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Leihservice für den Fernunterricht

BESCHLUSSANTRAG.

Südtirol – und nicht nur Südtirol – musste in dieser Covid-Krise im Jahr 2020 auf die harte Tour lernen, dass Schule von Zuhause aus zwar – Technik sei Dank – im Notfall funktioniert, dass aber der reibungslose Ablauf auch und vor allem mit dem technischen Equipment steht und fällt. Während der Monate des Fernunterrichts stellte sich mangelhafte technische Ausrüstung als größte Herausforderung im Lernalltag heraus. Weil sie über das Smartphone ins Internet gehen, haben immer mehr Menschen keinen PC oder Laptop mehr zu Hause. Vor allem betrifft dies jene Familien, in denen die Eltern vom Büro aus am Computer arbeiten und deshalb zu Hause bisher darauf verzichten konnten. Auch in Haushalten, die zwar einen oder zwei Laptops besitzen, bedeutet eine längere Zeit des Fernunterrichts, dass sich Eltern und Kinder zwecks Homeoffice und Homeschooling oftmals diese Geräte teilen müssen. Kurzum: Wir leben zwar in einer immer digitalisierteren und technischeren Welt, dies heißt jedoch nicht, dass alle Bürgerinnen und Bürger auch technisch für einen längeren Zeitraum von Arbeit bzw. Schule von Zuhause aus gerüstet sind.

Auf den Corona-Notstand waren wir diesbezüglich nicht vorbereitet und wurden uns dieser Mängel erst in der Krise selbst bewusst. Doch können wir daraus jetzt unsere Lehren ziehen und Abhilfe schaffen. Denn auch wenn es vielleicht nicht zu einem zweiten Lockdown in diesem Größenausmaß kommt, werden einzelne Schülerinnen und Schüler auch in Zukunft in Quarantäne müssen und folglich zu Hause unterrichtet werden. Damit ihnen dies so leicht wie möglich fällt und sie den Umständen entsprechend gut lernen können, braucht es Hilfe, auch technischer Natur.
Viele Familien sind wegen der Krise in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Zusätzliches technisches Material anzukaufen können sie sich gerade zum aktuellen Zeitpunkt nicht leisten. Aus diesem Grund wäre ein Leihservice die wohl effizienteste Methode, um möglichst vielen Kindern und Jugendlichen für möglichst wenig Geld in einer Quarantäne-Situation die Mittel zur Verfügung zu stellen, die sie in dieser Zeit brauchen.

Um die Ausrüstung so gut wie möglich zu nutzen, kann an Rotation auf Bezirksebene gedacht werden. Ist die Quarantäne vorbei, wird das Material an andere Schülerinnen und Schüler weitergegeben.

Ein paar Tablets und wenige Laptops pro Bezirk würden ausreichen, um einen reibungslosen Übergang von Schulalltag zu Homeschooling gewähren zu können. Für viele Familien wäre dies eine enorme Erleichterung. Die Qualität des Unterrichts zu Hause ließe sich auf diese Weise enorm steigern.

Daher beauftragt der Südtiroler Landtag die Landesregierung

  1. Einen Leihservice für technische Basis-Ausrüstung einzurichten, welche Schülerinnen und Schülern, die eine gewissen Zeit von zu Hause aus unterrichtet werden müssen, bei Bedarf zur Verfügung gestellt wird.
  2. Diesen Dienst auch mit technischer Unterstützung seitens eines Service Desks zu begleiten, um den Familien bei den Schwierigkeiten der digitalen Welt zur Seite zu stehen.

Bozen, 21.10.2020

Landtagsabgeordnete
Brigitte Foppa
Hanspeter Staffler
Riccardo Dello Sbarba

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Author: Heidi

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