Die Grüne Fraktion im Landtag hat zwei wichtige Tagesordnungen (Beschlussanträge in Verbindung mit Gesetzesentwürfen) vorgelegt, die in der heutigen Landtagssitzung vom 30.Juli angenommen wurden.

„Mit diesen beiden Anträgen, die nun in die Praxis umgesetzt werden, wollen wir die Situation von Transplantationspatient:innen erleichtern und die Kultur in Südtirol fördern“, sagen die Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler.

Kunst fördern!

Es sind nur noch wenige öffentliche Gebäude, die mit Kunstwerken ausgestattet sind, obwohl ein Gesetz aus dem Jahr 1949 die künstlerische Verschönerung öffentlicher Gebäude vorsieht. „Mit Unterstützung von Landesrat Achammer wurde heute beschlossen, dass 500.000 Euro pro Jahr für verpflichtende künstlerische Eingriffe am Bau öffentlicher Gebäude bereitgestellt werden. Das sind weniger als 1/10.000 des Landeshaushalts,“ unterstreicht Brigitte Foppa: „Die Etablierung einer verbindlichen Zusammenarbeit zwischen Bauwirtschaft und Kunst ist ein konkreter Schritt der Politik, die kulturelle, künstlerische und wirtschaftliche Entwicklung Südtirols neu anzukurbeln und zu fördern. So können wir der Nachwelt auch die Zeichen der Zeit in Form von Kunst und nicht nur in Form von Bauvolumen hinterlassen“.

Gesundheitsvorsorge

Die zweite vom Landtag angenommene Tagesordnung betrifft Patient:innen, die für allogene Transplantationen in das Zentrum für Knochenmarktransplantation nach Bozen fahren müssen. Wer im Krankenhaus Bozen eine Transplantation erhält, muss sich vor und nach der Transplantation zahlreichen Kontrollen unterziehen. Daher fordert die grüne Fraktion die Einführung einer Fahrtkostenerstattung und/oder einer Übernachtungskostenvergütung Tag für Transplantations-Patient*innen, die und deren Begleitperson vor. „Es wäre ein kleiner Schritt, der dazu beitragen würde, die Belastungen und Kosten zu lindern, die man in einer schwierigen Lebensphase tragen muss“, sagt Oberkofler.

Pressemitteilung

Für die Landtagssitzung in der letzten Juliwoche bringt die Grüne Fraktion eine Reihe von Tagesordnungen ein (Anträge im Zusammenhang mit einem Gesetzentwurf), die sich auf den Haushalt konzentrieren.

„Unsere Vorschlägen sollen die Lebensqualität in Südtirol verbessern und Kultur, Gesundheit und nachhaltige Mobilität in unserem Land fördern“, sagen die Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler.

Kunst und Kultur fördern!

Es sind nur noch wenige öffentliche Gebäude, die mit Kunstwerken ausgestattet sind, obwohl ein Gesetz aus dem Jahr 1949 die künstlerische Verschönerung öffentlicher Gebäude vorsieht. „Wir fordern, dass 500.000 Euro pro Jahr (weniger als 1/10.000 des Landeshaushalts!) für verpflichtende künstlerische Eingriffe am Bau öffentlicher Gebäude bereitgestellt werden,“ unterstreicht Brigitte Foppa: „Die Etablierung einer verbindlichen Zusammenarbeit zwischen Bauwirtschaft und Kunst ist ein konkreter Schritt der Politik, die kulturelle, künstlerische und wirtschaftliche Entwicklung Südtirols neu anzukurbeln und zu fördern. So können wir der Nachwelt auch die Zeichen der Zeit in Form von Kunst und nicht nur in Form von Bauvolumen hinterlassen.“ Der Vorschlag wird von Landesrat Achammer unterstützt, der den Antrag mitunterzeichnet hat.

Ein anderer grüner Vorschlag möchte dem Thema Schultheater verstärkte Aufmerksamkeit schenken. Die Grüne Fraktion fordert einen Bürokratieabbau für die Teilnahme von Schulen an Theateraufführungen, auch durch ein einheitliches Buchungssystem und einheitliche Tarife für externe Referent*innen im Rahmen von theaterpädagogischer Tätigkeit. „Es ist wichtig, junge Menschen frühzeitig für die Schönheit des Theaters zu begeistern!“, so Brigitte Foppa.

Mobilität: Fahrräder und Hunde

„Auch wer mit einem Vierbeiner oder Fahrrad unterwegs ist, soll sich nachhaltig und vor allem einfach fortbewegen können – auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. In einer Realität, in der alles immer teurer wird und viele Familien Schwierigkeiten haben, über die Runden zu kommen, möchten wir sie nach Möglichkeit finanziell unterstützen. Darüber hinaus setzen wir uns dafür ein, dass weniger Autos die bereits überlasteten Straßen verstopfen“, sagt Landtagsabgeordnete Madeleine Rohrer.

Die Grünen schlagen daher vor, für die Beförderung unserer Vierbeiner in öffentlichen Verkehrsmitteln für Südtiroler-Pass-Nutzer*innen eine Tageshöchstgrenze von 3,50 Euro einzuführen, ähnlich wie es bei der Fahrradmitnahme der Fall ist. Apropos Fahrräder: Der Zugang zu den Radlboxen, die derzeit an verschiedenen Standorten kaum genutzt werden, soll mit verschiedenen Maßnahmen verbesset werden: Zuallererst eine Umfrage, um die Ursachen für diese geringe Nutzung zu verstehen, dann eine Informationskampagne, bessere Beschilderung und einen vereinfachten  Zugang zu den Boxen. Darüber hinaus schlagen die grünen Landtagsabgeordneten vor, die Kosten für die Nutzung der von STA betrieben Radlboxen denen anzugleichen, die bereits für Autos vorgesehen sind: kostenlos bei Hin- und Rückfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Gesundheitsvorsorge

Ein Praktikum in der Landesverwaltung wird mit 800 Euro monatlich vergütet. Für ein medizinisches Praktikum in Sanitätsbetrieb nur 480 Euro. „Diese Ungleichheit ist nicht zu rechtfertigen, insbesondere wenn man den Ärztemangel bedenkt, der in Südtirol nichts Neues ist.“ Es gibt 421 medizinische Stellen, die wir in den nächsten 3 Jahren besetzt werden müssen. „Wenn wir auch in Zukunft eine flächendeckende Gesundheitsversorgung gewährleisten wollen, brauchen wir unbedingt junge Menschen, die in den Gesundheitsberufen arbeiten wollen. Der erste Schritt, um kein Personal zu verlieren, ist eine angemessene Vergütung. Das gilt auch für Praktika“, so Zeno Oberkofler. Konkret schlägt die Grüne Fraktion vor, ab 2025 das Gehalt für Praktika im Gesundheitswesen auf mindestens 800 Euro pro Monat zu erhöhen.

Eine weitere Tagesordnung betrifft Transplantations-Patient*innen. Wer im Krankenhaus Bozen eine Transplantation erhält, muss sich vor und nach der Transplantation zahlreichen Kontrollen unterziehen. Gefordert wird die Einführung einer Fahrtkostenerstattung und/oder einer Übernachtungskostenvergütung von bis zu 70 Euro pro Tag für Transplantations-Patient*innen und deren Begleitperson vor. „Es wäre ein kleiner Schritt, der dazu beitragen würde, die Belastungen und Kosten zu lindern, die man in einer schwierigen Lebensphase tragen muss“, sagt Oberkofler.

 

Weitere Informationen zu den Tagesordnungen finden Sie auf der Webseite des Landtages:

Faire Vergütung für medizinische Praktika: https://www.landtag-bz.org/de/politische-akte/731581

PRESSEMITTEILUNG.

Seit 1998 kämpft die Opposition im Landtag und Regionalrat gegen die immer unbeliebtere aber stets weitergeführte Praxis der Wahlwerbung von Vereinen und Verbänden für einzelne Kandidat:innen und Parteien. 1998 wurde sie per Regionalgesetz verboten – aber da keine Sanktionen vorgesehen wurden, bleibt das Gesetz toter Buchstabe. Dagegen legt die grüne Fraktion unverdrossen in regelmäßigen Abständen Gesetzentwürfe vor, der letzte davon schaffte es ins Plenum des Landtags, wo er 2018, kurz vor den Landtagswahlen, mit 19:16 Stimmen abgelehnt wurde.

Heute, 22.07.2024, war Ersteinbringerin Brigitte Foppa mit dem neu aufgelegten Gesetzentwurf im 1. Gesetzgebungsausschuss des Landtages. Der Entwurf sieht vor, das Verbot gegen Wahlwerbung seitens Vereinen, Verbänden und Gewerkschaften in den 60 Tagen vor der Wahl aufrecht zu erhalten. Falls das nicht eingehalten wird, ist eine Strafzahlung im Ausmaß von 50% der erhaltenen Förderbeiträge vorgesehen, und weiters muss die Übertretung auf der Homepage des Landtags veröffentlicht werden.

„Die Debatte im Gesetzgebungsausschuss folgte bekannten Wegen. Die Mehrheit will diese Praxis fortführen, die Opposition ist geschlossen dagegen. Man hat darauf hingewiesen, wie unfair manche Verbände vorgehen und wie sehr dies die Demokratie verwirrt. Vor allem ist es das freie Mandat, das dadurch beschnitten wird, dass man nach den Wahlen dem Verband, der für eine:n geworben hat, etwas schuldig ist. Einzelinteressen erhalten Vorrang vor dem Allgemeinwohl. Und das alles schadet der Politik und ihrem Ansehen insgesamt,“ so Foppa nach der Ausschusssitzung.

Der Antrag wurde mit 3:3 Stimmen (ja: Atz-Tammerle, Holzeisen, Ploner A. – nein: Präsidentin Scarafoni, Noggler, Stauder) abgelehnt. Foppas Kommentar dazu: „Es gibt kein Fortkommen in dieser Sache, Lobbyverbundenheit soll ungestraft weiterbestehen. Besonders verwundernswert ist die Gegenstimme von Anna Scarafoni. Ihr Parteikollege Galateo hatte 2018 noch dafür gestimmt. Damals waren die Fratelli d’Italia noch nicht in der Mehrheit.“

22.07.2024

Landtagsabgeordnete

Brigitte Foppa

Madeleine Rohrer

Zeno Oberkofler

Pressemitteilung

Am heutigen 5. Juli hat der Landtag zwei Anträge der Grünen Abgeordneten, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler und Brigitte Foppa angenommen. „Wir freuen uns sehr, dass die Wichtigkeit dieser beiden Themen anerkannt wurde und dass sowohl die Bürgerinnen und Bürger in den Planungsprozess des Mobilitätszentrums Meran eingebunden werden als auch die Institution der Sachwalterschaft gestärkt werden wird.

Bürgerbeteiligung für das Mobilitätszentrum Meran

„Das Mobilitätszentrum Meran ist ein Meilenstein für die moderne Mobilität im ganzen Burggrafenamt. Dieses Projekt wird die Entwicklung und das Gesicht eines ganzen Stadtteils prägen“, erklärt Madeleine Rohrer, Erstunterzeichnerin dieses Antrags.

Darin wird die Landesregierung dazu aufgefordert, einen Infoday zu organisieren, um den Masterplan für das Mobilitätszentrum vor der Detailplanung zu präsentieren und Feedback von allen Interessierten einzuholen.

Damit soll eine stärkere Beteiligung und Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger in den Planungsprozess des Vorzeigeprojekts für die Mobilität in Meran und dem Burggrafenamt gewährleistet werden.

Die Institution der Sachwalterschaft wird gestärkt

Die Sachwalterschaft ist von grundlegender Bedeutung für die Gewährleistung von Hilfe und Schutz für Personen, die allein nicht mehr zurechtkommen. Um die Wirksamkeit dieses Instruments zu verbessern, sind Maßnahmen geplant, die eine angemessene Ausbildung und ständige Unterstützung der Sachwalter:innen gewährleisten.

„In unserem Antrag schlagen wir vor, die Rolle der Sachwalter:innen durch mehrere Maßnahmen zu stärken: multidisziplinäre und spezifische Schulungen für Sozial- und Gesundheitsfachkräfte, Einrichtung von Beratungsgruppen, Einführung einer Höchstgrenze von betreuten Personen für jede:n Sachwalter:in, die Einführung eines Ethikkodexes sowie die Prüfung der Ausweitung der Garantien für die Sachwalter:innen, die im Landesregister eingetragen sind, auch auf Familienmitglieder”, fasst Erstunterzeichner Zeno Oberkofler die wichtigsten Punkte zusammen. „Im Gesetzgebungsausschuss wurde bereits der Änderungsantrag der Grünen bezüglich Ausweitung der Garantien auch für Vereine, welche die Rolle des Sachwalters übernehmen, genehmigt. Dies ist nun ein weiterer wichtiger Schritt“, schließt Oberkofler zufrieden.

Die Verabschiedung dieser Maßnahmen wird dazu beitragen, die Sachwalterschaft als Ganzes zu stärken und einen besseren Schutz und eine bessere Unterstützung für vulnerable Personen in unserem Land zu gewährleisten.

Heute, am 3. Juli 2024, wurde der von den Grünen Abgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler eingebrachte Gesetzesentwurf im Landtag diskutiert. Der Gesetzentwurf zielte darauf ab, das Landesgesetz zu ändern, mit dem die Identifizierung von Hunden mittels DNA-Proben eingeführt wurde, um Problemen, die durch streunende Hunde entstehen, entgegenzuwirken.

Das Grüne Anliegen wurde von vielen Abgeordneten unterstützt. Dem ursprünglichen Gesetz wurde dabei nicht abgesprochen, es gut gemeint zu haben. In der Praxis hätten sich aber viele Schwierigkeiten ergeben. Der Vorschlag der Grünen, das bestehende Gesetz abzuschaffen, wurde durch die Bank positiv aufgenommen. Trotzdem lehnte die Landesregierung den Gesetzentwurf ab, und wird stattdessen weitere Änderungen am ursprünglichen Gesetz vornehmen.

„Wir sind uns zwar einig, dass Hundekot ein Problem ist, aber mit dem derzeitigen Gesetz sind wir dem Ziel nicht nähergekommen“, fassten die Grünen-Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler das Problem kurz zusammen.

Es werden nämlich lange nicht alle Hunde registriert, insbesondere ältere oder streunende Tiere und solche von Tourist:innen. Zudem sind die Kosten für Ziehung und Analyse der DNA-Proben hoch und bedeuten einen enormen Arbeitsaufwand für die öffentliche Verwaltung. Dass bisher nur ein kleiner Teil der Südtiroler Hundehalter:innen ein DNA-Profil ihres Hundes hat erstellen lassen, schwächt das ursprüngliche Anliegen zusätzlich.

Landtagsabgeordnete Brigitte Foppa, Erstunterzeichnerin des Gesetzentwurfs zur Streichung der Vorschrift, brachte die Crux der Lage abschließend folgendermaßen auf den Punkt: „Die alten Römer sagten ‚errare humanum est‘, aber sie sagten auch ‚perseverare autem diabolicum‘. Wenn etwas nicht funktioniert, könnte man demnach sagen: ‚Ich ziehe es zurück‘, oder man kann es noch komplizierter machen. Ich glaube, heute hat man sich für letzteren Weg entschieden“.