Bei der nächsten Sitzung des Südtiroler Landtags wird die Grüne Fraktion zwei Themen einbringen, die auf den ersten Blick verschieden erscheinen, jedoch ein gemeinsames Ziel verfolgen: die Verbesserung der Lebensqualität der Menschen durch Prävention, Inklusion und effizientere öffentliche Dienstleistungen.
Sexuelle und emotionale Bildung: ein unverzichtbares Instrument der Prävention
Im ersten Beschlussantrag bezieht die Grüne Fraktion in der aktuellen Debatte rund um die Sexualerziehung (die von der Regierung Meloni verboten bzw. stark eingeschränkt wurde) klar Position.
„Um diesem staatlichen Schritt nach hinten lokal entgegenzuwirken, bringen wir diesen Antrag in den Landtag ein. Wir fordern, dass in allen Schulen Südtirols eine strukturierte, kontinuierliche und qualifizierte sexuelle und emotionale Bildung gewährleistet wird“, erklärt Brigitte Foppa, Erstunterzeichnerin des Antrags.
„Sexuelle und emotionale Bildung hat nichts mit Ideologie zu tun. Sie ist eines der wirksamsten Mittel zur Vorbeugung von Gewalt, Missbrauch und Diskriminierung. Auf diese Bildung zu verzichten bedeutet, Kinder und Jugendlichen grundlegende Werkzeuge zu entziehen: das Verständnis für sich selbst, den Respekt gegenüber anderen, das Erkennen problematischer und potenziell gefährlicher Situationen sowie den Aufbau gesunder Beziehungen“, betonen die Grünen Landtagsabgeordneten Foppa, Rohrer und Oberkofler.
Nightliner auch freitags: Ein Pilotprojekt für eine sichere Mobilität
Der zweite Beschlussantrag ist ein zweiter Anlauf: Der Nightliner soll auf ausgewählten Strecken auch in der Nacht von Freitag auf Samstag fahren. Die Landesregierung hatte den Grünen-Vorschlag bereits einmal abgelehnt, den bei jungen Menschen beliebten Nachtbus landesweit auf allen Linien auch am Freitagabend einzusetzen.
Der Nightliner fährt seit 20 Jahren. Entstanden ist er in einer Zeit, in der auch am Samstag Unterricht stattfand. Doch die Schulen haben längst auf fünf Tage Unterricht pro Woche umgestellt. Und viele Menschen, jung wie alt, gehen am Freitag aus – wenn spätestens ab Mitternacht kein Bus mehr fährt. Die kürzlich veröffentlichte Mobilitätsumfrage des Jugendrings bestätigt das: Fast 35 Prozent der Befragten nennen mangelnde Verfügbarkeit als größte Herausforderung nächtlicher Mobilität, 23 Prozent schlechte Verbindungen. Fehlende Nightliner am Freitagabend, schlechte Anschlüsse und mangelnde Erreichbarkeit ländlicher Gebiete werden von den Jugendlichen besonders häufig aufgezählt.
Rohrer, Foppa und Oberkofler fordern: Der Nightliner muss auf den beliebten Strecken auch in der Freitagnacht fahren. Damit niemand mehr auf den Gedanken kommt, müde oder angetrunken ins Auto zu steigen, weil eine Alternative fehlt. „Die Nightliner machen unsere Straßen sicherer. Und wer nachts nicht auf ein eigenes Auto angewiesen ist, gewinnt ein Stück Freiheit“, so Madeleine Rohrer.
Eine sichere und gerechte Gesellschaft entsteht, wenn Möglichkeiten, Wissen und Angebote geschafft werden. Ob emotionale Bildung oder Nightliner, es braucht politische Wegweiser, welche die Menschen in den Mittelpunkt stellen”, schließen die Grünen Abgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler.
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