Der Südtiroler Landtag hat heute entschieden: Familien werden auch in Zukunft nicht frei zwischen ein- und mehrsprachiger Schulbildung wählen können. Der Gesetzentwurf der Grünen Fraktion, der die Einführung mehrsprachiger Klassen an Südtiroler Schulen als freiwilliges und ergänzendes Zusatzangebot zum bestehenden Schulsystem vorsah, wurde abgelehnt.
Die Grüne Fraktion zeigt sich enttäuscht: Seit Jahren besteht der Wunsch und die Forderung aus der Gesellschaft und vonseiten vieler Familien doch wieder einmal wurde eine Entscheidung vertagt und damit eine Chance vertan.
„Dieser Vorschlag demontiert weder das bestehende Schulsystem noch stellt er die Schutzrechte der Sprachgruppen in Frage. Wir wollen denen eine zusätzliche Möglichkeit bieten, die für ihre Kinder einen zweisprachigen Schulweg wünschen: einen, der die alltägliche Realität Südtirols widerspiegelt“, erklärt Brigitte Foppa, Erstunterzeichnerin des Gesetzentwurfs.
Der Vorschlag sah die Einrichtung freiwilliger zweisprachiger Klassen vor, mit Lehrkräften der jeweiligen Unterrichtssprachen, einer ausgewogenen Aufteilung der Fächer auf die Sprachen sowie der Möglichkeit, eine dritte Sprache zu integrieren.
„Der Spracherwerb bleibt eines der größten Problemfelder unseres Schulsystems. Obwohl wir in einer mehrsprachigen Provinz leben, schließen zu viele Jugendliche ihre Schulzeit ohne ausreichende Kenntnisse der Zweitsprache ab. Dazu kommt: Zahlreiche Familien wünschen sich ein solches Angebot, das belegen die Daten des letzten Sprachbarometers. Diese Realität zu ignorieren hilft niemandem“, betonen die Grünen Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler.
Die heutige Abstimmung beendet die Diskussion im Landtag vorläufig – nicht aber jene in der Südtiroler Gesellschaft. Die Grünen wollen sich weiter dafür einsetzen, dass Familien mehr Wahlfreiheit erhalten und dass die Mehrsprachigkeit, eine der größten Stärken Südtirols, endlich auch in der Schule ihren Platz findet.
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Landtagsabgeordnete
Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer
Zeno Oberkofler