HomeLandtagsarbeitAnfragenPestizid-Studie aus Frankreich, die Zweite: Kinder und Landwirt:innen gehören zu den Risikogruppen

Pestizid-Studie aus Frankreich, die Zweite: Kinder und Landwirt:innen gehören zu den Risikogruppen

ANFRAGE ZUR SCHRIFTLICHEN BEANTWORTUNG.

Bezugnehmend auf die Anfrage der Grünen Fraktion Nummer 1761-21 möchten wir zum konkreten Auftreten der in der Studie genannten Krankheiten und deren Auftreten nochmal genauer nachhaken. Zum besseren Verständnis hier der Text der oben zitierten Anfrage:

Eine soeben veröffentlichte Studie[1] des Nationalen Instituts für Gesundheit und medizinische Forschung in Frankreich (INSERM) besagt, dass der Zusammenhang zwischen dem Einsatz von Pestiziden und bestimmten Erkrankungen immer deutlicher erkennbar wird. Das staatliche Forschungsinstitut hatte bereits im Jahr 2013 eine ähnliche Studie durchgeführt, die in Frankreich als Referenz bei der Anerkennung von Berufskrankheiten von Landwirt:innen gilt. Nun legt das INSERM mit einer neuen und umfangreichen Studie neue Erkenntnisse vor, die besorgniserregend sind.

Zusammenfassend besagt die Studie, dass der Zusammenhang zwischen dem Ausbruch von Krankheiten und dem Kontakt mit gewissen Pestiziden größer sei als bisher angenommen. Menschen, die regelmäßig und über einen längeren Zeitraum gewissen Pestiziden ausgesetzt sind, haben ein erhöhtes Risiko zu erkranken. Die Studie beinhaltet auch eine Liste von Krankheiten, die durch den Kontakt mit gewissen Pestiziden ausbrechen können.

In dieser Liste finden sich unter anderem folgende Pathologien: Aufmerksamkeitsstörungen, Lungenerkrankungen, Parkinson, Non-Hodgkin-Lymphom, Prostatakrebs, chronische Bronchitis und bei Kindern Krebserkrankungen des zentralen Nervensystems sowie akute Leukämie. Die Studie hebt im Wesentlichen die Pestizid-Gruppen der Organophosphate und der Pyrethroide hervor, wo der Zusammenhang zwischen Kontakt mit gewissen Pestiziden und Erkrankungssymptomen besonders evident ist.

 

Daher richten wir folgende Fragen an die Landesregierung:

  1. Wie hat sich das Auftreten der folgenden Krankheiten in Südtirol seit dem Jahr 2000 entwickelt?
    1. Aufmerksamkeitsstörungen
    2. Lungenerkrankungen
    3. Parkinson
    4. Non-Hodgkin-Lymphom
    5. Prostatakrebs
    6. chronische Bronchitis
    7. Krebserkrankungen des zentralen Nervensystems bei Kindern
    8. akute Leukämie bei Kindern
  2. Gibt es Daten über die geographische Verbreitung dieser in Frage 1 angeführten Krankheiten? Wenn ja, bitten wir um die Aushändigung!
  3. Gibt es beim Auftreten dieser in Frage 1 aufgeführten Krankheiten Auffälligkeiten in Bezug auf Berufsgruppen und Alter?

 

Bozen, 16.09.2021

 

Landtagsabgeordnete
Hanspeter Staffler
Brigitte Foppa
Riccardo Dello Sbarba

 

[1] Pesticides et effets sur la santé. Nouvelles données © Éditions EDP Sciences, 2021

 

Hier könnt ihr die Antwort der Landesregierung, Anlage 1 und Anlage 2 herunterladen.

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Author: Heidi

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