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Kein Platz für das Frauenthema. Noch!

PRESSEMITTEILUNG.

Gestern, 18. März, sollte im Regionalrat der Gesetzentwurf 19/XVI der Grünen Fraktion behandelt werden. Er sieht die Einführung einer verbindlichen und effektiven Frauenquote auf den Gemeindewahllisten vor. Nach dem tristen Ergebnis der letzten Gemeindewahlen und erst recht nach dem Eklat im Rat der Gemeinden (der wieder 15:2 besetzt wird – tiefste Vergangenheit!) ist die Zeit überreif für diesen Schritt. Wir erinnern daran:

Derzeit ist es laut geltendem Gemeindewahlgesetz möglich, dass nur 1 einzige Frau auf der Wahlliste aufscheint. Falls das vorgesehene Drittel der Listenplätze nicht erreicht wird, bleiben die Plätze eben leer – und die Männer unter sich. „Das führt dazu, dass die Wähler:innen im Hinblick auf Frauen viel zu wenig Auswahl haben“, ist Erstunterzeichnerin Brigitte Foppa überzeugt. „Wenn eine einzige Frau auf der Liste ist, die Männer aber ein vielfältiges und differenziertes Angebot machen, ist es naheliegend, dass weiterhin Männer gewählt werden. Die althergebrachte Bevorteilung der Männer in den Gemeinden wird daher noch verstärkt!“

Quoten sind unsympathisch. Aber sie sind so lange notwendig, bis ein Ausgleich geschaffen wird und die Vielfalt der Gesellschaft auch in den Wahllisten und in den Gemeindegremien abgebildet ist.

Viele Frauen warteten deshalb gespannt auf den gestrigen Regionalrat. Auf Punkt 10 der Tagesordnung sollte der Gesetzentwurf der Grünen dran kommen (in der letzten Regionalratssitzung konnten 14 Tagesordnungspunkte abgearbeitet werden, die Hoffnung war also berechtigt).

Aber nein. Bis 16.40 Uhr dauerte die, offensichtlich sehr bedeutsame, Ersetzung des Herrn Regionalassessors Cia durch den Herrn Regionalassessor Ossanna. Letzterer harrte übrigens schweigend der Dinge. Still aussitzen, das war schon in der letzten Legislaturperiode ein für ihn sehr gewinnbringendes Konzept gewesen.

Brigitte Foppa gönnt sich etwas Ironie: „In dieser Zeit bringen wir Frauen ein Kind auf die Welt“.

Der Regionalgesetzentwurf wird voraussichtlich in der Aprilsitzung behandelt. Vielleicht.

 

18.03.2021

Regionalratsabgeordnete
Brigitte Foppa
Lucia Coppola
Riccardo Dello Sbarba
Hanspeter Staffler

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Author: Heidi

Der Regionalrat gege
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