HomeLandtagsarbeitBeschlussanträgeAnerkennung und Gleichstellung der italienischsprachigen Staatsprüfungen (Maturazeugnisse)

Anerkennung und Gleichstellung der italienischsprachigen Staatsprüfungen (Maturazeugnisse)

BESCHLUSSANTRAG

Im Schuljahr 2016/17 waren ca. 13.263 junge SüdtirolerInnen in deutschsprachigen Oberschulen eingeschrieben, 5.941 in italienischsprachigen und 524 in ladinischsprachigen. Im selben Jahr haben 2.411 ihre staatliche Abschlussprüfung an einer deutschen, 982 an einer italienischen, 78 an einer ladinischen Oberschule abgelegt.

Viele von ihnen führen ihre Bildungslaufbahn an einer Hochschule fort: Im Schuljahr 2015/16 waren 5.945 SüdtirolerInnen an italienischen Hochschulen immatrikuliert, 6.601 an österreichischen Hochschulen, weitere (nicht vom ASTAT erhobene) StudentInnen studieren in Deutschland und anderen EU- und Nicht-EU-Ländern. Dabei gelten immer noch unterschiedliche Zugangsvoraussetzungen für AbgängerInnen von deutschen Südtiroler Oberschulen als für jene von italienischen Oberschulen:

  • An österreichischen Hochschulen gibt es keine einheitliche Richtlinie. An den meisten müssen AbsolventInnen italienischer Oberschulen einen Sprachnachweis (meistens C1) vorlegen, an anderen reicht das „Matura“zeugnis. Die Tendenz geht aber in Richtung Sprachnachweis.
  • Für den Zugang zu medizinischen Fakultäten sind die AbsolventInnen italienischer Oberschulen nicht den deutschen gleichgestellt, welche in die den ÖsterreicherInnen vorbehaltene Quote fallen, während erstere wie die restlichen EU-BürgerInnen behandelt werden.
  • An Hochschulen Deutschlands müssen (trotz 13 jährigen Deutschunterrichts!) Sprachnachweise mit Muttersprachniveau vorgelegt werden (C1, zum Teil sogar C2), während seit dem Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 02.06.1995 AbgängerInnen deutscher Oberschulen Südtirols davon befreit sind.

Dies alles stellt eine zum Teil gravierende Ungleichbehandlung dar und beeinträchtigt die Zukunftschancen vieler SüdtirolerInnen italienischer, aber auch deutscher (oder anders- oder mehrsprachiger) Muttersprache, welche sich aus diversen Gründen für die italienische Oberschule entschieden haben.

Dies alles vorausgeschickt,

beauftragt der Südtiroler Landtag die Südtiroler Landesregierung

sich in internationalen Verhandlungen für eine künftige Gleichstellung einzusetzen und insbesondere:

  • eine einheitliche Lösung für die österreichischen Hochschulen anzustreben, was die automatische Anerkennung des Abschlusszeugnisses von italienischen Oberschulen in Südtirol betrifft;
  • die Gleichstellung der Abschlüsse von italienischen Oberschulen mit jenen der deutschsprachigen für den Zugang zur medizinischen Fakultät in Österreich zu erwirken, indem beide gleichermaßen in die reservierte Quote für österreichische StaatsbürgerInnen aufgenommen werden;
  • bei der Kulturministerkonferenz Deutschlands zu erwirken, dass die Abschlusszeugnisse von italienischen Oberschulen Südtirols jenen der deutschen gleichgestellt werden und keine weiteren Sprachzertifikate vorgelegt werden müssen.

04.02.2019

Landtagsabgeordnete

Brigitte Foppa

Riccardo Dello Sbarba

Hanspeter Staffler

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