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P1010166Im Bereich Kindergarten wurden seit Jahren keine Bediensteten mehr in die Stammrolle mit unbefristetem Dienstverhältnis aufgenommen. Dies hat zur Folge, dass einzelne Personen mit über 15 Dienstjahren (DJ) trotz Eignungsprüfung nur mit befristetem Arbeitsvertrag beschäftigt sind. Die gravierenden Risiken liegen darin, gänzlich ohne Anstellung zu bleiben bzw. nur eine Anstellung weit weg von zu Hause zu erhalten. Bei der Stellenbestätigung für die befristet Bediensteten mit einem Dienstalter von 3 Jahren kann die Stelle des Vorjahres nur bestätigt werden, sofern diese nicht von Stammrollenpersonal beansprucht wird. Dies führt dazu, dass bei Stellenverlust dem Personal mit befristetem Vertrag und hohem Dienst-Alter kaum Stellen zur Wahl zur Verfügung stehen. Denkbare Lösungen wären die Aufnahme von mehr Personal in die Stammrolle und Abschaffung der Stellenbestätigung. Hinzu käme die Möglichkeit, Personal mit befristetem Vertrag und hohem Dienstalter wie Stellenverlierer zu behandeln. Dann könnte evtl. eine Bedienstete mit 15 DJ eine Stelle beanspruchen, die dzt. von einer Person mit nur 3-4 DJ besetzt wird. Schließlich schränkt die Möglichkeit des Stammrollenpersonals, von Teil- auf Vollzeit zu wechseln, den Freiraum für die „Jungen“ ein.

Daher richten wir folgende Anfrage an die Südtiroler Landesregierung:

  1. Wie kann diese gravierende Ungleichbehandlung gebessert werden?
  2. Wie ist es möglich, dass einige Angestellte mit 14 DJ in der Stammrolle sind und einige nicht?

Hans Heiss
Riccardo Dello Sbarba

Bozen, 23. Mai 2013

 

OLYMPUS DIGITAL CAMERAANFRAGE

Welche Einrichtungen werden im Gebäude der Congregatio Jesu, vulgo‚ Englische Fräulein’ in Brixen, untergebracht?

Im Sommer 2011 hat die Landesverwaltung den Gebäudekomplex der Congregatio Jesu in Brixen um 25 Mio. € erworben. Die Auslastung des großen Areals im Herzen der Stadt lässt aber bis heute sehr zu wünschen übrig. Offenbar befindet sich im Schuljahr 2012/13 neben dem Pädagogischen Beratungszentrum nur eine einzige Klasse der FS für Sozialberufe ‚Hanna Arendt’ mit ca. 15 bis 20 Schülerinnen oder Schülern in den weitläufigen Gebäuden, die auch für die nur mäßige Nutzung angemessen beheizt werden mussten. Hinzu kommt noch das vom Kolpingwerk geführte Studentinnenheim ‚Marianum, das wegen Umbauten des bisherigen Gebäudes in das Kerngebäude der „Englischen’ transferiert wurde.

Daher richten wir folgende Anfrage an die Südtiroler Landesregierung:

  1. Welche Einrichtungen sind dzt. bei den „Englischen“ untergebracht?
  2. Wie viele Schüler/innen umfasst die aktuelle Klasse der ‚Hanna Arendt’?
  3. Wie viele Heimschülerinnen sind in den Gebäuden untergebracht?
  4. Welche Umbauten zu welchen Kosten sind in den Gebäuden vorgesehen?
  5. Welche Heizkosten fielen in der Heizperiode 2012/13 an?

Hans Heiss
Riccardo Dello Sbarba

Bozen, 28. April 2013

 

 

Bozen, den 25. Februar 2013

Dass Christoph Hartung von Hartungen urplötzlich verstorben ist, mag man sich kaum vorstellen. Mit seiner Frau Dorothea gehörte er zum Erscheinungsbild Bozens und Südtirols, als Lehrer, Historiker, öffentliche Person und genauer Beobachter von sanfter, nie verletzender Ironie.

Christoph fühlte sich zu öffentlichem Einsatz wie selbstverständlich verpflichtet, neben der Sorge für die Familie und seiner beruflichen Arbeit als Oberschullehrer am Gymnasium „Walther von der Vogelweide“. Engagement und Einmischung waren ihm Lebenselixier, seit der Oberschulzeit am Franziskanergymnasium und als Aktiver in der Südtiroler Hochschülerschaft in den späten siebziger Jahren.

Seine große Begabung als Historiker trat auch bald öffentlich zu Tage: Schon um 1980 war er an der Wiederentdeckung des Bauernrebells Michael Gaismair in Südtirol maßgebend beteiligt, er hinterfragte bereits 1984 den Mythos von Andreas Hofer und legte mit Reinhold Staffler 1985 die erste handliche, gut lesbare Geschichte Südtirols im 20. Jahrhundert vor. Von konservativen Publizisten des Landes als einer der „selbsternannten Historiker“ geschmäht, war Hartungen damals unter einer jüngeren Historiker-Generation gewiss die Persönlichkeit mit dem universalsten Geschichtsbild und -wissen – von der Antike über Oswald von Wolkenstein bis zu den Weltkriegen. Und er war begnadeter Geschichtsvermittler, in unzähligen Vorträgen und Publikationen, als Mitarbeiter an Dorfbüchern, bei Führungen vor Ort, vor allem als mitreißender, anregender Lehrer mehrerer Schüler-Generationen. Hartungen war Mittler zwischen den Sprachgruppen, der ein italienischsprachigem Publikum ebenso souverän einzunehmen wusste wie ein deutschsprachiges Auditorium.

Ein wenig umwehte Christoph die altösterreichische, übernationale Aura der Habsburgermonarchie, mit deren Geschichte seine Familie tief verbunden war; die Idee eines weltoffenen und gerechten Tirol war ihm Selbstverständlichkeit.

Nach ersten kommunalpolitischen Erfahrungen in Seis stellte sich Christoph von Hartungen für eine Amtsperiode auch als Gemeinderat von Bozen 2000 bis 2005 zur Verfügung, in einer schwierigen Phase, in der das Referendum über den Sieges- oder Friedensplatz in Bozen 2002 das politische Klima ebenso aufheizte ebenso wie die Debatte um den Verkauf von Etschwerke-Anteilen. Der enorme Druck des politischen Konflikts machte ihm zweifellos zu schaffen und setzte auch seiner Gesundheit zu.

Als Vertreter der Lehrerschaft und als Vorsitzender des Landesschulrats steuerte Hartungen ab 2006 seinen Einsatz in ruhigeres, wiewohl zuweilen turbulentes Fahrwasser. Ruhige, überlegte Positionen und ausgeprägter Gerechtigkeitssinn erhoben ihn zur Integrationsfigur und wie berufen zu Ausgleich und Mediation. Sein intellektuelles Potenzial, dazu Offenheit, Lebensfreude und ausgleichende Umgänglichkeit machten Christoph von Hartungen zur hoch geschätzten Persönlichkeit unverwechselbaren Formats.

Die Grünen denken an ihn als Vertreter eines europäischen und bodenständigen Südtirols, als Wanderer zwischen unterschiedlichsten Zeiten und Welten. Er hat sein Land als Lehrer, kulturelle und öffentliche Persönlichkeit dauerhaft bereichert. Dafür gebührt ihm große Dankbarkeit, seiner Frau Dorothea, seiner Tochter Charlotte und den Brüdern Max und Anton gilt aber freundschaftliche Anteilnahme.

Hans Heiss und Riccardo Dello Sbarba, Landtagsabgeordnete
Brigitte Foppa und Sepp Kusstatscher, Vorsitzende der Grünen-Verdi-Vërc

Screenshot new pageNach intensiver Bautätigkeit in einer nicht allzu gemütlichen Zeit (zumindest was politische Parteien betrifft), präsentieren wir nun zufrieden unsere neu lancierte Homepage:

www.gruene.bz.it

Wir haben versucht, angesichts knapper zeitlicher und finanzieller Ressourcen, eine klar strukturierte, übersichtliche und freundliche Website zu erstellen. Mit engen Verknüpfungen zu Social Media-Seiten und einer Newsletter-Funktion.

Die Seite wird in den nächsten Monaten noch weiter ausgebaut werden. Wir bitten um Verständnis wenn in der einen oder anderen Ecke die inhaltliche Unterfütterung noch keinen zufrieden stellenden Umfang erreicht hat.

Lob, Kritik, Verbesserungsvorschläge?
Gern direkt an info@verdi.bz.it

 

 

Bozen, 22. Jänner 2013

Der Rektor der Freien Universität Bozen, Walter Lorenz und Vizerektor Stefan Zerbe beklagen den Umstand, dass die Universität Innsbruck knapp die Hälfte der Mittel aus dem von Südtirol bereit gestellten Forschungsfonds beanspruchen kann. Die eingehender und unabhängiger Bewertung der von vielen Interessenten eingereichte Projekte hatte Innsbruck deutlich die nase vorn und konnte ca. 50% der 4,5 Mio. von Forschungsmitteln für sich verbuchen. Die Freie Universität Bozen hingegen konnte nur Projektmittel in Höhe von 570.000 € sicherstellen und nur vier Vorhaben positiv über die Gutachterrunde bringen.

Nun erheben Rektor und Vizerektor unisono die Forderung an das land „grundsätzlich die Frage zu stellen, ob man mit Steuergeldern Forschung im Ausland finanzieren will. Das gibt es in ganz Europa sonst nirgendwo.“, „die Gelder müssen im Land bleiben.“

  • Vielleicht sind Rektor und Vizerektor noch nicht lange genug in Südtirol, um zu wissen, welch zentrale Rolle die Universität Innsbruck seit Jahrzehnten für die Forschung in Südtirol einnimmt. Die Leopold-Franzens-Universität bildet nicht nur ohne größere Südtiroler Beihilfe seit vielen Jahrzehnten Tausende von Südtiroler Studierenden aus, sondern hat auch die Forschung für Südtirol strategisch mit betreut: Dutzende von Forschungsprojekten in den Bereichen Recht, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Natur-, Geisteswissenschaften und Technik wurden überwiegend mit österreichischen Landes- und Bundesmitteln zugunsten Südtirols finanziert. Wenn nun Innsbruck in einem transparenten Wettbewerbsverfahren einen erheblichen Teil der Mittel für südtirolspezifische Forschungsthemen sichert, so ist dies keine Abzocke, sondern ein Qualitätsbeweis der Innsbrucker Forschungsleistung. Aus Südtiroler Sicht ist der Rückfluss als kleines Zeichen des Ausgleichs zu bewerten.
  • Umgekehrt ist zu fragen, warum eine so hohe Zahl von Projekten der Freien Universität Bozen beim jüngsten Wettbewerb zwar eingereicht wurde, aber nicht berücksichtigt werden konnte. Dies ist bedenklich: Die Vorlagen der FUB waren aus der Sicht der Bewerter offenbar zu wenig überzeugend, was der wichtigsten und teuersten Forschungsreinrichtung im Lande kein gutes Zeugnis ausstellt.

Anstatt sich zu beklagen, sollte die Bozner Universitätsspitze die historischen und aktuellen Verdienste Innsbrucks um Ausbildung und Forschung in Südtirol zur Kenntnis nehmen und vor allem das eigene Qualitätslevel Bozens entscheidend steigern.

Hans Heiss