HomeLandtagsarbeitAnfragenCovid-19-Schutzmaßnahmen in den Seniorenwohnheimen und anderen Einrichtungen

Covid-19-Schutzmaßnahmen in den Seniorenwohnheimen und anderen Einrichtungen

ANFRAGE ZUR SCHRIFTLICHEN BEANTWORTUNG.

Am 5.3.2020 erging vom Verband der Seniorenwohnheime, entsprechend dem Dekret des Ministerpräsidenten, die Empfehlung aus, den Zugang zu den Seniorenwohnheimen einzuschränken. Der Verband wies damals auf die erlassenen Maßnahmen zur Vorbeugung einer Krankheitsübertragung in den Heimen hin.
Am 25.3.2020, also 20 Tage später, wurde vom Verband der Seniorenwohnheime und vom Amt für Senioren ein Krisenstab eingerichtet, der sich in enger Zusammenarbeit mit dem Sanitätsbetrieb die Lage koordiniert, sich laufend mit den Behörden abspricht, bei der Beschaffung von Schutzausrüstung hilft und die Heime in der schwierigen Zeit berät. Weitere Aufgaben des Krisenstabs sind das Filtern und Aufarbeiten von Informationen und das Erstellen von Situationsberichten.
Zum Zeitpunkt der Einrichtung des Krisenstabs waren die Seniorenwohnheime bereits zu so genannten Hotspots geworden.
Als 6 Tage später die Daten der Verstorbenen in den Sanitätseinrichtungen mit denen der Seniorenwohnheimen zusammengeführt wurden, gab es den traurig berühmten Sprung von 74 Toten auf 110 in einem Tag. Bis heute pendelt es sich ein, dass ein Drittel der Covid-19-Toten ihr Leben in den Seniorenwohnheimen verloren haben.
Das bedeutet, dass die Seniorenwohnheime, und vermutlich auch die anderen sozialen Einrichtungen sowie die Hauspflege (bisher ist zu den beiden letztgenannten nichts verlautbart worden) stark Covid-belastet sein dürften. Dies ist nicht nur für die EinwohnerInnen der Strukturen gefährlich, sondern auch für die darin Arbeitenden.
In einer Pressemitteilung bekundete der Krisenstab am 25.3.2020, dass die Materialien von Sanitätsbetrieb und Zivilschutz sehr begrenzt seien. Deshalb habe der Krisenstab selbst Schutzmaterialien angekauft, um bei Engpässen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Seniorenwohnheimen ausreichend schützen zu können.

In diesem Zusammenhang richten wir folgende Fragen an die Landesregierung:

  1. Welche Maßnahmen zum Schutz des Personals und der BewohnerInnen der Seniorenwohnheime wurden in der Zeit zwischen dem 5.3.2020 und dem 25.3.2020 getroffen?
  2. Wann wurden die Schutzmaterialien angekauft?
  3. Von wem wurden sie angekauft?
  4. Welche Materialien wurden gekauft?
  5. Wer lieferte die Schutzmaterialien?
  6. Welche waren die Kosten?
  7. Gab es einen zentralen Einkauf von Atemschutzmasken und Schutzkleidung über die Einkaufsgenossenschaft?
  8. Welchen Anteil hatte das Land Südtirol beim Management der Krise in den Seniorenwohnheimen zwischen dem 5.3. und dem 25.3.?
  9. Gibt es Erkrankte bzw. Positiv Getestete in den Zentren für Menschen mit Beeinträchtigung, den Wohngemeinschaften und im Bereich der Hauspflege? Wir bitten um die Daten.
  10. Welche Schutzausrüstung wird dem Personal, die in den Zentren für Menschen mit Beeinträchtigung, den Wohngemeinschaften und in der Hauspflege arbeiten, zur Verfügung gestellt?

Bozen, 10.4.2020

Landtagsabgeordnete
Brigitte Foppa
Riccardo Dello Sbarba
Hanspeter Staffler

Das Diktat der Brenn
Helfende Hände für
KEINE KOMMENTARE

KOMMENTAR SCHREIBEN