Ach, wie schießt ihr schlecht!

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DreierLandtag 2014 Brigitte Foppa… sagte Sandwirt Hofer zu seinen Schergen.

Nach der gestrigen Sitzung des Dreierlandtags und dem Schlagabtausch mit den Freiheitlichen Kollegen zu ihrem Vorschlag, das Lied „Zu Mantua in Banden“ zur Euregio-Hymne zu erheben, findet wir uns heute via Pressemitteilung als „Feiglinge“ abgestempelt. Ein schlechter Schuss, voll daneben, finden wir.
Wir Grüne haben uns nicht gegen ein gemeinsames Musikstück als „Hymne“ für die Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino ausgesprochen, im Gegenteil: Wir haben sogar konstruktive Gegenvorschläge geliefert, etwa ein gemeinsam von mehreren jungen MusikerInnen aus den drei Ländern entworfenes Musikstück, entweder mehrsprachig oder ganz ohne Text.
Auch wir finden, dass Musik Menschen verbindet. Allerdings stellen wir uns in aller Klarheit gegen die Verwendung eines Liedes, dessen Kern die Chronik einer Erschießung ist. Auch wenn es oft gesungen wurde und als hoch geschätztes Kulturerbe erscheint: Der Text des Andreas-Hofer-Liedes ist eindeutig militaristisch („den Tod, den er so manchesmal vom Iselberg geschickt ins Tal“) und kampfverherrlichend („will sterben wie ich stritt“, sagt Hofer, als er das Niederknien verweigert).
In einer Zeit, in der uns fast täglich Hinrichtungen in anderen Teilen der Welt erschüttern, ist es kein zukunftsweisendes Signal der Verbundenheit unserer Länder, wenn die Geschichte einer Hinrichtung als gemeinsame Hymne dienen soll.
Diese Verbundenheit braucht Erzählungen, die Gemeinsamkeit stiften. Liedtexte, die Menschen aller Sprachgruppen, Generationen, Geschlechter zusammenführen – während eine Kriegserzählung, eine Opfergeschichte immer trennen wird und bestimmte Gruppen ausschließt.
Hier gilt es, einen neuen Weg einzuschlagen, durch einen Neubeginn, der weit mutiger wäre als immer nur das Alte fortzuschreiben und abzuschreiten. So viel zum Vorwurf der Feigheit, der sein Ziel weit verfehlt.

Brigitte Foppa
Hans Heiss

BZ, 29.10.2014

Anhang: Liedtext, mit wörtlicher Übersetzung ins Italienische

Zu Mantua in BandenDer treue Hofer war,
In Mantua zum Tode
Führt ihn der Feinde Schar.
Es blutete der Brüder Herz,
Ganz Deutschland, ach, in Schmach und Schmerz.
Mit ihm das Land Tirol,
Mit ihm das Land Tirol.Die Hände auf dem Rücken
Der Sandwirt Hofer ging,
Mit ruhig festen Schritten,
Ihm schien der Tod gering.
Den Tod, den er so manchesmal,
Vom Iselberg geschickt ins Tal,
Im heil’gen Land Tirol,
Im heil’gen Land Tirol.

Doch als aus Kerkergittern
Im Festen Mantua
Die treuen Waffenbrüder
Die Händ’ er strecken sah,
Da rief er laut: “Gott sei mit euch,
Mit dem verrat’nen deutschen Reich,
Und mit dem Land Tirol,
Und mit dem Land Tirol.

“Dem Tambour will der Wirbel
Nicht unterm Schlegel vor,
Als nun der Sandwirt Hofer
Schritt durch das finst’re Tor,
Der Sandwirt, noch in Banden frei,
Dort stand er fest auf der Bastei.
Der Mann vom Land Tirol,
Der Mann vom Land Tirol.

Dort soll er niederknie’n,
Er sprach: “Das tu ich nit!
Will sterben, wie ich stehe,
Will sterben, wie ich stritt!
So wie ich steh’ auf dieser Schanz’,
Es leb’ mein guter Kaiser Franz,
Mit ihm sein Land Tirol!
Mit ihm sein Land Tirol!”

Und von der Hand die Binde
Nimmt ihm der Korporal;
Und Sandwirt Hofer betet
Allhier zum letzten Mal;
Dann ruft er: “Nun, so trefft mich recht!
Gebt Feuer! Ach, wie schießt ihr schlecht!
Ade, mein Land Tirol!
Ade, mein Land Tirol!” »

 

A Mantova in catenestette il fedele Hofer
La schiera dei nemici
lo portava alla morte.
Pianse il cuore dei fratelli,
tutta la Germania,
oh, di dolore e vergogna.
E con essa la regione del Tirolo,
con essa la regione del Tirolo.Le mani legate sulla schiena
camminò l’albergatore Hofer.
Con passo tranquillo e fermo,
la morte gli sembrò facile.
La morte che lui stesso parecchie volte
aveva mandato in valle, dal Monte Isel.
Nella sacra regione del Tirolo,
la sacra regione del Tirolo.

Ma quando dalle grate del carcere
nella fortezza di Mantova
vide i fedeli fratelli di armi allungare le mani,
allora chiamò a voce alta:
“Dio sia con voi,
con il tradito Regno di Germania
e con la regione del Tirolo,
la regione del Tirolo.”

Al tamburo non riesce il rullo,
quando l’albergatore Hofer
attraversò la porta buia.
L’albergatore,
libero anche nelle catene,
lì stette, fermo, al bastione.
L’uomo del Tirolo,
l’uomo del Tirolo.

Là deve inginocchiarsi, ma disse:
“Non lo faccio. Voglio morire in piedi,
voglio morire come ho combattuto!
Così come sto in questa trincea,
viva il mio buon imperatore Franz,
e con esso la regione del Tirolo,
con esso la regione del Tirolo!”

E il caporale gli tolse la benda dalla mano
e l’albergatore Hofer
qui pregò per l’ultima volta.
Dopo esclamò: “Allora colpitemi!
Fuoco! Ah, come sparate male!”
Addio, mio Tirolo,
addio mio Tirolo!

DreierLandtag 2014

 

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