HomeNatur und UmweltBienensterben: Apistox-Studie und die Folgemaßnahmen

Bienensterben: Apistox-Studie und die Folgemaßnahmen

  • Die Apistox-Studie 2017 bestätigt den Zusammenhang zwischen Bienensterben und Pflanzenschutzmitteln
  • Aus diesem Grund wurden diverse Maßnahmen ver- und besprochen
  • ImkerInnen klagen nach wie vor über Rückstände von Pflanzenschutzmittel in Pollen
  • Die Grüne Fraktion hakt nach, ob Maßnahmen erfolgt sind.

Nachdem die Apistox-Studie (Februar 2017) den Zusammenhang zwischen Bienensterben und dem Einsatz von Pflanzenschutzmittel bestätigt hat, richtet die Grüne Fraktion nun eine Anfrage an die Landesregierung. Wir möchten wissen, ob Maßnahmen umgesetzt worden sind.

Zur Auffrischung: Es hieß damals bei der Pressekonferenz, dass etwa der bienengefährliche Wirkstoff Chlorpyrifos-ethyl ab dem Vorjahr südtirolweit verboten sein würde. Darüber hinaus wollte man verstärkt nach Alternativen zu bienengefährlichen Insektiziden suchen, zum Beispiel zu jenen, die Neonikotinoide enthalten.

Ebenso wurde das alternierende Mulchen als Methode der Bodenpflege im Obstanbau aus dem AGRIOS-Programm gestrichen. Der blühende Unterwuchs, der die Bienen auch nach der Blüte in die Apfelanlagen lockt, soll von den Bauern zur Gänze entfernt und gleichzeitig Ausweichmöglichkeiten geschaffen werden, wo sich Bienen ihre Nahrung in der kargen Zeit zwischen den großen Blüten holen können.

Als zusätzliche Maßnahme erwähnte LR Schuler auch ein konsequentes Ausbringen von Spritzmitteln in Zeiträumen, in denen die Bienen nicht fliegen – wie etwa in den Nacht- oder Morgenstunden.

Vermehrt sind ImkerInnen an uns herangetreten, da sie große Bedenken haben, die Pollen zu vermarkten. Sie befürchten nämlich, dass die Rückstände zu hoch sind. Mit den Pollen ist es im Vergleich zum Honig schlechter bestellt, denn es gibt praktisch keine Pollen aus Südtiroler Obstbaugebiet, die nicht kontaminiert sind.

Aus diesen Grünen stellen wir folgende Fragen an die Landesregierung:

  1. Welche Schlüsse zieht der Landesrat aus der Apistox-Studie, gerade auch nach einem Jahr seit der Veröffentlichung?
  2. Gibt es in Südtirol noch Honig, in dem sich keine Rückstände von Pflanzen“schutz“mitteln finden?
  3. Wie sollen sich Imker verhalten, die Rückstände in den Pollen fürchten?
  4. Ist dem Landesrat bewusst, dass nicht nur die Äpfel von Insekten bestäubt werden, sondern 80% der Lebensmittel darauf angewiesen sind?
  5. Kann der integrierte Obstbau in Südtirol auf Neonikotinoide und Glyphosat verzichten? Wurden diese Wirkstoffe in Südtirol seit der Veröffentlichung der Apistox-Studie tatsächlich aus dem Verkehr gezogen?
  6. Denkt man an Ausweichmöglichkeiten (, wo sich Bienen ihre Nahrung in der kargen Zeit zwischen den großen Blüten holen können) und die dringend geschaffen werden sollten? Was wurde hierzu schon umgesetzt?
  7. Wurde die Errichtung von Schutz- oder Schonzonen erwogen?
  8. Wurde die angekündigte zusätzliche Maßnahme, das Ausbringen von Spritzmitteln in Zeiträumen, in denen die Bienen nicht fliegen, zu begrenzen, inzwischen umgesetzt?
  9. In welcher Form wurde die Forschungstätigkeit rund um das Thema an der Laimburg fortgesetzt, wie vom Direktor angekündigt?

Brigitte Foppa,
Hans Heiss,
Riccardo Dello Sbarba

Bozen, am 14.03.2018

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