30 Prozent Skonto auf alle Abos und Zeitkarten und freier Eintritt für Begleitpersonen von Menschen mit 100-prozentiger Zivilinvalidität: Mit einem Beschlussantrag wollen die Grünen die Tarife der Therme Meran sozial gerechter gestalten.
„Die Therme Meran muss nicht nur architektonisch, sondern auch finanziell barrierefrei zugänglich sein“, erklären die Landtagsabgeordneten der Grünen Madeleine Rohrer, Brigitte Foppa und Zeno Oberkofler. Mit einem von der Abgeordneten Rohrer eingebrachten Beschlussantrag fordern sie günstigere und fairere Eintrittspreise für Menschen mit Behinderung.
Bislang gilt der 30-prozentige Rabatt für Menschen mit anerkannter Zivilinvalidität nur für Einzeleintritte, nicht aber für sämtliche Mehrfachkarten und Abos. Bei einer Zehnerkarte etwa fällt die Ermäßigung pro Eintritt kaum ins Gewicht: Der Preisunterschied entspricht gerade einmal dem Gegenwert eines Espresso.
Die Grünen wollen deshalb den Rabatt von 30 Prozent auf sämtliche Jahreskarten, Saisonkarten sowie Zeit- und Sondertickets ausweiten. Anspruch darauf sollen Menschen mit einer anerkannten Zivilinvalidität von mindestens 67 Prozent haben. Zum Vergleich: In Südtirol können Menschen ab diesem Invaliditätsgrad den öffentlichen Nahverkehr kostenlos nutzen. Eine weitere Forderung betrifft die Begleitpersonen von Menschen mit 100-prozentiger Zivilinvalidität, die eine Begleitzulage beziehen. Sie sollen die Therme künftig kostenlos besuchen können. Bislang müssen auch Menschen, die aufgrund ihrer Behinderung auf Unterstützung angewiesen sind und die Anlage nicht selbstständig nutzen können, für sich und ihre Begleitperson Eintritt bezahlen – selbst wenn beide bereits einen ermäßigten Tarif erhalten. Damit sind Menschen mit besonders hohem Unterstützungsbedarf finanziell zusätzlich benachteiligt.
„Barrierefreiheit bedeutet nicht nur, bauliche Hindernisse zu beseitigen, sondern auch, Dienstleistungen tatsächlich zugänglich zu machen. Wer auf Unterstützung angewiesen ist, sollte dadurch nicht zusätzlich finanziell belastet werden“, betont Madeleine Rohrer. Ihr Fazit: „Eine Einrichtung, an der die öffentliche Hand mehrheitlich beteiligt ist, muss faire Bedingungen bieten. Wir wollen, dass Menschen mit Behinderung die Thermen Meran ohne Hindernisse nutzen können – auch ohne finanzielle Hürden.“
Weitere Informationen: https://www.landtag-bz.org/de/politische-akte/819160
Landtagsabgeordnete
Madeleine Rohrer
Brigitte Foppa
Zeno Oberkofler