HomeDeutschMurenabgang bei der Kölner Hütte ausgelöst durch Bauarbeiten

Murenabgang bei der Kölner Hütte ausgelöst durch Bauarbeiten

PRESSEMITTEILUNG.

Normalerweise gibt es einen ordentlichen Aufschrei, wenn in der Nähe einer Schutzhütte eine Mure abgeht. Erst recht wird darüber berichtet, wenn der Grund für den Murenabgang Baggerarbeiten im Hochgebirge sind. Seltsamerweise war das vergangene Woche nicht der Fall, obwohl im Bereich der Kölner Hütte nach einem Gewitter ein großer Erdrutsch zu Tale donnerte.

Aber der Reihe nach: Umweltschutzverbände und Bürgerinitiativen hatten in den vergangenen Jahren den geplanten Neubau der Liftanlage zwischen Frommer Alm und Kölner Hütte als überdimensioniert bezeichnet und vor zu drastischen Eingriffen in die sensible Landschaft am Fuß des Rosengartens gewarnt.

Die Proteste richteten sich nicht nur gegen die neue Seilbahn, sondern auch gegen den geplanten Event-Glasturm.

Mittlerweile hat die Landesregierung entschieden und den Liftbau genehmigt. Die Bauarbeiten diesbezüglich haben vor einigen Wochen begonnen, an der heutigen Bergstation bei der Kölner Hütte wurden gewaltige Erdbewegungen durchgeführt. Die Vegetationsdecke wurde im steilen Gelände aufgerissen, das darunter liegende Erdreich ausgebaggert und am Hang deponiert.

Es kam, wie es kommen musste. Ein Gewitter genügte, um tausende Kubikmeter Aushubmaterial zu mobilisieren, welches zu Tale stürzte und alles mitriss, was sich im Wege befand. Zum Glück kamen keine Menschen zu Schaden. Dennoch sollte der Vorfall von den Behörden genauestens untersucht werden.

Dieses Ereignis zeigt allzu deutlich auf, wie sensibel und verletzbar die Landschaft im Hochgebirge ist und wie gefährlich starke Eingriffe sein können. „Hoffentlich zieht die Landesregierung aus dieser Beinahe-Katastrophe die notwendigen Lehren und stellt in Zukunft keine Genehmigungen für Liftanlagen in sensiblen Zonen mehr aus.“ sagt der Landtagsabgeordnete Hanspeter Staffler von den Grünen.

Es fällt auf, dass unter der Regierung Kompatscher der Bau von Aufstiegs- und Liftanlagen deutlich zugenommen hat. Dabei werden nicht nur wertvolle Landschaftseinheiten ge- oder zerstört, sondern es fließen auch viele Millionen von Steuergeldern in diese Projekte.

BZ, 06.07.2020

Landtagsabgeordnete
Hanspeter Staffler
Brigitte Foppa
Riccardo Dello Sbarba

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Author: Heidi

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