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Vinschgau: keine internationale Transitachse!

Auf den Brenner folgt der Fernpass: Diesen Samstag sperren Demonstrantinnen und Demonstranten die Straße zwischen Füssen/Reutte und Nassereith für einige Stunden. Die Menschen entlang der stark befahrenen Transitroute wollen sich Gehör verschaffen, wie zuletzt die Anrainer der Brennerautobahn. Sie lehnen den geplanten Ausbau der Fernpassroute ab.

Zu Recht, sagen die Grünen Landtagsabgeordneten Madeleine Rohrer, Brigitte Foppa und Zeno Oberkofler. Mit dem Ausbau der Fernpassstraße in Tirol droht auch im Vinschgau noch mehr Verkehr.

Die Ausgangslage

Bis zu 30.000 Fahrzeuge fahren täglich über den Fernpass. Es ist eine der meistbefahrenen Straßen Tirols, und noch dazu mautfrei. Wenn es am Brenner staut, empfehlen Navigationsdienste bereits heute den Reschenpass und die Vinschger Staatsstraße als Alternative.

Die Tiroler Landesregierung plant nun, die kurvenreiche Passstraße durch einen 1,5 Kilometer langen Tunnel zu ersetzen und den bestehenden Lermooser Tunnel mit einer zweiten Röhre von zwei auf vier Spuren zu erweitern – wobei weiterhin nur je eine Spur pro Richtung befahrbar sein soll. Derzeit gilt auf der Fernpassroute ein Fahrverbot für LKWs über 7,5 Tonnen. Den Ankündigungen zufolge soll es beibehalten werden, um zu verhindern, dass die Fernpassroute zur zweiten internationalen Transitachse wird.

Das Problem für Südtirol

Im Vinschgau gilt kein vergleichbares LKW-Fahrverbot. Und Südtirol hat in den letzten Jahren kräftig in den Straßenausbau investiert: Die 130 Millionen Euro teure Umfahrung Kastelbell wurde gerade eröffnet, weitere 75 Millionen fließen in die Umfahrung Rabland. Diese Investitionen entlasten die Ortschaften, doch sie machen die Achse Fernpass–Vinschgau gleichzeitig attraktiver für den Durchgangsverkehr. Bereits heute werden in Rabland täglich im Schnitt 17.000 Fahrzeuge gezählt (ASTAT 2024).

Die Grünen diesseits und jenseits des Reschenpasses gehen davon aus, dass Tirol das LKW-Fahrverbot nicht mehr halten kann, sobald der Fernpasstunnel in Betrieb geht. „Niemand stellt sich ein teures Auto in die Garage, um es dann nicht zu fahren. Wenn die Straße einmal ausgebaut ist, wird das LKW-Fahrverbot früher oder später fallen“, so Rohrer. Die Folge: mehr Schwerverkehr auf der gesamten Achse bis ins Vinschgau – und mehr Belastung für die Menschen, die dort wohnen.

„Der bereits vom Verkehr geplagte Vinschgau darf nicht noch weiter unter die Räder des Transits kommen“, sagt Rohrer. Die Grünen fordern, dass die Landesregierung sich entschieden an die Seite der Menschen entlang dieser Route stellt, die Planung für den abschnittsweise zweigleisigen Ausbau der Vinschgerbahn aufnimmt und die Idee der Reschenbahn aus dem Dornröschenschlaf holt. „Der Vinschgau darf nicht zur Ausweichroute werden. Straßen entlasten wir nur, indem wir gute Alternativen schaffen“, so die drei Grünen Abgeordneten.

 

Landtagsabgeordnete

Madeleine Rohrer
Brigitte Foppa
Zeno Oberkofler

Author: Serena

Kommunikationsbeauftragte der Grüne Fraktion.

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