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Frauenpower in Weißrussland

PRESSEMITTEILUNG.

Was haben die Managerin eines Bankers, die Frau eines IT-Managers und die Frau eines Bloggers gemeinsam? Nichts weniger als dass sie dem weißrussischen Autokraten Alexander Lukaschenko bei den Parlamentswahlen die Stirn bieten.

Die Geschichte klingt wie ein Märchen: Als Sergej Tichanowskij, der für die Parlamentswahlen in seinem Land kandidieren möchte, verhaftet wird, übernimmt seine Frau, die studierte Pädagogin und Übersetzerin Swetlana Tichanowskaja das Ruder und kandidiert an seiner statt. Zugelassen wird sie allein deshalb, weil das politische Establishment ihres Landes sie unterschätzt. Was kann eine „Hausfrau“ schon anrichten gegen den mächtigen Lukaschenko? So das Credo im inneren Kreis des Langzeitpräsidenten. Doch Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall. Denn Tichanowskaja schließen sich mit Veronika Zepkalo und Maria Kolesnikowa die Mitarbeiterin respektive die Ehefrau zweier ebenfalls geschasster Wahlkampfkandidaten an. Zu dritt fahren sie durchs Land, füllen Plätze und begeistern die Menschen mit Sätzen wie „Ich habe Angst, jeden Tag. Aber jeden Tag überwinde ich meine Angst und bitte jeden Belarussen, dasselbe zu tun“.

Es endete vorerst, wie Märchen solcher Art in einer Autokratie normalerweise enden: Am vergangenen Sonntag wurden keine OSZE-Wahlbeobachter in die Republik Belarus gelassen und Berichte von Wahlfälschungen häufen sich. Lukaschenko „gewinnt“ die Wahl mit 80%, Tichanowskaja erreicht nach offiziellen Angaben 9%. Sie erkennt das Wahlergebnis nicht an und flieht nach Litauen. Die Proteste, die sich in der Folge in Form von Demonstrationen formieren, werden von der Staatsmacht brutal niedergeschlagen.

Doch die drei Frauen haben etwas angestoßen, was so leicht nicht durch massive Polizeigewalt wieder eingefangen werden kann. Mit gereckter Faust, einem mit den Händen geformten Herz und Victory-Zeichen sagen sie uns, dass ihre Zeit gekommen ist.

Wir sind Fans dieser Powerfrauen, weil sie der weißrussischen Politik neues Leben eingehaucht haben. Deshalb sind wir uns auch sicher: Ihre Geschichte hat gerade erst begonnen.

 

Marlene Pernstich

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