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Solos steht für eine Revolution in der Landwirtschaft: Der Aquaponik-Anbau verbindet Fischzucht mit Pflanzenproduktion in einem geschlossenen Kreislauf. Diese Methode ermöglicht nicht nur eine ganzjährige, lokale Produktion, sondern reduziert den Wasserverbrauch um beeindruckende 90 % im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft. Zudem kommt der Dünger direkt von den Fischen, was den Boden vor Schadstoffen schützt und gleichzeitig eine natürliche Nährstoffversorgung sicherstellt. Die Wirtschaftsgruppe der Grünen verdECOnomia lud zu einer Besichtigung ein und war vom Konzept begeistert.

„Das Konzept von Solos ist ein inspirierendes Beispiel dafür, wie innovative Technologien die Probleme der industrialisierten Intensivlandwirtschaft lösen können“, betonte Luca Bertolini, Grüner Co-Sprecher. „Durch den lokal und ressourcenschonend produzierten Salat leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, indem sie CO2-intensive Transportwege vermeiden und den Wasserverbrauch drastisch reduzieren.“

Mit einer bis zu zwölfmal höheren Flächenproduktivität und dem Verzicht auf künstliche Düngemittel zeigt SOLOS, dass Nachhaltigkeit und Effizienz Hand in Hand gehen können. Das Unternehmen beweist, dass der ganzjährige lokale Anbau nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll ist, da er Importe verringert und die regionale Versorgung stärkt.

Die Wirtschaftsgruppe verdECOnomia veranstaltet regelmäßig Betriebsbesichtigungen und Austausche, Interessierte können sich im Grünen Büro melden. 

Pressemitteilung

Seit vielen Jahren gibt es in der Südtiroler Gesellschaft, vor allem in den Städten und in vielen Familien, den Wunsch nach einer zweisprachigen/mehrsprachigen Bildung der Kinder. Dies betrifft vor allem, aber nicht nur, italienische und „gemischte“ Familien. Also jene, in denen die Eltern verschiedensprachig sind oder in denen es einen mehrsprachigen Hintergrund gibt (Eltern, die bereits zweisprachig aufgewachsen sind, Eltern mit Migrationshintergrund, andere Situationen der Zwei- oder Mehrsprachigkeit).

Das traditionelle Südtiroler Schulsystem (mit Ausnahme des ladinischen Schulsystems) sieht eine sehr hohe Anzahl von Zweitsprachstunden vor. Und trotzdem verlassen die Jugendlichen die Schule nicht nur mit einem Niveau, das nicht allen diesen Stunden entspricht, sondern auch voller Scham und Angst in Bezug auf ihre zweite Sprache.

Wie ist das möglich? Trotz vieler Schulstunden, motivierter Lehrpersonen und hoffnungsvoller Familien schämen sich Jugendliche im Alter von 17 Jahren, die jeweils andere Sprache zu sprechen.

Das klingt wie ein Rätsel, ist es aber nicht wirklich. Auf der einen Seite gibt es eine potenziell zweisprachige Gesellschaft (und sie wirbt sogar damit, um Tourist:innen anzulocken!), auf der anderen Seite werden die Bildungswelten strikt getrennt. Das deutsche wissenschaftliche Gymnasium liegt in Bozen beispielsweise auf der einen Seite der Stadt, das italienische auf der anderen. Damit Schüler:innen ja nicht zufällig auf dem Schulhof oder im Labor aufeinandertreffen könnten. Erzählen wir Leuten im Ausland, dass die berühmte Südtiroler Autonomie so aussieht, glauben sie uns das nicht.

Getrennte Schulen schaffen getrennte Welten, so war die Zielsetzung der Politik vor vielen Jahren. Es ging um den Erhalt der deutschen Sprache, die während des Faschismus und auch nach dem Ende des Faschismus so gefährdet war. Das Prinzip, dass eine Minderheitensprache bewahrt und geschützt werden muss, ist natürlich nach wie vor richtig, und die Schule ist der wichtigste Ort dafür.

Aber das Schulsystem in seiner jetzigen Form reicht schon lange nicht mehr aus. Es wird allen anderen Bedürfnissen nicht mehr gerecht. Denn neben dem Schutz der deutschen Sprache haben sich, vor allem in den Städten, neue Bedürfnisse ergeben, hieß es. Zum Beispiel das der frühen Zweisprachigkeit. Davon versprechen sich viele Familien ein besseres Leben mit mehr Perspektiven für ihre Kinder.

Trotz des lauten Rufs nach einer Anpassung des Schulsystems an diese geänderten Bedürfnisse gibt sich die Politik der SVP und ihrer verschiedenen italienischen Partner leider keinen minimalen Ruck. Sie verschließen sich gegenüber jedem Versuch und jeder Forderung nach einer mehrsprachigen Schule. Denn das ist es, was gefordert wird. Zweisprachige Klassen, in denen neben den „muttersprachlichen“ Abteilungen auch deutsche und italienische Kinder gemeinsam lernen können. Die Grüne Landtagsfraktion hat sich eingehend mit dem Thema beschäftigt und hat seit 2014 einen Gesetzesentwurf parat, der alle 2 Jahre mit immer schwächeren Ausreden von der Mehrheit abgelehnt wird.

Das Problem ist: Wenn die Gesellschaft das eine will und die Politik das andere, dann sucht die Gesellschaft nach Auswegen. Und in der Tat sind wir längst bei der „Do-it-yourself“-Schule angekommen. Die Menschen melden ihre Kinder in der Schule der anderen Sprache an und damit entstehen oft paradoxe – und sicherlich schwierige – Situationen. Dann kommt es zu einer politisch-emotionalen Überladung, bei der die verschiedenen Rechtsparteien versuchen, die Verzweiflung der Familien (und jetzt auch der Schulen) für ihren eigenen politischen Vorteil auszunutzen.

Zu den verschiedenen „Do-it-yourself“-Modellen kommt nun eine neue Variante hinzu. Die Goetheschule hat auf die Forderung nach einer gemeinsamen Schule mit Ausgrenzung geantwortet – unter großem Medienecho und Beifall der SVP-Spitzen.

Diese Episode sollte nicht als „kreative Lösung“ auf einem erfolgreichen Weg gefeiert werden. Sie ist nur ein weiteres Zeichen für einen falschen Weg und eine verweigerte Lösung.

Pressemitteilung

Gottseidank gehören wir zu jenen, die wieder herauskommen,“ war der erleichterte Gruß der Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa, als sie am Dienstag, 13.08.2024 gemeinsam mit dem Rechtsanwalt Fabio Valcanover das Bozner Gefängnis verließ. Ein- bis zweimal jährlich machen die grünen Abgeordneten einen Lokalaugenschein in der Haftanstalt – (auch unangemeldet) gehört das zu den Rechten der Landtagsabgeordneten.

„Wir haben uns heuer insbesondere ein Bild zum Zustand des Gebäudes machen wollen, nachdem in den letzten Wochen davon die Rede war, dass der Neubau des Gefängnisses wohl nicht mehr realisiert werden würde. Dieser Eindruck hat sich heute bestätigt,“ sagte Foppa im Anschluss an den Lokalaugenschein. „Direktor Monti sagte uns, dass die Arbeiten an Fassade und Dach am 26. August beginnen werden – und, fast noch wichtiger, auch die Erneuerung der Gemeinschaftsduschen. Die Duschen sind in einem fürchterlichen Zustand. Die Leitungen sind undicht, der ganze Trakt ist feucht, einige Zellen dadurch völlig unbewohnbar. Der Putz bröckelt ab, Schimmel ist überall zu sehen und zu riechen. Das ist ein unwürdiger Zustand.“

Das gesamte Gebäude ist am Rande der Baufälligkeit. Das behindert auch die vielen Bemühungen um menschlichen Umgang und Wiedereingliederung, die vom Gefängnispersonal seit jeher ausgehen. So ist der gesamte Trakt für den Vollzug mit Freigangsberechtigung (“semilibertà” – also jene Formen, bei denen die Häftlinge außerhalb des Gefängnisses arbeiten und am Abend wieder ins Gefängnis zurückkommen) derzeit nicht zugänglich, weil eine einsturzgefährdete Treppe den Teil gefährdet. Hier wurde rasches Eingreifen im Zuge der kommenden Sanierungsarbeiten zugesichert.

„Wenn es tatsächlich so ist, dass das Gefängnis dort bleibt, wo es ist, dann ist dringende Generalsanierung geboten. Das ist natürlich schwierig abzuwickeln, wie man sich vorstellen kann. Das Bozner Gefängnis beherbergt viele Straftäter, bei denen Wiedereingliederung möglich wäre – dazu braucht es den Willen, aber auch genügend Personal und die Räumlichkeiten, die es zulassen. Das Gefängnis ist eine Realität, mit der wir uns nicht gerne auseinandersetzen. Es ist aber eine Realität unserer Gesellschaft, ob wir wollen oder nicht,“ so Brigitte Foppa nach ihrem Besuch in der Bozner Haftanstalt.

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Einige Zahlen:

  • Belegung am 13.08.2024: 101 Männer (vorgesehene Belegung: 88)
  • Davon italienische Staatsbürger: 31
  • Davon in offenem Vollzug: 5
  • Ca. 60 % der Häftlinge nehmen kontinuierlich Medikamente ein, 35 % erhalten Psychopharmaka, 60-70 % der Delikte haben mit Drogen/Abhängigkeit zu tun.
  • Personalstand: 55 Gefängnispolizisten (vorgesehen: 75), Verwaltungspersonal: 8 (vorgesehen: 23)
  • Dienstturnusse: 8 Stunden (vorgesehen: 6)