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Seit ein paar Wochen kann man die Empörung unter den BürgerInnen vom Gadertal spüren, eine Empörung, die Richtung Verzweiflung geht. Das Schloss, die Gran Ciasa in La Villa steht nun tatsächlich zum Verkauf. „Ein zeitloses Schloss im Herzen der Dolomiten“ kann man auf der Webseite von Sotheby‘s lesen. „Vertrauliche Verhandlung“, natürlich. Man munkelt von über 20 Millionen Euro.

Schon vor ein paar Jahren wollte man das Schloss verkaufen, an die Gemeinde. Eine von der Gemeinde beauftragte Schätzung hatte die historische Immobilie auf einen Wert von ca. 3,5 Millionen Euro geschätzt. Das Schloss steht unter Denkmalschutz, die Gemeinde hätte ein Vorverkaufsrecht. Aber wie kann eine Gemeinde eine Investition von 20 Millionen Euro für ein Schloss rechtfertigen? Das historische Erbe der Ladiner wird wohl in der Hand irgendeines Investitionsfonds oder eines superreichen Menschen landen. Der Ausverkauf der Heimat in seiner besten Weste.

„Es geht hier nicht darum, jene zu kritisieren, die diese Immobilie zum Verkauf freigeben, sondern die Perversität eines Systems aufzuzeigen, dass keine soziale Nachhaltigkeit mehr kennt. Das Immobiliensystem in Südtirol ist der Spekulation verfallen.”, so Elide Mussner, Co-Sprecherin der Südtiroler Grünen und Gemeinderätin in Abtei. Die Gründe sind mehrere, darüber könnte man viel – und wird auch viel – diskutieren. Unter anderem die weltweite Bekanntheit des Landes und im gleichen Moment die geringe Verfügbarkeit von Immobilien auf dem Markt, beide Faktoren lassen die Preise nach oben schnellen. 45 Quadratmeter für 500.000 Euro u.s.w. Wenn es dann um historische Gebäude geht, da fehlt es an öffentlicher Unterstützung. Es ist fast unmöglich geworden, ein historisches Gebäude wie die Gran Ciasa mit privaten Mitteln zu erhalten, außer, man könnte daraus ein Geschäft machen, alias ein Hotel. Der Bettenstopp lässt es im Moment aber nicht zu.

Die Situation ist verzwickt. Die Menschen enttäuscht. „Unsere ladinische Identität wird verkauft“, heißt es unter den Bürgern.

Wenn das Land Südtirol gemeinsam mit den Gemeinden hier was tun könnte, wie aus dem Schloss einen öffentlich zugänglichen Raum machen, der Kultur, Kunst und Begegnung fördert. Für die LadinerInnen. Das wäre eine konkrete Investition in die soziale Nachhaltigkeit!

Elide Mussner
Co-Sprecherin Verdi Grüne Vërc
Gemeinderätin Abtei

Die Generalversammlung der FYEG federation of young european greens wird 2026 nach Südtirol kommen, sie ist das wichtigste Event für Entscheidungen und wird vom 28. – 30. Mai 2026 in Bozen stattfinden.

Die young greens southtyrol (YGS) haben etwas Großartiges geschafft. Sie wurden ausgewählt, die jährliche Generalversammlung der jungen Europäischen Grünen zu hosten. Die jungen europäischen Grünen sind junge, motivierte Menschen, die auf europäischem Level für die gleichen Ziele einstehen. Seit mehr als 30 Jahren kämpfen die Mitgliedsorganisationen zusammen für ein gerechteres Europa. Gemeinsam organisieren wir Kampagnen und setzen uns für Bildung ein. Zum Beispiel durch verschiedene Bildungskampagnen, wie dem Sommercamp zum Thema soziale Gerechtigkeit. Wir kämpfen für ein offenes und feministisches Europa, welches sich für queere und körperlich beeinträchtigte Personen stark macht und anti-rassistisch und anti-faschistisch ist. Wir wollen ein demokratisches Europa, welches die Rechte der Menschen schützt und sich dafür einsetzt, dass junge Menschen aktiv ihre Zukunft mitgestalten können.

Wir fordern eine grüne und gerechte Zukunft, die fundiert auf Wirtschaftsdemokratie, gerechter Verteilung von Reichtum, sozialer Gerechtigkeit und einem Austausch zwischen den Generationen. Die zwei Co-Sprecherinnen YGS, Camilla Cristofoletti und Lisa Wierer sind sehr erfreut darüber, dass Bozen ausgewählt wurde. Denn Südtirol ist Europa im Kleinen. Hier werden verschiedene Sprachen gesprochen, wir sind ein Melting Pot der Kulturen und darauf können wir stolz sein. Hier haben wir die Gelegenheit, dies auf europäischer Ebene zu zeigen.

„Es werden mehr als 120 Personen zu diesem Event anreisen und wir hoffen auch auf eine rege Beteiligung der Bevölkerung von Südtirol, lasst uns gemeinsam eine bessere Zukunft gestalten!“, so Camilla Cristofoletti. Lisa Wierer ergänzt: „Für die lokale Politik ist das DIE Gelegenheit, die Anliegen der jungen Menschen besser zu verstehen und anzupacken. Im Landtag sowie auch in der Gemeindepolitik sind die jungen Menschen von Südtirol kaum vertreten, vielleicht auch deshalb wandern so viele junge Menschen aus“.

„Es ist uns eine große Ehre, die nächste GA in Bozen halten zu dürfen, besonders als kleinstes Organisationsmitglied ist dies ein unglaublicher wichtiger Moment, vor allem auch dieses Jahr, wo Olympia stattfinden wird, ist es uns wichtig zu zeigen wie man respektvoll mit Menschen und Umwelt umgehen kann“, schließen Cristofoletti und Wierer.

Co Sprecherinnen der YGS
Camilla Cristofoletti
Lisa Wierer

Der Konflikt um die Arbeitsbedingungen bei der SASA, dem Betreiber des öffentlichen Nahverkehrs in Bozen, Meran und Leifers, ist längst mehr als ein Gewerkschaftsstreit. Er hat sich zu einem sozialen und politischen Problem entwickelt. Streiks, Personalmangel, belastende Arbeitszeiten und zunehmende Gewalt in den Fahrzeugen gefährden einen grundlegenden öffentlichen Dienst.

Die aktuellen Proteste sind kein neues Phänomen. Seit Jahren werden schlechte Arbeitsbedingungen, unzureichende Löhne und Schwierigkeiten bei der Personalgewinnung kritisiert. Maßnahmen wie der Einsatz von Bodycams können hilfreich sein, ersetzen aber keine strukturellen Lösungen für Sicherheit, Prävention und berufliche Anerkennung.

Die Ablehnung des am 27. November unterzeichneten Tarifabkommens in einem internen Referendum, das lediglich symbolische Nacht- und Sonntagszulagen sowie einmalige Welfareleistungen vorsieht, stellt ein unmissverständliches politisches Signal dar: Die vorgeschlagenen Maßnahmen werden weder der Würde der Arbeit noch der gesellschaftlichen Bedeutung des öffentlichen Verkehrs gerecht.

„Es geht nicht um Privilegien, sondern um Respekt gegenüber jenen, die täglich einen unverzichtbaren Dienst leisten.“, erklärt Luca Bertolini, Co-Sprecher der Grünen Südtirols. „Das Land muss als Mehrheitsgesellschafter der SASA Verantwortung übernehmen und ernsthafte, transparente Verhandlungen ermöglichen.“

Die Grünen werden das Thema in Gemeinderäten und im Landtag aufgreifen und klare Antworten zu Arbeitsbedingungen, Sicherheit, Bezahlung, Personalmangel und Zukunftsperspektiven verlangen. Als mehrheitlich vom Land kontrolliertes Unternehmen darf sich die SASA dem Dialog nicht entziehen.

„Wir können uns keinen geschwächten öffentlichen Verkehr leisten“, so Bertolini abschließend. „Es braucht politischen Mut, strukturelle Investitionen und eine langfristige Strategie. Ohne würdige Arbeitsbedingungen gibt es keinen funktionierenden öffentlichen Verkehr und keine glaubwürdige nachhaltige Mobilität.“

„Loud for People, Planet and Europe” lautete das Motto des 40. Kongresses der Europäischen Grünen in Lissabon, an dem Elide Mussner und Luca Bertolini, die beiden Co-Sprecher der Grünen Grüne Vërc, teilgenommen haben. Mit dabei waren auch die beiden Gemeinderäte Verena Frei (Gargazon) und Julian Rossmann (Vahrn) für das Netzwerk der „Green Local Councillors”.

 

Der Kongress der Europäischen Grünen stand ganz im Zeichen der Einheit und für eine widerstandsfähige und entschlossene grüne Politik, die sich für Demokratie, Solidarität und Gerechtigkeit stark macht.

Von Anfang an gab es heftige Kritik an der aktuellen Linie der Europäischen Kommission: Die Zusammenarbeit mit rechtsextremen Kräften, wie sie die Christdemokraten von Ursula von der Leyen betreiben, öffnet Europa dem Extremismus, dessen letztendliches Ziel es ist, zu spalten und zu trennen, während es eigentlich darum gehen sollte zusammenhalten und gemeinsam etwas aufzubauen.

Beeindruckend waren die Stellungnahmen der Grünen aus Serbien und Georgien, die von ihren Widerstandsbewegungen gegen die Regierungen ihrer Länder berichteten, die die demokratischen Rechte systematisch und repressiv untergraben. Nur per Video zu sehen waren hingegen die Botschaften des Budapester Bürgermeisters Gergely Karácsony, dem es unter Orbáns Herrschaft nicht gestattet ist, sein Land zu verlassen, und des in der Türkei inhaftierten Ekrem İmamoğlu, dessen Botschaft von seiner Frau verlesen wurde, weil er sich noch im Gefängnis befindet.

„Die Europäische Grüne Partei steht für eine starke und klare demokratische Stimme, eine Stimme für die Freiheit des Denkens und Handelns, eine Freiheit, die nicht selbstverständlich ist und Tag für Tag verteidigt werden muss. Daran erinnern uns die vielen VertreterInnen, die nicht am Kongress teilnehmen konnten, weil sie von den Regimes ihrer Länder, von Georgien über die Türkei bis hin zu Weißrussland und Ungarn, daran gehindert wurden“, so Elide Mussner. Bewegend war die Übergabe von Blumen mit Standing Ovations an die Sprecher von Dymitry Kuchuk. Kuchuk konnte nicht anwesend sein, da er in Weißrussland feststeckt, wo er sich in einem ständigen Kampf für demokratische Werte und gegen das autoritäre, pro-putinistische Regime engagiert. „Die schlechte Qualität der Demokratie in Europa haben wir in diesen Tagen hautnah miterlebt: Die leeren Plätze sind ein schmerzliches Zeichen, das gerade von den Freunden und Freundinnen der grünen Parteien im Osten kommt. Es ist die Bestätigung, dass unser Engagement für ein wirklich demokratisches Europa weitergehen muss“, sagt Luca Bertolini.

Demokratie, Rechte, Freiheit – Werte, die die Stimme jedes Einzelnen brauchen, um eine Kraft zu schaffen, die keine Angst hat, sondern Hoffnung sät. Eine grüne Kraft, die den Menschen nahe ist, eine positive und inklusive Entwicklung fördert und eine starke Stimme für die Demokratie ist.

 

“Pre-loved” statt Neukauf – großes Interesse am Kleidertausch

Als bewusstes Gegenmodell zum sogenannten Black Friday, findet auf dem Bozner Pfarrplatz sowie mobil in der Innenstadt die Kleidertauschparty der Grünen. Zahlreiche Menschen nutzen die Gelegenheit, gut erhaltene Kleidung kostenlos zu tauschen und damit eine praktische, günstige und nachhaltige Alternative zum Neukauf zu wählen.

Mit der Aktion machten die Grünen gemeinsam mit Aktivist*innen darauf aufmerksam, wie gravierend die globale Überproduktion von Kleidung die Umwelt belastet. “Pre-loved”, also „schon einmal geliebt“, soll ein neuer Standard im Modeverständnis werden.

Jährlich werden weltweit rund 92 Millionen Tonnen Kleidung entsorgt – eine Menge, die u. a. zu etwa 35 % der Mikroplastikbelastung im Wasserkreislauf beiträgt. Doch die Auswirkungen beginnen bereits bei der Produktion: fossile Ressourcen für synthetische Fasern, pestizidintensive Baumwoll-Monokulturen, verschmutzte Färbewässer und menschenunwürdige Arbeitsbedingungen verursachen enorme ökologische und soziale Probleme.

Die Kleidertauschparty zeigt, dass nachhaltiges Konsumverhalten attraktiv und niedrigschwellig sein kann. “Wir möchten zeigen, wie einfach und stylisch es sein kann, Kleidung zweiter Hand zu tragen”, betont Sophie Baumgartner von den monatlichen Queer Swap Partys im Bozner Goethehaus.

Heidi Brugger und Verena Frei von den Grünen ergänzen: “Unsere Kleidertauschparty am Black Friday soll Anstoß dafür sein, auch privat Tauschaktionen zu organisieren – nicht nur für Kleidung, sondern auch für Bücher, Spielwaren, Elektronik, Lebensmittel und mehr.”

Durch die Hintertür nimmt sich die Landesregierung die 10% der Ortstaxe, die die Gemeinden laut Beschluss der Landesregierung Nr. 1015 vom 12.11.2024 behalten können, wieder zurück. Und zwar macht sie das durch die neuen Bestimmungen zur Gemeindenfinanzierung, die im Juli genehmigt wurden.

Durch die neuen Bestimmungen der Gemeindenfinanzierung hat die Landesregierung unter anderem beschlossen, dass die 10% der Ortstaxe, die die Gemeinden nicht den Tourismusorganisationen weitergeben, von der Gemeindenfinanzierung abgezogen werden. Nachdem sie den Gemeinden also, nach vielen Polemiken, ein „Leckerli“ in Sachen Ortstaxe gegeben hat, nimmt sie dieses Leckerli durch die Hintertür wieder zurück. Ein Verhalten, das Bände spricht. Will man oder will man nicht, eine konstruktive Lösung zur aktuellen Tourismusherausforderung im Land leisten?

„Dabei sind vor allem hochtouristisierte Gemeinden und die sogenannten hot-spot Gemeinden durch den riesigen Ansturm von Menschen, die versorgt werden müssen, funktionierende Infrastrukturen und sauberes Wasser brauchen, Müll entsorgen und sich fortbewegen müssen, herausgefordert.“, sagt Elide Mussner, co-Vorsitzende der Grünen und Gemeinderätin in Abtei. Das alles zu gewährleisten, kostet Geld, dass Großteiles von den Bürger:Innen bezahlt wird. Am Beispiel von Abtei ist es ersichtlich: eine Gemeinde mit 3.500 Einwohner und fast 11.000 touristische Betten plus um die 600 Zweitwohnungen. Während den Hochsaisonen muss sich die Gemeinde also um ca. 15.000 Einwohner kümmern.

Die Bürgermeister, vor allem die aus den ladinischen Gemeinden, hatten sich während der letzten Legislatur stark gemacht, um einen Teil der Ortstaxe behalten zu dürfen. Heute werden sie durch die neuen Bestimmungen zur Gemeindenfinanzierung, hintergangen. Es wird einfach nicht besser. Die Landespolitik scheint sich vom starken und lähmenden Griff des Tourismussektors nicht lösen zu können, sobald er trotzt, gibt sie nach.

Wir sind an einem Punkt der touristischen Entwicklung angekommen, wo es um die großen Fragen geht: wem gehört unser Lebensraum? Wie schaffen wir es unsere Lebensqualität weiterhin zu gewährleisten? Um auf diese Fragen eine konkrete Antwort geben zu können, braucht es auch Geld, brauchen die Gemeinden Geld. Geld, das die Landesregierung und der Tourismussektor scheinbar nicht bereit sind für das Gemeinwohl einzusetzen.

 

Elide Mussner, Co-Vorsitzende Grüne Verdi
Florian Mayr, Grüne Bürgerliste Meran/Merano
Julian Rossmann, Grüne Bürgerliste Vahrn/Varna
Elisabeth Brunner, Bürgerliste Olang/Valdaora
Heidi Stuffer, Grüne Gemeinderätin St. Ulrich/Urtijëi/Ortisei
Markus Frei, Grüne Bürgerliste Brixen/Bressanone
Verena Stenico, Grüne Bürgerliste Brixen/Bressanone
Barbara Wielander, Grüne Bürgerliste Brixen/Bressanone
Verena Frei, Grüne Verdi Vërc Gargazon/Gargazzone
Maximilian Gartner, Grüne Verdi Vërc Bruneck/Brunico
Luisella Raveane, Grüne Verdi Vërc Leifers/Laives
Chiara Rabini, Grüne Verdi Vërc Bozen/Bolzano

Am 1. und 2. August haben sich der Vorstand und der Rat der Grünen Verdi Vërc zur traditionellen Sommerklausur in der Basis Schlanders, getroffen. Mit dabei die drei Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler, die Senatorin Aurora Floridia und die zwei Co-Vorsitzende Elide Mussner und Luca Bertolini. Der Leitfaden: Zusammenrücken als starke Stimme für Gerechtigkeit und friedliches Zusammenleben.

Am Freitag hat sich der Grüne Vorstand zu einem Teambuildingnachmittag getroffen. Unter den Mitgliedern ist der Wille sich für ein sozial gerechtes und umweltbewusstes Südtirol einzusetzen groß. Diese Energie gilt es zu stärken und zu fördern. Südtirol braucht eine klare, resiliente und entschlossene Stimme, die eine lösungsorientierte und solidarische Politik voranbringt. Der Grüne Vorstand hat in diesem Rahmen an seine Weiterentwicklung gearbeitet, um in Zukunft noch stärker und besser arbeiten zu können. 

Der Samstag war dem Grünen Rat und den öko-sozialen Gemeinderät:innen, gewidmet. Durch den morgen haben die zwei Co-Vorsitzende Mussner und Bertolini geführt: “Die Sommerklausur ist ein wertvoller Moment, um zusammenzukommen und das grüne Bewusstsein zu stärken, Kräfte zu bündeln und gemeinsam nach vorne zu schauen. Die Politik muss wieder zu einem nützlichen, konkreten und zugänglichen Instrument werden, das sich um die Gemeinden und das Territorium kümmert.”, so Luca Bertolini.

“Im Moment dominieren Kriegsrethorik, Angstmacherei und Nationalismen den politischen Diskurs. Wir Grüne stehen für Gerechtigkeit, Solidarität, Dialogbereitschaft und Frieden. Wir gehen auf diesen Weg weiter, im Bewusstsein, dass es uns mehr denn je braucht, in einer Welt der polarisierten Extremen. Wir wollen eine vernünftige und verlässliche Politik, keinen laut geschrieen Populismus,” erklärt Elide Mussner. 

Der Grüne Rat hat in einem Workshop an die politische Verantwortung in der Gesellschaft, Kommunikation und Vision gearbeitet, der Blick zum Horizont, für eine Stimme die für soziale, ökologische und ökonomische Gerechtigkeit nach vorne schaut.

 

Was in diesen Tagen in Gröden vor sich geht, sprengt alle Grenzen des Zumutbaren. Verkehrschaos tagein tagaus, Tagestouristen, die in ihren Autos stundenlang die Mobilität ganzer Dörfer blockieren. Man will für 52 Euro pro Person zum Seceda, man will zu den Dolomitenpässe, man will sehen, abknipsen und dann wieder gehen. Mehr nicht. Die Bevölkerung vor Ort ist wütend und frustriert. „Ich wandere aus! So will ich hier nicht mehr leben!“, hat mir gestern eine Frau anvertraut.

Seceda ist zum Social-Media Hotspot geworden. Wieso weiß man nicht genau, weil das Foto der Fermedes von Apple als Screensaver verwendet wurde, weil das Bild da oben einfach wunderbar einmalig ist – keine Zweifel -, weil es einfach so passiert ist? Was auf und durch die Social-Media Plattformen von sich geht, scheint ja seit langem schon für uns Leihen unkontrollierbar, pure digitale Anarchie, die Wahlen manipuliert, Radikalismus fördert und eben auch Lebensräume zerstört. Man kennt das Beispiel von Hallstatt, wo man mit einem hohen Zaun versucht hat, die Fotoknipser einzudämmen. Man kennt es vom Pragserwildsee, wo man mit der Kontingentierung versucht, wieder Ordnung zu schaffen. Man kennt das Phänomen, aber man scheint keine Lösung zu kennen. Neulich hat mir ein Bekannter, der in London lebt, erzählt: „in Portobello Road hat man angefangen die Häuser schwarz anzumalen. Der Ansturm und das Benehmen der Fotoshooter:innen ist nicht mehr auszuhalten. Durch die schwarze Wandfarbe hofft man die Straße als Fotomotiv weniger attraktiv zu machen und endlich ein wenig Ruhe zurückzugewinnen.“

Die Bergspitzen am Seceda werden wir schlecht schwarz anmalen können, aber hier muss dringend was geschehen, denn dieser Menschenansturm ist schon lange nicht mehr tragbar und wird von Jahr zu Jahr dramatischer. Die Bauern am Seceda haben versucht, mit dem Drehkreuz am Weg, die Aufmerksamkeit zu gewinnen. Der Künstler Aron Demetz hat mit der Aktion der weiß-roten Schranke in Pontives am Taleingang, provoziert. Die Touristiker:Innen haben sich öffentlich zu Wort gemeldet.

Diese Situation ist als Notsituation zu behandeln. Ein Numerus Clausus für die Bergbahnen ist dringend und wäre umsetzbar. Schon jetzt ist es möglich die Tickets im Voraus online zu kaufen. Es ist nicht nachvollziehbar, dass man gefühlt unendlich viele Menschen auf die Berge chauffieren darf, ohne Rücksicht auf das Backlash auf die lokale Bevölkerung, auf die Grundbesitzer, auf die Umwelt, auf die Qualität des Tourismus. Wer Ohren hat, der höre endlich, bevor es wirklich zu spät ist.