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Zoom in den Schulen

ANFRAGE ZUR SCHRIFTLICHEN BEANTWORTUNG

Seit über einem Monat findet der Unterricht im Lande nicht mehr in den Schulen statt. Der Lernstoff wird über diverse Formen von zu Hause aus erarbeitet. Lehrpersonen und SchülerInnen stehen über unterschiedliche Kommunikationsmittel in Kontakt.
Zum Zeil wird der Unterricht über Videokonferenztools abgewickelt, was eine ausgefeiltere Interaktion zwischen Lehrenden und Lernenden sowie der Kinder und Jugendlichen untereinander ermöglicht. Videokonferenzen sind daher sehr begrüßenswert.
Eine beliebte Plattform für Videokonferenzen ist „zoom“. Sie funktioniert sehr gut, ist einfach zu handhaben und bietet eine sehr gute Kommunikationsqualität. Auch die grüne Fraktion verwendet diese Plattform für ihre Videokonferenzen. Wir erfuhren von Schulen, die die SchülerInnen ebenfalls aufgefordert haben, zoom zu verwenden.
Leider entnehmen wir jüngeren Medienberichten, dass zoom aufgrund sehr problematischer Handhabung der Daten zunehmend in die Kritik gerät.

Einige Berichte hierzu:
ARD Tagesschau: Wie problematisch ist die Konferenz-App Zoom?
Der Spiegel: Mangelnder Datenschutz. US-Staatsanwaltschaft prüft Konferenz-App Zoom
Die Zeit: Videokonferenzen: Ok, Zoomer

Nun ist es ein Unterschied, ob ein etwaiger Missbrauch die Daten von Erwachsenen betrifft, die sich von sich aus für eine Plattform entscheiden. Anders sind Daten von Kindern und Jugendlichen zu sehen, die von der Schule den Auftrag erhalten, eine im Hinblick auf die Privatsphäre von Minderjährigen womöglich unsichere Plattform zu verwenden. Sollten Daten von Kindern in die falschen Hände weitergereicht werden, so ist das sicher nicht im Sinne des Allgemeinwohls.

Daher richten wir folgende Fragen an die Landesregierung:

  1. Wurde von den Schulämtern Weisung oder Empfehlung gegeben, eine bestimmte Plattform für die Videokonferenzen zu verwenden bzw. nicht zu verwenden?
  2. Weiß man, welche Schule welche Plattform verwendet?
  3. Geben die Schulen Weisung oder Empfehlung an die Lehrpersonen, welche Plattformen für Videokonferenzen verwendet werden sollen oder liegt die Entscheidung darüber rein im Ermessen der Lehrpersonen?
  4. Wurde das Thema der Datensicherheit schulpolitisch diskutiert? Was war das Ergebnis?
  5. Gibt es Überlegungen, zu zoom eine Gegenempfehlung auszusprechen?
  6. Gibt es Überlegungen, kommerzielle Plattformen grundsätzlich zu meiden und auf open-source-Angebote zurückzugreifen?

Bozen, 05.04.2020

Landtagsabgeordnete
Brigitte Foppa
Hanspeter Staffler
Riccardo Dello Sbarba

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