppa
Riccardo Dello Sbarba

LKW-Stau auf der Brennerautobahn: Protest der Frächter ist begreiflich, aber Belastung der AnwohnerInnen ungleich größer.
Heute ist der letzte Mittwoch, an dem die Sellajoch-Schließung für den motorisierten Verkehr in diesem Sommer in Kraft ist.
Auch südlich des Brenners ist wie im Bundesland der „Lufthunderter“ überfällig.
Laut Ankündigung des Bahnnetzbetreibers RFI sollen die Infrastrukturpreise (= Schienenmaut) für internationale Fernverkehrszüge, und zwar nur für diese, mit 1. 1. 2018 um ca. 65 % steigen. Dies sehe eine entsprechende Entscheidung des Ministeriums vor