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Stiftungsdirektor Manfred Schweigkofler entlassen

Bozen, 30. Jänner 2013

Neuer Fall des Scheiterns in öffentlichen Spitzenpositionen wirft Fragen auf

Manfred Schweigkofler, langjähriger Direktor der Stiftung Stadttheater, wurde gestern durch den Verwaltungsrat der Stiftung unter Präsident Ladinser in unrühmlicher Weise entlassen. Der Rauswurf wirft grundlegende Frage zu der in Südtirol auffallend oft fehl geschlagenen Besetzung von Führungspositionen im öffentlichen Bereich auf.

  • Fest steht: Fred Schweigkofler hat einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Stiftung und zu deren Ausrichtung geleistet. Auch wer mit seiner künstlerischen Linie und großzügigen Budgetführung nicht durchwegs einverstanden war, konnte ihm Dynamik und Innovationslust nicht absprechen.
  • Auch wenn Schweigkofler über Jahre hinweg ein hohes Maß, oft eine Überdosis an künstlerischer und gestalterischer Freiheit genoss, zudem ein mehr als stattliches Gehalt bezog, so ist die Art seines Rauswurfs doch ein Armutszeugnis für Verwaltungsrat und Präsident. Wer einer langjährigen und lange hoch gelobten Führungskraft einen so erbärmlichen Rausschmiss beschert, verfügt selbst nur über fragwürdige Führungs- und Management-Kompetenz. Obwohl Einsparungszwänge dringlich sind, schädigt ein solcher Abgang nicht nur den Betroffenen, sondern auch die Institution Stiftung Stadttheater und die Vereinigten Bühnen Bozen.
  • Der Abgang Schweigkoflers erinnert verblüffend an die Entlassung von Norbert Lantschner, bei dem der Verwaltungsrat gleichfalls viel zu lange zuwartete, bis endlich zur Notbremse gegriffen wurde. Es wird deutlich, dass durchpolitisierte, aufgeblähte und mäßig sachkompetente Führungsgremien öffentlicher Körperschaften und Institutionen genauso schädlich sind wie allfällige Fehlbesetzungen. Der Fall Rainer in der SEL ist die skandalöseste Ausprägung einer auffallenden Serie an Fehlbesetzungen und fehlender Kontrollen der zuständigen Organe.
  • Öffentlichkeit und Steuerzahler haben ein Recht darauf, die Hintergründe und die Vorgeschichte dieser jüngsten Episode im Detail zu kennen. Für die Kulturpolitik in Südtirol ist dieser Abgang ein Skandal, der weit über die Stiftung hinaus seine Kreise ziehen wird. Wäre der Verwaltungsrat konsequent, so müsste er als weiteren Schritt geschlossen seinen Rücktritt einreichen.

Hans Heiss

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