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Nein zur Verbindung Monte Pana-Seiser Alm

BESCHLUSSANTRAG.

Seit vielen Jahren wird in Gröden und in den Ortschaften auf dem Hochplateau der Seiser Alm über ein Vorhaben diskutiert, das eine schitechnische Verbindung zwischen Monte Pana und Saltria auf der Seiser Alm vorsehen würde.

In der Vergangenheit wurden entsprechende Vorhaben immer schon in der Entstehungsphase verhindert. Die Bedenken gegenüber den Auswirkungen eines solchen Projektes auf Natur und Umwelt hatten stets die Überhand. UmweltschützerInnen gehen davon aus, dass das Naturschutzgebiet „Cunfin“, Wasserschutzgebiet (Zone A) nachhaltig geschädigt würde. Die einzigartigen Feuchtwiesen am Fuße von Lang- und Plattkofel würden von der Trasse zerschnitten. Eine ganzjährig funktionierende Verbindung (derzeit verkehren nur im Winter die Skibusse auf einer nicht asphaltierten Straße) würde zu einer ungebremsten Erschließung des Gebietes führen.

In den letzten Jahren gibt es wieder Bestrebungen, die Verbindung zwischen Gröden und der Seiser Alm nun „endlich“ zu realisieren. Die Gründe, die von den Befürwortern angeführt werden, sind für Kastelruth die dadurch möglich werdende Anbindung an die Sellaronda. Und auch die Gemeinde St. Christina erwartet sich wohl eine Aufwertung durch die Verbindung.

Hier eine kurze Chronologie der aktuellen Situation:

2017

Die „Mont-Alp GmbH“ legt der Gemeinde Kastelruth eine Machbarkeitsstudie für die Verbindung Monte Pana – Seiser Alm vor. Die Landesregierung lehnt diesen Antrag mit der Begründung, er sei „offensichtlich unzulässig“ ab. Die Landesregierung bezieht sich im Wesentlichen auf den 2014 genehmigten Masterplan „Vision Gherdëina“, er sieht vor, dass für die Prüfung einer Vernetzung der Skigebiete in Gröden mit der Seiser Alm „eine übergemeindliche Arbeitsgruppe eingerichtet wird, die die wichtigsten Stakeholder involviert“ und dass die „Bevölkerung des gesamten Tales in die Entscheidung“ einbezogen wird. Diese Einbeziehung war nicht erfolgt. In der Folge teilen die „Coldereiser GmbH“ und die Mont-Alp GmbH mit, dass sie die Verbindung gemeinsam weiterbringen. Man spricht in diesem Zusammenhang von einer Zugverbindung. Im selben Jahr sucht die Coldereiser GmbH bei den Gemeinden St. Christina und Kastelruth um Überprüfung der Machbarkeitsstudie der Verbindung der Skizonen Seiser Alm und Monte Pana durch Zahnradbahn oder Umlaufbahn an. Im Landtag wird ein Beschlussantrag der grünen Fraktion abgelehnt, der die Aufnahme der Sella- und Langkofelgruppe einschließlich Plan des Cunfin in das UNESCO-Welterbe vorsieht. LR Theiner: „Im Jahr 2017 müsste die nächste Inspektion durch die Experten der UNESCO stattfinden, bei der vor Ort der Arbeitsfortschritt beurteilt wird. Bevor nicht alle Auflagen aus dem Jahr 2009 vollständig erfüllt sind, ist eine Aufnahme neuer Gebiete nicht vorstellbar. Ich habe damals gesagt, dass wir genau in diesem Sinne arbeiten, das heißt, dass wir diese Gebiete aufnehmen möchten. Allerdings muss zuerst die Inspektion über die Bühne gehen, wobei ich hoffe, dass sie zu dem Ergebnis führen wird, dass die Auflagen erfüllt worden sind. Was unser Gebiet anbelangt, sind wir sehr zuversichtlich. Auch die Gemeinde haben bekundet, dass sie eine Erweiterung anstreben möchten. Wir haben ihnen gesagt, dass sie warten sollen, bis die Voraussetzungen geschaffen sind. Wir müssen zunächst die Gebiete unter Schutz stellen und dann sollen die Gemeinden formell den Antrag stellen. Es soll nicht der Eindruck stehen, dass wir von oben herab vorgreifen und Gebiete unter Schutz stellen möchten. Diese Entwicklung soll von unten starten.

Der Antrag wird mit 6 JA, 17 NEIN und 7 Enthaltungen abgelehnt.

2018

Der Gemeinderat von St. Christina spricht sich mit Beschluss Nr. 26 für eine Verbindung auf Schienen und für das Eintragen der diesbezüglichen Trassierung im Skipistenplan und im Bauleitplan aus.

Der Gemeinderat von Kastelruth genehmigt das Vorhaben der Zahnradbahn mit Beschluss Nr. 53 grundsätzlich. Der Beschluss führt aber nicht zur Einleitung des Verfahrens.

2019

Im Begleitgesetz zum Stabilitätsgesetz wird mit Art. 4 in das LG vom 23. November 2010, Nr. 14 (Ordnung der Skigebiete) ein Passus eingefügt, der die Zahnradbahnen den Seilbahnen gleichstellt.

2020

In der Sitzung des Gemeinderates von Kastelruth am 05.03.2020 wird beschlossen, das Verfahren betreffend die Machbarkeitsstudie der Verbindung durch eine Zahnradbahn oder eine Umlaufbahn einzuleiten, wobei man sich grundsätzlich für eine Zahnradbahn ausspricht.

In der Sitzung des Gemeinderates von St. Christina am 29.06.2020 wird beschlossen, das Verfahren betreffend die Machbarkeitsstudie der Verbindung durch eine Zahnradbahn oder eine Umlaufbahn einzuleiten, wobei man sich ausschließlich für eine Zahnradbahn ausspricht.

 

Derzeit wird in Gröden intensiv über die Verbindung diskutiert. Die Gemeinden von St. Ulrich und St. Christina haben inzwischen den Beschluss gefasst, dass bei allen Entscheidungen die Prinzipien der intergenerationellen Gerechtigkeit, des Umwelt- und Klimaschutzes und der nachhaltigen Entwicklung berücksichtigt wird, mit dem Ziel die Lebensgrundlage und Lebensqualität nicht nur für diese, sondern auch für die zukünftigen Generationen zu erhalten. Vor allem in St. Ulrich sorgt man sich um die hochsensiblen Quellgebiete am Cunfin. Die Bahn würde zum Teil parallel zur derzeitigen Straße verlaufen, vermutlich wird es auch eine Straße für die Wartung (und natürlich den Bau) benötigen. Auf keinen Fall darf in der Nähe der Quellen geteert werden. Letztlich geht es um ein einzigartiges Landschaftsgefüge, am Fuße des Welterbes, das es zu erhalten gilt. Und schwer wiegt der demokratiepolitische Aspekt und das Verfahren: Die im Masterplan vorgesehene Einbeziehung der Bevölkerung des gesamten Tales in die Entscheidung über die Verbindung zur Seiser Alm hat bis heute nicht stattgefunden, ebensowenig wurde übergemeindliche AG der Stakeholder eingerichtet.

Aus all diesen Gründen fordert der Landtag die Landesregierung auf,

  1. die Einbeziehung der Bevölkerung und Stakeholder in die Entscheidung über das Vorhaben, wie im Masterplan vorgesehen, in die Wege zu leiten oder zu unterstützen;
  2. sich als Landesregierung im Sinne des Schutzes der Landschaft und Umwelt und zur Erhaltung des Naturerbes klar und unmissverständlich gegen die Verbindung Monte Pana-Saltria mittels Zahnradbahn oder Umlaufbahn auszusprechen;
  3. die Aufnahme der Sella- und Langkofelgruppe einschließlich Plan des Cunfin in das UNESCO-Welterbe anzustreben.

 

Bozen, 31.07.2020

Landtagsabgeordnete
Brigitte Foppa
Riccardo Dello Sbarba
Hanspeter Staffler

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Author: Heidi

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