HomeDeutschAutofreie Dolomiten und eine Unterschutzstellung der Confinböden, jetzt!

Autofreie Dolomiten und eine Unterschutzstellung der Confinböden, jetzt!

Pressemitteilung

Die Grüne Fraktion im Südtiroler Landtag macht sich für den Schutz der Dolomiten und ihrer Bewohner:innen stark. Deshalb fordert sie diese Woche im Landtag mittels zweier Beschlussanträge eine zeitweilige Schließung der Dolomitenpässe für den Privatverkehr in den Sommermonaten sowie die Unterschutzstellung der Confinböden. Es wird Zeit, unsere Berge und die Menschen, die in ihnen leben, zu schützen.

Die Dolomiten und unsere Berglandschaft sind ein großer Schatz, den es zu bewahren gilt. Doch der ständige Auto- und Motorradlärm stellt ein ernsthaftes Problem dar. Die Menschen, die unser Land wegen der Ruhe und Schönheit besuchen oder dort leben, können es langsam kaum noch aushalten. Es ist an der Zeit zu handeln und den motorisierten Privatverkehr auf den Dolomitenpässen zu limitieren. Deshalb fordert die Grüne Fraktion eine zeitweise Schließung der Dolomitenpässe für Privatfahrzeuge im Sommer. Der Fokus solle auf nachhaltige Verkehrskonzepte gelegt werden, die den Schutz der Natur und die Bedürfnisse der Anwohner:innen in den Vordergrund stellen. Der öffentliche Verkehr spielt bei diesem Ziel eine Hauptrolle. Dank ihm sollen alle Menschen unabhängig von ihrem Auto oder Motorrad die Südtiroler Berge erwandern und genießen können. Bereits heute befindet sich der öffentliche Nahverkehr auf einem guten Weg. Die Berge lassen sich bereits heute vielfach ohne Privatfahrzeug erleben.

Die Grüne Fraktion ist überzeugt, dass eine Maut, wie sie vor kurzer Zeit in Venedig eingeführt und auch hierzulande gefordert wurde, jedoch kontraproduktiv sein könnte. Eintrittsgelder haben das Potential, den Exklusivitätsfaktor zu erhöhen und dadurch noch mehr Menschen anzuziehen. „Wir müssen uns fragen, was wir in den Dolomiten erreichen wollen. Wenn das Ziel die Limitierung des Verkehrs ist, dann kommt nur eine (zeitweise) Schließung für den Privatverkehr in Frage. Mit einer Maut werden wir dieses Ziel nicht erreichen, denn auch auf der Autobahn zahlen die Menschen Maut. Führt das dazu, dass die Autobahnen leer sind? Wer auf die Brennerautobahn schaut, hat da so seine Zweifel“, so die Erstunterzeichnerin des Beschlussantrags Brigitte Foppa.

In einem zweiten Beschlussantrag drängen die Grünen gemeinsam mit dem Team K auf die Einrichtung eines Naturparks für die Langkofelgruppe und die Confinböden. Dieser Beschlussantrag ist ein Erbe aus der vergangenen Legislatur, jedoch immer noch brandaktuell, denn: „Die Confinböden gehören zu den wenigen noch unberührten Naturgebieten Südtirols. Sie sind ein wichtiger Zufluchtsort für Wildtiere und bieten zahlreichen bedrohten Vogelarten einen Lebensraum“, so Foppa. Die Gruppe „Nosc Cunfin“ hat bereits an die 70.000 Unterschriften gesammelt, um dieses Gebiet unter Schutz zu stellen. Denn hier gibt es seit einiger Zeit Bestrebungen, die Infrastruktur zu erweitern. Konkret soll eine das Gebiet durchschneidende Bahntrasse, oder alternativ dazu eine Seilbahnverbindung, gebaut werden – in einem Gebiet, das jetzt schon zu den absoluten touristischen Hotspots gehört. Die immer weiter fortschreitende Ausbeutung unserer Berge setzt schließlich auch deren touristische Attraktivität für die Zukunft aufs Spiel. Dies macht sich besonders bemerkbar bei der Verfügbarkeit natürlicher Ressourcen – Wasser an erster Stelle. Einmal mehr fordern wir deshalb die Südtiroler Landesregierung dazu auf, dem Willen der Menschen Rechnung zu tragen und die einzigartige Landschaft rund um die Langkofelgruppe unter Naturschutz zu stellen, wie es die Gruppe „Nosc Cunfin“ in der erwähnten Petition gefordert hat.

Auch der Tourismus hat unser Land groß gemacht. Daran zweifelt niemand. Er kann jedoch nur im selben Ausmaß funktionieren, wie er von der ansässigen Bevölkerung getragen und akzeptiert wird. Doch wir sind an einem so genannten Kipppunkt angelangt. An diesem Punkt weiter dem Credo „höher, schneller, weiter“ zu folgen, wird negative Folgen haben. Wir müssen gegensteuern, und zwar jetzt. Dies ist längst überfällig – für Mensch und Natur, sind sich die Grünen Abgeordneten Foppa, Rohrer und Oberkofler sicher.

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