Erst wollte uns die SVP weismachen, sie hätte von der Aufteilung des Wahlkreises Bozen-Unterland nichts gewusst. Dabei war das Ganze Teil des Deals mit Fratelli d’Italia. Jetzt kommt sie mit einem angeblichen “Plan B” daher – der noch schlimmer ist als der ursprüngliche Vorschlag von Alessandro Urzì.
Mit diesem Plan B wird die Logik von Urzìs Antrag nochmals verschärft: Der Wahlkreis wird noch stärker zugunsten der Rechten zugeschnitten – Trump lässt grüßen –, und gleichzeitig wird die ethnische Trennung der Sprachgruppen endgültig zementiert.
„Das wirft uns zurück in die Logik der 1970er Jahre, und zurück zum Dogma “Je deutlicher wir trennen, desto besser verstehen wir uns.” Es ist mehr als bedauerlich, wie rückwärtsgewandt die Regierungskoalition in dieser Frage argumentieren.“ so die CoSprecher der Grünen Zeno Oberkofler und Kathrin Werth.
“Es ist dieselbe Koalition, die sich noch vor wenigen Monaten mit der Autonomireform gerühmt hat. Nun hat sich allzu schnell gezeigt, welchen Wert die Regierung und ihre regionalen Vertreter einem erfolgreichen Zusammenleben der Sprachgruppen in Südtirol tatsächlich beimessen.” So Kathrin Werth.
„Die SVP weiß offenbar selbst nicht, wie sie aus diesem selbstverschuldeten Schlamassel wieder herauskommt. Und weil ihr der Mut fehlt, den Fortbestand der Koalition auf den Verhandlungstisch zu legen, knickt sie jetzt sowohl vor Fratelli d’Italia und Forza Italia als auch vor den Freiheitlichen ein.“ so Oberkofler abschließend.